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Cage Fighter 2

Originaltitel: Cage 2__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Lang Elliott__Darsteller: Lou Ferrigno, Richard Ardi, Reb Brown, Frankie Avina, Shannon Lee, Georges Bejue, Bill Birney, Deron McBee, Charles Coleman, Barbara Dow u.a.
Cage Fighter 2 DVD Cover mit Lou Ferrigno

Lou Ferrigno verteilt in “Cage Fighter 2” wieder Fratzengeballertes.

Billy und Scott sind auch Jahre nach den Ereignissen in „Cage Fighter“ beste Freunde. Als sie eines Tages in einem örtlichen Shop einkaufen, wird dieser von ein paar Lumpen überfallen. Die eröffnen sofort das Feuer und nieten dabei Scott um. Billy erhält einen Betäubungspfeil in die Magengegend und wird entführt. Im Glauben, sein bester Freund sei tot, lässt er sich aus Gründen von einem ehemaligen Erzfeind zu neuerlichen Käfigkämpfen überreden.

Diese sind inzwischen ein einträgliches Geschäft geworden, werden sie doch landesweit im Kabelfernsehen übertragen. Unter Drogen gesetzt, mutiert Billy schnell zum aggressiven Champ der Liga. Doch die Drogen setzen dem Hünen heftig zu und sein Herz wird scheinbar irreversibel geschädigt. Derweil entpuppt sich Buddy Scott als quicklebendig. Mit zwei kuriosen Interpol-Agenten setzt er alles daran, seinen Freund Billy zu befreien.

Nachdem sich „Cage Fighter“ als kleine Klopperfilm-Wundertüte entpuppt hatte, macht die Fortsetzung eigentlich alles falsch, was man falsch machen kann. Sie verrät ihre Figuren (und dabei vor allem Billy), trennt das einst charmante Heldenduo über viel zu lange Zeit und ist derart hanebüchen geskriptet, dass „Cage Fighter 2“ beständig damit beschäftigt zu sein scheint, die entstehenden Logiklücken zu kitten. Die im Zuge dessen präsentierten Erklärungen sind derart dumm und einfältig, dass man es kaum glauben mag.

Schaut in den Klopperfilm mit Lou Ferrigno hinein

Das Ergebnis ist ein reinrassiger, reichlich dummer Klopperfilm, der immerhin schnell zur Sache kommt. Wenige Minuten nach Filmbeginn wütet Billy bereits durch verschiedene Fights. Dabei geriert er sich – angeblich aufgrund der Drogen – wie ein gewaltgeiler Psychopath, der im Gegensatz zum Vorgängerfilm keinerlei Gnade mit seinen Gegnern kennt. Blöd ist nur, dass Lou Ferrigno („Instant Death“) nach wie vor kein Kampfsportler ist. Obschon er noch aufgepumpter als in „Cage Fighter“ wirkt, kommt er zwar agiler rüber, in diversen Szenen ist er aber so over inszeniert, dass es wirkt, als hätte man Szenen aus seiner „Hulk“-Serie einfach in den Film kopiert. Mimik, Gestik, Zeitlupe – da greift alles ineinander und hinterlässt einen gruseligen Eindruck. Dass die Kamera ihn am liebsten von schräg unten filmt, macht den überzogenen Koloss-Eindruck nur noch kolossaler. Den Zuschauer verliert er so irgendwann komplett.

Greift dann Reb Brown („Der Kampfgigant 2“) in die Action ein, wird es nicht viel besser. Der Mime wirkt deutlich schwerfälliger als im Vorgänger. Stolpert teils seltsam ungelenk durch seine Fights und wird durch eine beknackte, im Nachhinein keinerlei Sinn machende Maskerade auch noch komplett entwürdigt. Der einzige, der ein paar hübsche Moves zeigen darf, ist James Lew („Manhunt“) als wichtigster Handlanger des erneut von James Shigeta („Stirb Langsam“) gespielten Fieswichtes. Gar nichts zeigen darf hingegen Bruce-Lee-Töchterchen Shannon Lee („High Voltage“) in ihrem Filmdebüt. Dafür darf sie Lou Ferrigno umschmeicheln. Beide durchschreiten dabei wahrlich plumpe Dialogwüsten. Ist doch auch was.

Darstellerisch ist der Film durchweg nichts wert. Ferrigno ist meilenweit von seiner Leistung in Teil eins entfernt. Reb Brown wirkt total gelangweilt und hat nur in den Szenen mit den beiden Interpolagenten ein paar denkwürdig schräge Dialoge zu absolvieren. Der Rest muss sich in den Arsch treten lassen oder steht einfach nur dämlich in der Gegend rum. Diese wird von Lang Elliott noch sparsamer inszeniert als in „Cage Fighter“. Dabei reicht schon der Einstieg im Pappkartonwand-Supermarkt, um zu sehen, dass bei der Fortsetzung Schmalhans Küchenmeister war.

Dafür wirkt diesmal die Action etwas schnittiger inszeniert, wenngleich einige Ideen total für die Tonne sind. Genannt sei in erster Linie der Moderator, der zum einen nur Schwachsinn labert und zum anderen für reichlich blöde „Witze“ missbraucht wird. Ein echtes Problem für die Wirkung der Action ist die weitgehend komplett antiklimaktische, mit „unpassend“ noch nett umschriebene Filmmusik. Was der Action im Vergleich zum Vorgänger auch abgeht, ist ein gewisser Grad an Härte. „Cage Fighter 2“ wirkt infolgedessen im Vergleich zum Vorgänger reichlich brav.

„Cage Fighter 2“ ist reichlich misslungen

Mit „Cage Fighter 2“ haben sich alle Beteiligten keinen Gefallen getan. Ja, prinzipiell ist der Film ein deutlich geradlinigerer Klopperstreifen als der Vorgänger. Das erkauft er sich aber auf höchst ungünstige Art und Weise. Er fällt seinen Figuren in den Rücken, ist unlogisch bis zum Gehtnichtmehr und wird ohne jedwede Inspiration abgespult. Wo „Cage Fighter“ mit seiner „unrunden“ Dramaturgie und schrägen Ideen zu überraschen wusste, überrascht an „Cage Fighter 2“ maximal, wie langweilig der Film geworden ist.

Dem passt sich der Rest komplett an. Lou Ferrigno und seine Kollegen versuchen gar nicht erst zu spielen. Die Musik läuft einfach komplett Amok. Die Bilder sind dröge und unter DtV-Niveau. Und die Action kommt bar jedweder Höhepunkte. Die Fightszenen krachen nicht, das finale Tontaubenschießen ist einfach nur bescheuert und sowohl Ferrigno als auch Brown kommen reichlich luschig rüber. Obendrein hatte Regisseur Lang Elliott sichtlich noch weniger Geld als beim Vorgänger zur Verfügung. Das hinderte ihn nicht, ein Ende zu fabrizieren, das jedweder Beschreibung spottet und etwas ankündigt, was es zum Glück nie gab: „Cage Fighter 3“.

02 von 10

Imperial Pictures spendierte „Cage Fighter 2“ im Januar 2020 eine DVD. Diese ist ab 18 freigegeben und ungeschnitten. Das matschige Bild kommt ohne jede Schärfe und dürfte eine abgenudelte VHS als Master gehabt haben.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Imperial Pictures__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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