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D-Railed – Zugfahrt in die Hölle (+ Videokritik)

Originaltitel: D-Railed__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: Dale Fabrigar__Darsteller: Lance Henriksen, Tonya Kay, Jack Betts, Logan Coffey, Frank Lammers, Anna Ross, Shae Smolik, Brie Mattson, Gregg Christie, Carter Scott u.a.

Unser freeman hat sich schon in seiner Videokritik ordentlich zu “D-Railed” ausgekotzt. Falls ihr seinen Rant auch mal verbal hören wollt, schaut in unser Video.

Schaut in unsere Videokritik zu “D-Railed”

D-Railed mit Lance Henriksen DVD Cover

In “D-Railed” hat Lance Henriksen eine kleine Nebenrolle inne.

Halloween. Einige kostümierte Menschen treffen sich an einem Bahnsteig. Sie wollen einem Krimi-Dinner auf Schienen beiwohnen. Als das Essen serviert wird und der Gastgeber die Regeln des Abends erklärt, eskaliert die Situation prompt. Denn der Gastgeber bricht urplötzlich tot zusammen. Ist dies schon Teil der Show? Einige der Gäste beginnen sofort zu rätseln, wer der Mörder sein könnte.

Da verkünden zwei Gestalten, dass das alles keine Show sei. Vielmehr sei es ein von langer Hand geplanter Überfall! Die beiden Kerle rauben den Gästen all ihr Hab und Gut. Doch ihre Exit-Strategie hat einen Haken. Sie kostet ausgerechnet beiden Zugführern das Leben, die bei ihrem Todeskampf obendrein die Dampflok aufs Maximum beschleunigen. Urgewaltig rast das stählerne Ross auf eine viel zu enge Kurve zu.

Die Lok und sämtliche Waggons entgleisen. Jener mit den Krimi-Dinner-Gästen kracht zudem in einen See und beginnt zu sinken. Der nun entbrennende Überlebenskampf wird noch dadurch beschleunigt, dass in dem See und um ihn herum ein Monster haust, das erstaunlichen Hunger auf Krimi-Dinner-Gäste zu haben scheint.

Schaut in den Horrorfilm mit Lance Henriksen hinein

Ein bisschen Halloween-Gedöns, eine billige „Mord im Orient-Express“-Kopie, ein bisschen Gangsterkino, etwas Katastrophenfilm, viel Monster-Movie und am Ende etwas Mindfuck. „D-Railed“ bietet eine Menge Film fürs Geld. Blöderweise mag keine einzige der Ingredienzien so richtig munden. Dabei hatte ich mich aufgrund der wild klingenden Mischung echt auf den Film gefreut. Am Ende hätte ich schon nach 20 Minuten am liebsten die Flinte ins Korn geworfen.

Denn „D-Railed“ mag auf dem Papier turbulent klingen, als Film ist er einfach nur behäbiger und vor allem billiger Schlonz. Das beginnt schon bei der enddämlichen Entscheidung, die ersten 20-25 Minuten darauf zu verschwenden, die unsympathischen Figuren viel zu viel labern zu lassen. Warum muss ich mir beispielsweise minutenlang die Regeln des Krimi-Dinners anhören, wenn selbiges doch nie stattfindet?

Der darauffolgende „Überfall“ ist so langweilig inszeniert, dass einem direkt die Füße einschlafen. Und stimmte bisher zumindest die Optik halbwegs mit der langweiligen Filmentwicklung versöhnlich, weil die Charaktere allesamt im „Mord im Orient-Express“-Kleidungsstil auftreten und die Dampflok und die Oldschool-Waggons durchaus etwas hermachen, sind die nun bemühten Special Effects einfach nur billig. Was im Katastrophenteil, wenn die Bahn entgleist, freilich nur noch verschärft wird.

Lachhaft wird es spätestens dann, wenn ein schlecht berechnetes CGI-Abbild des Waggons der Heldenschar in einem Minisee der Marke größere Pfütze abzusaufen droht. In dem Waggon wird derweil viel irrationaler Stuss gelabert und getan und die letzten halbwegs vernünftigen Charaktere entwickeln sich zu hirnverbrannten Vollidioten.

Glücklicherweise überleben sie eh nicht lange, denn nun legt das Monster los. Ein gar nicht mal so übler Man-in-a-Suit-Effekt, obendrein ganz nett designt, aber reichlich planlos in seinem Tun. Und so richtig brutal hinlangen will es auch nicht. Obendrein wird die Optik des Streifens, der nun vollends im Freien spielt, total verengt. Vermutlich, weil man den Schauplatz nicht herzeigen mag. Anschlussfehler en masse sind die Folge. So sieht man jedes Mal, wenn ein Charakter aus dem „Waggon“ springt, dass er von etwas abspringt, auf dem Gras wächst. Und so lange lag der Waggon zu dem Zeitpunkt noch nicht im Wasser.

Wenn das Monster dann wütet, mag ebenfalls keine Spannung aufkommen. Stattdessen wird viel mit Taschenlampen herumgefuchtelt und weiterhin viel Stuss gelabert und getan. In den letzten Minuten will „D-Railed“ dann endlich schlau sein. Versucht, ein bisschen zu erklären, will dem Monster eine (lachhafte) Mythologie geben. Und nervt den Zuschauer spätestens hier dann endgültig ab. Zumindest bekommt der in diesem Abschnitt endlich den groß versprochenen Lance Henriksen („Daylight’s End“) in einer winzigen Rolle und erschreckend abgemagert zu sehen. Und dann hat man den im billigen Digitallook daherkommenden, rasend mies synchronisierten Stinker endlich überstanden.

„D-Railed“ oder wie große Ambitionen entgleisen

Ich kann mich nur wiederholen: Liest man den Covertext auf der Rückseite der deutschen Veröffentlichung, bekommt man richtig Bock auf „D-Railed“. Daher ein Daumen hoch für die Texter. Und auch in den ersten Minuten, wenn die „Mord im Orient-Express“-Krimi-Dinner Situation mit durchaus stimmigen Bildern angeschoben wird, hofft man noch auf gute Unterhaltung. Doch dann wird gelabert und gelabert und gelabert. Wird der Film von Minute zu Minute gefühlt immer billiger. Schlagen die miesen Special Effects durch und bekommt der Film seinen Monsterpart überhaupt nicht ans Laufen.

Spannung, Atmosphäre, irgendwelche irgendwie gearteten Entwicklungen… Fehlanzeige. Dazu gesellen sich miese Darsteller, obsolete Dialoge, dumme Drehbuchentscheidungen, öde Filmmusik und ein viel zu kurzer Auftritt von Genre-Ikone Lance Henriksen. Und so entgleist „D-Railed“ weit weit weeeeiiiiit vor seiner Destination „Gute Unterhaltung“.

02 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von dem Label White Pearl Movies / Daredo und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: White Pearl Movies / Daredo__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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