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“Deadly Bet” aka “Tödliche Wette”

Originaltitel: Deadly Bet__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Richard W. Munchkin__Darsteller: Gary Daniels, Jeff Wincott, Michael Delano, Ron Hall, Steven Ho, Dino Homsey, Leo Lee, Steven Vincent Leigh, Ray ‘Boom Boom’ Mancini u.a.
Tödliche Wette aka Deadly Bet mit Gary Daniels DVD Cover

In “Deadly Bet” aka “Tödliche Wette” schaut Jeff Wincott Gary Daniels beim Kicken zu.

Angelo hat ein echtes Problem. Er ist wettsüchtig. Dementsprechend verballert er an einem guten Tag auch all das Geld, das er und sein Love Interest bei Seite gelegt hatten, um Las Vegas gen Colorado zu verlassen. Doch nicht nur das, auch seine Freundin hat Angelo gleich mit verwettet. Sein ärgster Rivale Rico nimmt sich ihrer an und zeigt ihr ausführlichst, was es heißt, wirklich begehrt zu werden.

Angelo merkt schnell, dass er diesmal gewaltigen Mist gebaut hat. Obendrein wird er von einem Gangsterboss, dem er einen Haufen Kohle schuldet, als Geldeintreiber eingesetzt. Im Umfeld dieser „Aufgabe“ stellt Angelo mehr und mehr fest, dass er sich in eine ausweglose Situation manövriert hat. Da will Rico ein Kampfsportturnier mit einem Preisgeld von 500.000 Dollar ausrichten. Angelo beschließt, daran zu partizipieren.

Ein Mann, dessen ärgster Gegner er selber ist, ist im Filmbereich nun nicht unbedingt das neueste Thema. Im B-Martial-Arts-Sumpf ist genau diese Grundidee allerdings mal ein ganz interessanter Ansatz. Zumal Angelo wirklich wie ein Spieljunkie gezeichnet wird, der der Droge „Wetten“ nicht einmal ansatzweise widerstehen kann und sich blauäugig immer weiter hineinreitet, ohne sich der Konsequenzen richtig bewusst zu sein.

Schaut in den Klopper mit Gary Daniels und Jeff Wincott hinein

Die Folge ist ein Charakter, der zwar mit zunehmender Laufzeit die Sympathien des Zuschauers auf sich vereinen kann, dafür aber ordentlich Anlauf braucht und eigentlich wirklich erst interessant wird, wenn er beschließt, sich selbst zu helfen. Und hier kommt dann der Turniermodus ins Spiel, der in rasant choreographierten 15 Minuten am Zuschauer vorbeirast und keine Atempause mehr zulässt. Doch auch schon vor dem großen Showdown kracht es in „Deadly Bet“ aka „Tödliche Wette“ actiontechnisch ordentlich.

Denn Jeff Wincott („Lizzie Borden – Kills!“) gerät als Angelo schon in den ersten 75 Minuten häufig genug in Schwierigkeiten, die er nur schlagend und tretend abwenden kann. Nebenbei wettet er auch gerne auf Martial-Arts-Wettstreite und schaut selbigen dann auch geflissentlich zu, was dem Zuschauer erneut viel fürs kampfsporthungrige Auge bietet. Die Fights sind nämlich allesamt sehr druckvoll geraten, lassen das ein oder andere spektakuläre Element definitiv nicht missen und versuchen ordentlich Abwechslung in das Geschehen zu pumpen.

So treten hier Judokas ebenso an wie Kickboxer, Ringer oder Karatekas. Choreographiert von Eric Lee und Art Camacho gibt es hier dann ordentlich auf die Kauleisten, wobei ausgerechnet Hauptdarsteller Jeff Wincott ein wenig hüftsteif wirkt, scheint ihn doch seine sehr muskulöse Statur ein wenig auszubremsen. Dagegen schlagen sich die meisten anderen Fighter allesamt enorm beachtlich. Vor allem Rico Darsteller Steven Vincent Leigh hat einige sehr wirbelwindige Auftritte spendiert bekommen.

Jeff Wincott und Gary Daniels zeigen in „Tödliche Wette“, was sie draufhaben

Jeff Wincott punktet dagegen im darstellerischen Bereich. Klar, einen Oscar wollte er für die Rolle sicher nie haben. Aber er spielt sehr zielsicher auf den Punkt und entwirft einen schön kaputten Charakter, dessen Bemühungen, sich zu wandeln, oder dessen „Abhängigkeit“ nie erzwungen oder unglaubwürdig wirken. Dagegen sehen dann wieder die anderen Darsteller recht arm aus. Vor allem Angelos Love Interest Isabelle ist wirklich extrem uninteressant und unerotisch geraten. Infolgedessen fragt sich der Zuschauer häufiger, was eigentlich alle Kerle im Film von ihr wollen. Zumal sie eine Freundin hat, die wirkliche Geschoss-Qualitäten hat. Egal.

Alles andere als egal ist für Actionfans freilich der Auftritt von Gary Daniels („Vengeance“). Dieser ist leider recht kurz ausgefallen, zeigt ihn aber bei dem, was er am besten kann. Kicken! Alles beginnt – mal wieder – mit einem eindrucksvollen Van-Damme-Spagat und endet in einem brachial kurzen Kampf. Bei dem er mit einem fast doppelt so breiten Opponenten den Ringboden wischt. So gehört sich das. Tja und dann ist er auch schon wieder verschwunden. Man hätte ihn wenigstens für den Turniermodus noch einmal heranziehen können, zumal da auch Fighter auftauchen, die schon vorher im Film zu sehen waren.

„Deadly Bet“ aka „Tödliche Wette“ ist ein gelungener PM-Entertainment-Klopper

Handwerklich geht „Deadly Bet“ von Regisseur Richard W. Munchkin („Ring of Fire“) vollkommen in Ordnung. Insbesondere in den Fights merkt man, dass Actionspezis am Wirken waren, finden sie doch immer wieder treffliche Einstellungen und Perspektiven, um das Ringgeschehen spektakulär zu bebildern. Auch die ein oder andere Montage ein und desselben Trittes aus verschiedenen Kameraeinstellungen verfehlt ihre Wirkung nicht.

Leider wirken die Schauplätze ein wenig heruntergekommen und insbesondere der Austragungsplatz des Turniers strahlt wenig Flair aus. Auch kommt das Schillernde und Bunte von Las Vegas erstaunlich selten bis gar nicht zum Tragen. Dagegen versprüht der jazzig angehauchte Soundtrack viel Atmosphäre und hebt sich vom Actioneinerleigebrubbel sehr deutlich ab.

Was bleibt, ist ein durch und durch überdurchschnittlicher Kickerstreifen mit interessanter Zeichnung der Hauptfigur, ungemein präziser, sehr ansprechender Martial-Arts-Action und – leider – etwas zu wenig Gary Daniels.

07 von 10

Das deutsche Tape von IMV ist mit einer FSK 18 uncut. Uncut auf Silberling gibt es den Streifen unter anderem in England, allerdings ist diese Fassung ebenso rar wie das deutsche Tape. Dem Review zugrunde lag eine Scheibe aus Australien, die noch den Pierce Brosnan Streifen Entangled an Bord hat (Regionalcode 0). Leider ist die Qualität von „Deadly Bet“ in dieser Fassung unter aller Sau. Am 5. Juni 2020 bringt WME Home-Entertainment eine deutsche DVD auf den Markt. Man darf sicherlich auf deren technische Qualitäten gespannt sein. Zumindest soll er laut Labelankündigung schonmal uncut sein.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: WME Home Entertainment__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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