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Detention – Die Lektion heißt überleben!

Originaltitel: Detention__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2003__Regie: Sidney J. Furie__Darsteller: Dolph Lundgren, Alex Karzis, Kata Dobó, Chris Collins, Corey Sevier, Danielle Hampton, Nicole Dicker, Joseph Scoren u.a.
Detention - Die Lektion heißt überleben mit Dolph Lundgren

Dolph Lundgren gibt den schlagkräftigen Lehrer in “Detention”.

Bosnien vor zehn Jahren: Ein Team um Dolph Lundgrens Helden Sam Decker hat den Auftrag, einen Kriegsverbrecher auszuschalten. Der Einsatz endet in einer netten Ballerei und lässt Lundgren traurig zurück, denn der Bäddie hatte Kids als Geiseln, die Lundgren nicht alle retten konnte. Wie in vielen Actionfilmen allgemein üblich, haben diese Szenen KEINEN weiteren Wert oder Bezug für/zur folgenden Geschichte. Sie bietet nur die Möglichkeit, vor Filmminute fünf ein kleines Feuerwerk abzubrennen und den Actionfan in den Sessel zu drücken. Denn es kann ja nur besser werden, immerhin ist das nur der Anfang.

Zehn Jahre später ist Sam Decker nun Lehrer für Sport und Geschichte an einer Schule, die ein wundervolles Sammelsurium an Schülern auffährt. Wirklich ALLE ethnischen Bevölkerungsgruppen, die mal einen Fuß auf das amerikanische Festland gesetzt haben, sind hier vorzufinden. Inklusive ALLER zugehörigen Klischees. Apropos Klischee: Natürlich ist da auch ein Behinderter vorzufinden. Und selbstverfreilich auch eine minderjährige Schwangere. Dieser moralische Verfall. Pfui!

Sam Decker feiert an dem Tag, der hier dargestellt wird, seinen Ausstand. Er hat einen besseren Job gefunden. Und wie feiert man seinen Ausstand? Natürlich mit viel Feuerwerk. Dementsprechend verschaffen sich ein paar Bad Asses Zugang zu der Schule, in der Decker die Arrestklasse betreuen darf. Vier besonders schwere Fälle, zwei Schwarze, ein Weißer und die Schwangere. Dazu kommen dann noch der strebsame Behinderte und ein kiffendes Teenager-Pärchen.

Decker und die Kids werden bald getrennt und so macht zunächst jede Abordnung für sich ihr ganz privates „Stirb Langsam“-Szenario durch. Am Ende finden sie dann wieder zusammen und machen gemeinsam die Verbrecher fertig. Die wollten ursprünglich die Schule als Ausgangsbasis nutzen, um einen Konvoi zu überfallen, der Heroin in eine Vernichtungseinrichtung transportieren soll.

Schaut in den Actioner mit Dolph Lundgren hinein

Die Geschichte ist ein Witz beziehungsweise im Grunde ist eigentlich gar keine vorhanden. Regisseur Sidney J. Furie („Direct Action“) macht aber trotzdem noch halbwegs das Beste daraus und spult sein Programm routiniert und ohne große Hänger ab. Beständig passiert etwas, folgt Reaktion auf Aktion und knallt und pufft es an allen Ecken und Enden. Mittendrin agiert ein sympathischer Dolph Lundgren („Silent Trigger“), der mit dem Streifen eine längere Schaffenspause beendete, die er sich selber nach „The Last Warrior“ auferlegt hatte. Und er macht eigentlich auch das, was alle von ihm wollen: Rennen, kämpfen und diverse Lebenslinien rabiat unterbrechen. Und das Bild von Lundgren als Lehrer hat auch was.

Detention mit Dolph Lundgren

Cooler Lehrer…

Als gelungen kann man sein Comeback aber dennoch nicht bezeichnen. Dies liegt vor allem an den Bösewichten, die – mit Verlaub – so dermaßen abkacken, dass es weh tut. Schauen wir genauer hin:

  1. Die Dummheit der Bäddies würde so manche Pisa Umfrage relativieren.
  2. Ihr Auftreten ist der blanke Hohn! Mit gefärbten Haaren versehene, Tattoos tragende und mit den schwulsten Attitüden der Jetztzeit versehene Idioten, die Shakespeare rezitieren? Hallo?
  3. Die „Darsteller“ der Bäddies dürften wohl branchenintern als lebende Gegenbeispiele für schauspielerisches Können gelten.
  4. Sind es viel zu wenige! Vier Bad Asses sollen einen ganzen Film lang ausreichen? Das tun sie freilich nicht und so bekommen sie bald Verstärkung: EINEN Mann!!! Au weija.

Die Folge: Die berühmt-berüchtigten und typischen Endlosballereien der produzierenden Nu Image Produktionsstudios, bei denen WIRKLICH ALLES getroffen wird, nur kein Akteur! Das geringe Feindaufkommen erlaubt denn auch nur Arm- und Beinverletzungen. Richtig zur Sache (also in Form des Ablebens von Bäddies) geht es dann auch erst in der zweiten Hälfte. Das geschieht dann meist hübsch blutig und aus netten Perspektiven gefilmt.

Dolph Lundgren als Lehrer

Dolph Lundgren als Interl… Intellio…na als Lehrer halt!

Nur, um von vier rückwärts auf null zu zählen, bedarf es nicht viel Aufwands! Und dennoch werden bestimmt 500 Kugeln in dem Film abgefeuert. Auch trashig wird es in den Actionszenen ab und zu: Absoluter Tiefpunkt ist eine Verfolgungsjagd zwischen dem Rollstuhlfahrer und einem Bösewicht, der auf einer Harley durch die Schulgänge cruist. Himmel Hilf.

„Retroaction“ stirbt alles andere als langsam

Unterm Strich bleibt ein allenthalben solide inszenierter Lundgren Kracher im „Stirb Langsam“-Fahrwasser mit overactenden Knallchargen und Endlosaction. Letztere weiß aufgrund ihres selbstverschuldet niedrigen Bodycounts und manch trashiger Einlage nie so wirklich zu kicken. Da wäre definitiv mehr drin gewesen!

4 von 10

Die DVD von Columbia bietet den Film uncut und mit einer ungemein aggressiven Tonspur, die teils sogar die Dialoge überstrahlt. Da rummst es ordentlich. Eine neuere Auflage, auch auf Blu-ray, stammt von Eurovideo. Beide Auflagen sind mit einer FSK 18 uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

 

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