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Endangered Species – Gejagt

Originaltitel: Endangered Species__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2002__Regie: Kevin Tenney__Darsteller: Eric Roberts, Arnold Vosloo, John Rhys-Davies, Tony Lo Bianco, Al Sapienza, Saulis Siparis, James W. Quinn, Sarah Kaite Coughlan, Miranda Coughlan, Sophie Bielders u.a.
Endangered Species

Eric Roberts und Arnold Vosloo sind die “Endangered Species”

Cop Mike Sullivan wird zu einem Tatort gerufen. Wie schon häufiger in den letzten Tagen wurden in einem Fitnessstudio haufenweise Menschen umgebracht. Immer mit einem Schuss ins Auge oder Ohr. Einige der Leichen sind zudem spurlos verschwunden. Sullivan hat allerdings noch keinerlei Ahnung, wer der Mörder sein könnte und stochert daher weitgehend im Trüben. Bis ihm beim Besuch einer Zeugin, die nach einer Attacke des Killers im Krankenhaus liegt, ein seltsamer Typ auffällt. Sullivan hängt sich wie eine Klette an den Fremden und merkt schnell, dass dieser ebenfalls dem Killer auf der Spur ist. Und irgendwas lässt Sullivan glauben, dass der Fremde eventuell nicht von dieser Welt ist … genau wie der Killer!

Der Verleih des Filmes zieht für den Film „Endangered Species – Gejagt“ den Terminator-Joker und liegt damit gar nicht so falsch. Spätestens wenn der Killer mit großkalibrigen Waffen in einer Polizeistation aufräumt wie weiland Schwarzenegger, fordert „Endangered Species“ den Vergleich geradezu heraus. Das eigentliche Vorbild aber ist ein Dolph Lundgren Vehikel und heißt „Dark Angel“. Hier wie da geraten die Menschen eher unwissend in eine intergalaktische Verbrecherjagd. Hier wie da sind die Menschen der Feuerkraft der Außerirdischen deutlich unterlegen und in beiden Filmen kommt ein Erdencop in die Verlegenheit, einem der Außerirdischen – freilich dem Guten – zu helfen. Ein kleiner, aber feiner Unterschied sind die Motive der Bösewichter. Wo der Badass in „Dark Angel“ noch menschliche Hirnsäfte abzapfte, um daraus Drogen zu gewinnen, geht es in „Endangered Species“ eher um modische Belange (Kein Witz!).

Tja, und was „Dark Angel“ storytechnisch recht war, ist „Endangered Species“ nur billig, zumal er mit einigen leidlich schrägen Ideen hier und da auch eigene Wege geht. So wird beispielsweise mal ganz nebenbei das Aussterben der Dinosaurier erklärt. Die Story hält den Film dabei gut am Laufen und “Endangered Species” bleibt immer interessant, weil die Fähigkeiten und Eigenschaften der Außerirdischen erst nach und nach aufgedeckt werden und immer neue Enthüllungen (Lenkwaffenmunition, Unsichtbarkeitstechnologie, schusssichere Superklamotten, Stromunverträglichkeit) ans Licht kommen, die der Film auch weitgehend „klug“ für seine Spannungskurve nutzt. Zudem ist Cop Sullivan immer auf Achse und durchgehend am Ermitteln, so dass kaum Leerlauf aufzukommen vermag. Ein erstaunlich cooler Humor hält dann die Szenen abseits der Jagd am Leben und einige schräge Dialoge tun ihr Übriges.

In Sachen Action schwant einem zu Beginn des Filmes Schlimmes. Denn die Auftaktballerei in dem Fitnessstudio ist höchst dilettantisch inszeniert. Das scheint der Regisseur irgendwie schon im Vorfeld gewusst zu haben und so sorgt er selbst für ordentlich Ablenkung. Und zwar in Form zweier holder Maiden, die mal eben so aus all ihren Klamotten hüpfen und mit amtlich nackter Haut die Action zur Nebensache werden lassen. Kurz darauf zieht die Waffe des Killers auch noch selbstständig die verschossenen Projektile wieder aus den Opfern und plötzlich ist eigentlich vollkommen egal, wie mies die vorherige Actionszene inszeniert war! Chapeau! Eine Verfolgungsjagd zu Fuß lässt einen dann glauben, dass die Action des Filmes wohl allgemein keine Zierde sein wird, denn auch diese wirkt alles andere als energetisch oder inspiriert inszeniert. Tja, und auf einmal startet „Endangered Species – Gejagt“ dann durch! Da explodieren plötzlich großformatig Polizeiautos und Lasttransporter, wird die erwähnte Polizeistation zusammengeballert und platzen sogar Bloodpacks! Man meint direkt, dass auf einmal ein ganz anderer Mann am Ruder der Inszenierung sei.

Leider fällt dann ausgerechnet der Showdown wieder deutlich ab und ist so schnell vorbei, dass man ihn verpasst, wenn man nur zwinkert. Hier präsentiert uns der Film dann auch zwei lachhafte Maskeneffekte. Allgemein sind die Special Effects des Filmes auf liebenswert naive Weise wundervoll durchsichtig und megabillig getrickst. Highlights sind dabei definitiv die Unsichtbarkeitseffekte, die auch den einen oder anderen Morphingeffekt an Bord haben und einfach nur absolut Panne sind. Großartig sind auch die Szenen, wenn Figuren aus diesen „Unsichtbarkeitsfeldern“ herausschauen und dann scheinbar in der Szenerie schweben. Im Rahmen einer Verfolgungsjagd sorgt das für einen der trashigsten Effektshots aller Zeiten. Einfach nur vergnüglich!

Das gilt unisono für die Schauspielleistungen. Eric Roberts („The Expendables“) latscht beständig vor sich hin schmunzelnd durch die Szenerien und liefert sich mit seinen Cop-Kollegen kultige verbale Schlagabtausche. Darunter ist unter anderem John Rhys-Davies („Death Connection“), der sich ein paar herrlich unverkrampfte Dickenwitze anhören darf und in dem Film soviel rennt, als trainiere er für einen Marathon. Als guter Außerirdischer ist Arnold Vosloo („Harte Ziele“) an Bord und macht im Verbund mit Roberts ordentlich Laune. So sehr, dass man sich mehr gemeinsame Szenen der beiden Mimen wünscht. Die restlichen litauischen Darsteller sind entweder nackt (hihihi) oder sterben schnell, fallen also kaum ins Gewicht. Litauen selbst kann der Film mal wieder keinerlei schöne Optik abringen. Der Film sieht einfach nur trist und zeitweilig sogar richtiggehend schäbig aus. Ein im Osten gedrehter Film muss nun mal übel aussehen … so scheint es zumindest.

Aber geschenkt, Klischees sind nun einmal dazu da, um zelebriert zu werden. Und das geht „Endangered Species – Gejagt“ gut von der Hand. Der Film klaut sich munter durch diverse Genreklassiker und dreht in den Momenten, in denen er versucht, eigenständig zu sein, teils richtig ab. Die prominente B-Darsteller-Riege ist mit Spaß bei der Sache, das Tempo ist absolut stimmig, die Titten sind schön anzuschauen, die Explosionen genauso und Spaß machen tut der Streifen unbenommen – auch wegen seinen fantastisch mülligen Special Effects. Ein wirklich guter Film sieht dann zwar doch ein klein wenig anders aus, aber egal: Einlegen, Spaß haben, vergessen!

Die deutsche DVD kommt von Eurovideo und hat eine ziemlich ärmliche Bildqualität. Dafür ist sie mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten … und keine Angst, die Moppen sind immer gut zu erkennen…

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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