| Originaltitel: Fight Another Day__Herstellungsland: Kanada__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: James Mark__Darsteller: Jim Belushi, Martin Kove, Christina Ochoa, Eric Johnson, Chuck Liddell, Ken Shamrock, Michael Bisping, Ennis Esmer, Paul Braunstein, Elina Miyake Jackson, Russell Yuen u.a. |

Es geht kunterbunt zu in „Fight Another Day“.
1989 hat der hartgesottene Cop Ryan Taylor sein eigenes Reality-TV-Format. Kameras folgen ihm bei seinem Job auf Schritt und Tritt. Dabei legt John schonmal Verdächtige vor laufender Kamera um, was seine Sendung berühmt-berüchtigt machte. Doch eines Tages verlässt ihn sein Glück. John selbst wird vor der Kamera umgenietet. Bevor er seine Augen für immer schließt, erscheint ihm plötzlich eine junge Dame.
Ebenjene Dame begrüßt Ryan, als der in einer seltsamen Zelle wieder zu sich kommt. Er sei im Jahre 2067 gelandet. Chronocom, die Firma, für die die junge Dame namens Isabell arbeitet, habe Ryan durch die Zeit transportiert. In der Zukunft solle er in der TV-Show „Fight Another Day“ gegen zahlreiche andere aus ihrer Zeit gerissene Menschen in tödlichen Zweikämpfen antreten. Dem Sieger winke ein zufriedenes Leben.
Früh jedoch offenbart Isabell, dass Fischer, der Chef hinter „Fight Another Day“ und Chronocom, gewaltig Dreck am Stecken habe. Sie bittet Ryan, bei jedweder sich bietenden Gelegenheit Fischer umzubringen. Ryan, angewidert von dem barbarischen Gemetzel, in dem er gelandet ist, verspricht, sich des Lumps anzunehmen. Doch da macht ihm Fischer ein allzu verlockendes Angebot.
Schaut in den Actionfilm hinein
Kampfsportaction quer durch die Jahrhunderte
„Fight Another Day“ ist das Baby von James Mark. Der hat vor allem als Stuntman von sich Reden gemacht, setzt hin und wieder aber auch eigene Projekte um. Nach Deutschland gelangten zumindest seine Kollaborationen mit seinem jüngeren Bruder Chris: „Killing Soldier“ und „Mutant Outcast“. Bei „Fight Another Day“ wirkte Chris Mark („Escalation“) als Stunt-Koordinator mit. James Mark hingegen kümmerte sich um die Story, die Produktion und die Regie.
In seiner Funktion als Drehbuchautor und Regisseur hält James Mark seinen Film total simpel. Die Story wird geradlinig abgespult, es gibt keinerlei ablenkende Nebenhandlung und alles ist auf das große Ziel – Fischer und seine Chronocom auszuschalten – ausgerichtet. Ein wenig fehlt einem ein Gespür für die Dringlichkeit dieses Zieles. Natürlich ist die TV-Show barbarisch und Fischer wird überdeutlich als größenwahnsinniger Kapitalist gezeichnet, aber irgendwie geht ihm die angedichtete Gefährlichkeit ziemlich ab.
Außerdem soll die TV-Show in Verbindung mit den währenddessen beworbenen Psychopharmaka eine Kriminalitätsrate von drei Prozent zur Folge gehabt haben. Bedenkt man dann, dass die sich beharkenden „Gladiatoren“ aus ihrer Zeitlinie entführt wurden, als sie gerade den Löffel abgaben, wird es schwierig, da das ganz große Unholdentum zu entdecken. Sei’s drum.

Eric Johnson gibt den knallharten 80s-Cop Ryan.
Die Figuren bedienen derweil sattsam bekannte Klischees. Interessant ist eigentlich nur Held Ryan, der als Held der Chose ein paar erstaunlich unsympathische Züge offenbaren darf. James Mark lässt zwar nie zu, dass man vollends die Bindung zu Ryan verliert, aber einen strahlenden Helden darf man sich hier nicht erwarten. Eher einen sehr kantigen, dem man gerne mehr Raum hätte geben dürfen. Denn wirklich viel erfährt man über Ryan nicht.
Denn der eigentliche Fokus liegt natürlich auf der Action. Und die geht hier in dichter Folge auf den Zuschauer hernieder. Der Clou: Fischer importiert seine Kämpfer aus den verschiedensten zeitlichen Perioden. Infolgedessen treffen hier Spartaner auf Cowboys, Kelten auf Samurais, Wikinger auf Sarazenen, 80er-Jahre Cops auf Ritter und dergleichen mehr. Ausgerüstet mit den Waffen und Rüstungen ihrer jeweiligen Zeit gerät keine einzige Konfrontation wie die vorherige.
Und Chris Mark und das Stuntteam schaffen es sogar, scheinbar unfaire Paarungen, etwa ein Kombattant mit Schusswaffen gegen einen mit Schwertern, klug auszubalancieren. Auch finden sie ein gutes Verhältnis zwischen mal knackig kurzen und mal lang ausgekosteten Fights. Freilich darf bei einem Film wie diesem eine Montage nicht fehlen und auch die hat ordentlich Pfeffer. Die Fights selbst sind zudem sehr dynamisch choreographiert, flott bebildert und mit Sinn für die coolen Momente montiert.

In dem Actionfilm wird mit verschiedensten Waffengattungen gekämpft.
Auch ein paar derbere Nicklichkeiten finden sich in den Kämpfen. Blutspritzende Schnittwunden, saftige Kopfschüsse, herausgerissene Kiefer und Kehlköpfe sowie abgeschlagene Köpfe garnieren das wüste Treiben. Schade ist, dass „Fight Another Day“ nicht wie in seinem Einstieg durchweg auf geile Synthwave-Mucke setzt, sondern eher auf beliebig wirkende, ihren Zweck allerdings nicht verfehlende Musik abstellt.
Eric Johnson („Texas Rangers“) macht als sperriger Held Ryan einen guten Job. An seiner Seite agieren bekanntere Namen wie Jim Belushi („Retroactive“) und Martin Kove („Rambo II“). Während ersterer leider zumeist gelangweilt in seinem Stuhl hockt und kaum etwas von seinem komödiantischen Timing in den Film einbringt, hat Kove sichtlichen Spaß an seinem Lump. Er spielt ihn schön arrogant, manipulativ und überheblich. Allerdings wird er zu keinem Zeitpunkt in die Action eingebunden. Wer den „Karate Kid“-Star also beim Kicken sehen will, der ist hier falsch.

Christina Ochoa (links) und Martin Kove in „Fight Another Day“.
Sexy Christina Ochoa („Blood Drive“) wird als Betreuerin von Ryan ein wenig verschenkt und kommt nie zur Entfaltung. Dafür wurden Kanten wie Michael Bisping („Criminal Squad 2“), Ken Shamrock („Karate Tiger 10“) und Chuck Liddell („Caged to Kill“) nur aus einem Grund gecastet: Fighten. Und genau das machen sie dann auch. Coole Auftritte bekommt zudem Elina Miyake Jackson als Samurai-Kriegerin zugeschanzt.
In Sachen technischer Umsetzung sieht man früh, dass „Fight Another Day“ kein sonderlich hohes Budget zur Verfügung hatte. Die Kamera wechselt eigentlich nur zwischen vier oder fünf Schauplätzen hin und her. Die wirken allesamt, als seien sie in irgendeinem Studio aufgebaut worden. Sie sind spartanisch ausgestattet und vor allem der Zukunftsaspekt schlägt wirklich nirgends durch. In den Zellen der Fighter hängen sogar alte Röhrenfernseher und neben dem Bedienpult der TV-Regisseure steht ein Telefon mit Wählscheibe. Zumindest die Arena hat etwas in ihrer Schlichtheit und James Mark versucht einigermaßen erfolgreich, seinen Film nicht allzu digital aussehen zu lassen.
„Fight Another Day“ macht Laune
„Fight Another Day“ besticht garantiert nicht aufgrund seiner ausgeklügelten Story, seinen plastischen Charakteren oder seinem erzählerisch misslungenen Finish. Der Film von James Mark definiert sich einzig und alleine über seine Action. Und die hat es in sich! Die verschiedenen Kostümierungen der Kämpfer, die unterschiedlichen Waffengattungen und die toll choreographierten Fights sorgen für viel Abwechslung und Kurzweil. Zumindest bei Actionfans.
Alle anderen werden dem Film seine wahllose und dramaturgisch wenig sinnige Aneinanderreihung von Actioneinlagen sicherlich auch eher negativ anlasten. Aber derartige unterhaltungsfeindliche Zeitgenossen haben ja sicherlich nicht bis hierhin gelesen.
Starke:
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Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien von METEOR FILM. Der Streifen kommt ungeschnitten mit einer Freigabe ab 16 und ihr könnt ihn natürlich auch streamen.
In diesem Sinne:
freeman
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