| Originaltitel: Silent Night, Deadly Night 5: The Toy Maker__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1991__Regie: Martin Kitrosser__Darsteller: William Thorne, Jane Higginson, Van Quattro, Tracy Fraim, Neith Hunter, Conan Yuzna, Mickey Rooney, Brian Bremer, Gerry Black, Clint Howard, Thornton Simmons, Catherine Schreiber, Zoe Yuzna, Jennifer Pusheck, Billy Oscar, Cathy Yuzna, Gary Schmoeller u.a. |


Das Cover der Keep-Case-Blu-ray von „Toys – Tödliches Spielzeug“.
Abbitte habe Brian Yuzna nach seiner Arbeit an „Welcome to Hell“ leisten wollen. Schließlich hatte er den besinnlichen „Silent Night, Deadly Night“-Grundgedanken mit dem vierten Teil bis zur Unkenntlichkeit verfremdet. Diese Zerstörung von Festtagsfreude geschah zwar mutwillig, aber wenn man anschließend die enttäuschten Schnuten verheulter Kindergesichter ertragen muss, kann man eben auch mal seine Meinung ändern. Schwupps, schon hat man sich als Produzent und Drehbuchautor von Teil 5 verpflichtet und ein tolles Weihnachtsgeschenk fürs kommende Jahr in Aussicht gestellt, obwohl man eigentlich schon beim vierten Teil nicht so recht wusste, was für eine Art Geschenk man da überhaupt überreichen will. Darf’s diesmal vielleicht mal wieder klassisches Spielzeug sein?
Bei „Toys – Tödliches Spielzeug“ von einer Rückkehr zu den Wurzeln zu sprechen, wäre dann doch vermessen. Sicher, es klingen wieder die Glöckchen, die Weihnachtskugeln reflektieren das Kaminfeuer, der Score von Matthew Morse zitiert fröhlich Tschaikowskys „Nussknacker“ und der Plot zirkuliert endlich wieder um weihnachtliche Elemente. Auch wurde der Regiestuhl neu besetzt; Martin Kitrossers erste relevante Amtshandlung war die Vorlage des Drehbuchs von „Und wieder ist Freitag der 13.“ (1984), gefolgt von zwei weiteren Freitag-Sequels. Camp Crystal ist zwar saisonal betrachtet eher sommerlich angehaucht, aber hey, wer im Sommer mit Macheten hantiert, wird wohl auch im Winter mit Äxten umzugehen wissen.
Von einem glatten Schnitt zum ganz und gar unfestlichen Vorgänger kann aber schon deswegen nicht die Rede sein, weil gegen jede Logik ein Großteil der alten Legosteine wieder zum Einsatz kommt, um die neue Burg zu bauen, selbst wenn Farbe und Form der alten Steine nicht zur Anleitung passen. Wir sehen da zum Beispiel Neith Hunter in einer Nebenrolle, die als Hauptdarstellerin des vierten Teils noch durch die Hölle gehen musste, hier aber plötzlich als fürsorgliche, leicht naive Nachbarin auftritt und keinerlei Anzeichen psychischer Folgen der erlebten Traumata aufweist, obwohl sie den gleichen Rollennamen trägt.
Dafür kann man sich natürlich mehrere Erklärungen aus den Fingern ziehen: Wir könnten uns in einem Prequel befinden, in dem sie ihren eigenen Horror noch vor sich hat, oder vielleicht sogar in einem alternativen Universum. Womöglich waren auch die Men in Black da und haben alles geblitzdingst, was nicht bei Drei auf den Tannenbäumen war. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass Yuzna seinem Zielpublikum einfach nicht zutraute, dass es sich für gut geschriebene Figurenentwicklung interessieren könnte, weshalb er auch nicht weiter Energie in diese aufwändige Autorenaufgabe zu stecken gedachte und seiner Darstellerin lieber einen Gefallen in Form einer würdevollen, stressfreien Rolle tun wollte, als Ausgleich für ihre Tour de Force beim letzten Mal.
Das erklärt dann wohl auch den erneuten Auftritt von Clint Howard, dessen Figur Ricky eigentlich längst ins Gras gebissen hat, der hier aber trotzdem für einen sekundenlangen Cameo im Santa-Kostüm reaktiviert wird, als sollte die Kontinuität bewusst zugunsten eines Floating-Timeline-Ansatzes aufgebrochen werden. Sogar Yuznas Sohn Conan feiert ein Comeback und darf auf frisch geklauten Rollschuhen im wahrsten Sinne des Wortes die Funken auf dem Asphalt sprühen lassen. Man fühlt sich ein wenig wie bei „American Horror Story“ oder „The Twilight Zone“, wenn sich Szenario und Figuren ändern, aber teilnehmende Gesichter und konzeptionelle Ausrichtung unverändert bleiben.
Das frisch aufgetragene Lametta und die stolz präsentierten Ugly Christmas Sweater darf man also als reines Lippenbekenntnis verstehen. Schon weil die Beteiligten weitgehend die gleichen wie beim letzten Versuch sind, ist man den Wurzeln des Originals von 1984 kaum einen Schritt nähergekommen. Vielmehr sind „Toys – Tödliches Spielzeug“ und „Welcome to Hell“ in etwa die gleiche Sorte Film, lediglich mit unterschiedlichen inhaltlichen Ansätzen. Hat man das einmal akzeptiert, kann man aber durchaus einiges an Freude mit dem Abschluss der Hauptreihe haben.
Die vielleicht wichtigste Rückkehr abseits von Brian Yuzna ist wohl die seines Effektmeisters Screaming Mad George, der Teil 4 mit allerhand schleimigem Ekelzeugs garniert hatte. Im Grunde ist er es, dem der Originaltitel-Zusatz „The Toy Maker“ gebührt. Dass sich Georges Arbeitsfeld inzwischen von der Nachbildung organischer Oberflächen allerhand Ungeziefers zu den Plastikverkleidungen von Kinderspielzeug verschoben hat, scheint ihm wenig Probleme zu bereiten. Gleich im Prolog setzt er ein erstes Ausrufezeichen, indem er einen kugelförmigen Weihnachtsmann mit ausfahrbaren Gliedmaßen von der Leine lässt, dessen freundliche Sprengkopf-Visage sich mit einer Drehung effektiv in etwas Bösartiges verwandelt. Womöglich saß er bei Charles Bands und David Schmoellers „Puppet Master“ im Publikum und hat sich ein paar Sachen notiert, fiel das Gimmick der Harlekin-Puppe „Jester“ in der zwei Jahre zuvor veröffentlichten Full-Moon-Produktion doch sehr ähnlich aus.
Im weiteren Verlauf bleibt es in Bezug auf die Effekte durchgehend abwechslungsreich. Wie „Puppet Master“, „Dolls“, „Demonic Toys“ und ähnliche Vertreter der Subsparte „Toy Horror“ kämpft zwar auch „Toys – Tödliches Spielzeug“ spürbar damit, die Untauglichkeit von Kinderspielzeug als tödliche Waffe mit filmischen Mitteln zu kaschieren, aber es ist genug Einfallsreichtum vorhanden, um den Suspension-of-Disbelief-Pegel nicht völlig ausschlagen zu lassen. Eine Sequenz um eine Spielzeugraupe kombiniert actionreich Plastik- mit Gummi-Effekten, nutzt wieder den Schnitt als Verbindungselement und garniert alles noch mit Stunt-Arbeit um ein fahrendes Auto.
Bei der verrückten Konzeption einer Bettszene werden die Effekte sogar zum Gehilfen des derben Humors. Die berühmte Kind-erwischt-Erwachsene-beim-Sex-Situation wird mit einem schrägen Twist versehen, an dem insbesondere eine mechanische Gummihand nicht ganz unbeteiligt ist, die recht unverfroren mitten in das Getümmel kriecht und nebenbei das doch sehr unterschiedliche Verständnis auf den Prüfstand stellt, das Männer und Frauen beim Sex in Horrorfilmen an den Tag legen. Es ist übrigens nicht der einzige Auftritt einer selbstständig agierenden Hand im Filmjahr 1991; schließlich war da noch Barry Sonnenfeld und seine „Addams Family“…
Während die Filmcrew mit ihren Spielzeugen beschäftigt ist, versucht sich das Drehbuch an einem Whodunit zum Thema „Draußen geht ein Hundehasser umher und legt vergiftete Köder aus“, nur dass die Hunde hier Menschen sind und die Köder Weihnachtsgeschenke. Die Suche nach dem Missetäter gestaltet sich teilweise verwirrend und wird oftmals unfokussiert erzählt. Den Kinderdarsteller William Thorne kann man wohl in gewisser Weise als Hauptdarsteller identifizieren, er steht aber nicht ebenso bedingungslos im Zentrum der Handlung wie Neith Hunter im Vorgänger, zumal Jane Higginson als seine Mutter Sarah und Tracy Fraim die eigentlichen Aktivposten im Skript sind. Auf der anderen Seite haben wir einen äußerst charismatischen Mickey Rooney sowie einen leicht verpeilt wirkenden Brian Bremer als Rooneys Filmsohn. Wann immer die Beiden auf der Bildfläche erscheinen, wird es überaus schräg, und das wohl nicht immer im gewollten Sinne.
Dem Finale kommt das jedenfalls zugute, denn hier wird es wirklich abgefahren. Die Pinocchio-Parallelen, auf die sich der originale Filmtitel eigentlich bezieht, pervertieren da zu einer Farce, die in einer durchaus abgründigen Szene zwischen Brian Bremer und Jane Higginson gipfelt, welche dann doch irgendwo wieder eine Brücke schlägt zur tragischen Hauptfigur des ersten Films der Reihe. Auch Screaming Mad George hat sich seinen Joker für ganz zuletzt aufbewahrt, um den Irrsinn im Geppetto-Keller noch einmal zu unterstreichen, bei dem man sich nicht so ganz darauf einigen kann, ob er gemessen an einer Low-Budget-Produktion für den heimischen TV nun brillant oder einfach nur hirnrissig geraten ist.
In der Gesamtbetrachtung sind die Stärken und Schwächen von „Toys – Tödliches Spielzeug“ aber ähnliche wie bei „Welcome to Hell“. Die Effekte bleiben auf einem mehr als zufriedenstellenden Niveau. Die Schauspieler bringen einige beachtliche Leistungen zustande (diesmal vor allem Mickey Rooney, auf seine spezielle Weise aber auch Brian Bremer), wobei Teil 4 den noch besseren Cast hatte; dafür gibt es diesmal mehr Atmosphäre. Um über Einzelmomente hinaus ernsthaft mit der tragischen Komponente des Originals mithalten zu können, hätte man schlichtweg mehr Mühe ins Drehbuch investieren müssen. Als eine Art „From the World of Silent Night, Deadly Night“-Ableger taugen Brian Yuznas Beiträge aber allemal, auch wenn er wahrscheinlich bis heute nicht herausgefunden hat, warum er sie in seinen Lebenslauf aufgenommen hat.
![]()
Informationen zur Veröffentlichung von „Toys – Tödliches Spielzeug“
Nicht nur durch Brian Yuzna sind „Welcome to Hell“ und „Toys – Tödliches Spielzeug“ eng miteinander verbunden; auch bei der Veröffentlichung gingen beide Titel zumeist Hand in Hand und landeten vermutlich nicht selten im gleichen Einkaufskorb, obwohl der fünfte Teil der Weihnachtshorrorreihe im Gegensatz zu seinen Vorgängern wohl nie direkt indiziert wurde. Ursprünglich über VCL als Kassette vertrieben, war hauptsächlich X-Rated für den Vertrieb in der DVD-Ära verantwortlich. Im Blu-ray-Zeitalter übernimmt diesen Job nun cmv-Laservision, deren frisch erschienenes Single Keep Case bereits die Zweitauflage einer Mediabook-Edition aus dem Vorjahr ist.
Die Editionen: Mediabook, Keep Case, Trash Collection
Das Vorgehen entspricht dabei exakt dem bereits in der Kritik zu „Welcome to Hell“ beschriebenen Ablauf: In der Vorweihnachtszeit des Jahres 2024 kamen zwei Mediabook-Varianten auf den Markt, deren Inhalte weitestgehend von der amerikanischen 2022er Blu-ray aus dem Hause Lionsgate bzw. Vestron übernommen wurden. Nun stehen die äußerlich abgespeckten Varianten im Schaufenster; so etwa in Form der 30. Ausgabe der „NEW! Trash Collection“ im DVD-Format-Keep-Case, die sowohl die Blu-ray als auch die inhaltlich identische DVD aus dem Mediabook an Bord hat und lediglich das Booklet von Christoph N. Kellerbach vermissen lässt. Für platzbewusste Filmfreunde wiederum ist das hier besprochene Amaray Keep Case gedacht, das lediglich die Blu-ray in einer anthrazitfarbenen, schmalen Standardhülle enthält – was alles nichts daran ändert, dass die enthaltene Disc über die gleichen Inhalte verfügt wie die Erstauflage.

Wie der Vorgänger kann auch „Toys – Tödliches Spielzeug“ wahlweise als Mediabook, als Keep Case oder als Teil der „NEW! Trash Collection“ erworben werden.
Zumindest im hauseigenen Shop ist diese Version genau wie die Mediabooks in zwei Artwork-Varianten zu erwerben. Das B-Motiv, bei dem William Thorne mit einer Armee von Kuscheltieren vor seinem Kleiderschrank hockt, ist allerdings auf 99 Einheiten limitiert und einzeln nummeriert. Besprochen wird an dieser Stelle (das auch im freien Handel erhältliche) Cover A, das vermutlich keiner strengen Limitierung unterliegt. Darauf sehen wir einen bösen Teddy mit blutigen Tatzen und funkelnden Augen im Terminator-Style, der vor einem mit Klingen besetzten Drehkreisel sitzt. Da muss man eigentlich fast schon eher an „Dolls“ aus dem Jahr 1987 denken, der eine durchaus memorable Teddy-Szene an Bord hatte.
Aber wir haben es ja rot/blau auf schwarz: „TOYS“, steht da in brüchigen Großbuchstaben, darunter der deutsche Titelzusatz „Tödliches Spielzeug“ in blauer Kursivschrift, außerdem noch der auch nicht eben weniger sperrige Originaltitel „Silent Night, Deadly Night 5: The Toy Maker“ im Kleingedruckten. Neben dem fetten FSK18-Siegel wirkt der Schriftzug etwas gedrungen, aber es gibt natürlich auch wieder ein Wendecover ohne das Logo, bei dem die Schrift in zentrierter Ausrichtung etwas besser atmen kann. Auch dem Backcover findet man drei Screenshots, eine Inhaltsangabe, Credits, Rechtehinweise, Logos und eine Info-Box zu Präsentation und Ausstattung – jene Aspekte, auf die wir im Folgenden ausführlicher eingehen werden.
Nach einer Einblendung von FSK- und Rechtehinweisen und dem cmv- und Lionsgate-Logo werden wir in das musikalisch untermalte Menü geführt, das nur sehr dezent animiert wurde und eine Auswahl zwischen Filmstart, Kapitel, Tonwahl und Extras bietet.
Das Bild
Da auch „Toys – Tödliches Spielzeug“ eine Produktion für den Videomarkt ist, bemisst sich das Bildformat wie schon beim Vorgänger auf 1,33:1 und projiziert somit auf einem gängigen Breitbildfernseher auf der linken und rechten Seite schwarze Balken. Das mag für ein gewisses Retro-Video-Flair sorgen, allerdings gilt das keineswegs für die Bildqualität, die vielmehr auf heutige Ansprüche ausgelegt ist. Entsprechend hoch ist der Grad an sichtbaren Details, von den einzeln zu Berge stehenden Haaren auf dem Kopf von Mickey Rooney bis zur glatten Beschaffenheit der Spielzeugoberflächen.
Das Filmmaterial des direkten Vorgängers erlaubte allerdings unter dem Strich doch ein paar mehr Gelegenheiten, zu glänzen. Diesmal ist vieles im Halbdunkeln gefilmt, wodurch etliche Details verschluckt werden. Die Farbpalette reicht von Ockerfarben (vor allem im Spielzeugladen) bis zu Blau- und Violetttönen, wodurch viele Sequenzen ihren eigenen Charakter bekommen. Die Bildsauberkeit liegt auf einem hohen Niveau, Schmutzpartikel sind kaum auszumachen, das Filmkorn hält sich bei Tageslicht vornehm zurück, kann sich in Nachtszenen aber auch mal zu digitalen Artefakten verklumpen.
Der Ton
Bei den Audiooptionen stehen der deutsche und englische Ton jeweils in Dolby Digital 2.0 zur Verfügung. Die Synchronisation wirkt ein wenig steril und vermag ihren Studiocharakter kaum zu verbergen, zumal sie Effekte und Musik in der Regel deutlich übertönt. Im Umkehrschluss kann man sich kaum über die Verständlichkeit der Dialoge beschweren; genuschelt wird jedenfalls nicht. Mit dem Originalton trifft man trotzdem die wesentlich bessere Wahl: Er ist organischer, reicher an Dynamik und nicht zuletzt auch wesentlich räumlicher. Auch dort mangelt es den Dialogen nicht an Verständlichkeit, zumindest sofern man der englischen Sprache mächtig ist. Das sollte man allerdings auch sein, um diese Option nutzen zu können, denn Untertitel befinden sich leider nicht auf der Scheibe.
Der Audiokommentar
Das gilt auch für den englischsprachigen Audiokommentar, der als dritte Tonspur zur Verfügung steht. Wieder ist es Michael Felsher von Red Shirt Pictures, der ein Gespräch mit dem Regisseur des Films führt. Bei seinem Gesprächspartner handelt es sich somit um Martin Kitrosser. Wer mit diesem Namen zunächst nichts anfangen kann, bekommt nach wenigen Minuten im Gespräch eine kleine Vorstellung, die sehr dabei hilft, seine Arbeit einzuordnen. Bei jemandem, der als Autor vor allem mit der „Freitag“-Reihe in Zusammenhang gebracht wird, ist es im ersten Moment durchaus überraschend zu hören, dass er eigentlich immer eher an Comedy und Drama als an Horror interessiert war.
Im Endeffekt ist das eine Erinnerung daran, dass das Filmgeschäft im Endeffekt ein hartes Business ist, bei dem man eben nimmt, was man bekommt, und kein Wunschkonzert, bei dem man sich immerzu kreativ ausleben kann. Das Gespräch verlagert sich nach diesen allgemeinen Einordnungen schließlich zunehmend auf die Produktion, um die es geht; so wird zum Beispiel erörtert, weshalb ausgerechnet Mickey Rooney dazu bewegt werden konnte, eine Rolle zu übernehmen, der Mann, der seit Teil 1 als harter Kritiker der hier angerührten Weihnachtshorror-Rezeptur galt. Ferner wird im Einzelnen der Richtungswechsel des fünften Films erläutert, gerade in Bezug auf die angepeilte humorvolle Stimmung.
Die Featurettes
Wie schon „Welcome to Hell“ hat auch „Toys – Tödliches Spielzeug“ vier neue Featurettes zu bieten, die die Produktion anhand von Interviews mit einzelnen Beteiligten retrospektiv mit Hintergründen anreichern. Den Anfang macht Brian Yuzna. Der Produzent und Autor setzt in „The Best Presents“ (18 Min.) bei seinem Einstieg als Regisseur mit Teil 4 ein und erläutert, weshalb er auch bei Teil 5 im Boot geblieben ist, obwohl er der Reihe immer skeptisch gegenüberstand. Dabei greift er auch einige Informationen auf, die er damals bereits im Audiokommentar geteilt hatte. Schließlich führt er aus, wie es zur Besetzung des Regisseurpostens mit Martin Kitrosser kam und was der kreative Prozess hinter der Entstehung einer alternativen Pinocchio-Erzählung war.
In der längsten Featurette „Pino’s Truth“ (20 Min.) übernimmt Brian Bremer. Der Pino-Darsteller spricht darüber, wie er versucht hat, seine Rolle nicht als oberflächliche Karikatur von Pinocchio anzulegen, sondern ihr trotz des humoristischen Grundtons des Films eine tragische Komponente zu verleihen. Ferner schildert er die Herausforderungen, die sein Ganzkörperkostüm aus dem Finale mit sich brachte, er erinnert sich an die Sets und insbesondere an seine Zusammenarbeit mit Mickey Rooney, die für ihn als Jungdarsteller etwas ganz Besonderes war. Als Fazit wirft er augenzwinkernd ein weiteres Sequel in die Runde, mit CGI könne man ja inzwischen auch die eine oder andere Falte wegbügeln…
Mit Screaming Mad George aus dem dritten Feature „The Most Toys“ (13 Min.) hätten wir außerdem einen Rückkehrer an Bord. Der Effektmeister hatte zwar schon auf der Blu-ray von „Welcome to Hell“ die Gelegenheit, über seine Arbeit zu sprechen, aber „Toys – Tödliches Spielzeug“ liefert schließlich mehr als genug Stoff, um die Ausführungen mit weiteren Einblicken in die gute alte Handwerkskunst zu erweitern. Im vorliegenden Fall ist er vor allem deswegen stolz auf seine Arbeit, weil sie mit massivem Zeitdruck verbunden war. Ausdrücklich bedankt er sich im Nachgang auch beim Editing, das hervorragende Arbeit darin geleistet habe, die Mängel seiner Arbeit durch intelligent gesetzte Schnitte zu kaschieren.
Das letzte Wort hat der ausführende Produzent. Richard N. Gladstein hatte schon für „Welcome to Hell“ in einer Featurette namens „For a Live Audience“ ein Fazit gezogen; ein weiteres befindet sich unter gleichem Namen auf dieser Disc. Seine knapp 9 Minuten nutzt er vor allem, um die Personalie Martin Kitrosser mitsamt ihrer Verknüpfungen zu Quentin Tarantino zu diskutieren (für ihn arbeitete Kitrosser mehrfach als Script Supervisor), aber auch dazu, auf die Produktion des Films als Pinocchio-Rip-Off einzugehen.
Weitere Extras
Insgesamt summiert sich all das auf eine satte Stunde an Zusatzmaterial, was für einen vermeintlich verloren geglaubten VHS-Streifen von anno dazumal eine ganze Menge ist. Der Originaltrailer sowie eine kleine Bildergalerie mit insgesamt 16 Bildern und eine dreiteilige Trailershow zum Programm von cmv-Laservision erweitern das üppige Paket.
Fazit
Wenn man ohnehin schon „Welcome to Hell“ eingesackt hat, gibt es eigentlich kaum einen Grund, „Toys – Tödliches Spielzeug“ links liegen zu lassen. Die technische Präsentation bewegt sich auf einem ähnlichen Niveau wie beim vierten Teil, ebenso wie die unerwartet reichhaltige Ausstattung, die man erneut von den US-Discs lizensieren konnte. Auch verpackungstechnisch bleiben eigentlich keine Wünsche mehr offen, da für jeden Geschmack etwas dabei ist. Wermutstropfen bleiben allenfalls die fehlenden Untertitel.
Sascha Ganser (Vince)
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label: cmv-Laservision__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja |





