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The Creeps

Originaltitel: The Creeps__Herstellungsland: Finnland__Erscheinungsjahr: 2022__Regie: Marko Mäkilaakso__Darsteller: Chris Cavalier, Veronica Jarvis, Kheba Touray, Christopher Lambert, Joe Dante, Jarmo Mäkinen, Ismo Leikola, Alyssa Rivera, Erika Helin, Michael Hall u.a.
The Creeps mit Christopher Lambert

Kleine Kreaturen und der Highlander beehren „The Creeps“.

Zach hat Geburtstag. Der amerikanische „Highlander“-Fan begeht seinen Ehrentag in einem Urlaubsort in Finnland. Gemeinsam mit seinem Kumpel Joe, der unterwegs einen Einheimischen namens Jaakko aufgelesen hat, will Zach in ein angrenzendes Skigebiet. Hier steigt das „Monster Fest“, mithin der ideale Rahmen für seinen 17. Jahrestag.

Was die Jungs nicht ahnen können: Eine seltsame Type hat an einem seltsamen Ort mehrere seltsame Schneegestalten gebaut und erweckt diese mit einem noch viel seltsameren Ritual zum Leben. Die alsbald lebendigen Schneegestalten haben nur eine Mission: Alle Menschen töten. Entsprechend flott sorgen die Kreaturen für eine Menge blutiges Chaos.

Doch das ist erst der Anfang einer irren Geburtstagsfeier voller sexgeiler Nonnen, fieser Mobber, ersten großen Gefühlen, Entjungferungen, Scheißorgien und… ja, einem weiteren Duell zwischen dem „Highlander“ Christopher Lambert und einem Kurgan-Wiedergänger.

Schaut in den Film hinein

„Gremlins“ mit finnischem Touch

Man stelle sich das vor: Man will einen Film über fiese kleine Kreaturen drehen und dann wird dein Projekt durch den Umstand geehrt, dass Joe Dante, der Regisseur der großartigen Little-Creature-Movies „Gremlins“ und „Gremlins 2“, einen Gastauftritt in deinem Film hinlegt. Klasse. Und auch ein kleines Qualitätssiegel.

Der Film selbst gefällt vor allem deshalb, weil er seine Figuren liebt. Er erzählt zwar nicht viel über sie, aber er gibt ihnen viel Herz mit und lässt sie durchwegs plausibel und lebendig wirken. Entsprechend dürfen sich etwa die beiden Nerds Joe und Zach (der wirkt nicht eben zufällig nach Zach Galligan, dem Hauptdarsteller der „Gremlins“-Filme, benannt) vornehmlich über popkulturelle Zitate miteinander unterhalten. Infolgedessen fließt „The Creeps“ vor (optischen und verbalen) Filmzitaten förmlich über.

The Creeps mit Chris Cavalier und Veronica Jarvis

Zach (rechts) würde gerne Natalia für sich gewinnen. Die „Creeps“-Jagd stört jedoch das Aufkommen von Romantik.

Die Goonies“, „Sisu“, „Zombie“, „Cocktail“, „Zurück in die Zukunft“ und „Stirb Langsam“ seien als referenzierte Projekte stellvertretend genannt. Und freilich „Highlander“. Dessen Hauptdarsteller Christopher Lambert („Knight Moves“) darf in diversen Szenen „Es kann nur einen geben“ sagen und mit riesiger Wumme den Actionhelden geben. Sehr gelungen, sehr selbstironisch und sehr witzig. Auch KITT aus „Knight Rider“ kommt eine Gastrolle zu – gesprochen von der Originalstimme: William Daniels!

Kurzum: „The Creeps“ hat sein Herz am rechten Fleck. Auch wenn er nicht immer formvollendet zündet. Dazu ist die Story zu abstrus und egal. Irgendwie hat alles mit Nazis zu tun… und Sowjets… und grünem Rauch. Achja, und irgendwelchen Paralleldimensionen. Irgendwie so. Letzten Endes geht es aber freilich nur darum, dass Zach, Joe und Jaakko den Tag überleben und zahlreiche Kreaturen killen.

Christopher Lambert als Highlander in The Creeps

Christopher Lambert gibt in „The Creeps“ den Highlander.

Die werden in einem netten Mix aus handmade- und digitalen Effekten gereicht. Wobei die Puppeneffekte deutlich besser funktionieren. Die kleinen Kreaturen sehen witzig aus und haben ein echtes Schandmaul. Sobald sie dann laufen, rennen oder springen, kommen digitale Abbilder zum Einsatz. Die sehen nicht so toll aus, funktionieren aber ordentlich.

Bei ihren Untaten erzeugen die Monster vornehmlich handgemachte Schlotzeffekte, bei denen überwiegend Extremitäten verloren gehen. Nach einem furiosen Auftakt mit derben Blutfontänen pegelt sich der Film aber leider sehr schnell auf ein deutlich harmloseres Niveau ein. Was zwar nicht groß stört, den Kreaturen aber schnell die Gefährlichkeit nimmt.

Ein Creep beim Creepen

Ein Creep beim Creepen.

Die junge Heldentruppe wird von engagierten Darstellern wie Chris Cavalier (Zach), Kheba Touray (Joe), Matti Paalanen (Jaakko) und Veronica Jarvis (Natalia, sexy-taffer Love Interest von Zach) mit gutem komödiantischem Timing zum Leben erweckt. Auch die Nebenfiguren, etwa Erika Helin und Katariina Juselius als offenherzige Nonnen, funktionieren gut.

Inszenatorisch sind die von „The Creeps“ präsentierten Schneelagen immer gerne genommen. Kreaturen-Action im Schnee macht eigentlich immer Laune. So kann das Blut von Monstern und Menschen schön eindrücklich herumspritzen. Auch die angelaufenen Schauplätze aus Ski-Ressort, Berghütten und Bergbar kommen authentisch rüber. Großartige optische Sperenzchen gibt es nicht zu verzeichnen. Hübsch fällt ein POV-Gaming-Abschnitt auf, der die Creeps in Pixeloptik präsentiert. Auch eine Rückblende, die die Wichtigkeit grünen Rauches für den Film zementieren soll, ist witzig umgesetzt. Leider kommt der Soundtrack wenig gewitzt daher.

„The Creeps“ macht Spaß, könnte aber mehr fetzen

Fans von „Gremlins“, „Critters“ und Co. machen mit dem finnischen „The Creeps“ nicht viel falsch. Der Kreaturen-Horror macht Spaß, hat coole Kreaturen und vor allem liebenswerte Helden. Der Film beweist in zahlreichen Szenen die Liebe der Macher zum Sujet. Auch die häufigen popkulturellen Zitate machen Spaß und wirken niemals erzwungen. Ein echtes Highlight ist der Starauftritt von Cristopher Lambert als er selbst. Vor allem aber stimmt der Unterhaltungsfaktor von „The Creeps“.

Ganz rund läuft der Streifen allerdings nicht. Die Story ist einfach zu egal, Spannung kommt leider nie auf und nach starkem Beginn nehmen sich die kleinen Kreaturen arg zurück. Es fehlt ein wenig an Highlights und vor allem an Szenen, die in Erinnerung bleiben. Zudem haben die Macher um Marko Mäkilaakso („It came from the Desert“) ab und an arg großen Spaß an Einlagen, die für mich teils nicht funktionierten. Ein viel zu lang gezogener Moment rund um die Folgen verspeister Hasch-Kekse sei genannt.

06 von 10

Splendid Film spendiert aktuell manchen Filmen nur noch eine DVD-Veröffentlichung. So auch „The Creeps“. Der kommt mit einer FSK-16-Freigabe uncut und ohne irgendwelche Extras zum Film. Ihr könnt den Horrorspaß auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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