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Hard Luck

Originaltitel: Hard Luck__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2006__Regie: Mario Van Peebles__Darsteller: Wesley Snipes, Mario Van Peebles, Cybill Shepherd, Jackie Quinones u.a.
Hard Luck

Wesley Snipes unter der Regie von Mario Van Peebles in “Hard Luck”

Nachdem ich bisher nur beinharte Action-Movies und totale Gurken rezensiert habe, dachte ich, machst du mal etwas Anderes. Und da kommt Mr. Snipes („Gallowwalkers“) ins Spiel. Es ist ja im Allgemeinen bekannt, dass der liebe Wesley mittlerweile tief im B-Sumpf verschwunden ist und sogar wie Steven Seagal eine Ostblock-Trilogie gedreht hat. Nachdem aber nur „The Detonator“ davon einigermaßen brauchbar war und die anderen beiden nur Durchschnittsware darstellten, nahm Snipes wieder Rollen in Filmen an, die in den USA gedreht wurden.

„Hard Luck“ ist der erste Film nach dem Ostblockbesuch und vereint ihn wieder mit dem Schauspielkollegen Mario Van Peebles („Red Sky“), der hier auch das Drehbuch schrieb, Regie führte und eine kleine Rolle übernahm. Natürlich ist der Film nicht so gut wie „New Jack City“, der Film, in dem beide das erste Mal zusammen arbeiteten, aber er ist immerhin mal was anderes.

Der Film ist entgegen der Covergestaltung und Altersfreigabe kein knallharter Actionfilm, sondern ein interessanter Genre-Mix. Wir haben hier dramatische Elemente, lustige Szenen, ein bisschen Action und drei Storys, die am Ende zusammenfinden.

Hard Luck

Snipes darf auch mal hinlangen in “Hard Luck”

Der Hauptstory-Strang beschäftigt sich mit Wesley Snipes, der hier einen Kerl namens Lucky mimt, aber alles andere als Glück hat. Er selber ist erst noch ein Schwein, kommt in den Knast und lernt dort eine nette Frau kennen, mit der er auch danach zusammenkommt. Dann aber muss er operiert werden und fällt in ein Koma. Als er wieder wach wird, ist das Krankenhaus so gut wie leer und überflutet, denn wie wir alle wissen, kam es ja zu einer heftigen Überschwemmung in New Orleans. Lucky zieht um nach New York und baut sich dort ein legales Leben auf, wird aber wieder in ein Verbrechen hineingezogen und kann mit einer halben Million und einer Latina als Geisel fliehen. Gejagt wird er von dreckigen Cops, die das Geld aus der Asservatenkammer genommen haben und es schleunigst wieder zurückbringen müssen. Soviel zum ersten Story-Strang.

Im zweiten Story-Strang, der parallel zum ersten läuft, geht es um ein seltsames Paar, das Menschen umbringt und dies völlig abgedreht auf Video bannt. Die Szenen sind meist recht kurz und von den Folterungen an sich bekommt der Zuschauer auch nichts zu sehen.

Dann gibt es noch einen dritten Strang, der aber aufs Übelste herunter gekürzt wurde und eigentlich nicht mehr als solcher erkennbar ist. Hier geht es nämlich um einen jungen Boxer, der noch einen Kampf wagen will, obwohl seine Freundin dagegen ist. Dieser Strang ist aber recht schnell vorbei, da das Killer-Pärchen die beiden entführt und die beiden Stränge miteinander vermischt werden.

Hard Luck

Du disst mein Outfit!? DU DISST MEIN OUTFIT!!??

Auch der Hauptstrang verbindet sich später mit dem Killer-Pärchen. Die Verbindung kommt aber doch etwas unbeholfen daher, denn so viel Pech wie Lucky hier hat, kann man beinahe nicht haben.

Das Ganze genießt eine recht schicke Inszenierung, einen teilweisen schnellen Schnitt und einen soliden Soundtrack. Van Peebles weiß, wie man einen Film macht und zeigt hier all sein Können. Auch die Actionszenen sind gut gemacht, kommen aber eher sehr selten vor und sind somit nie Hauptbestandteil des Films… und das ist leider auch das Problem. Dieser Genre-Mix ist ganz nett, aber so richtig auf geht das Ganze nicht.

Ab und zu gibt es auch mal kleine Längen, die aber zu vertrösten sind. Das Ende ist ein bisschen so lala, man kann aber damit leben. Und dass die Dialoge immer wieder mal an Tarantino erinnern sollen, wird auch auffällig, allerdings erreichen sie nie die Klasse eines „Pulp Fiction“ oder eines „Reservoir Dogs“.

Hard Luck

Babes und Alkohol. Was braucht man(n) mehr?

Die Schauspieler sind recht gut gewählt worden und machen ihre Sache auch ganz ordentlich. Wesley Snipes zeigt zwar nicht sein ganzes Talent, wirkt aber auch nicht so gelangweilt wie zum Beispiel in „Marksman“. Mario Van Peebles bleibt erstaunlich blass, aber das fällt sowieso kaum auf, da er keine tragende Rolle hat. Die restlichen Schauspieler machen ihre Sache solide, werden aber wohl nie in A-Movies mitspielen, denn ihr Spiel bleibt nur solide und wird nie herausragend.

So bleibt mir dann auch nichts anderes übrig, als zu sagen, dass man aus dem Ganzen mehr hätte machen können. An der Story hätte man nicht mehr viel ändern müssen, außer vielleicht den dritten Strang komplett wegzulassen und stattdessen einfach mehr Drive hineinzubringen. So bleibt der Film leider nur leicht überdurchschnittlich, aber immerhin noch besser als „Marksman“ und „7 Seconds“.

Die DVD von Sony Pictures Home Entertainment ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten und hat leider keinerlei weiterführende Extras zu bieten. Seit dem 3. April 2014 kann man den Film auch auf Blu-ray erwerben.

© Dr Dolph

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Copyright aller Filmbilder/Label: Sony Pictures Home Entertainment__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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