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Martial Law

Originaltitel: Martial Law__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1990__Regie: Steve Cohen__Darsteller: Chad McQueen, Cynthia Rothrock, David Carradine, Andy McCutcheon, Philip Tan, Tony Longo, Vincent Craig Dupree, Jim Malinda, Rick Walters, Professor Toru Tanaka, James Lew, Benny Urquidez u.a.
Martial Law DVD Cover

Cynthia Rothrock kickt sich durch “Martial Law”.

Sean arbeitet bei der Polizei von Los Angeles. Hier machte er sich dank diverser Kamikaze-Aktionen einen zweifelhaften Ruf und man kennt ihn eher unter seinem Spitznamen Martial Law. Als solcher schleicht er sich schon mal in Geiselnahmen ein und kickt den Lumpen die Flöhe aus den Klamotten, bevor die auch nur „Lösegeldforderung“ denken, geschweige denn buchstabieren können. Seine Freundin Billie ist auch ein heißer Feger und so hat er eigentlich alles, was er will: Sex und Action.

Dumm nur, dass sein Bruder so vollkommen aus der Bahn schlägt. Er arbeitet als Autodieb fürs Gangstersyndikat des fiesen Schurken Rhodes, der aktuell ins Waffengeschäft expandieren will. Doch Rhodes arbeitet so clever, dass Sean erst über ihn stolpert, als dieser seinen Bruder meuchelt! Nun ist klar, was folgt: Rhodes muss dran glauben, koste es, was es wolle!

„Martial Law“ ist ein unterhaltsamer kleiner Actioner, der sich aber leider gerade im Storyteil sehr schwer tut. Sean und Oberbäddie Rhodes agieren viel zu autark voneinander. Ihre Wege kreuzen sich erst 30 Minuten vor Ende des Filmes. Das heißt, bis dahin bestand der Film zum einen aus den Kickereien Seans, der mit seiner Freundin Billie, die auch Cop ist, in Los Angeles aufräumt, und zum anderen aus den Raubzügen des Bruders. Dazwischen darf immer mal Rhodes wüten und irgendeinen armen Tropf killen. Ein wirklicher Zusammenhang will sich lange einfach nicht ergeben.

Und auf einmal geht es dann ganz schnell. Wie Sean im Zuge dessen auf Rhodes als Oberbäddie kommt, hat schon etwas sehr unfreiwillig Komisches, zumal der Zufall hier eine extrem gewichtige Rolle spielt. Irgendwie holpert man sich so zum Showdown und der stinkt dann leider ein wenig ab.

Schaut Cynthia Rothrock beim Kicken in “Martial Law” zu:

Das Hauptproblem von „Martial Law“ ist meines Erachtens der Hauptdarsteller Chad McQueen („Death Ring“). Diesen als Helden zu besetzen, ist schon sehr gewagt. Ist der gute Chad doch eine ziemlich charismafreie und blasse Zone, die man als Identifikationsfigur nie wirklich ernst nehmen kann. Dass der ziemlich prollig wirkende Typ einem auch noch als Asienexperte präsentiert wird, mag man gleich gar nicht schlucken, von seiner Kampfsportmeisterschaft ganz zu schweigen.

Der eher fleischige McQueen wird dementsprechend auch nur gefilmt, wie er Fausthiebe verteilt und blockt. Bei Kicks und schnelleren Bewegungsabläufen steht die Kamera erstaunlicherweise immer „ungünstig genug“, um sein Gesicht nicht zu zeigen und so den Stuntman nicht zu enttarnen. Kurzum: Für mich der Totalausfall des Filmes.

Ganz anders dagegen sein Gegner! David Carradine („Hell Ride“) hat sichtlichen Spaß an seiner distinguierten, überlegenen und sehr gentlemanlike angelegten Bösewichtfigur. Als Rhodes liefert er die eigentlichen Highlights des Filmes, auch wenn seine extrem behäbigen Kampfsportskills eher wenig glaubwürdig wirken. Aber das kennt man ja von ihm nicht anders. Gibt es eigentlich einen guten Kampfsportfilm mit ihm, wo er wirklich was zeigt? Selbst in „McQuade – der Wolf“ ist sein Fight gegen Chuck Norris doch nur so spaßig, weil Chuck volles Risiko geht. Egal.

Richtig kicken kann dafür Cynthia Rothrock („Guardian Angel“) und das macht sie hier dann auch. Ihr Fight gegen Philip Tan, der alle Fights choreographierte, macht richtig Laune. Leider wird der Kampf durch Gegenschnitte auf Carradine vs. McQueen immer wieder ausgebremst. Doch schon vorher darf Cynthia einige Male hinlangen. So gegen James Lew („Manhunt“) und Benny – the Jet – Urquidez („Death Match“), in dessen Kampfsportschule große Teile des Filmes spielen. Eindeutig zu erkennen am Markennamen: „The Jet“.

Anderweitige Action ist eher rar gesät. Und es gibt einen richtig üblen Fauxpas, den ich an Actionfilmen wirklich extrem hasse: Wenn der Obermotz all seine eigenen Leute selbst killt. Das passiert hier auf fast schon exzessive Art und Weise. Man kann sich also vorstellen, was zum Showdown noch an Fallobst da ist… Was für eine Verschwendung. Für große Explosionen und echte Schießereien war offensichtlich gleich gar kein Geld mehr da.

“Martial Law” bietet solide Actionunterhaltung

Dafür wird immer wieder gekickt. Die Handlung, so ziellos sie auch sein mag, wird flott abgespult und es kommt eigentlich nie Leerlauf auf. Der uncharismatische Held kostet einige Punkte. Eine Scharte, die ein cooler David Carradine wieder auswetzt. Cynthia kickt ordentlich und viel, beim Schauspielen lässt sie sich erneut nicht erwischen. Und der 80s Schick ist wieder einmal der absolute Hammer. Schulterpolster und Rotzbremsen wohin man schaut! Köstlich! Leider kickt der Showdown so gar nicht und allgemein hätte auch etwas andere Action (Ballereien, Autostunts) dem Film gut getan. Dennoch bietet „Martial Law“ absolut solide Kickerunterhaltung!

6 von 10

„Martial Law“ wurde mit seinen zwei Fortsetzungen unlängst von WMM auf DVD veröffentlicht. Teil 1 gab es dahingehend schon mehrfach von anderen Labels, ebenfalls uncut. Bei den Folgeteilen schaut das etwas anders aus. Die ungeprüfte DVD zu Teil 1 bietet solide Qualität, hat aber keinerlei Schwarzwert zu verzeichnen. Der häufig bei Nacht spielende Streifen schaut also ziemlich mausgrau aus.

In diesem Sinne:
freeman

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