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Maya

Originaltitel: Maya__Herstellungsland: Italien__Erscheinungsjahr: 1989__Regie: Marcello Avallone__Darsteller: Peter Phelps, Mariella Valentini, Cyrus Elias, Mariangélica Ayala, Mirella D’Angelo, Antonello Fassari, Erich Wildpret, Antonella Angelucci, Tullio Cavalli, Vilma Ramia, Enrique Soto, William Berger, Gustavo Camacho, Samantha Ceballos, Sosimo Hernandez, Luis Alberto Meneres, Hiran Birto u.a.

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Maya

„Maya“ erscheint als fünfte Ausgabe der „Italo Cinema Collection“.

Nach dem Tod ihres Vaters, des Forschers Salomon Slivak (William Berger), reist seine Tochter Lisa (Mariella Valentini) in das Dorf, in dem er seine letzten Tage verbrachte. An der Seite des Abenteurers Peter (Peter Phelps) stößt sie auf Spuren des Maya-Kultes, der Tod und Unheil über die Welt zu bringen droht. Am Fuß der Pyramide müssen sie sich schließlich einer Gottheit stellen, die längst begonnen hat, ihre Opfer zu fordern…

Aus rein kultureller Perspektive wirkt der Sprung von den römischen Katakomben aus „Specters“ zu den Maya-Pyramiden aus „Maya“ ziemlich ambitioniert. Parallelen ergeben sich zunächst nur über die gemeinsame Schublade „Horror“, während Bildgestaltung, atmosphärische Ausschmückung und Handlungswege neue Möglichkeiten bieten. Und dennoch zeigt sich am Beispiel dieses Films einmal mehr: Ein Autor kann letztlich nicht aus seiner Haut.

Zum zweiten Mal in Folge werkeln Marcello Avallone und Andrea Purgatori gemeinsam an einem Drehbuch, das Avallone anschließend auch als Regisseur verantwortet. Als dritte Schreibkraft stößt diesmal Produzent Maurizio Tedesco hinzu und ersetzt damit Dardano Sacchetti, der noch am Vorgänger beteiligt war. Nun schüttelt das Trio ohne Vorwarnung mittelamerikanischen Budenzauber aus dem Füller, betreibt also neuerdings exotischen Import aus einem fernen Kontinent statt Heimatwerbung. Eine geografische wie kulturelle Erweiterung des eigenen Horizonts kann man da als Motivation unterstellen; tatsächlich aber nimmt Kulturignoranz unverhohlen ihren Lauf.

Das ist zunächst einmal natürlich standesgemäß. Von einem italienischen Horrorfilm der 80er mit dem Titel „Maya“ hätte man ohnehin kaum eine gut recherchierte Abhandlung über die gleichnamige Zivilisation erwartet. Was auf der Verpackung steht, dient in erster Linie als Vorwand, um das in „Specters“ gefundene Konzept in anderer Form fortzuführen. Es geht darum, eine weitere uralte Macht, gleich welcher Herkunft, wie eine Wildsau durch einen Plot zu jagen, die sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, im Bild gebannt zu werden. Unter dem Strich haben wir es also mit derselben Art Monster wie im Vorgänger zu tun; nur das Gewand ist ein anderes.

Maya

Er ist noch kein Bud Spencer, aber Querulanten haut er schon die Raupen aus der Nuss wie ein echter Profi.

Jegliches historisches Wissen über die Maya sollte man vor der Sichtung also in eine geistige Truhe packen und den Schlüssel wegwerfen. Was hier geboten wird, ist die Rummelplatzversion davon; ein mit Souvenirs und Kulturklischees vollgestopftes Fahrgeschäft, dessen Schienen hauptsächlich in einem Studio in Rom aufgebaut wurden, ergänzt um Außenaufnahmen auf der Isla Margarita in Venezuela, die mit den Maya historisch betrachtet nicht mehr Gemeinsamkeiten teilt als die italienische Hauptstadt. Aufgetischt wird im Wesentlichen alles, was in irgendeiner Weise dem Narrativ eines Fluches dienlich ist, der sich über die Bewohner eines Dorfes legt. Alles andere biegt man sich schon irgendwie zurecht.

Eine Weile übertüncht der auffällige Kulissenwechsel noch die Handschrift des Regisseurs, doch spätestens wenn das Tohuwabohu umherirrender Figuren Fahrt aufnimmt, tritt sie klar hervor. Sie zeigt sich vor allem in der Flüchtigkeit des erzählerischen Zentrums, in das nacheinander mehrere Figuren eintauchen. Nachdem ein alter Mann und sein Schützling auf einem Floß den mythologischen Rahmen abstecken, spannt eine kurze Episode um den Forscher Salomon Slivak (William Berger) zunächst eine weitere Ebene über die Haupthandlung, bevor wir uns mit der herrlich schludrigen Einführung von Peter Phelps langsam dem Kern nähern. In der Präsentation seiner heruntergekommenen Unterkunft steckt jedenfalls genug Aufwand, um anzunehmen, man sei nun endlich beim Hauptdarsteller angekommen. Tatsächlich spielt Phelps die tragende männliche Rolle, doch erst Mariella Valentini wird als Slivaks Tochter Lisa kurze Zeit später zur Endstation der Suche nach einer Identifikationsfigur auf dem Weg zur Lösung des großen Pyramidenrätsels.

Maya

Hinter der Unschuldsmiene sitzt der Teufel.

Wenn Avallone eines aus „Specters“ mitgenommen hat, dann wohl die Erkenntnis, dass man sein Publikum nicht am langen Arm verhungern lassen sollte. „Maya“ wirkt in jeder Phase unverbindlicher, verspielter, insgesamt gesättigter und – bei allem Respekt für die erhabene römische Baukunst – auch architektonisch vielfältiger. Schon nach wenigen Minuten ist eine Vertretung des beschworenen Kults etabliert, ein Mädchen mit wallendem Lockenhaar und glasigen Augen, das ganz nach Avallones Geschmack dem Prinzip der nicht-körperlichen, eher spektralen Bedrohung entspricht. Neben der Kindergestalt aus Mario Bavas Blaupause „Die toten Augen des Dr. Dracula“ (1966), der mit „Caltiki – Rätsel des Grauens“ (1959) auch im atmosphärischen Sinne über den Kulissen schwebt. könnten Wes Cravens damals noch taufrischer Voodoo-Horror „Die Schlange im Regenbogen“ (1988) sowie Lucio Fulcis „The Beyond“ (1981) stilistisch seine Spuren hinterlassen haben. Das Ergebnis verfehlt seine Wirkung jedenfalls nicht und zeigt sich seinen Vorbildern im Rahmen der Möglichkeiten würdig.

Auch in Sachen Sex und Gewalt wird kräftig aufgedreht. Mariangélica Ayala sorgt als Phelps‘ einheimische Freundin nahezu im Alleingang für erstere Zutat und fügt sich mit ihrer temperamentvollen Art und oftmals freizügigen Montur ideal in die schwüle Hafenkulisse ein – gefilmt vor Einstellungen, die typische Heat-Noir-Muster aufgreifen, vom Shabby Chic der Außenpanoramen bis zu den langsam rotierenden Deckenventilatoren in karg eingerichteten Innenräumen. Bei solchen Temperaturen finden auch die überhitzten Gewalteinlagen organisch ihren Platz, die von (versuchten) Vergewaltigungen hin zu übernatürlichen Phänomenen mit blutigem Ausgang reichen, die von „Nightmare on Elm Street“ (Badewanne) bis „Hellraiser“ (Angelhaken) alles streifen, was in den 80ern Rang und Namen hatte.

Eine Episode um zwei Halbstarke bringt darüber hinaus eine überzeichnete Comic-Note in das Stimmungsbild ein; in die gleiche Kerbe schlägt eine Sequenz um einen cheesy aufgezogenen Armdrückwettbewerb in einer prall gefüllten Bar, der wie aus anderem Film geschnitzt wirkt (eine verlorene Szene aus „Over the Top“ vielleicht?). Dass diese abseitigen Momente den Film nicht entgleisen lassen, zeigt auf, dass Avallone die Zügel inzwischen vielleicht einfach etwas lockerer in der Hand hält.

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Mariangélica Ayala als sündige Versuchung.

Das Skript zerfällt durch solche Nebenschauplätze und manche redundante Nebenfigur allerdings zunehmend in seine Fragmente, von denen sicher nicht alle zwingend vonnöten für den Fortgang der Geschichte sind. Wann immer die Einzelteile dann miteinander verklebt werden müssen, werden einfach ein paar Dialogzeilen abergläubischen Palavers eingestreut, und schon flutscht die Nummer wieder. Dass das klassische Dreiecksdrama zwischen Phelps, Ayala und Valentini die Gemüter bisweilen stärker erhitzt als Maya-Gottheit Xibalba es je könnte, gehört wohl einfach zum guten Ton, wenn mal wieder die Welt gerettet werden soll – oder zumindest ein Dorf.

Wind, Blitze und Hokuspokus unter blauen Farbfiltern besiegeln schließlich fachgerecht den Abschluss der Mission, der letzte Freeze Frame gehört noch einmal den Augen des Bösen – so will es das Kino, wenn es mehr suggerieren als zeigen möchte. Handwerklich ist „Maya“ kaum ein besserer oder schlechterer Film als „Specters“. Auch inhaltlich ist er im Endeffekt eine Variation, eine gleichwertige Alternative zu einem hypothetischen „Specters 2“, der sich damals parallel in der Konzeptphase befand. Einen Bonuspunkt verdient sich Avallones Arbeit dennoch durch ihre drückende Atmosphäre und schlichtweg aufgrund der Tatsache, dass sie die sich bietenden Räume besser zu füllen weiß.

05 von 10

Informationen zur Veröffentlichung von „Maya“

Italo Cinema Collection #5

Wer A sagt, muss auch B sagen. Ziemlich sicher gilt das für Marcello Avallones „Specters“ und „Maya“. Obwohl die beiden Filme inhaltlich in keiner direkten Beziehung zueinander stehen, stechen sie aufgrund ihrer methodischen Ähnlichkeiten doch deutlich aus der Werkschau des Regisseurs heraus und werden deswegen filmhistorisch meist als zusammengehöriges Doppel wahrgenommen. Wohl aus diesem Grund erschienen sie 2024 beim US-Label Vinegar Syndrome auch als Double Feature.

In Deutschland hat „Maya“ bisher allerdings ungleich mehr Aufmerksamkeit erfahren als „Specters“. Während der eine abgesehen von einer geschnittenen VHS bis zuletzt keinerlei mediale Veröffentlichung vorweisen konnte, ist der andere seit den frühen 2000ern immer mal wieder von verschiedenen Labels auf DVD erschienen, ob solo, als Bonusfilm oder in einer Sammelbox mit thematisch artverwandten Filmen. Auch hier war die ursprüngliche VHS allerdings in zwei Gewaltszenen geschnitten. Im Jahr 1990 kam es außerdem zur Indizierung, die nach Ablauf der Frist Ende 2014 dann wieder aufgehoben wurde.

Eine Neuprüfung soll seither nicht stattgefunden haben. Dennoch klebt inzwischen das blaue FSK16-Siegel auf der ungeschnittenen Blu-ray von Wicked Vision, die konsequenterweise unmittelbar auf den Vorgänger „Specters“ folgt und im Rahmen der „Italo Cinema Collection“ erneut eine Deutschlandpremiere markiert.

Die Verpackung

Wie üblich, griff man auch hier auf das Originalposter zurück, und warum auch nicht, das kann sich schließlich mehr als sehen lassen. Der „Caltiki“-Einfluss ist gerade hier ganz stark spürbar, darüber hinaus weist die Pyramide mitsamt des Scheinwerfer-Steinkopfs auf die düstere Spielart des Abenteuerfilms hin, insbesondere auch durch den schwarzen Hintergrund mit dem blass leuchtenden Mond, und verspricht damit gar nicht einmal unbedingt zu viel. Ein kleiner Meta-Gag verbirgt sich hinter der Tatsache, dass direkt unter dem Filmtitel „Maya“ die italienische Flagge als Teil des Rahmendesigns zu sehen ist. Wer das nicht komisch findet, kann auch wieder das Cover wenden und bekommt das Artwork so auf der kompletten Fläche zu sehen.

Maya

In der „Italo Cinema Collection“ gibt’s das Original-Kinoposter immer auch als Wendecover ohne Rahmen.

Das Booklet

Was sich „Italo Cinema Collection“ schimpft, hat natürlich auch immer ein Booklet an Bord. Dieses besteht aus 24 Seiten und wurde zu großen Teilen wieder mit einem Essay von Christoph N. Kellerbach gefüllt. Nach einer Spoilerwarnung geht es erwartungsgemäß los mit einer Einführung in die Maya-Kultur. Bis Seite 10 hat er allerhand grausige Rituale und Tötungsmethoden beschrieben, die man mit den Maya verbindet; nicht etwa, um ein vollständiges dokumentarisches Abbild der Zivilisation zu erzeugen, sondern um die reine Essenz des Bösen aus ihr zu schöpfen, weil sie es ist, die den Film zu seiner Idee inspirierte.

Auch Kellerbach nimmt „Maya“ als den „thematischen Nachfolger“ seines Vorgängers wahr, entsprechend konstruiert er den Ablauf der Vorproduktion anhand von Überlegungen der Produzenten, wie man den Erfolg wiederholen könne. Anschließend setzt er sogar – das ist eher ungewohnt – zu einer kurzen Filmanalyse an, indem er die Atmosphäre des Films beschreibt und die Vorbilder der Mordszenen aufführt. Ziemlich aufreibend lesen sich die Abschnitte über die Dreharbeiten in Venezuela, bei denen anscheinend nicht nur Einheimische für Arbeiten bezahlt wurden, die sie nie zu leisten planten, sondern auch ein einheimisches Crewmitglied ermordet wurde; ferner habe sich die sexuell aufgeladene Spannung am Set auch auf die Crew übertragen und zu mancher „Zweisamkeit“ geführt. Nach einem Abschnitt über die Darsteller und die Musik von Gabriele Ducros folgen noch ein paar Worte zur Veröffentlichung insbesondere auf italienischem und deutschen Boden, wobei auch die eingangs erwähnte Zensur- und Indizierungssituation noch einmal aufgegriffen wird.

Das Bild

Genau wie „Specters“ wurde auch „Maya“ einer 2K-Restauration vom 35mm-Kameranegativ unterzogen. Das Ergebnis ist nochmal besser geworden, was aber auch daran liegt, dass die verschwitzte venezolanische Kulisse sich als dankbares Objekt entpuppt. Knallbunte bis verwitterte Farbtöne, glänzende Oberflächen, scharfe Konturen – fast wie im Urlaub. Selbst in den bläulichen Nachtszenen bleibt der Kontrast stabil. Die wenigen Schmutzpartikel, die sich fast durchgehend unter das Korn mischen, stören weniger als dass sie vielmehr den analogen Charakter betonen. Was übrigens das Format angeht: Die alten DVDs hatten zwischen 1,33:1 und 1,66:1 alles Mögliche zu bieten – hier wird der Film im breiteren 1,85:1 geboten, natürlich in 1080p.

Der Ton

Erneut handelt es sich außerdem um eine dreisprachige Veröffentlichung, bei der alle Tonspuren in DTS-HD Master Audio 2.0 vorliegen. Die deutsche Synchro hat ein paar markante Stimmen zu bieten und macht durchaus Spaß, die Soundkulisse dahinter scheint allerdings trotz Zweikanal-Abmischung nur ein Mono-Signal zu nutzen. Anders sieht es mit der effektreichen italienischen Tonspur aus, die echtes Stereo bietet und bei der im Grunde permanent etwas von links nach rechts und zurück fliegt. Einziger Nachteil ist ein hörbares Grundrauschen, das beim deutschen und englischen Ton nicht zu hören ist. Letzterer ist wiederum die beste Wahl, wenn einem Lip-Sync wichtig ist, denn gedreht wurde der Film offenbar (hauptsächlich?) in Englisch. Auch hier wirkt alles räumlicher als bei der deutschen Spur, wenn auch nicht so sehr wie bei der italienischen.

Die Untertitel

Bei den Untertiteln hat man mal wieder die Qual der Wahl: Es gibt Deutsch für Italienisch, Englisch und den Audiokommentar, Englisch für Italienisch und Englisch sowie Italienisch für Italienisch, so dass im Grunde jede sinnvolle Kombination möglich ist.

Der Audiokommentar

Troy Howarth und Eugenio Ercolani waren schon im Kommentar zu „Specters“ zu hören, da ließen sie es sich nicht nehmen, das Double Feature auch komplett zu machen. Diesmal hat man zudem noch Nathaniel Thompson von Mondo Digital als Verstärkung ins Boot geholt. Es brauchte wahrscheinlich jemanden, der als Advokat für den Hauptfilm auftritt, denn während Thompson das Genre-Durcheinander des besprochenen Films durchaus zu schätzen weiß, bevorzugt Howarth offenbar eher die vergleichsweise fokussierte Linie von „Specters“.

So oder so, über die Einflüsse und die speziellen Eigenschaften von „Maya“ sind sich alle einigermaßen einig. Ercolani meldet sich meistens aus dem Hintergrund mit Einschüben, mit denen Biografien der beteiligten Personen aus Perspektive des Experten für italienisches Genre-Kino kontextualisiert wird, was die anderen Beiden meistens dankbar aufgreifen und auf das sichtbare Geschehen auf der Leinwand anwenden. Interessanterweise gehen sie dabei unter anderem auf darauf ein, wie erfolgreich italienische Filme dieser Art insbesondere auf dem deutschen Markt waren.

Die Extras

Auch diesmal hat Eugenio Ercolani darüber hinaus wieder einige Featurettes für Vinegar Syndrome produziert, die auch auf der vorliegenden Ausgabe enthalten sind. „Scream Queen Memories“ (27 Min.) ist ein Interview mit Mirella D’Angelo, die in „Maya“ die eher kleine, aber dafür recht markante Rolle der Laura spielt, die dem ein oder anderen Mann den Kopf verdreht. Im Gegensatz zum Kurzhaarschnitt ihrer Rolle flattert ihr langes Haar im Interview im Wind, während sie von ihren Erfahrungen zwischen Model- und Schauspielkarriere erzählt.

Viele ihrer Gedanken kreisen um die eigene Selbstwahrnehmung, Wandlungsfähigkeit, Identität und Rollenwechsel, Aspekte also, die in diesen Berufskreisen eben zentral sind. Ihre Erfahrungen mit Regisseuren wie Tinto Brass (aus der Zusammenarbeit in dessen Skandalwerk „Caligula“) oder Federico Fellini („Stadt der Frauen“) sind weitere Themen. Die letzten fünf Minuten widmet sie einem Rückblick auf „Maya“ in Form einer Betrachtung, inwiefern sich ihre Rolle darin von den anderen Rollen abhebt, die sie in ihrer Karriere gespielt hat.

In „The Mexican Connection“ (20 Min.) kommt erneut Regisseur Marcello Avallone zur Sprache, der bereits auf „Specters“ interviewt wurde. Dieser Zusammenschnitt stammt entsprechend aus der gleichen Sitzung, nur dass sich das Gespräch diesmal eben eher Richtung „Maya“ verlagert, auch wenn erneut die italienische Filmlandschaft der 80er und ihre Aufteilung in das A- und B-Kino als Einführung dient. Ansonsten geht es um Punkte wie die Dreharbeiten in Venezuela, den Nachbau der Pyramide oder die eingesetzten Schauspieler.

„Mystical Mayan Melodies“ (21 Min.) macht aus seinem Betrachtungsgegenstand kein großes Geheimnis: Natürlich muss es sich um ein Interview mit Gabriele Ducros handeln, dem Komponisten des Soundtracks. In der ersten Hälfte geht er auf seine Ausbildung und seine ersten Jobs ein; das ist schon deswegen spannend, weil man nicht alle Tage einen Composer über die Feinheiten beim Komponieren eines Soundtracks für einen Porno oder eines Jingles für Pasta-Werbung referieren hört. Anschließend geht Ducros auf seine Vorlieben im Sounddesign ein; so sei er eher Minimalist, der dazu neigt, Soundeffekte ganz auszuklammern und auch mit der Musik sparsam umzugehen, insbesondere im Horrorfilm, da die Abwesenheit von Musik doch oft unheimlicher sei als ihre Anwesenheit.

Auch „Second Time Around“ (21 Min.) trägt nicht umsonst seinen Titel, denn Produzent und Co-Autor Maurizio Tedesco ist genau wie Marcello Avallone nach „Specters“ zum zweiten Mal bei den Extras an Bord. Wie es sich für einen Produzenten gehört, gelten seine Gedanken hauptsächlich den Drehorten, Besetzung, Effekten, Titel und Vermarktung, eben dem vollen Programm, über das jemand in seiner Position den Überblick behalten muss. Anschließend geht es noch ein wenig um die Strategien seiner Produktionsgesellschaft und die Ergebnisse. Sein Fazit: Er bereue nichts, denn es sei viel zu einfach, seine Fehler zu bereuen.

Sämtliche Featurettes wurden wahrscheinlich von Haus aus schon mit optionalen englischen Untertiteln geliefert, in Eigenleistung kamen dann für diese Edition noch deutsche Untertitel zur Auswahl dazu.

Der italienische Vor- und Abspann (5 Min.) und der deutsche Trailer (2 Min.) spiegeln die Extras von „Specters“ endgültig. In der Netto-Summe kommt etwas weniger Laufzeit heraus, der Informationsgehalt ist aber der gleiche. Wenn man bedenkt, dass kaum Archivmaterial aus der Entstehungszeit zur Verfügung stand, um die Blu-ray aufzuwerten, ist der betriebene Aufwand für Vingar Syndrome bemerkenswert, auch wenn ein Großteil aus eher einfach produzierten Interviews besteht. Dass diese Extras nun nicht mehr dem US-Publikum vorbehalten bleiben, sondern auch für weitere Märkte freigegeben wurden, wie in diesem Fall für den deutschen Markt, sollte für alle Beteiligten, von den Beteiligten über die Labels bis zu den Konsumenten, eine Win-Win-Situation sein.

Sascha Ganser (Vince)

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