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Roadblock – Too Hard To Die

Originaltitel: Detour__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1998__Regie: Joey Travolta__Darsteller: Jeff Fahey, James Russo, Michael Madsen, Gary Busey, Tim Thomerson, Robert Miano, Darnell Williams, Stacie Randall, Evan Rachel Wood, Elizabeth Lambert u.a.
Roadblock - Too Hard To Die DVD Cover

Michael Madsen und eine ganze Riege an kerliger B-Prominenz langweilt sich durch “Roadblock – Too Hard to Die”.

Die beiden Ganoven und Freunde Danny und Ziggy überfallen mit zwei Kumpanen einen New Yorker Großgangster. Bei dem Überfall verreckt nicht nur einer der Kumpanen, zudem werden Danny und Ziggy auch noch abgezockt. Denn der Finanzchef des Gangsterbosses, der mit Ziggy unter einer Decke steckte, hat den zu leerenden Safe schon im Vorfeld ausgeräumt und sich das Geld unter den Nagel gerissen.

Nun versucht der Finanzchef auch noch alles, um den Gangsterboss gegen Ziggy aufzubringen. Danny und Ziggy wird die ganze Chose viel zu heiß, weshalb sie sich trennen. Während Ziggy planlos durch die Gegend reist, kehrt Danny in seine Heimatstadt zurück. Hier muss er erfahren, dass seine Mutter gestorben ist und ihm in ihrem Testament die Familienfarm überlassen hat.

Danny, der nie Farmer werden wollte, gibt dieser Option zumindest eine Chance. Da taucht auf einmal Ziggy auf. Seinerseits vom Finanzchef des New Yorker Gangsterbosses gegen Danny aufgehetzt, glaubt der, sein Freund habe ihm die Beute gestohlen. Danny kann Ziggy allerdings von seiner Unschuld überzeugen und schlägt ihm einen ganz anderen Coup vor: Er will mit Ziggy die örtliche Mühle überfallen – den größten Arbeitgeber der Region…

Schaut in “Roadblock – Too Hard To Die” mit Michael Madsen hinein

Joey Travolta („To the Limit“), der untalentierte Bruder von John, hatte als Regisseur und Darsteller schon immer ein untrügliches Gespür für die ganz seltsamen/schlechten Filme. Bei „Roadblock – Too Hard To Die“ hat ihn sein untrügliches Näschen wieder nicht verlassen. Denn der Film ist unter seiner Regie schon ein seltsamer Mix geworden. Großstadt-Abfuck mit räudigsten Hinterhofschauplätzen auf der einen Seite. Landidylle mit Kuschelrock und satten grünen Wiesen auf der anderen. So richtig geht das alles nicht zusammen. Auch in Sachen Story. Die mäandert nämlich ziellos durch die Gegend und scheint nie so recht zu wissen, wo es nun eigentlich hingehen soll.

Anstelle von beinharter Kerle-Action, wie sie der im Nachhinein wenig treffende deutsche Titel verspricht, schaut man also den Protagonisten mehr beim Kuhscheiße-Schippen, Traktorbeladen und Biertrinken zu, anstelle sie beim Bodycount-Anheizen anzufeuern. Spannung hat es in der Folge keine. Das Tempo könnte kaum langsamer daherkommen. Und vor Langeweile ist man bei „Roadblock – Too Hard To Die“ auch nicht gefeit.

Zumindest sieht der Film in der ländlichen Umgebung halbwegs gut aus und kann mit seinen auf einmal ziemlich geleckt wirkenden Bildern den trostlosen und armseligen Einstieg wettmachen. Zugute halten muss man dem Beginn, dass er wenigstens eine Actionszene zu bieten hat, die mit einer Explosion, einem Carstunt und ein paar netten „Stuntman fällt irgendwo runter“-Stunts zumindest ansatzweise etwas Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen wusste.

Die nächste Actionszene ist zu diesem Zeitpunkt knapp 75 Minuten entfernt und stellt den Showdown dar. Der ist deutlich aufwändiger geraten, hat Explosionen, Schießereien, blutige Einschüsse und etwas mehr Hektik zu bieten und geht zumindest ansatzweise in Ordnung. Die besten Szenen hat hier definitiv Michael Madsen („The Hateful 8“), der als Kleinstadtsheriff mal eben alles abräumt, was man(n) abräumen kann.

Ansonsten hat Madsen als Burl ein paar wunderbar seltsame Auftritte: Mal besoffen, mal bescheuert, mal Terminator. Alles drin. So richtig Bock hatte er auf den Film aber nicht. Er ist ja ein Meister darin, den Zuschauer das spüren zu lassen. Dagegen macht Jeff Fahey („Operation Rogue“) als Danny einen deutlich besseren Job, wenngleich man auch ihm anmerkt, dass dieser Film nun wahrlich nie dazu gedacht war, ein Highlight in seiner Biografie zu werden.

Als sein bester Kumpel Ziggy ist James Russo („Code of Honor“) an Bord, der immer wieder recht unmotiviert zwischen kumpelhaft und asozial hin und herswitcht und dabei genauso hilflos wirkt, wie der Film an sich. Als Finanzchef Mo ist Gary Busey („Bulletproof – Der Tiger 2“) dabei, der es im Grunde am besten gelöst hat: Er darf sich durch seine wenigen Auftritte chargieren und dabei eine gut gebaute Blondine ankrabbeln, die auch immer wieder blankzieht. So blieben ihm die Dreharbeiten sicherlich in guter Erinnerung. Albert Pyun Regular Tim Thomerson („Cyborg Warriors“) macht als gutmütiger Bauer gute Miene zum miesen Filmspiel und Evan Rachel Woods („Westworld“) lächelt sich mit eingefroren wirkenden Gesichtszügen durch eine verdammt frühe Rolle.

“Roadblock – Too Hard To Die”: Titel hui, Rest pfui

Was am Ende bleibt, ist ein Langweiler mit nettem deutschen Titel: „Too Hard to Die“. Das klingt schon nach Massakern, Heroic Bloodshed und übergroßen Explosionen. Davon hat es in dem eigentlichen Film allerdings nix. Der versucht lieber mit Kühen, Mähdreschern und einer Straßenparade zu punkten. Wer so etwas spannend findet, wird bei „Roadblock – Too Hard To Die“ fündig. Alle anderen können stattdessen auch einfach aus dem Fenster gucken. Der Adrenalinfaktor dürfte ungefähr gleich sein. Außer freilich vor eurem Fenster gibt es gerade Massaker, Heroic Bloodshed und übergroße Explosionen. Man weiß ja nie…

2 von 10

Die deutsche DVD von „Roadblock – Too Hard To Die“ erschien von Imperial Pictures und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten. Die DVD wirbt im Übrigen noch mit „Eiskalter Action auf heißem Asphalt“. Welchen Film das Label damit wohl meint? Aber naja, „Eiskaltes Rasenmähen auf hügeligem Acker“ kam wohl nicht so gut…

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Imperial Pictures__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__ Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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