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Terminator Rising

Originaltitel: Perfect: Android Rising__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Chris R. Notarile__Darsteller: Roberto Lombardi, Samantha Talbott, Kasey Williams, Rick Zahn, Hector De La Rosa, Dana Jesberger, Mark Hawk, Chris R. Notarile, Nick Grock, Sarah McAvoy, Andrew Roth u.a.
Terminator Rising

Androiden als Rettung der Menschheit in “Terminator Rising”

In den Jahren rund um 2049 erlebt die USA einen unfassbaren wirtschaftlichen Aufstieg. Dem Land geht es rundweg gut und es drängt alle anderen Wirtschaftsstaaten an die Wand. Das ruft freilich Neider auf den Plan. Und auch in der Bevölkerung brodelt es trotz des neuen Wohlstandes. Manche befürchten gar einen Bürgerkrieg zwischen den noch immer Armen und jenen, die von dem Aufschwung besonders begünstigt wurden. Die Regierung sucht darum nach Möglichkeiten, um das Land nach außen und nach innen vor Bedrohungen zu schützen. Projekt Genesis wird schnell zu dem erfolgversprechendsten Ansatz.

Bei Projekt Genesis dreht sich alles um Androiden, die sowohl als Verteidigungs- als auch als Abschreckungsinstanz herhalten sollen. Doch die Programmierung der Androiden gerät einen Tacken zu perfekt. Und so hält sich bald einer der Prototypen für ein denkendes und empfindendes Wesen. Als die Maschine Amok läuft, tötet sie die Frau ihres eigenen Schöpfers und richtet unter diversen Militärs ein Blutbad an. Das Projekt wird ausgesetzt und der befürchtete Bürgerkrieg bricht aus. Zehn Jahre später befindet sich das Land noch immer im Ausnahmezustand. Der Schöpfer der ersten Androiden war in dieser Zeit aber nicht untätig und hat eine neue, eine noch bessere Version der Kampfeinheiten ausgetüftelt. Als der Prototyp der neuen Androiden-Generation seinen ersten Einsatz gegen die Rebellen hat, wird er festgesetzt und umprogrammiert. Erneut bricht sich in dem Androiden der Glaube Bahn, dass er zu Emotionen fähig sei…

Terminator Rising

Solche Androiden lasse ich mir gerne gefallen!

Universal Soldier“, „Blade Runner“, „Terminator“, „Robocop“,… Die Liste der Filme, deren Ideen sich „Terminator Rising“ bedient, ist lang. Und natürlich könnte es wesentlich schlechtere Filme geben, bei denen man sich für eine Story rund um killende und empfindende Maschinenmenschen bedient. Blöderweise hat „Terminator Rising“ aber nicht eine einzige eigenständige Idee, die den Film irgendwie von ihren Vorbildern abheben würde. Dennoch ist die Story bei weitem nicht das größte Problemfeld des Filmes. Ganz im Gegenteil, entfaltet sie sich doch erst allmählich vor den Augen des Zuschauers und lässt ihn immer weiter in die aufgespannte Zukunftsvision eintauchen. Besondere Spannung kommt dabei aber leider zu keinem Zeitpunkt auf und auch diverse Möglichkeiten zur Dramatisierung des Stoffes verstreichen ungenutzt. Beispielsweise hinterfragen die Androiden ihr Tun niemals und scheinen gar kein Interesse daran zu haben, zu ergründen, was ihre kolportierte Menschlichkeit oder Emotionalität eigentlich genau ausmacht. Auch die Tatsache, dass Android Nummer zwei ein exaktes Abbild der ermordeten Frau des Androiden-Schöpfers ist, ist dem Film nur eine beiläufige Erwähnung wert. Hier wird wirklich gar nichts tiefgehend beleuchtet. Und so kommt beim Zuschauer vor allem gegen Ende, das nach knapp 70 Minuten ein wenig zu überhastet auf den Zuschauer einstürmt, mehr und mehr der Eindruck auf, dass vor allem storytechnisch einiges Mehr möglich gewesen wäre.

In Sachen technischer Umsetzung muss man immer berücksichtigen, dass „Terminator Rising“ nicht viel mehr als 17 000 Dollar gekostet haben soll. Und das sieht man freilich auch. Das wohlhabende, erstarkende Amerika sieht aus wie die letzte Hinterhofkloake, die Innenraum-Settings sind äußerst sparsam eingerichtet und nirgendwo sieht man Ausstattungselemente, die tatsächlich an eine Zukunftsvision erinnern. Die in den billigen Sets steigende Action ist eher langweiliger Natur. Die Fightszenen sind extrem mies choreographiert, was auch daran liegen dürfte, dass keiner der Darsteller über irgendeinen Kampfsporthintergrund verfügt. Vor allem die Bewegungen des verbesserten Androiden-Modells sind in den Kampfsequenzen richtig ungelenk. In den Ballerszenen kommen dann die meisten CGI-Effekte des Filmes zum Tragen: Das heißt CGI Blut satt. Dessen Kompositing ist derart schlecht geraten, dass das Blut wirkt, als würde es über den Opfern schweben! Ein weiterer trauriger CGI-Shot dreht sich um eine lachhaft animierte Riesenexplosion. Die Androiden werden btw. durchweg von Menschen gespielt. Man sieht nicht ein einziges Mal ihr mechanisches Innenleben. Es gibt nicht einmal Maskeneffekte, die ansatzweise zeigen, wie die Androiden im Inneren aussehen könnten.

Terminator Rising

Bäm!

Leider ist die Kamera sowohl bei den Sets als auch in der Action nicht in der Lage, die Defizite irgendwie zu über- spielen. Die Kamera wirkt beständig, als würde sie den Charakteren schlichtweg zu nah auf der Pelle kleben. Die Bilder sind trostlos, langweilig und schmucklos. Und die Musik ist ein uninspirierter Mix aus Heavy Metal Krach (man muss es leider wirklich so sagen) und einigen ganz okayen elektronischen Sound- pieces.

Was aber mit am Nachhaltigsten in Erinnerung bleibt, sind die schlechten Darsteller. Eigentlich wären alle geeignet, um die Androiden zu spielen, so stocksteif stehen die meisten „Schauspieler“ in der Gegend herum. Und so kann man fazitatorisch eigentlich nur mit der alten Weisheit schließen, dass wenig Budget per se noch lange nicht bedeutet, dass der entstandene Film schlecht sein muss. Doch um ein mageres Budget auszugleichen, braucht es mehr als zig zitierte Filmklassiker. Es braucht Ideen, Begeisterung und Motivation satt vor und hinter der Kamera. Doch von all diesen Tugenden spürt man bei „Terminator Rising“, der im Original mit „Perfect: Android Rising“ auch keinen deutlich besseren Titel abbekommen hat, nicht viel. Im Grunde weiß eigentlich nur die Geschichte des Filmes halbwegs zu gefallen. Doch bereits die technische Umsetzung derselben erdet „Terminator Rising“ brachial…

Die deutsche DVD / Blu-ray ist seit 4. September 2014 im deutschen Handel erhältlich und kommt von dem Label Sunfilm/Tiberius Film. Der Film ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm, Tiberius Film__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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