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The Asian Connection

Originaltitel: The Asian Connection__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2016__Regie: Daniel Zirilli__Darsteller: Steven Seagal, Michael Jai White, Ron Smoorenburg, Damon Whitaker, Natalie Lorence, Sahajak Boonthanakit, John Edward Lee, Byron Gibson, Pim Bubear u.a.
The Asian Connection

Prominenter Platz auf dem Cover, nur wenige Auftritte im Film: Steven Seagal in “The Asian Connection”.

Sam und Jack sind in Kambodscha unterwegs, um eine kleine Bank in einem Kuhkaff zu überfallen. Der Raub verläuft absolut reibungslos und die Beute, mit der sie gen Thailand fliehen, ist erstaunlich reichhaltig. Was sie nicht ahnen: Sie haben ein Gelddepot des Drogendealers Gan Sirankiri ausgenommen. Und der will sein Geld natürlich zurück. Mit Zins und Zinseszins.

Diese Aufgabe legt er vertrauensvoll in die Hände seiner rechten Hand Niran. Doch der entpuppt sich als Mann mit eigenen Plänen. Er setzt Sam und Jack unter Druck, weitere Banken zu überfallen, in denen Gan seine Millionen hortet. Dazu gibt er den beiden Bescheid, wann die Banken am prallsten gefüllt sind und das Risiko gleichzeitig am niedrigsten ist. Spuren die beiden nicht, will Niran Jacks Freundin Avalon um die Ecke bringen.

Die beiden Gelegenheitsräuber fügen sich in ihr Schicksal, bis Sam eines Tages bei einem Job das Zeitliche segnet. Jack beschließt nun, in die Offensive zu gehen und Niran eine ordentliche Abreibung zu verpassen…

Schlägt man bei Wikipedia und Co. den Begriff „repetitiv“ nach, sollte da mindestens ein Link zum Trailer von „The Asian Connection“ hinterlegt sein. Denn die von Schauspieler Tom Sizemore („Das Relikt“) mitverfasste Story von „The Asian Connection“ ist so dünn, dass sich diverse Abläufe bis zum Erbrechen wiederholen müssen, um den Film auch nur ansatzweise am Laufen zu halten. Das Schema ist dabei simpel: Jack labert mit Avalon, Banküberfall, Niran droht, Jack labert mit Avalon, Banküberfall, Niran droht, Jack… ich denke, ihr wisst, was jetzt kommt.

Dazu gesellt sich eine süßliche Naivität, die inklusive Prolog und Epilog beinahe glauben machen zu wollen scheint, man schaue hier einer Art Actionmärchen zu. Das wäre prinzipiell gar nicht uninteressant, aber das Drehbuch schafft es nicht einmal ansatzweise, dieser Räuberpistole irgendwas Märchenhaftes mitzugeben. Stattdessen macht sich mit zunehmender Laufzeit ordentlich Langeweile breit. Hinzu kommt, dass die Helden so luschig und öde gezeichnet sind, dass der Zuschauer sich nie in die Story hineingezogen fühlt und vor allem die Dynamik unter den Figuren niemals nachvollziehen kann. Was etwa sexy Avalon von Flachzange Jack will… man(n) weiß es nicht. Und Steven Seagals Lump Gan darf niemals richtig fies sein. So schaut man arg unbeteiligt dem immer gleichen Treiben zu und richtet mehr als einmal den Blick gen Armbanduhr…

The Asian Connection

Lecker Pim Bubear als Avalon.

Was einige Zeit über diverse Story-Stolpersteine hinwegzutrösten vermag, ist das Asia-Setting des Streifens. „The Asian Connection“ liefert ein paar unverbrauchte Schauplätze ab, die allesamt nicht sonderlich spektakulär oder exotisch anmuten, aber trotzdem eine nette Atmosphäre versprühen und jeder Großstadt-B-Nummer eine lange Nase drehen. Leider wiederholen sich aber die Schauplätze ebenso oft wie die Storybausteine. Und irgendwann düdelt unter jedem Schauplatz auch die vollkommen gleiche, abgeranzte Musik.

Leider hält sich der Film lange Zeit auch mit Action weitgehend zurück. Bei den Banküberfällen darf Sam immer mal wieder einen Schuss abfeuern, wirkliche Actionszenarios entspannen sich so aber nicht. Erst etwa auf der Hälfte des Filmes steigt dann die erste große Actionszene. Diese mutet dann direkt zu lang an und will trotz Großkalibergeballers auf einer Ortsstraße nicht so richtig durchstarten. Zudem fallen blöde CGI-Treffereffekte an Opfern und Umgebung auf. Nur selten platzen echte Blutbeutel.

The Asian Connection

Steven Seagal wird zur Action gefahren…

In Richtung Showdown steigt dann eine weitere größer angelegte Actionszene, die ebenfalls ungünstig zerdehnt wirkt und jedweden Spektakelwert missen lässt. Steven Seagal („Code of Honor“), der mal wieder vornehmlich mit langen schwarzen Klamotten, Bandana und Sonnenbrille seine insgesamt wenigen und recht kurzen Filmauftritte bestreitet, hat an der Action kaum Anteil. In einer Szene darf er mal die Arme kreisen lassen und in einer weiteren kurz ballern, mit Action im eigentlichen Sinne hat all das aber nicht viel zu tun. Darstellerisch merkt man nicht wirklich, dass er diesmal einen Lump spielt, denn Vokabular und Verhaltensweisen entsprechen dem normalem Seagal-Standard, den er auch als Agent Sowieso von Behörde Trulala bei seinen Heldennummern abspult.

Den blassen Helden gibt John Edward Lee („Bad Country“), der als Jack ab und an linkischen Charme versprüht, im Großen und Ganzen aber einfach nicht wirklich funktionieren mag. Seine Perle wird von lecker Pim Bubear („The Man with the Iron Fists 2“) gegeben, deren Verhaltensweisen und Entscheidungen aber niemals logisch erklärbar wirken. Sahajak Boonthanakit („Zero Tolerance“) macht als Niran einen ordentlichen Job, hätte aber wie Seagal schlicht und ergreifend mehr Szenen gebraucht, um einen glaubhaften Lump zu entwerfen.

The Asian Connection

Michael Jai White hat leider nur einen Miniauftritt abbekommen.

Michael Jai White („The Fighters 3: No Surrender“) dagegen hat leider nur einen winzigen Auftritt als Waffenhändler. Dieser ist weder sonderlich pointiert noch irgendwie aufregend geraten und hätte es die Szene nicht in den Film geschafft, niemand würde sie vermissen. Welch Verschwendung, vor allem, wenn man bedenkt, wie sehr die Action des Filmes lahmt…

Kurzum: Wer gehofft hat, dass ein neuerlicher Ausflug Seagals gen Asien für ein kleines Hoch in seiner Spätkarriere hätte sorgen können (siehe etwa „Belly of the Beast“), der sieht sich nach endlos langen, handlungstechnisch in einer Art Schleife festhängenden 90 Minuten komplett getäuscht. Und obwohl Seagal mal wieder wenig engagiert wirkt, liegen die eigentlichen Gründe fürs Scheitern in dem vergeigten Drehbuch, der mauen Action und dem immer wieder gnadenlos verschleppten Tempo. Der verschenkte Auftritt von Michael Jai White ist ein weiterer echter Grund zum Ärgern. Zumindest kann man Regisseur Daniel Zirilli („Locked Down“) zugute halten, dass er mit seinen Kameraleuten, darunter Wych Kaosayananda (der mit seinen Regieprojekten wie „Tekken 2“ und „Zero Tolerance“ nie wirklich Glück hatte), zumindest für einige sehr nette Bilder sorgt und das asiatische Setting per se hübsch anzusehen ist. Wenngleich auch daraus bei Weitem nicht das Optimum herausgeholt wird.

3 von 10

In Großbritannien erschien der Film von dem Label Soda Pictures auf DVD und ist mit einer Freigabe ab 15 ungeschnitten. Über eine Veröffentlichung in Deutschland ist mir aktuell (Stand: VÖ des Reviews) nichts bekannt.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label der UK-Veröffentlichung: Soda Pictures__Freigabe: ab 15__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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