| Originaltitel: The Wrecking Crew__Herstellungsland: USA, Neuseeland__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Angel Manuel Soto__Darsteller: Dave Bautista, Jason Momoa, Claes Bang, Temuera Morrison, Jacob Batalon, Frankie Adams, Miyavi, Stephen Root, Morena Baccarin, David Hekili Kenui Bell, Mark R Black u.a. |

Jason Momoa und Dave Bautista sind „The Wrecking Crew“.
Walter Hale wurde bei einem vermeintlichen Unfall auf der hawaiianischen Insel Oahu getötet. Sein Sohn James bestätigt im örtlichen Polizeirevier die Identität des toten Körpers. James‘ Ehefrau informiert seinen Halbbruder Jonny über das Ableben des gemeinsamen Vaters. James und Jonny haben eine schwierige Beziehung. Diese liegt vollkommen im Argen, seit Jonny vor Ewigkeiten Hawaii verließ und nach Oklahoma zog, wo er aktuell als Polizist in einem Reservat arbeitet.
Während James in Hawaii der offiziellen Geschichte vom Unfall mit Fahrerflucht als Todesursache glaubt, kommen Jonny schnell Zweifel. Denn er wird in seinem Haus von Yakuzas attackiert, die ein ominöses Paket von ihm fordern, das Walter ihm geschickt habe. Jonnys Neugier ist geweckt. Er folgt der Einladung von James‘ Frau zu der Beerdigung Walters.
Hier brechen die alten Konflikte zwischen Jonny und James schnell wieder auf. Doch parallel muss vor allem Jonny schnell feststellen, dass der Tod seines Vaters größere Bedeutung hat. Irgendwann erkennt auch sein als Navy Seal tätiger Bruder, dass es auf Oahu gewaltig stinkt. Gemeinsam decken sie eine Verschwörung auf, die in höchste Kreise reicht und wie gewohnt reiche Lumpen noch reicher machen soll.
Jason Momoa und Dave Bautista als grantelnde Halbbrüder in flotter Action
Durch den von den beiden Hauptdarstellern Dave Bautista („Afterburn“) und Jason Momoa („Aquaman“) auch produzierten „The Wrecking Crew“ wehen weithin spürbar Buddy-Movie-Vibes. Vor allem die Bad Boys sowie Riggs und Murtaugh scheinen es Regie und Drehbuch angetan zu haben. Denn hier wie dort gibt es sowohl einen steifen, regelbasierten Familienvater, der eine Menge zu verlieren hat, als auch ein in sein Leben plumpsendes Gegenstück, das dem Alkohol ebensowenig abgeneigt ist wie schönen Frauen und das auf Regeln und Vorschriften trotz seines Jobs als Cop einen Scheiß gibt.
Und Dave Bautista als Familienvater und Jason Momoa als Regelbrecher haben eine ähnlich gute Chemie wie Martin Lawrence und Will Smith oder Mel Gibson und Danny Glover in ihren Vorbildrollen. Wobei sich „The Wrecking Crew“ zunächst vornehmlich an Jason Momoas Figur des Cops heftet. Was auch nicht verwundert, ist dieser Charakter doch besser zur Spurensuche geeignet und in dieser geschult. Dave Bautista ist in dieser Phase ein wenig dazu verurteilt, den Stichwortgeber zu spielen und vor allem auf die Rivalität der Halbbrüder untereinander einzuzahlen. Was aber sehr gut funktioniert.
Ihr seht aus, als hätte The Rock sich selbst gevögelt und Zwillinge bekommen.
(Pika über Jonny und James)
Welche Probleme die beiden miteinander haben, dröselt das Drehbuch von Jonathan Tropper („Banshee“) ebenso beiläufig auf wie die eigentliche Story hinter dem Film. An der Seite beider Charaktere entdeckt der Zuschauer so ganz allmählich die Story und hat dabei seinen Spaß. Dabei erwarten einen keine großen Überraschungen. 1 und 1 sind hier schnell zusammengezählt, zumal vieles in vertrauten, aber niemals langweiligen Bahnen verläuft.

Jason Momoa und Dave Bautista ermitteln auf Hawaii. Copyright: Amazon Content Services LLC.
Das Gefrotzel der beiden Halbbrüder ist großartig und ihre beiden Darsteller wurden absolut ideal besetzt – sprich typgerecht und ohne großartige Experimente. Flankiert werden sie von netten Nebenfiguren wie dem von Jacob Batalon („Spider-Man: Homecoming“) gespielten „Assistenten“ Pika und dem absolut großartigen Stephen Root („Heads of State“) als Detective Rennert. Auch die von Morena Baccarin („Deadpool“) gegebene Valentina, mithin Love Interest von Jonny und sowohl fit in IT-Angelegenheiten als auch Wahnsinnsfahrerin, funktioniert prächtig. Allen positiv besetzten Figuren (darunter auch die Darsteller von James‘ Familie) folgt man gerne durch den nicht sonderlich komplizierten und angenehm rund aufgelösten Plot.
Der hat eigentlich nur eine echte Schwachstelle: Seine Fieswichter kommen nie so wirklich im Film an. Der Oberlump wird von Claes Bang („The Northman“) gegeben, der in keiner Szene bedrohlich rüberkommt. Und den man als Lump auch aufgrund seiner optischen Präsentation niemals ernstnehmen kann. Der von Bang gegebene Marcus Robichaux arbeitet mit der Yakuza zusammen. Die bleibt im Großen und Ganzen zwar auch gesichtslos, hat allerdings zumindest mit dem von Miyavi („Kate“) gespielten Nakamura einen schillernden Anführer. Leider darf der aber auch nicht formvollendet durchstarten.
Durchstarten darf dafür die Action in insgesamt vier größeren Einlagen. In Szene Nummer eins legen sich drei Yakuzas mit Jason Momoa an. Das hat Witz und Schmiss, ist klasse choreographiert und wird von Gareth Evans‘ Stammkameramann Matt Flannery („The Raid 2“) absolut überzeugend in Szene gesetzt – mal an länger währenden Einstellungen, mal schneller geschnitten. Dabei steigert sich die Szene immer mehr, auch und vor allem in Sachen Gewalt, nur um in wirklich derben Finishern zu enden. „The Wrecking Crew“ macht hier früh klar, dass es fortan rüde zugehen wird.

Jonny (links) und James sind kurz vorm Verzweifeln. Copyright: Amazon Content Services LLC.
Das unterstreicht Actionszene Nummer zwei eindrücklich. Derbe Headshots wechseln sich hier ab mit erstaunlich beiläufig zelebrierten Collateral-Schäden, die dem Film eine arg kaltschnäuzige Attitüde verpassen. Ein knalliges Finish mit cooler Stuntarbeit rundet die Szene gekonnt ab.
Szene Nummer drei ist dann die große Spektakelszene des Filmes. Auf einem Highway darf es amtlichst krachen. Karren rasen ineinander, überschlagen sich und explodieren. Ein Helikopter sorgt für zusätzliches Chaos. Nebenher setzt es irre Stunts, wenn ein Lump mit einem Arm an der Karre unserer Helden hängt und hier die Schwerkräfte auf ihn einwirken, bis der Arm abreißt. Wie gesagt, „The Wrecking Crew“ mag es rüde.
Die Szene wird von Sekunde zu Sekunde immer abgedrehter und größer und mündet in eine Big-Bang-Szenerie, die prinzipiell genial kracht, aber auch schnell als reichlich überbordender CGI-Bombast enttarnt ist. Trotzdem haut die Szene ordentlich rein. Nur über den hier ebenfalls wild nach oben drehenden Collateral-Schäden-Bodycount mag man gar nicht nachdenken. Wenn die Helden dann ihr Überleben ein wenig arg prollig bejubeln, hat der Film tatsächlich einen echten zynischen Höhepunkt, der meines Erachtens so nicht wirklich intendiert war.

Jonny (links) und James sind sich lange Zeit nicht grün. Copyright: Amazon Content Services LLC.
Danach geht man für den Showdown wieder einige Schritte zurück. Unsere Helden fahren nun oldschool durch die Lumpenschar und nehmen sie vornehmlich mit Knarren aus dem Spiel. Der Bodycount dreht schnell hoch, der Gewaltgrad bleibt auf einem hohen Niveau und mit einer lange Zeit als One Shot gereichten Hommage an den Hammerkampf in „Oldboy“ geht der Film choreographisch richtig steil. Wenn Dave Bautista hier mit Knarren sowie Hieb- und Stichwaffen loslegt, schlackern dem Actionfan die Ohren.
Alles mündet in zwei Mano-a-Mano-Duelle, bei denen der Stunt-Koordinator Jon Valera („Atomic Blonde“) noch einmal richtig einen raushaut. Vor allem der Fight zwischen Dave Bautista und Miyavi, der mit traditionellen Waffen der Hawaiianer ausgetragen wird, haut richtig rein.
Auch abseits der Action ist „The Wrecking Crew“ sauber in Szene gesetzt. Dabei werden auch den zuletzt vor allem in Fernsehserien arg oft bebilderten Settings auf Hawaii ein paar unbekannte Seiten abgerungen. So darf auch hier Urlaubsstimmung und Fernweh aufkommen. Die Musikuntermalung gerät immer stimmig und setzt angenehm oft auf bekannte Songs von Bands und Künstlern wie ZZ Top, Guns N‘ Roses oder Phil Collins.
„The Wrecking Crew“ sorgt für unterhaltsame Actionkost
Der von Regisseur Angel Manuel Soto („Blue Beetle“) in Szene gesetzte „The Wrecking Crew“ erfindet ganz sicher nicht das Genre der Buddy-Movie-Actionkomödie neu. Muss er auch nicht, solange er deren Schematas so gekonnt und vor allem unterhaltsam bedient, wie es hier passiert. Die größten Pfunde zum Gelingen des Filmes tragen die durchweg spielfreudigen Darsteller und dabei vor allem die beiden relaxten Leads Bautista und Momoa bei. Beide hauen grandios dumme Sprüche raus, geben dem Affen so richtig Zucker und sparen auch nicht mit Selbstironie.
Die drumherum steigende Story speist sich aus hinlänglich bekannten Motiven, fährt einen guten und vor allem funktionierenden Humor auf und hält die fetzigen und in Teilen erstaunlich harten Actionszenen zusammen. Die größte Spektakelszene haut dabei amtlich einen raus, ist zugleich aber in Teilen nicht so schön anzusehen, da nicht jeder Effekt sitzt. Da machen die drei restlichen größeren Actioneinlagen mit ihrem geerdeten Ansatz insgesamt mehr Laune.
Ein echter Minuspunkt sind die wenig präsenten Bösewichter. Die werden von der Momoa-Bautista-Buddy-Show hart erwischt und knallhart an die Wand gedrückt. Vor allem Claes Bang zündet als Oberlump überhaupt nicht. Dabei hätte ein wirklich extrem fieser, vielleicht sogar ins Chargieren verfallender Bösewicht der Spannung des Filmes absolut nicht geschadet. Auch eine oder sogar zwei Actionszenen mehr hätten dem 120 Minuten Spektakel gut gestanden. Trotzdem: „The Wrecking Crew“ macht richtig Spaß, ist kurzweilig und angenehm unterhaltsam und nimmt sich selbst nie zu ernst.
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Über eine physische deutsche Veröffentlichung zum Film ist mir nichts bekannt. Der Film, der im Kino garantiert viel Spaß gemacht hätte, landete am 28. Januar 2026 bei Prime Video. Hier wird er mit einer Freigabe ab 16 bereitgestellt. Ich könnte mir vorstellen, dass die FSK aufgrund der zahlreichen Collateral-Schäden und einiger derber Szenen nicht ganz so gnädig wäre.
In diesem Sinne:
freeman
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