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Thunderclap – Terminator Woman

Originaltitel: Terminator Woman__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__Regie: Michel Qissi__Darsteller: Jerry Trimble, Karen Sheperd, Michel Qissi, Ashley Hayden, Ted Le Plat, Siphiwe Mlangeni, Len Sparrowhawk, Kimberleigh Stark, Graham Clarke u.a.
Jerry Trimble kickt in Thunderclap – Terminator Woman

Jerry Trimble kickt in Thunderclap – Terminator Woman.

Michel Qissi war nicht nur einer der Lieblingsgegner von Jean-Claude Van Damme („Karate Tiger 3“, „Leon“, „The Order“), er war auch ein früher Freund und Wegbegleiter des Belgiers. Und wie Van Damme trieb auch Qissi die Liebe zum Actionfilm um. Der große Durchbruch blieb ihm zwar versagt, aber er ist bis heute als Darsteller aktiv und hat in seiner Filmkarriere auch eigene Actioner auf den Weg gebracht. Darunter auch „Thunderclap – Terminator Woman“.

Dieser erzählt von den Cops Jay und Julie, die einen Typ namens Marsales nach Südafrika eskortieren. Marsales arbeitete einst für den zwielichtigen Geschäftsmann Gatelee und schaffte dabei Millionen an Dollar in Form eines Goldschatzes zur Seite. Diesen Schatz wollen freilich die südafrikanischen Behörden ebenso in die Finger bekommen wie Gatelee.

Früh nach ihrer Ankunft werden die beiden Cops von diversen Lumpen attackiert, die Marsales schnappen und ausquetschen wollen. Doch das schlagkräftige Team weiß sich immer wieder zu behaupten. Doch irgendwann haben Gatelees Männer Erfolg. Es gelingt ihnen, Julie zu entführen und Jay so mehr und mehr unter Druck zu setzen. Doch Jay denkt gar nicht daran, klein beizugeben.

Schaut in den Actionfilm mit Jerry Trimble hinein

„Thunderclap“ kann nicht von sich behaupten, eine sonderlich aufregende oder komplexe Geschichte zu erzählen. Stattdessen ist er bemüht, seine wenigen Storyfetzen mit ordentlich Tempo vorzutragen. Das gelingt lange Zeit auch recht gut, bis das Drehbuch beschließt, die Helden zu trennen. Wer meint, dass der Film dank nun gleich zwei Storysträngen noch flotter werden würde, sieht sich leider alsbald getäuscht. Gefühlt geht dem Film ausgerechnet in dieser Phase die Story aus.

Der Actioner wirkt auserzählt und alles, was er jetzt noch an Entwicklungen aufzubieten vermag, fühlt sich durchgehend wie eine Ansammlung von Showstoppern an. Es ist klar, worauf der Film hinausläuft und man spürt, dass da keine Überraschungen oder ähnliches mehr warten. Entsprechend schleppt sich „Thunderclap“ bis zum Showdown.

Zum Glück wirft Qissi immer mal wieder von ihm selbst choreografierte und später auch montierte Fights in den Ring, damit der Zuschauer nicht vollends das Interesse verliert. Dabei kann sich Qissi voll und ganz auf sein Personal verlassen. Jerry Trimble („Live by the Fist“) feuert als Jay in seinen Fights derart schnell zahlreiche Sprungkicks ab, dass man schon beim Zuschauen Schnappatmung bekommt. Und Karen Sheperd („Operation Golden Phoenix“) darf ebenfalls zeigen, was sie an athletischen Moves auf dem Kasten hat.

Zudem hat Qissi ein gutes Auge für seine Action und setzt immer mal wieder auf kleine Nicklichkeiten, die rundweg zünden. Da werden Kontrahenten aufgespießt oder aus hoch gelegenen Fenstern geschmissen, Gelenke werden ausgekugelt und Knochen gebrochen. Und Julie darf als Finisher meist einen extrem fiesen Hieb oder Tritt in die Familienjuwelen abfeuern. Wird geballert, setzt es immer wieder blutige Ein- und Durchschüsse. Ein Treffer mit einer Pumpgun darf ordentlichst suppen.

Hier und da steht die Kamera bei den Fights nicht ganz optimal und entlarvt so manchen Kick als abgestoppt oder am Gesicht vorbeigezirkelt, insgesamt fühlt sich die Action aber sehr rund an, ist gut über den Film verteilt und vermag sich in den Schauwerten auch zu steigern. Etwas schade ist, dass Jay und Julie erst spät konsequenter (sprich tödlich) hinlangen dürfen, weshalb gefühlt bei jeder Szene das gleiche Kroppzeug aufläuft, um sich eine Portion Fratzengeballertes abzuholen.

Darstellerisch liefern Trimble und Sheperd gut ab. Vor allem die gemeinsamen Szenen, in denen viel geflirtet und geneckt wird, machen Laune und transportieren einen guten Humor. Nach der Trennung der beiden Cops gerät Jay an einen Jungen namens Charlie. Mit dessen Darsteller Siphiwe Mlangeni hat Trimble eine irre gute Chemie und kommt megasympathisch rüber.

Als Gatelee ist im Übrigen Regisseur Michel Qissi („Bloodchamp“) zu erleben. Der lässt sich selbst gerne mal böse mit den Augen funkeln, wirkt in seiner Actionszene aber deutlich selbstsicherer als in den Spielszenen. Viel Spaß machte mir persönlich Ashley Hayden mit ihrer etwas billig angelegten Interpretation einer Femme Fatale.

Optisch gewinnt der Film durch seinen damals sehr unverbrauchten Schauplatz Südafrika, holt hier aber nicht genug heraus. „Thunderclap“ hätte gerne mehr Flair und Folklore des Drehortes atmen dürfen. Die Kameraarbeit ist mehr als solide. Optisch sehr beeindruckend gerät eine Kata von Karen Sheperd an einem Lagerfeuer. Die Schauplätze des Streifens muten leider wenig interessant an. Auch die Action wird an eher unspektakulären Orten gezündet. Schade.

„Thunderclap“ bietet solide Kickeraction

Der Streifen von Michel Qissi mit Jerry Trimble und Karen Sheperd bietet genau das, was die Namen versprechen: Amtlich Fratzengeballer an dünner, nicht belastender Story. Leider läuft diese im Mittelteil derart ins Leere, dass sie in ihrer simplen Geradlinigkeit dem Film eher schadet als nützt, weil das Spannungslevel in der Phase doch gewaltig absackt und die Fights, wie bereits erwähnt, immer etwas zu konsequenzlos bleiben müssen. In Richtung Finale fängt sich der Film wieder und bietet einen hübschen Dauerkick-Showdown, der mit rüdem Finish zufriedenzustellen vermag.

6 von 10

„Thunderclap“ war in unseren Breiten bislang immer geschnitten – und zwar heftig. Mr. Banker Films schaffte dem Abhilfe und veröffentlichte eine ungeschnitten ab 18 freigegebene DVD. Diese hatte eine okaye VHS als Master und ist in den bislang geschnittenen Szenen deutsch untertitelt.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Mr. Banker Films__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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