Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Last Bullet – Showdown der Auftragskiller

Originaltitel: One in the Chamber__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: William Kaufman__Darsteller: Dolph Lundgren, Cuba Gooding Jr., Claudia Bassols, Billy Murray, Leo Gregory, Louis Mandylor, Andrew Bicknell, Lia Sinchevici, Alin Panc u.a.
Last Bullet

Cuba Gooding Jr. trifft auf Dolph Lundgren in “Last Bullet”

Obwohl „The Hit List“ ein Rückschritt zu William Kaufmans famosem „Sinners and Saints“ war, drehte der Regisseur mit identischem Hauptdarsteller „One in the Chamber“, seinen neuesten B-Actionreißer.

Wieder einmal geht es dem Budget zuliebe in den Ostblock, der zumindest den Ostblock darstellen soll, auch wenn der Handlungsort Prag von Bukarest gedoubelt wird. Prag ist auch der Ort, an dem der Profikiller Ray Carver (Cuba Gooding Jr.) wohnt. Im Auftrag einer rivalisierenden Gangsterfamilie soll er den Boss und den Unterboss einer Gang ermorden – die derzeit beliebten Namenseinblendungen stellen kurz die Big Player der Prager Unterwelt vor, danach holzt Carver auch schon mit dicker Wumme los, doch Unterboss Demyan Ivanov (Louis Mandylor) entkommt, da Ray Skrupel hat, eine Frau zu erschießen, die Ivanov als Schutzschild nutzt (will heißen: er ist der Killer mit dem Gewissen, der Gute unter den Verbrechern).

Carvers Auftraggeber sind mit der halb gemachten Arbeit unzufrieden – nicht zuletzt, da Ivanov Vergeltung übt. Also heuern sie Aleksey Andreev (Dolph Lundgren), auch bekannt als ’The Wolf, an, der den Job beenden soll.

Last Bullet

Cuba Gooding als Profikiller in William Kaufmans “Last Bullet”

„One in the Chamber“ spielt mit den Lebensentwürfen beider Killer: Carver ist ein stiller Eigenbrödler, dessen Figur Noir-Anleihen besitzt, dem ein früherer Auftrag in den Knochen sitzt und der heimlich Janice Knowles (Claudia Bassols) folgt – wobei der erfahrene Zuschauer sich schon zusammenreimen kann, warum. Andreev auf der anderen Seite hat ein Faible für schrille Hemden, ein polterndes Auftreten und ist als Lebemann das genaue Gegenstück zu Carver.

Es wird allerdings noch komplizierter: Während Andreev die Reihen von Ivanovs Leuten lichtet, setzt dieser den in Ungnade gefallenen Carver auf dessen ehemalige Auftraggeber an. Es kommt zum Duell der Profikiller…

Last Bullet

Dolph mal ohne Hawaiihemd …

Ästhetisch ist „One in the Chamber“ nicht ganz so ansprechend wie „Sinners and Saints“, zu ausgelutscht ist der Ostblock als Setting, obwohl Kaufman dem Schauplatz immer noch mehr abgewinnt als ein Yossi Wein oder ein Mark Roper. Gemessen an seinem Budget kommt „One in the Chamber“ durchaus stylisch daher. Der leichte Noir-Einschlag und der für Film-Profikiller typische Schwermut, den Carver zur Schau trägt, verleihen dem Film noch etwas mehr an Flair. Obendrein weiß „One in the Chamber“ aus dem Kontrast der unterschiedlichen Profikiller ein wenig Profit zu schlagen, wobei man allerdings besser keine zu ausgefeilte Psychologie in der Figurenzeichnung erwartet.

Doch „One in the Chamber“ ist ein erfrischend temporeicher Reißer, dessen Protagonisten schnell schalten und schnell handeln, was dem Film nur gut tut, da er die etwas dünne Geschichte von den Bandenkriegen, in dem die Killer (anfangs) Werkzeuge sind, durch seinen Drive zu übertünchen weiß. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass sich das Duell der beiden Profimörder gegen Ende etwas anders entwickelt als man es anfangs erwartet – ein netter Twist, der den Film nicht großartig umkrempelt, aber einen Akzent zu setzen weiß. Und das ist durchaus lobenswert.

Last Bullet

Dieses Hemd haut jeden modebewussten Bäddie aus den Latschen …

In den Actionszenen dreht Kaufman dann gut auf, es gibt Feuergefechte, Nahkämpfe und (seltener) Hetzjagden in ausreichender Form. Gelegentlich fallen die Konfrontationen etwas kurz aus, doch insgesamt weiß die Actionmenge zu gefallen, die Inszenierung sowieso: Mit erfreulicher Ruppigkeit werden hier blutige Shoot-Outs, harte Prügeleien und tödliche Messerkämpfe präsentiert, die natürlich auch von den faszinierenden Figuren der übermächtigen Auftragskiller leben, gegen die die meisten Gegner chancenlos sind. Auch hier besitzt der Film nicht ganz den Drive und das Highlight-Potential von „Sinners and Saints“, präsentiert sich aber deutlich über dem Durchschnitt der Videoware.

Last Bullet

Wer wird das Duell überleben?

Mit dem spielfreudigen Dolph Lundgren, der mit markigen Sprüchen aufwartet, hat „One in the Chamber“ einen weiteren Trumpf in der Tasche, neben dem sich Cuba Gooding Jr. ganz ordentlich behauptet, aber doch nicht so richtig scheinen kann: Sein nachdenklicher Hitman ist ein Standardtopos des Genres, den er durchaus überzeugend verkörpert, aber mehr auch nicht, während Lundgren den größeren Elan mitbringt. Louis Mandylor als Schurke ist charismatisch, der Rest des Ensembles okay, wobei Claudia Bassols inmitten der Männerriege etwas unterzugehen droht.

Auch mit „One in the Chamber“ empfiehlt sich William Kaufman als kommende B-Actionhoffnung: Sein Film ist wenig originell, aber temporeich, angenehm hart und in den Hauptrollen gut besetzt, wodurch man auch das ausgelutschte Ostblockszenario gern verzeiht. Alles in allem runder als „The Hit List“, schwächer als der tolle „Sinners and Saints“, aber doch ein schöner, schnörkelloser Vertreter seines Genres.

Knappe:

Die deutsche DVD von Splendid Film ist ungekürzt mit KJ-Siegel und hat als Bonus lediglich zwei Trailer an Bord.

© McClane

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Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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