Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

Roboter, Cyborgs und Androiden im Actionfilm

Denkt man an Roboter, dann vor allem in einem Genre: Science Fiction. In entsprechenden Büchern, Comics und Filmen sind die oft hilfreichen, seltener dämonischen, oft der menschlichen Anatomie nachempfundenen Wesen zu finden. Bereits 1927 ist die künstliche Frau Maria die weibliche Hauptperson und wichtiges Handlungselement von Fritz Langs deutschem Sci-Fi-Mammutwerk „Metropolis“, in amerikanischen Sci-Fi-Klassikern wie „Forbidden Planet“ (1956) und „Der Tag, an dem die Erde stillstand“ (1951) nehmen Roboter ebenfalls zentrale Rollen ein.

Roboter und Actionfilme

Eine der kultigsten Menschmaschinen: “Robocop”. Copyright: Twentieth Century Fox

Was wäre „Star Trek – The Next Generation“ ohne seinen Androiden Data? In der „Star Wars“-Prequel-Trilogie geben Roboterarmeen nicht nur wunderbar zerlegbares Kanonenfutter ab, in „Star Wars: Episode III – Die Rache der Sith“ tritt mit General Grievous zudem ein mehrarmiger Lichtschwertfechter auf, der für eine der spektakulärsten Kampfszenen des Films sorgt. Doch neben Action und natürlich “sense of wonder” sorgen diese Wesen, gerade wenn sie höher entwickelt, äußerlich menschenähnlich und mit eigenem Bewusstsein gesegnet sind, für Fragen nach den Grenzen von Menschsein und künstlichem Leben. Etwa die Replikanten in „Blade Runner“, die zwar keine Roboter im direkten Sinne sind, als künstliche Menschen aber in eine ähnliche Sparte fallen. Tatsächlich sind die Grenzen zwischen Robotern, Cyborgs, Androiden und anderen künstlichen Wesen fließend, wie sich auch im Verlauf dieses Artikels zeigen wird. Bei manchen Robotern handelt es sich lediglich um bessere Werkzeuge, manche Cyborgs und Androiden sind ähnlich menschlich wie die Replikanten in „Blade Runner“.

Findet man derartige Wesen im Actionfilm, dann handelt es sich dabei eigentlich immer um Hybride aus Sci-Fi und Action; zwei Genres, die eine Vorliebe für bildschirmfüllende Schauwerte teilen (auch wenn sich einige Vertreter des Science-Fiction-Films bisweilen auch nüchtern und zurückgenommen mit der Thematisierung einer möglichen Zukunft begnügen), andererseits aber auch verschieden an ihr Sujet herangehen. Wo der Science-Fiction-Film gern das (heutzutage) Unmögliche bebildert und zeigt (wenn auch (pseudo)wissenschaftlich erklärt), da erwartet der Actionzuschauer eher eine (pseudo)realistische Erdung der Spektakelszenen und einen Fokus auf den physischen Leistungen seiner Protagonisten.

Gleichzeitig bilden Roboter und andere künstliche Wesen eine gute Schnittstelle zwischen beiden Genres: Zum einen repräsentieren sie in ihrer Filmform eine noch nicht dagewesene Weiterentwicklung der Robotertechnik von heute, gleichzeitig können sie die Leistungen bestimmter Helden oder Bösewichte nachvollziehbarer erklären: Wenn an RoboCop oder dem Terminator die Kugeln abprallen, dann wirkt dies cool, aber nicht so unglaubwürdig wie ein menschlicher Held, der bar jeder Verwundung durch einen Kugelhagel schreitet. Das Übermenschliche, das den Anstrengungen der meisten Actionhelden innewohnt, wird durch ihre Maschinen-Mensch-Herkunft erklärt. Gleichzeitig sind diese Figuren selten zu übermächtig: Explosionen und Geschosse verlangsamen oder zerstören sie, trotz immenser Feuerkraft sind sie keine wandelnden Massenvernichtungswaffen wie Gort aus „Der Tag, an dem die Erde stillstand“, die ohne viel Aufwand ganze Armeen einäschern können.

Die großen Hollywoodactionfilme um Roboter, Cyborgs und Androiden

Die Vermenschlichung von Robotern, die den artverwandten Cyborgs und Androiden eh schon von Natur aus gegeben ist, hat natürlich auch zwei praktische Gründe: Zum einen sind diese Wesen als Helden oder Gegenspieler wesentlich greifbarer, wenn sie menschenähnlich sind, da man sich entweder einfacher mit ihnen identifizieren kann oder das Böse im wahrsten Sinne des Wortes ein Gesicht bekommt, wobei die Menschenähnlichkeit bei Heroen natürlich wesentlich wichtiger als bei Fieslingen ist. Gleichzeitig ist dies auch ein ökonomischer Faktor: Wie viel einfacher und billiger ist es doch, einen Darsteller mit entsprechenden Accessoires zu versehen, um einen künstlichen Menschen, Roboter oder Cyborg zu schaffen als dauerhaft auf aufwändige, komplizierte und mitunter teure Tricks zurückgreifen zu müssen – seien es nun Modelle oder CGI-Effekte.

Roboter und Action

Der wohl bekannteste Killerroboter überhaupt: “The Terminator”. Copyright: Studiocanal

Gerade einer der wichtigsten Robo-Actionfilme aller Zeiten ging 1984 mit übersichtlichem Budget an den Start: „Terminator“ von dem ehemaligen Roger-Corman-Schüler James Cameron. Gerade einmal 6,4 Millionen Dollar konnte Cameron investieren, wusste aber dank seiner Zeit bei Cormans New World Pictures effektiv mit dem Geld hauszuhalten. Dementsprechend sehen die Blicke auf die Schlachtfelder der Zukunft, in denen sich Menschen und Maschinen (in der Form von Kampfrobotern) bekriegen, umso imposanter aus. Natürlich konnte Cameron nicht dauerhaft auf diese Schauwerte bauen, zumal er den Terminator als Infiltrationsroboter konzipiert hatte und die Rolle ursprünglich mit dem unscheinbareren Lance Henriksen besetzen wollte, ehe das Casting von Arnold Schwarzenegger das Konzept der Killermaschine veränderte. Auch wenn der Zuschauer von Anfang an weiß, wie der Terminator aussieht, so erzeugt die Vorstellung einer menschenähnlichen Maschine, die sich mehr oder weniger unerkannt durch die Stadt mordet, durchaus Unbehagen. Als besonderen Knaller hebt sich Cameron schließlich den Terminator in Endoskelettform auf, den Kyle Reese (Michael Biehn) und Sarah Connor (Linda Hamilton) schließlich im Finale bekämpfen müssen, in dem man seine (zuvor unter einer künstlichen Haut verborgene, nur bei der berühmtem Augen-OP ansatzweise zu sehende) Roboterform noch einmal in ganzer schauriger Pracht bewundern darf.

RoboCop“, der nächste große Robo-Actionhit, wurde ursprünglich von den Produzenten dahingehend geplant, sich an den „Terminator“-Erfolg dranzuhängen, weshalb sie Paul Verhoeven weitestgehend freie Hand ließen. Der kopierte nicht einfach nur, sondern machte die unbesiegbare Killermaschine zum Helden mit Identitätsproblem in einem rabenschwarz satirischen Sci-Fi-Actionfilm, in dem der ED-209 als kanonenbestückter Kampfroboter gleich noch ein weiteres Schmankerl für den Robo-Fan ist. „Universal Soldier“ sollte nach Arnold Schwarzenegger und Peter Weller nun Jean-Claude van Damme und Dolph Lundgren Auftritte als Cyborgs bescheren, die in der Mischung aus Actionstarphysis und maschineller Übermenschlichkeit an die Topoi von „Terminator“ und „RoboCop“ anschlossen, während der Film nicht viel Budget für Robotereffekte ausgeben muss – die UniSols sind irgendwo zwischen Maschinenmenschen und Zombies anzusiedeln: Ferngesteuert durch eine Zentrale, aber wiedererweckt durch ein entsprechendes Serum. Damit handel es sich bei den UniSols strenggenommen nicht um Roboter oder Cyborgs, als Einfluß auf das Genre ist Emmerichs Kracher aber dennoch von großer Wichtigkeit, da vor allem zeitnah entstandene B-Produktionen gerne Motive aus „Universal Soldier“ zitieren.

Roboter und Action

Auch kleine B-Kracher wie “Screamers 2” bedienen sich der unheimlichen Komponente, die von Maschinenwesen ausgeht. Copyright: Sony Pictures

Diese drei Klassiker haben zwei Dinge gemeinsam. Zum einen bildeten sie den Start- schuss für die Karrieren ihrer drei Regisseure, die auch gerne zum Sci-Fi-Genre zurückkehrten: James Cameron („Aliens“, „Abyss“), Paul Verhoeven („Total Recall – Die totale Erinnerung“, „Starship Troopers“) und Roland Emmerich („Stargate“, „Independence Day“). Zum anderen waren alle drei Filme Franchise-Starter. „Terminator“ erfuhr sieben Jahre später eine Fortsetzung mit dem Welterfolg „Terminator 2“, in dem der Killerroboter des Erstlings zum Helden umprogrammiert auftritt und gegen sein Nachfolgemodell, den T-1000, antritt. Robert Patrick verkörpert die Todesmaschine, die sich in damals wegweisenden Effektszenen verflüssigen und verformen kann. Weitere zwölf Jahre später musste Terminator Arnold Schwarzenegger in „Terminator 3“ gegen Kristanna Loken als Terminatrix antreten, deren mechanischer Körper mit zahlreichen Gimmicks und Waffen bestückt daherkommt. In beiden Filmen stellen sich nicht einfache Menschen mit verzweifelter Kraft den Robotern gegenüber, sondern es gibt blei- und explosionshaltige Kämpfe der Giganten, die aber trotzdem noch den typischen Underdogcharakter einer Actiongeschichte haben: Der Terminator muss stets beweisen, dass er nicht zum alten Eisen gehört, sondern sich gegen auf dem Papier überlegene Nachfolgemodelle durchsetzen. Danach ging es erst einmal ins Fernsehen, wo die Serie „Terminator: The Sarah Connor Chronicles“ sich mit einer Figur beschäftigte, die weder in „Terminator 3“, noch im Nachfolgefilm vorkam: Sarah Connor. Das 2009er Sequel „Terminator – Die Erlösung“ spielt in der Zukunft, dreht sich um John Connors (Christian Bale) Guerillakrieg gegen Skynets Maschinenhorden und beschäftigt sich wieder stärker mit den ursprünglich angedachten Infiltrationscharakter der Terminatoren; die beeindruckendsten Roboactionsequenzen sind hier aber die Angriffe von Motorradterminatoren, haushohen Riesenrobotern und wurmartigen Drohnen, in denen Regisseur McG ordentlich auf die Pauke hauen kann.

James Cameron konnte sich dem Gedanken der möglichen Unterwanderung durch einen Maschinenagenten in einem anderen Science-Fiction-Film widmen und hier sogar Lance Henriksen, wie schon bei „Terminator“ gewünscht, als Androiden besetzen – die Rede ist natürlich von „Aliens – Die Rückkehr“. Während Ellen Ripley im ersten „Alien“-Film ungute Erfahrungen mit einem firmentreuen Androiden gemacht hatte, spann die Fortsetzung diesen Faden fort: Als Ripley erfährt, dass mit Bishop erneut ein künstlicher Mensch die Mission begleitet, misstraut sie diesem. Tatsächlich spielt der Film geschickt mit der Frage, ob auch Bishop bereit ist, die menschlichen Missionsteilnehmer für die wirtschaftlichen Interessen der Weyland-Yutani Corporation zu opfern. Die Folgefilme blieben dem Schema treu: Am Ende von „Alien 3“ muss Ripley sich fragen, ob sie den echten Weyland oder einen weiteren Androiden trifft, in „Alien – Die Wiedergeburt“ entpuppt sich eine weitere Figur als künstlicher Mensch und auch im Prequel „Prometheus“ versucht Android David (Michael Fassbender) menschlicher zu sein.

Roboter und Action

“Matrix Revolutions” fährt als einer der ersten Hollywoodfilme überhaupt Mechas auf. Copyright: Warner Home Video

Zurück zu den Sequels: „RoboCop“ wurde deutlich zügiger fortgesetzt als „Terminator“. Bereits 1990 startete „RoboCop 2“, der Alex Murphy (Peter Weller) gegen eine Art Nachfolgemodell ins Feld schickte und trotz gesteigerter Gewalt und noch grellerer Satire nicht an das Vorbild heranreichte. „RoboCop 3“ schließlich war der erste Schritt zu einer Verkindlichung des Helden: In dem PG-13-Film kann RoboCop fliegen und tritt gegen einen Ninja-Roboter an. Es folgten eine Zeichentrickserie und die nur bedingt erwachsenere Miniserie „RoboCop: Prime Directives“. Das 2014er „RoboCop“-Remake folgte der PG-13-Entwicklung, versuchte sich aber immerhin ernster mit dem inneren Kampf zwischen Mensch und Maschine in RoboCop Alex Murphy zu beschäftigen. Weniger familienfreundlich, aber deutlich kruder waren die Wege der „Universal Soldier“-Reihe: Während zwei kaum zum Kanon gezählte Fernsehfilme mit Jeff Wincott die Saga 1998 und 1999 im TV weitersponnen, folgte 1999 mit „Universal Soldier – Die Rückkehr“ ein Kinosequel, welches allerdings diverse Elemente des Erstlings über Bord warf. Wundersamerweise war Luc Deveraux (Jean-Claude van Damme) hier wieder zum Menschen geworden, doch insgesamt war dies eh nur der Vorwand, um ihn in den Kampf gegen böse UniSols unter der Führung von Michael Jai White zu schicken. Danach lag die Franchise zehn Jahre lang auf Eis, ehe sich John Hyams ihrer annahm. Auch hier wird kaum auf Kontinuität geachtet, dafür mit der Formel im B-Actionrahmen experimentiert. In „Universal Soldier: Regeneration“ treten alte und neue UniSols (teilweise in Klon-Variante) gegeneinander an, wenn böse Terroristen mit UniSol-Unterstützung Chernobyl besetzen und lediglich Luc Deveraux (dieses Mal als seine Menschlichkeit wiederentdeckender UniSol) die ganze Sache beenden kann. Im Folgefilm, „Universal Soldier: Day of Reckoning“ ist dieser nun Teil einer gewalttätigen, revolutionären UniSol-Vereinigung, gegen die Scott Adkins ins Feld zieht. Die Kontinuität geht hier zwar vollends baden, dafür versucht sich Hyams an einem teilweise experimentellen, ambitionierten B-Reißer, der sich an Klassiker wie „Apocalypse Now“ und den bereits erwähnten „Blade Runner“ anlehnt.

Als eher eindimensionale Schurkenwerkzeuge traten Roboter dann in anderen Hollywoodgroßproduktionen auf: In „Judge Dredd“ wird der Gegenspieler des aufrechten, von Sylvester Stallone gespielten Titelhelden von einem mörderischen Roboter unterstützt, den er kontrolliert. Und in „Matrix“, sowie dessen Sequels, sind es die verschiedenen krakenartigen Robotereinheiten der Maschinen, mit denen sich die Rebellen der Zukunft außerhalb der virtuellen Realität herumschlagen müssen. In „Matrix Revolutions“ treten die Rebellen zudem mit Mechas zum letzten Gefecht gegen die Maschinen an, womit die Trilogie schon einmal vorzeichnete, was nun mit der neuen Tricktechnik alles möglich war. In der Zeit zwischen „Terminator“ und „Matrix“ versuchten aber noch ganz andere Knete aus dem Roboterthema zu pressen.

Roboaction bei schmaler Brieftasche: Die B-Action-Versionen

Angesichts der Erfolge von „Terminator“ und „RoboCop“ wollte auch Cannon sein Stück vom Kuchen abhaben und veröffentlichte einen Endzeitactionfilm um Menschmaschinen mit dem Titel „Cyborg“. Wobei der Cyborg hier nur eine untergeordnete Rolle spielt, denn sowohl Held Gibson Rickenbacker (Jean-Claude van Damme) als auch die Fieslinge sind normale Menschen, lediglich die zu beschützende Pearl Prophet ist ein Cyborg, der aber eher als MacGuffin wirkt und natürlich den verkaufsfördernden Titel garantiert. In „Cyborg 2“ spielte dann Angelina Jolie die Heldin als tatsächlichen Cyborg, in „Cyborg 3“ geht es um die Jagd auf die früher als Sklaven gehaltenen Cyborgs. Inhaltlich haben die Filme aber wenig miteinander zu tun, versuchen nur noch vom Namen der Vorgänger zu profitieren.

Roboter und Action

Die “Cyborg Cop”-Reihe setzt auf fiese Cyborgs. Copyright: SPV

Dabei war und ist es im B-Actiongeschäft durchaus Gang und Gäbe sich an die Titel eigener und anderer Erfolge dranzuhängen. So benannte man den 1986er TV-Film „The Assassin“, in dem es immerhin um einen menschlich aussehenden Killerroboter geht, hierzulande in „Special Terminator CIA“ um. In „Timebomb“, hierzulande als „Nameless – Total Terminator“ vertrieben, dagegen spielte zwar „Terminator“-Star Michael Biehn mit, doch die dort vorkommenden Auftragskiller waren lediglich einer maschinenfreien Gehirnwäsche unterzogen worden.

Großer Beliebtheit bei Produktionsfirmen und nicht nur bei deutschen Titelschmieden erfreute sich dagegen das Wort Cyborg und artverwandte Begriffe, mit denen Unmengen von B-Actiontiteln in den USA und/oder Deutschland bestückt wurden: „Cyborg Cop“ und seine zwei Sequels, „Cyber Tracker“ und sein Sequel, „Cyborg Agent“, „American Cyborg“, „Cyborg Warriors“, „Cyborg Soldier“ und dergleichen. Die Veröffentlichung des „RoboCop“-Remakes begleitete dagegen Billigfirma „The Asylum“ mit der Veröffentlichung von „Android Cop“. Diese und andere Filmen konnten den Hauch eines Sci-Fi-Spektakels verströmen, obwohl eigentlich nur etwas Make-Up und ein paar Prothesen für die Robo-Darsteller gebraucht wurden, während Wüsten und Lagerhallen, die man allesamt billig anmieten konnte, Endzeitflair verströmen sollten, was unter Umständen billiger war als Drehgenehmigungen für irgendwelche Großstadtaction – ein rentables Modell für die diversen B-Firmen.

Roboter und Action

Groteske bis absurde Cyborgaction, die richtig Spaß macht: “Class of 1999”. Copyright: Lionsgate Films

Zu den brauchbareren Filmen dieser Welle gehörte Sam Firstenbergs „Cyborg Cop“, in dem zwei Brüder einem wahnsinnigen Wissenschaftler nachstellen, der einen in den Cyborg umwandelt und für seine Zwecke nutzt. Im Zuge der erwähnten B-Ökonomie wird auch in einer Actionszene dieses Films jene Farm zu Klump geschossen, die in Unmengen von Nu-Image-Filmen als Austragungsort von mindestens einer Auseinandersetzung dient. Knapp schwächer als das Original kam der aufwändigere, aber hohlere „Cyborg Cop 2“ daher, während „Cyborg Cop 3“ zum großen Teil aus Stock Footage anderer Nu-Image-Schinken bestand. Zu den sehenswertesten B-Actionfilmen um Roboter und Cyborgs zählen aber drei andere Spektakel: Zum einen der dystopische Sci-Fi-Martial-Arts-Reißer „TC 2000“, in dem die Partnerin von Zukunftscop Jason Storm (Billy Blanks) nach ihrer Ermordung zu einem systemtreuen RoboCop-Verschnitt umgemodelt wird, was in einer Kampfkunstorgie endet, an der unter anderem auch noch Bolo Yeung, Matthias Hues und Jalal Merhi beteiligt sind. „T-Force“ aus dem Hause PM dagegen inszeniert den Amoklauf einer Roboterspezialeinheit mit überraschend edler Kameraarbeit und fetter Action. In Mark L. Lesters dystopischem Sequel „Class of 1999“, zu seinem „Class of 1984“, laufen dagegen Roboterlehrer Amok und müssen in einem bombastischen Showdown aufgehalten werden. Dagegen war die Fortsetzung „Class of 1999 Part II“ ein laues Lüftchen.

Roboter und Action

Einer von Pyuns besten Filmen wird ein eigenes B-Franchise: “Nemesis”. Copyright: DigiDreams

Ebenfalls zu den besten B-Action-Robofilmen gehört „Nemesis“ von „Cyborg“-Regisseur Albert Pyun. Der unterließ zwar das für seine Verhältnisse übliche Pseudophilosophieren über das Cyborg-Sein nicht, beschränkte sich dahingehend aber auf wenige Szenen und lieferte dafür reichlich Action, die teilweise von John Woo inspiriert daherkam. In „Nemesis 2“ wurden dann „Terminator“- und „Predator“-Konzepte kopiert, „Nemesis 3“ entpuppte sich als mit wenig Budget zusammengerumpeltes Pseudosequel, das zur Hälfte aus Rückblenden des zweiten Teils bestand, während „Nemesis 4“ anscheinend ohne irgendein Budget auf einem Hinterhof im Ostblock gedreht wurde, weshalb die Cyborgs dort nur noch minutenlang Blödsinn faseln. Dass Kickboxmeister Olivier Gruner durch Bodybuilderin Sue Price ersetzt wurde, tat der Reihe auch nicht wirklich gut. Albert Pyun kehrte immer wieder zu Cyborgs zurück, in „Omega Doom“ mit Rutger Hauer, in dem hierzulande „Cyborg Warriors“ genannten „Knights“ mit Kathy Long, Lance Henriksen und Gary Daniels. Letzterer spielte auch einen Kontrahenten des Helden in Pyuns „Heatseeker“, in dem sich mit Implantaten gerüstete Kampfsportler bekriegen – Robotik als wenig subtile Doping-Parabel, die sich auch in Dwight H. Littles „Tekken“ wiederfand. Auch dort gab Gary Daniels einen Widersacher, der seine menschliche Seite im wahrsten Sinne des Wortes für Leistung (durch künstliche Teile) eintauschte.

Roboter und Action

Frank Zagarino gab gerne den Cyborg. So auch in der “Shadowchaser”-Reihe. Copyright: Laser Paradise

Eine Mischung aus menschlichen und maschinellen Komponenten ist auch der von Mario van Peebles gespielte Held in dem etwas besser budgetierten „Solo“, in dem der Protagonist einen Sinneswandel durchmacht und Dorfbewohner vor seinesgleichen beschützt. Ähnlich sieht es mit dem Protagonisten von „Automatic“ aus. Weibliche bzw. weiblich geformte Roboter und Androiden sind Nebenfiguren in „Astrocop“ und „Cherry 2000“, während Nicolle Eggert als weiblicher RoboCop-Verschnitt in „The Demolitionist“ und Renée Soutendijk als amoklaufender Killerroboter in „Eve 8 – Außer Kontrolle“ zu den wenigen gefährlichen Robofrauen zählen. Gefährliche Roboter maskuliner Prägung tauchen dagegen in gleich drei Sci-Fi-Actionern von Phillip J. Roth auf: „Apex“, „Prototype“, „Digital Man“. Natürlich wollte die italienische Rip-Off-Industrie nicht hintenan stehen und entsandte Titel wie „Paco – Kampfmaschine des Todes“ und „Cy-Warrior“ auf den Videomarkt.

In letzterem spielte Frank Zagarino den Cyborg, was ihn auf seine wohl bekannteste Franchise einnordete: Die „Shadowchaser“-Reihe, wobei er mehr oder weniger die einzige Verbindung ist. In „Shadowchaser“ besetzt er mit weiteren Terroristen ein Krankenhaus und muss von einem ehemaligen Footballstar vertrieben werden. „Shadowchaser 2“, das klare Highlight der Reihe, ist eine weitere „Stirb langsam“-Kopie, punktet aber mit sehr blutigen Shoot-Outs und knackigen Martial-Arts-Einlagen. War Zagarino im ersten Teil noch als Romulus aufgeführt, da nennt man ihn hier und in „Shadowchaser III“ nur noch den Androiden, im kreuzlangweiligen „Shadowchaser 4“, teilweise auch als „Orion’s Key“ verkauft, Sirius. In letzterem jagt er einem Alien-Artefakt nach, wobei der Film teilweise auch als nicht zur Reihe zugehörig bezeichnet wird – aber wie gesagt, die Filme sind eh unabhängig voneinander.

Maschinelles Grauen: Roboter und Cyborgs im Horrorfilm

Was man auch schon am Genre sieht: Waren die ersten Filme noch Actionreißer mit milder Sci-Fi-Komponente und hängten sich an die Vorbilder „Terminator und „Stirb langsam“ heran, da war „Shadowchaser III“ eher ein „Alien“-Rip-Off mit einem Androiden anstelle eines schleimigen Monsters. War so auch billiger für Nu Image. Jedoch zeigt dies, dass den Killerrobotern auch immer eine Horrorkomponente innewohnt, die man vor allem im ersten „Terminator“ noch deutlich gespürt hatte: Kyle und Sarah flüchten vor der Tötungsmaschine, die hilflose Opfer nach und nach abschlachtet und dabei durchaus furchterregend erscheint.

Roboter und Action

Dolph Lundgren und Roboter kämpfen gegen Zombies in “Battle of the Damned” Copyright: Sunfilm/Tiberius

Den umgekehrten Weg ging dann der selbstironische „Jason X“, in dem Mordmaschine Jason durch Maschinenteile zum Über-Jason gepimpt wird und sich ein Gefecht mit der bordeigenen Androidin liefert, was durchaus als amüsanter Seitenhieb durchgeht. In „Moontrap“ attackieren kreissägenbewehrte Roboter die Protagonisten, in „Virus“ wütet ein außerirdisches Mensch-Maschinen-Wesen auf einem Schiff und in „M.A.R.K. 13 – Hardware“ muss eine Frau sich eines versehentlich aktivierten Killerroboters in der eigenen Wohnung erwehren. Ähnlich generisch präsentierten sich „Evolver“ und „Vindicator“. Und in „Battle of the Damned“ helfen einige Roboter Dolph Lundgren beim großen Zombie-Geschnetzel.

Hintersinniger kam da schon „Screamers“ von Christian Duguay mit Peter Weller daher: Der Sci-Fi-Horrorfilm griff die ursprüngliche Infiltrationsidee der Mensch-Maschinen auf und zeigte eine dystopische Zukunft, in der man nur schwer Unbekannten vertrauen kann. Vielleicht steckt hinter der netten Fassade ein Screamer? 2009 erhielt der Film mit „Screamers: The Hunting“ ein verspätetes Direct-to-DVD-Sequel. „Screamers“ punktete mit einem gewissen Actiongehalt, richtig auf die Pauke haute dagegen „Death Machine“. Mit kleinen Anleihen bei Filmen wie „Universal Soldier“ und „Blade Runner“ und wenig Budget drehte Stephen Norrington diese Geschichte um eine Konzernzentrale, in der ein außer Kontrolle geratenes, cool designtes Stahlmonster wütet. Der temporeiche Mix aus Horror und Action brachte Norrington genug Aufmerksamkeit ein, so dass man ihm danach die Regie bei „Blade“ übertrug.

Riesenroboter und die asiatische Populärkultur

Roboter und Action

Aus der Animekultur sind riesige Roboter nicht wegzudenken. Copyright: Universum Film.

Während der Westen in seinen Realfilmen meist haushaltete, mit Stop-Motion-Animationen, entsprechend präparierten Schauspielern oder ähnlich ökonomischen Tricks arbeitete, da dachte man in asiatischen Kulturkreisen bereits größer. Godzilla trat in den späteren Sequels nicht nur gegen das menschliche Militär und Fabelwesen wie Mothra an, nein, auch Roboterkreaturen wie Mechagodzilla liefern sich Kloppe mit dem King of Monsters. In der Manga- und Animekultur, in der man nicht den Limitationen des Realfilms unterlag, gehörten riesige Roboter, oft von Menschen gesteuerte Mechas, zum guten Ton. Zu einer der bekanntesten Marken hier gehört „Neon Genesis Evangelion“, die nicht nur diverse Manga- und Anime-Zyklen hervorbrachte, sondern auch andere Produkte wie Videospiele. Der jüngste, vierteilige „Evangelion“-Anime-Zyklus ist noch nicht abgeschlossen, bisher sind erst „Evangelion: 1.0 You Are (Not) Alone“, „Evangelion 2.0 You Can (Not) Advance“ und „Evangelion: 3.0 You Can (Not) Redo“ erschienen.

Während dort die Riesenroboter- und Mechakultur bereits seit den 1980ern fester Bestandteil der Populärkultur war, kam sie erst langsam in den Westen hinüber. Zum einen waren es dort die Spielzeugreihen wie „Transformers“, die von gleichnamigen Zeichentrickserien zur besseren Vermarktung begleitet wurden, welche die Riesenroboter in die Kinderzimmer brachten. Ohne Toyline, aber ebenfalls mit einem Riesenroboter kam die beliebte Zeichentrickserie „Saber Rider“ daher – wie „Transformers“ in Japan gezeichnet. Noch enger verzahnt wurden westliche und japanische Populärkultur durch die Power Rangers: Als amerikanische Adaption der japanischen „Super Sentai“-Serie wurden Teile mit US-Darstellern nachgedreht, Actionszenen dagegen aus dem Original übernommen. Dabei verband man alles, was in den 1990ern für Kids attraktiv galt: Highschool-Setting, Martial Arts, Monster, Dinosaurier und natürlich auch Riesenroboter, denn zu solch einem schlossen sich die Power Rangers in ihren Gefährten immer zusammen. Die Serie, an der auch B-Actionregisseure und -choreographen wie Isaac Florentine mitarbeiten, ist langlebig und wird immer noch produziert.

Auf ernstere Weise brachte hingegen „MechWarrior“ aus dem BattleTech-Universum die Mecha-Faszination in westlichen Gefilden an den Mann. Mit einem Rollenspiel sowie Videogame-Adaptionen und entsprechenden Romanen erarbeitete man sich damit eine kleine Fanbase.

Size Does Matter: Amerikanische Riesenroboter

Während Hollywoodstudios meist bei kleiner skalierter Roboteraction blieben und die meisten B-Actionschmieden es ihnen gleich taten, war Produzent Charles Band ambitionierter. Trotz kaum vorhandener Budgets produzierte er 1990 Stuart Gordons „Robotjox“ und drehte im selben Jahr noch „Crash and Burn“, der hierzulande als „Kampf der Roboter“ vermarktet wurde und in anderen Ländern als „Robotjox“-Sequel verkauft wurde. Ebenfalls als „Robotjox“-Sequel (unter anderem in Deutschland) wurde „Robot Wars“ von 1993 verkauft, hierzulande als „Robotjox 2“. Diese drei Filme, ähnlich wie „Steele Justice“ (hierzulande „Robosaurus“ genannt), versuchten trotz fehlenden Budgets, riesige Roboterkämpfe auf die Leinwand und den Fernsehschirm zu bringen, scheiterten aber alle mehr oder weniger an ihren Ambitionen beziehungsweise dem Mangel an Knete.

Roboter und Action

Die Transformers rocken wieder und immer wieder das Box-Office. Copyright: Paramount Pictures Germany

Nachdem die „Matrix“-Trilogie gezeigt hatte, dass derartiges nun vernünftig in Hollywood zu animieren war, sollte es nur noch wenige Jahre dauern, bis Michael Bay mit diesem Sujet einen Welterfolg feierte. 2007 erschien „Transformers“, basierend auf Hasbros Toyline, der mittlerweile erwachsene Fans, junge Spielzeugfreunde und die Actionjünger des Regisseur gleichermaßen abholte: Das Spektakel um außerirdische Roboter, die sich in Fahrzeuge verwandeln können, setzte auf aufwändige Transformationssequenzen und gigantische Action, wobei Bays Gespür für dynamische Inszenierung und für den nötigen Anteil handgemachten Krawalls in den Gefechten, gerade bei den Explosionen, auch Freunde des klassischeren Actionkinos teilweise ansprachen. „Transformers“ wurde zur Franchise, jeder Teil bot mehr von allem: In „Transformers – Die Rache“ treten neue Gegenspieler, darunter The Fallen, auf, welche noch gefährlicher als Standardfiesling Megatron und seine Schergen sind, in „Transformers 3“ kommt mit Sentinel Prime ein neuer Autobot hinzu, während „Transformers – Ära des Untergangs“ Unmengen neuer Kreaturen loslässt, darunter Dinobots, Transformer-Hunde, den Kopfgeldjäger Lockdown sowie von Menschenhand gebaute Transformer, deren Verwandlung durch Auflösung in einzelne Moleküle noch kleinteiliger, aber auch deutlich unübersichtlicher als bei den Autobots und Decepticons ist.

Roboter und Action

“Pacific Rim” ist eine Hommage an diverse Animes mit haushohen Kampfrobotern. Copyright: Warner Home Video

Ein jeder „Transformers“-Teil wurde zum Welterfolg, gerade spielte „Transformers – Ära des Untergangs“ am ersten Wochenende in den USA 100 Millionen Dollar ein und startete auch auf dem asiatischen Markt mit rekordverdächtigen Ergebnissen durch. Was auch daran liegen dürfte, dass man in weiser Voraussicht Teile der Handlung nach Hongkong verlegte und dem chinesischen Star Li Bingbing eine größere Nebenrolle verschaffte. Der asiatische Markt hatte 2013 schon einen Riesenroboterfilm in die Gewinnzone katapultiert, der in den USA als Flop galt: „Pacific Rim“. Guillermo del Toros Spektakel bediente sich bei der japanischen Kaiju- und Mecha-Kultur, brachte einen „Neon Genesis Evangelion“-artigen Stoff als Realfilm auf die Leinwand und strotzte vor Anspielungen: Kaijus trugen Namen wie Onibaba oder Karloff, andere Details zollten Hommage an weitere Filme, auch an jene von del Toro. Der Erfolg führte dazu, dass gerade an „Pacific Rim 2“ gearbeitet wird, wie auch ein fünfter „Transformers“-Film bereits beschlossene Sache ist. Eventuell soll „Transformers – Ära des Untergangs“ sogar Auftakt einer neuen Trilogie sein.

Die ersten Nachahmer fand der „Transformers“-Erfolg schon früher. Zum einen wäre dort „Battleship“ von Peter Berg, der sich inszenatorisch an das Bay-Vehikel anlehnt, ebenfalls auf einer Hasbro-Lizenz basiert und dazu noch Soldaten in den Kampf gegen riesenroboterartige Alienschiffe schickt, welche riesenroboterartige Geschosse abfeuern. Zum anderen natürlich die berühmt-berüchtigte Billigfirma The Asylum, die zwar kein Geld für entsprechende Effekte hat, es sich aber trotzdem nicht nehmen lässt, sich an jeden „Transformers“-Film mit einem neuen „Transmorphers“-Mockbuster dranzuhängen, an „Terminator – Die Erlösung“ mit „The Terminators“, an „Pacific Rim“ mit „Atlantic Rim“, an „Battleship“ mit „American Battleships“…

Stählerne Gegner für stahlharte Helden

Bereits an den Actionklassikern lässt sich ersehen, dass scheinbar unzerstörbare Roboter, egal welcher Größe, sich gut dazu eignen, um die Fähigkeiten besonders starker Heldenfiguren auf die Probe zu stellen. Auf den Seiten verschiedener Comichefte, vor allem im Marvel-Universum, hatten sich Superhelden immer wieder riesigen Robotern entgegenstellen müssen, die ihnen ebenbürtig waren. Ein Trend, der auch irgendwann im neuen Comickino ankam.

Roboter und Action

In “Iron Man 3” entwickeln die Rüstungen von Tony Stark ein Eigenleben. Copyright: Concorde Home Entertainment

Der Eisenanzug in „Iron Man“ war noch eine Rüstung, doch schon der massive Iron Monger aus dem Erstling erinnerte eher an einen schweren, flugfähigen Mecha denn an einen einfachen Anzug. In „Iron Man 2“ tauchten Robodrohnen auf und auch die fernsteuerbaren Anzüge aus „Iron Man 3“ ließen die Grenze zwischen Kampfanzug, Drohne und Roboter verschwimmen. Auch der Titelheld von „Hellboy II“ musste sich im Finale mit einer Horde von Maschinenwesen herumschlagen. In „Captain America: The Winter Soldier“ ist der Gegenspieler des Caps ein mit Maschinenteilen verbesserter, menschlicher Soldat. In anderen Comicverfilmungen traten dann die Riesenroboter auf: In „Thor“ wird der Held mit einem derartigen Wesen konfrontiert, während Wolverines Gegner im Showdown von „Wolverine –Weg des Kriegers“ der zwischen Mecha-Anzug und Roboter anzusiedelnde, riesenhafte Silver Samurai ist. Die bisher wohl beeindruckendsten Roboterauftritte bot dann allerdings „X-Men: Days of Future Past“: Hier müssen die X-Men gleich in mehreren Actionszenen gegen die wandlungsfähigen Sentinels kämpfen, die nicht nur enorm groß, schwer bewaffnet und flugfähig sind, sondern auch noch die Fähigkeiten ihrer Gegner annehmen können, was sie zu schrecklichen Jägern macht, die erneut an den Ursprungsgedanken der „Terminator“-Reihe erinnern.

Weitere Roboter im aktuellen Actionkino

Die Weiterentwicklung der Tricktechnik bot natürlich auch Sci-Fi-Actionfilmen und Blockbustern abseits der haushohen Transformers neue Möglichkeiten. Wenig elegant nutzte das Remake „Total Recall“ im Jahr 2012 diese aus: Gab es im Original lediglich eine Art Robotertaxifahrer, da wurden die menschlichen Häscher des Helden im Remake durch Roboter ersetzt, damit auch bei zerlegten Gegnern das PG-13 nie in Gefahr blieb, was unfreiwillig an die Zensur von Videospielen in Deutschland in den 1990ern erinnerte, wenn dort menschliche Figuren in der Lokalisation durch Roboter ausgetauscht wurden.

Roboter und Action

Während die Menschen daheim versauern, bevölkern junge mechanische Abbilder die Welt in “Surrogates”. Copyright: Touchstone

Fürs jüngere Publikum konzipiert wurde auch „Real Steel“, in dem Roboter anstelle von Menschen boxen, womit man eine gewaltärmere, kinderfreundliche Variante von „Rocky“ und Co. auf die Filmwelt loslassen konnte, die überdies noch den Sohn des Protagonisten Charlie Kenton (Hugh Jackman) als Identifikationsfigur für seine Zielgruppe bot. Der Film basiert auf dem Roman „Steel“ von Richard Matheson; einen anderen berühmten Science-Fiction-Autor, Isaac Asimov, adaptierte dagegen „I, Robot“, eine actionaffine Zukunftsvision, in der Roboter zum alltäglichen Werkzeug der Menschen geworden sind und dabei den Gesetzen der Robotik folgen. Detective Del Spooner (Will Smith) muss nach einem Mord herausfinden, ob diese Gesetze umgangen werden können. Die besagten, hierin verhandelten Gesetze der Robotik waren schon in Asimovs Literatur verankert, welche auch die Prime Directives, denen der Held in „RoboCop“ folgen muss, inspiriert haben dürften. Eine ebenfalls originelle Idee bereitet „Surrogates“ auf: In dieser Zukunftsvision hängt die Menschheit nur noch daheim, Surrogates genannte Roboter gehen an ihrer Stelle auf die Straße und erleben stellvertretend für die daheim mit ihrem Surrogate vernetzten Nutzer Dinge ohne Gefahr für Leib und Leben. Bis sich die Frage stellt, ob man Nutzer durch ihre Surrogates umbringen kann, welcher die FBI-Agenten Tom Greer (Bruce Willis) und Jennifer Peters (Radha Mitchell) nachgehen müssen. Dabei erlaubt sich der Film durchaus Späße mit dem Konzept, etwa wenn der Surrogate Greers als gelackte Variante mit ungewohnt vollem (und deshalb fake aussehendem) Haar des echten FBI-Mannes daherkommt – und der sieht natürlich so aus wie wir Willis kennen. In „Avatar“ schließlich ließ James Cameron Mechas im Kampf um Pandora aufmarschieren, während in den Phantasiewelten von Zack Snyders „Sucker Punch“ wahlweise gigantische Roboter-Samurai, ein Mecha oder einen Zug besetzende Roboter in Menschengröße im Kampf zerlegt werden. Actionfrei, aber immerhin mit der Stimme des späteren Actionstars Vin Diesel kam „Der Gigant aus dem All“ daher, in dem Diesel den titelgebenden Roboter spricht.

Hin und wieder wird das Ganze auch ironisch zitiert. Eher plump findet dies im Finale von „G-Force“ statt, wenn der tierische Schurke mit einem selbstgebauten Mecha seine Rache an der Menschheit nehmen möchte und die Größenverhältnisse zwischen Mensch und Tier umkehrt – auch dies eine Idee, die ein Jahrzehnt zuvor kaum so einfach umzusetzen gewesen wäre. Bewusst cheesy ist dagegen die „RoboCop“-Parodie in „Kiss Kiss, Bang Bang“: Der Star einer Serie um einen Roboterpolizisten tritt in einem klobigen Kostüm auf, Ausschnitte aus der Serie erinnern an eine Kinderserienversion der Drogenlabor-Schießerei aus „RoboCop“ und der hilflose Kostümträger fällt in betrunkenem Zustand über das Geländer eines Balkons, nachdem er beim Bierklauen attackiert wird. Und auch in der Jack Black Komödie „Abgedreht“ wird „Robocop“ neu interpretiert (geschwedet, um im Duktus des Filmes zu bleiben). Dem knallharten Gesetzeshüter und der zunehmenden Technisierung unserer Welt wird dadurch wahrlich jedweder Schrecken genommen… Doch keine Angst, während sich die Robotik noch immer in den Kinderschuhen befindet, können wir Filmfans sicher sein, dass noch einige Streifen mit Cyborgs, Robotern und Androiden auf uns zukommen werden. In all ihrer Pracht. Sei diese auch noch so bedrohlich oder spektakulär.

© Nils Bothmann (McClane)

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