Actionfilme, Actionstars und einfach Action satt

The Viking Sagas

Originaltitel: The Viking Sagas__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1995__Regie: Michael Chapman__Darsteller: Ralf Moeller, Ingibjörg Stefánsdóttir, Sven-Ole Thorsen, Hinrik Ólafson, Jón Baldvinsson, Rúnar Björnsson, Axel Cortes, Gunnar Eyjólfsson u.a.
The Viking Sagas

Ralf Moeller haut auf den Putz in “The Viking Sagas”.

Kjartan ist stinksauer. Der fiese Ketil hat mit seinen Mannen die Armee von Kjartans Vater vernichtet und selbigen zum Selbstmord getrieben. Natürlich will Kjartan Rache nehmen, doch er ist fürwahr kein Kämpfer. Darum geht er bei dem berüchtigten norwegischen Krieger Gunnar in die Lehre und lässt sich zu einer tödlichen Waffe formen. Zudem begegnet er Gudrun, die zum einen seine fleischlichen Gelüste weckt und ihm zum anderen aufzeigt, dass nicht nur er Ketil am liebsten unter der Erde sehen will.

Doch bevor Kjartan dies schaffen kann, muss er das Zauberschwert seines Vaters in seine Gewalt bringen und die Stämme ganz Islands auf den Kampf gegen den fiesen Warlord einschwören…

„The Viking Sagas“ ist ein Film der kargen Ausstattung, der kargen Worte, der kargen Bilder, der kargen Musik und des kargen Mimenspiels. In Verbindung mit der rauen und zerklüfteten Optik der menschenleeren isländischen Landschaften und den kalt und grobkörnig wirkenden, grauen Bildern von Regisseur Michael Chapman entsteht so erstaunlicherweise sogar ein unvermutetes Gefühl von Authentizität.

Ralf Moeller ist Conan äääh Kjartan! Wer? Na der Typ aus „The Viking Sagas“

Leider ist die Story rund um diese stimmige Atmosphäre nicht sonderlich erquickend. Prinzipiell stellt sie zwar den idealen Rahmen für ein auf das Wesentlichste herunter gebrochenes Rachefilmchen im Wikinger-Umfeld dar, wird dafür aber leider viel zu kompliziert erzählt. Schon früh muss ein Off-Kommentar her, damit man wenigstens halbwegs mitschneidet, um was es hier eigentlich geht. Die maulfaulen Charaktere wollen es nämlich einfach nicht verraten.

Das funktioniert lange Zeit sogar erstaunlich gut. Aber gegen Ende, wenn plötzlich politische Ränkespiele für unverhoffte Komplexität in der Story sorgen, geht das Tempo des Streifens vollkommen in die Knie. Wo vorher Aktion und Reaktion die Storytreiber waren, dominieren nun eine Menge Fragezeichen dahingehend, wer hier wie was erreichen will. Dem Drehbuch war das wohl selbst auch nicht ganz geheuer und so endet letzten Endes doch alles in dem großen Metzel-Showdown, zu dem man auch ohne das Storykuddelmuddel im letzten Drittel gelangt wäre.

Elegant geht anders. Das gilt auch für die Action, ist hier dann aber gar nicht mal so negativ gemeint. Denn „The Viking Sagas“ atmet eine erfrischende Grobschlächtigkeit, die einige erstaunliche Härten zur Folge hat. Da werden Beine abgehackt, rollen die Köpfe über den Schnee, gehen Arme verlustig und landen Pfeile in allen möglichen Körperteilen. Und wer schon immer mal sehen wollte, wie die menschliche Kartoffel-Quetsche Raimund Harmstorf seine eigenen Gedärme um einen Opferstein schlingt, der ist hier genau richtig.

Genauso grobmotorisch wie die Choreografien der wuchtigen Fights fallen auch die schauspielerischen Leistungen aus. Vor allem Ralf Moeller („Gladiator“) wirkt als Kjartan schon arg schwerfällig und tumb und macht auch in der Action keine so gute Figur. Zumindest bietet er in den beiden Sexszenen mit lecker Ingibjörg Stefansdottir einen zweiten, vermutlich erregten Gesichtsausdruck auf. Sven-Ole Thorsen als Gunnar (mit köstlichem Vokuhila) dürfte zumindest noch B-Fans bekannt vorkommen (unter anderem aus „Kick Fire“), ansonsten dominieren hier viele isländische Darsteller den Screen und machen ihre Sache ganz ordentlich.

Was am Ende bleibt, ist eine ganz solide Harte-Männer-Geschichte im frostigen Ambiente, das vor allem Ralf Moellers Mimik vollkommen eingefroren zu haben scheint. Der wuchtet sich als Held eher unbeholfen durch einen stimmungstechnisch überraschend gut funktionierenden, teilweise erstaunlich brutalen Rache-Hack-and-Slay-Streifen, der aber in Sachen Storytelling einige gravierende Probleme aufweist.

5 von 10

Die deutsche DVD von der „Pricelight Medien GmbH“ ist mit einer FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Es existiert auch eine stark geschnittene FSK 16 Version des Wikinger-Abenteuers.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Pricelight Medien GmbH__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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