| Originaltitel: 1 Million Followers__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2024__Regie: Harvey Lowry__Darsteller: Shelley Q., Evan Williams, Henry Ian Cusick, Ryan Jamaal Swain, Jade Ma, Constanza Palavecino, Patrick Atchison, Skye Ladell, Bjorn Karlqvist, Zoe Marlett, Victor Atelevich u.a. |

Mit „1 Million Followers“ kann man sich heutzutage mehr als nur ein Eis leisten.
„Ohne Hashtags geht’s nicht Schwesterchen!“ Karissa ist nicht so extrem drin in dem Social-Media-Game. Die Pferdenärrin ist Mitglied der Plattform Fayme und macht hier mit ihren Bildern vom ländlichen Idyll keinen Stich. Da nimmt sich ihre kleine Schwester Charlotte des Profils von Karissa an. Vor allem macht sie Karissa zur Followerin des Fayme-Superstars Jack of Spades.
Und der meldet sich unvermutet bei Karissa. Will gar eine Kollaboration mit ihr. Das könnte Karissa tausende Follower bringen und sie für Sponsoren interessant machen. Und das wäre wichtig, denn die Ranch ihres Vaters steht wegen horrender Schulden vor dem Aus. Karissa ergreift den sich ihr bietenden Strohhalm. Auch weil sie sich stande pede in Jack verguckt hat.
Der lädt sie und andere Influencer nach Thailand ein. Hier inszenieren sie ein neues Szenegetränk und leveln ihre Follower-Zahlen hoch. Doch Karissa und Co. müssen alsbald merken, dass ihre Gastgeber im Hintergrund noch ganz andere Geschäfte durchziehen.
Ich wär‘ so gerne wichtig!
In seiner ersten Hälfte zelebriert „1 Million Followers“ den feuchten Traum der Generation Influencer. Geld, Ruhm und Sponsorenverträge winken, nur weil man in Thailand das Leben genießt und bei jeder Gelegenheit das Handy zückt, um Fotos zu machen. Zwar versucht der Film immer mal wieder, seinen Charakteren etwas mehr Tiefe zu geben, indem er sie etwa von ihrer ach so schwierigen Vergangenheit schwadronieren lässt. Das geschieht aber in derart homöopathischen Dosen, das es nie verfängt.
Zudem sind einem die arg auf Hochglanz geschminkten Gestalten mit ihrem exaltierten Getue doch ziemlich unsympathisch. Selbst die ach so normale Karissa ist niemals ungeschminkt zu sehen und es befremdet sehr, dass sie zu keinem Zeitpunkt hinterfragt, welches Produkt sie da eigentlich den ganzen Tag lang zelebriert. Immerhin handelt es sich um Alkohol und die Plattform Fayme richtet sich offensichtlich doch deutlich an junge und sehr junge Menschen.
Die vollkommen oberflächliche Abfolge von Shoppingtouren, Partybesuchen und Schiffsfahrten sorgt zusätzlich dafür, dass man nie in den Film eintaucht und ihm einfach nur beiwohnt. Immer wartend, was da noch kommt. Etwa zur Hälfte erfolgt dann ein kompletter Umbruch. Aus dem turbobunten und lauten Influencer-Halligalli wird ein reinrassiger Thriller. Der arbeitet sich an finsteren Themen ab, zelebriert diese aber leider nie. Auch hier bleibt er mit Klischeebildern hart an der Oberfläche.
Klar, es wird geballert, gefesselt, umgehauen und gedroht, aber da man bisher nicht in den Figuren drin war, baut sich auch hier keine Spannung oder Dramatik auf. Es ist einem schlichtweg egal, was den Nasen hier passiert. Zumindest macht Henry Ian Cusick („Lost“) in seiner Rolle als Drecksack Spaß. Die restlichen Darsteller wurden sichtlich nur nach Optik gecastet. Zumindest die australische Sängerin und Schauspielerin Shelley Q. müht sich als Karissa, kommt aber gegen das Drehbuch nicht an.
Regisseur Harvey Lowry war sichtlich bewusst, dass er einen Film mit seiner Thematik nicht in Billo-Optik absaufen lassen durfte. Und so hangelt er sich von Hochglanzmotiv zu Hochglanzmotiv und macht die Oberflächlichkeit der Influencer-Welt optisch nachvollziehbar. Knallig bunte Farben, schnelle Schnitte, ein perfekter Shot nach dem anderen. Das funktioniert echt gut. Leider gelingt ihm der Thrillerteil nicht so gut. Der kommt reichlich 0815 daher. Langweilig: der Score.
„1 Million Followers“ wird nicht viele Follower generieren
Schwer zu sagen, wem die erste Hälfte von „1 Million Followers“ wirklich etwas bringen könnte. Oberflächliche Figuren unternehmen oberflächliche Sachen, ohne irgendetwas zu hinterfragen. Das Ergebnis sind schöne Bilder von schönen Menschen. Als scrolle man einfach durch Instagram. Alles perfekt, alles toll, alles langweilig. Hinzu kommt, dass das Drehbuch keine Idee hat, wie es subtil zu dem Thriller-Part hinleiten könnte. Der ist dann einfach da und kommt vollkommen aus dem Nichts.
Das verändert zwar den Film komplett, macht ihn aber kein Stück spannender. Es wird eher abstrus. Und welchen Influencer es hier warum erwischt, ist einem sowieso komplett egal. Gibt doch noch genügend andere. #banal #0815 #NichtthrillenderThrill #langweilig
![]()
„1 Million Followers“ startete am 17. Juli 2025 in seine digitale Auswertung. Hier läuft er uncut mit einer Freigabe ab 16. Es ist bislang von Tiberius Film keine physische Auswertung vorgesehen.
In diesem Sinne:
freeman
Was hältst du von dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love
| Copyright aller Filmbilder/Label Tiberius Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, nur digital |





