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Cost of Living

Originaltitel: Cost of Living__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2011__ Regie: BenDavid Grabinski__ Darsteller: Bret Harrison, Brandon Routh, Mary Elizabeth Winstead, Michael Rosenbaum, …

Cost of Living

Den Kurzfilm kann man sich (in der Originalfassung) hier anschauen!

Bei „Cost of Living“ handelt es sich um eine knapp achtminütige Action-Horror-Buddy-Comedy, die auf dem „Fantastic Fest“ des Jahres 2011 ihre Premiere feierte sowie damals das Debüt des Regisseurs und Drehbuch-Autors BenDavid Grabinski markierte, welcher uns seither u.a. „Happily“ (2021) und „Mike & Nick & Nick & Alice“ (2026) beschert hat. Erzählt wird die Geschichte der beiden Sicherheitsleute Silas und Jerry – gespielt von Brandon Routh und Bret Harrison: In einer streng geheimen Forschungs- und Versuchseinrichtung tätig, werden sie immer dann zum Einsatz gerufen, wenn „bestimmte Probleme“ mit den meist recht aggressiven Kreaturen auftreten, die im Zentrum der betreffenden Experimente stehen. Alle paar Wochen kommt es zu eben solchen Vorfällen – wohingegen sich ihr Job ansonsten überwiegend bloß aus ereignisarmer, langweiliger Routine zusammensetzt. Aufgrund eines Systemausfalls gelingt gleich mehreren Geschöpfen an einem jener Tage (aktuell nun) die Flucht aus ihren elektronisch gesicherten Käfigen bzw. Gewahrsams-Räumlichkeiten – worauf sie sich prompt im gesamten mehrstöckig-großen Gebäude verteilen sowie infolge dessen für allerlei Chaos, Panik, Schrecken und Ableben sorgen. Sehr zu Jerry’s Missmut, beordert man ihn und Silas ausgerechnet in einen entlegenen Tunnelkomplex – in welchem sie fortan den Kampf gegen die gefährlichen Viecher aufnehmen; dabei aber auch weiter u.a. über ihre derzeitigen Arbeitsbedingungen sowie generellen Zukunftsaussichten ins Grübeln, Erörtern und Abwägen geraten…

Beginnend bei der direkt ins Hauptgeschehen einsteigenden Eröffnung, an die stracks eine kurze „10 Minuten zuvor“-Rückblende anschließt, bereitet einem „Cost of Living“ bis hin zum Einsetzen des Abspanns eine Menge Spaß – und das völlig unabhängig der Gegebenheit, dass man im Prinzip nie einen klaren Blick auf die angreifenden „Monster“ gewährt erhält. Allein für den Bruchteil einer Sekunde ist ein aus der Dunkelheit hervorspringendes „Were-Child“ auszumachen – alle übrigen Wesen bewegen sich stets außerhalb des Bildes; sind dafür aber nahezu durchweg (lautstark) zu hören und bluten obendrein auch noch verdammt ausgiebig (in ganz unterschiedlichen Farben). Speziell, aber nicht nur in Anbetracht der limitierten finanziellen Ressourcen der Produktion ist dieses Vorgehen erfreuend positiv zu werten – denn auf diese Weise sah sich Grabinski unweigerlich dazu gezwungen, den Charakteren ein möglichst hohes Maß an Aufmerksamkeit zu widmen. Silas und Jerry sind sympathische Typen, die ihre Arbeit gewissenhaft verrichten – so „shitty“ diese (an sich) auch sein mag. Brandon Routh („Superman Returns“) verkörpert ersteren in allen Belangen hervorragend: Abgebrüht, knallhart, in einer „akzentuiert maskulinen“ Tonlage sprechend, eine konstant ernste Miene zur Schau tragend sowie eher minder redseliger Natur. Als der offenbar nachdenklichere und Perspektiven-orientiertere des Duos steht ihm Bret Harrison („Lightning Bug“) tatkräftig zur Seite: Seine Performance ist gleichermaßen prima – die „Chemie“ zwischen ihm und Routh passt…

Das Skript ist reich an vergnüglichen Dialogen, in denen es um Themen wie Burritos (bzw. Chimichangas), die kaum zu unterscheidenden Jahreszeiten in L.A. sowie einen eventuell ins Auge gefassten Wechsel an einen anderen Firmenstandort geht, an dem „ausschließlich Roboter“ hergestellt werden. Manierlich halten diese Gespräche das Publikum bei Laune und stärken simultan die Verbindung zu den beiden. Ein weiteres, parallel Suspense und Amüsement förderndes „Mittel“ markieren die überaus sachlich per Lautsprecher kommunizierten, sich zunehmend verschlimmernden „Status-Meldungen“ des Computersystems – übrigens gesprochen von Mary Elizabeth Winstead („10 Cloverfield Lane“), deren Gemahl ein Freund Grabinskis ist, welchem sie ihren „Scott Pilgrim vs. the World“-Co-Star Routh im Vorfeld für das Projekt empfohlen hatte. Gespickt mit netten Details – á la „augenzwinkernde“ Schildertexte oder Anspielungen in Richtung prominenter Vorbilder; darunter James Cameron’s „Aliens“ sowie bestimmte Streifen John Carpenters (wobei sogar in denselben Korridoren wie seinerzeit „They Live“ gedreht wurde) – kommt der handwerklich kompetente „Short“ zudem mit einem zügigen Tempo und einem pulsierenden Score Mark Binders („Estranged“) ausgestattet daher. Darüber hinaus hat Cinematographer Morgan Susser („Hesher“) alles optisch nice bebildert und weist das Gebotene ein effektives Sound-Design auf, an dem ganze vier Wochen lang gewerkelt wurde, während der eigentliche Dreh bloß zirka 28 Stunden (auf zwei Tage verteilt) andauerte…

Fazit:

Rundum anständig sowie mit merklich Fun und Herzblut in Szene gesetzt, bietet einem „Cost of Living“ (trotz bspw. seines vergleichsweise schlichten Plots) ansprechende Unterhaltung, die u.a. mit einer soliden Atmosphäre, ordentlich Geballer, einem gut aufgelegten Lead-Gespann sowie einigen lässigen Konversationen aufzuwarten vermag. Schade, dass wir bis heute (2026) keine Fortsetzung erhalten haben – zumal am Ende der Schluss-Credits dahingehend durchaus Hoffnung geweckt wurde, da es dort nämlich heißt: Silas and Jerry might return in… Cost of Living 2: The Nebraska Clusterfuck!

7 von 10

Stefan Seidl

Cost of Living

(© Common Wall Media & Not Penny’s Boat LLC)

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Copyright des „Cost of Living“ Postermotivs und der Screenshots: Common Wall Media / Not Penny’s Boat LLC__ Freigabe: Not Rated__ DVD/BluRay: nein/nein

 

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Categorised in: Horror, the Horror Pit

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