| Originaltitel: One Mile: Chapter One__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Adam Davidson__Darsteller: Ryan Phillippe, Amélie Hoeferle, C. Thomas Howell, Richard Harmon, Michael Eklund, Sara Canning, Sage Linder, Beverley Elliott, Phil Burke u.a. |

Ryan Phillippe kämpft in „One Mile: Chapter One“ um das Wohl seiner Tochter.
Danny Beckett verdiente seine Brötchen als Special Forces Soldat, der an den heißesten Brennpunkten unserer Welt zugange war. Dabei geriet seine kleine Familie schnell in den Hintergrund. Vor allem seine Teenager-Tochter Alex nimmt ihm dies ziemlich krumm. Doch Danny will mehr für seine Familie da sein.
Entsprechend lässt er sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen und erklärt sich bereit, mit Alex quer durch die USA zu fahren, um mit ihr eventuelle zukünftige Bildungsstätten auf ihre Tauglichkeit hin abzuklopfen. Doch die gemeinsame Reise wird vor allem für Danny zum reinen Spießrutenlauf, lässt Alex ihn ihre Aversion doch heftig spüren. Aber der Ex-Soldat bleibt hartnäckig und drückt mehr und mehr die richtigen Knöpfe.
Als sich die Lage zwischen beiden auf einer Art Allzeithoch befindet und sich beide an gemeinsame Zeiten in der Vergangenheit erinnern, bemerken sie, dass sie beobachtet werden. Eine ganze Handvoll fieser Lumpen fällt über Vater und Tochter her. Doch Danny erweist sich als äußerst zäh. Er nimmt die Halunken auseinander und geht mit seiner Tochter stiften. Doch es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie von den immer mehr werdenden Verfolgern eingefangen werden.
Schaut in den Actionthriller hinein
Action mit Ryan Phillippe
„One Mile: Chapter One“ lässt sich zu Beginn viel Zeit, die zunächst höchst dysfunktionale und sich dann glaubhaft bessernde Beziehung zwischen Danny und Alex aufzudröseln. Man erfährt im Zuge dessen eine Menge über beide Figuren und sogar die zunächst arg zickige Alex wächst einem erstaunlich schnell ans Herz. Beinahe 30 Minuten vergehen, bis Regie und Drehbuch dann in ihre eigentliche Story einlenken.
In der geht es um Rednecks, die bevorzugt junge Damen jagen. Warum, das sei an dieser Stelle nicht verraten. Wohl aber, dass sich die Handlung infolge dieses Motivs gerne mal wie eine weitere „Wrong Turn“-Episode anfühlt und der zunächst recht feinfühlig erzählte Film ein wenig in Schräglage gerät. Und irgendwie scheint das Motiv dem Film selbst irgendwann unheimlich zu sein, weshalb er es niemals wirklich auskleidet oder irgendwie handfester macht.

Ryan Phillippe und Amélie Hoeferle als allmählich zusammenwachsendes Vater-Tochter-Gespann.
Es ist im weiteren Verlauf nur der Aufhänger dafür, dass der besorgte Vater alles geben darf, um seine Tochter vor den Unholden zu bewahren. Und der packt dahingehend schnell die Samthandschuhe aus. In kurzen, von Stunt-Koordinator Glenn Ennis (zuletzt Steven-Seagals-Stamm-Double, etwa bei „Maximum Conviction“) und Kampfchoreograph James Michalopolous („Tron: Ares“) angenehm taff und direkt choreographierten Fights teilt Danny heftig aus und hält sich die Gegner effizient vom Hals.
In Richtung Finale agiert er gar immer härter, schneidet irgendwann Ohren und Finger ab und lässt einen Fieswicht an seinem eigenen Blut ersticken. Das lässt auf ein fettes Finish hoffen. Obendrein hat der Oberfieswicht des Streifens einen ordentlichen Haufen an Henchmen, was zusätzlich auf einen hohen Bodycount spekulieren lässt.

C. Thomas Howell spielt den Anführer der Redneck-Gemeinde.
Doch irgendwie hat Regisseur Adam Davidson (der für unzählige Serien wie „Shooter“ tätig war) keine rechte Lust auf einen fetten Showdown. Danny darf noch einmal ein paar Lumpen umtreten, wirklich zünden will das Präsentierte aber nicht. Auch und vor allem, weil man den Bösewichten einen viel derberen Abgang gewünscht hätte.
Ryan Phillippe („The 2nd“) macht derweil seinen Job als Held der Chose sehr stark. Er spielt sympathisch auf und hat mit der ebenfalls fein agierenden Alex-Darstellerin Amélie Hoeferle („Night Swim“) eine richtig starke Chemie, was der Glaubwürdigkeit des Vater-Tochter-Gespannes sehr gut tut.

Danny lässt die guten Manieren gute Manieren sein.
Der Anführer der Lumpen hört auf den Namen Stanley Dixon. Der wird von C. Thomas Howell („Cyborg – Die Kidnapper“) ordentlich verkörpert. Einzig, Dixon darf nie wirklich bedrohlich oder gar gefährlich rüberkommen. Hier hätten ein klein wenig Overacting oder ein paar fiese Szenen mehr sicherlich sehr geholfen. Stanley Dixon ist umgeben von echten Kanten, denen man abnimmt, dass Danny auch mal Mühe mit ihnen hat. Darunter auch bekanntere Gesichter wie Michael Eklund („The Silent Hour“) oder Richard Harmon („Final Destination 6: Bloodlines“).
Inszenatorisch merkt man „One Mile: Chapter One“ die TV-Herkunft seines Regisseurs immer wieder an. Davidson hat keinen wirklichen Sinn für große Bilder. Der Actioner wirkt immer ein wenig klein skaliert sowie etwas zu geradlinig und bodenständig in Szene gesetzt. Dafür haben die Macher auf billig wirkende Farbkorrekturen verzichtet und setzen auf die angenehme Farbigkeit des durchgängig präsentierten Laubwald-Settings. Und bis auf eine Explosion gegen Ende wirken sämtliche Effekte handmade umgesetzt.
„One Mile: Chapter One“ kommt nicht so recht aus den Puschen
Das grundlegendste Problem des Actionfilmes von Adam Davidson ist, dass er nach gelungenem, ruhigem Start, der vollkommen auf die Charakterzeichnung der Figuren einzahlt, nie den Schalter in Richtung Action umgelegt bekommt. Selbst wenn Danny und Alex von zig Lumpen gejagt werden, haben Vater und Tochter immer noch Ewigkeiten Zeit, sich und ihre Gefühlslagen zu erklären. Der Film wirkt so immer seltsam entschleunigt – entwickelt kein rechtes Tempo und erst recht keine Dynamik.
Sobald Danny sich die Lumpen in kurzen Actionsequenzen vornimmt, spürt man, was „One Mile: Chapter One“ auch hätte sein können. Denn die präsentierte Action macht Spaß. Leider kommt sie viel zu selten auf. Und der unterwältigende Showdown fühlt sich wirklich nicht rund an. Zumindest redet man ihn sich schön, denn der Film trägt freilich nicht umsonst den Beititel „Chapter One“. Und so endet der Film zwar einigermaßen rund, arbeitet aber auch schon offensiv in Richtung des „back 2 back“ gedrehten Nachfolgers. Was bleibt, ist ein okayer Start, mit viel Luft nach oben.
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Der Film kommt von der Home Entertainment Sparte von Paramount Pictures und wird ausschließlich digital ausgewertet. Entsprechend ist er bereits auf verschiedensten VoD-Plattformen gegen einen Obulus erhältlich. In den USA hat der Streifen ein R-Rating erhalten und wird in unseren Breiten etwa von Prime Video mit einer Freigabe-Empfehlung ab 16 angeboten.
In diesem Sinne:
freeman
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