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Aliens vs Avengers: Der finale Kampf

Alien vs Avengers - der finale Kampf Artwork

„Alien vs Avengers – Der finale Kampf“ bietet feine Lesekost. Copyright: Panini Verlag

Nachdem sowohl Marvel als auch Fox mit Disney fusionierten, war der Weg frei für Comics der Marke „Predator vs Wolverine“ oder „Predator vs Black Panther“. Schnell war es beschlossene Sache, auch die anderen Kultviecher von Fox auf die Marvel-Helden treffen zu lassen. Das Ergebnis heißt „Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“ und ist sowohl inhaltlich als auch optisch ein Ereignis.

In der Zukunft wurde das Potential der Xenomorphe als Waffe erkannt. Die zerstörten fortan Welt um Welt. Und das mit einer Effektivität, die ihresgleichen suchte. Auch die Erde wurde von den Kreaturen bereits beehrt. Mit verheerenden Folgen. Wenige Menschen konnten sich zumindest auf den Mars retten.

Auf der Erde verblieben nur Superhelden. Sie bemühen sich darum, zu verhindern, dass die Aliens die Menschen auf dem Roten Planeten erreichen. Ein Kampf, der umso aussichtsloser scheint, als ein Superschurke seinen Genpool mit dem der Aliens kreuzt und ein neues, noch gefährlicheres Wesen erschafft.

Crossover der interessanten Art

Autor Jonathan Hickman verlegt das Aufeinandertreffen der Xenomorphe und diverser Marvel-Superhelden in eine hypothetische Zukunft. Das erlaubt ihm, um allzu bekannte Motive einen weiten Bogen zu machen. So bekommen wir hier beispielsweise schon die Avengers geboten, sie sind aber vollkommen anders als gewohnt: nämlich richtig alt!

Tony Stark etwa sieht wie ein 90 Jahre alter Mann aus und hockt im Rollstuhl. Der Black Panther hat graue Haare, Wolverine müffelt nicht mehr so frisch, das Grün vom Hulk mutet welk an und sogar Spider-Man wirkt deutlich betagter. Und Captain Marvel sieht aus wie eine nette Omi, die ihren Enkeln Kekse bäckt.

Doch die Umstände zwingen alle in ihre alten Rollen. Entsprechend zwängen sie sich in ihre bekannten, zumindest leicht modifizierten Anzüge. Und Tonys Rollstuhl kann freilich zu seiner Rüstung morphen. Das Alter hat dennoch seine Auswirkungen. Dementsprechend sind die Xenomorphe auch keine leichte Beute für die sonst so allmächtig wirkenden Avengers. Ganz im Gegenteil, Hickman lässt diverse „unzerstörbare“ Helden über die Klinge springen.

Und er lässt die Aliens Aliens sein. Gnadenlos und gewohnt animalisch fräsen sie sich durch ihre Opferscharen. Die bekannte Lore um die Aliens wird vollends importiert. Den Anfang macht der Facehugger, dann bricht ein Mini-Alien aus einem Brustkorb und wächst zu beeindruckender Größe. Nur um hernach noch eindrücklicher zu töten. Die Alien-Königin spielt ebenso eine Rolle
wie das bekanntlich sehr ätzende Blut der Viecher oder die Weyland-Yutani Corporation.

Und wie Zombies obsiegen die Xenomorphe zumeist vor allem aufgrund ihrer bloßen Zahl. Hickman denkt dabei ganz groß, was auch notwendig ist. Wie sonst sollten binnen weniger Tage ganze Planeten ausgerottet werden? Und mit dem (leider etwas überzogenen/überdrehten) Fieswicht Mister Sinister packt der Autor noch ein Level an Gefährlichkeit drauf. Denn Mister Sinister reichert den Genpool der Aliens mit seinem Erbgut an und erschafft so etwas wahrhaft Unbesiegbares.

Das sind Grundlagen genug für spannende Unterhaltung. Und „Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“ ist eines dieser Comics, das man, einmal angefangen, nicht mehr beiseite legt. Auch weil Hickman ein gutes Gespür dafür hat, wie man die Story immer noch weiter anfüttern kann. Wenn hier etwa die Aliens auch über die Engineers herfallen, kitzelt das das Kopfkino schon ordentlich. Zudem werden mittels Zeit- und Ortssprüngen immer neue Puzzles zur Handlung hinzugefügt.

Und freilich dürfen die Aliens auch immer wieder über die Superhelden herfallen. Nette Action ist die Folge, in der die Macher ebenfalls bekannte Motive bedienen. Etwa dass der Alien-Schwanz gut als Waffe taucht und das heftige Säureattacken sogar den Hulk und Wolverine beeindrucken können. Das Wichtigste: „Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“ findet einen enorm coolen Dreh, seine Story abzuschließen. So wird ein Finish kreiert, das überzeugt und kein Happy End im eigentlichen Sinne darstellt.

All das kleidet Zeichner Esad Ribic mit seinem Koloristen Ive Svorcinain in sich richtig apokalyptisch anfühlende Bilder. Selbige tragen erst recht dazu bei, immer tiefer in die Geschichte eintauchen zu wollen. Der Zeichenstil ist dabei in seinem Detailgrad ziemlich reduziert, wird durch die tolle, teils großflächige Farbgebung aber ordentlich mit düsterem Leben gefüllt. Dabei dominieren kalte, bläuliche Farbtöne den gesamten Band.

„Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“ rockt

Bekannte Superhelden, die in einem ganz neuen Licht erstrahlen, treffen auf die fiesesten Außerirdischen schlechthin. Das ergibt einen Clash, der richtig Laune macht, trotz eher unterentwickelter Charakterzeichnung ordentlich in seine Story hineinzieht und genug Neuerungen bietet, um nicht zu einem reinen Fan-Service-Event zu verkommen. Dazu ein fantastisches Artwork, ein hohes Erzähltempo und eine epische Schlussschlacht mit einer hervorragenden Auflösung für die ganze Story. Wie ich eingangs schon schrieb: Ein echtes Ereignis!

09 von 10

Zur Veröffentlichung von „Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“

Der Panini-Band „Aliens vs Avengers: Der finale Kampf“ beinhaltet die zwischen 2024 und 2025 in Amerika veröffentlichten vier Einzelhefte des Comic-Events. Neben ein paar Variant-Covern gibt es auch ein paar Informationen zu den Künstlern, die „Aliens vs Avengers“ erdacht und umgesetzt haben.

Aliens vs Avengers: Der finale Kampf
Originaltitel: Aliens vs. Avengers
Von Jonathan Hickman (Autor), Esad Ribic (Zeichnungen)
Taschenbuch: 152 Seiten, Deutsch
Verlag: Panini Verlags GmbH
Auflage: 1. Edition (18. November 2025)
ISBN-13: 978-3741642258

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