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Predator versus Wolverine: Ewige Jagd

Predator versus Wolverine: Ewige Jagd Comic-Cover

Epische Schlachten sind garantiert: „Predator versus Wolverine: Ewige Jagd“ Copyright: Panini Comics

Nachdem der Predator 1987 das erste Mal erfolgreich über die Kinoleinwände gefetzt war, weckte das die Lust auf mehr. Unter anderem der Dark-Horse-Comicverlag versuchte diese Lust mit neuen Storylines zu befriedigen. In den 90er Jahren trieb das direkt eigenwillige Blüten. Denn in der Hochzeit der Crossover traf der Predator mal eben auf Batman und auch Superman.

Und diese Lust an den Konfrontationen großer Ikonen mit dem gefährlichsten aller Jäger hielt bis in die heutige Zeit an. Genannt sei der 2017 erschienene „Predator vs Judge Dredd vs Aliens“. 2020 gingen die Lizenzrechte an der Figur des Predators auf den Marvel-Verlag über. Der brachte neue Storylines um die Yautia auf den Weg (siehe „Predator“) und sinnierte auch darüber, den Außerirdischen auf Marvel-Helden prallen zu lassen. Den Anfang machte einer der beliebtesten Marvel-Superhelden: Wolverine!

Ebenbürtige Gegner

Wolverine rammt einen Stock in den Boden. Darauf spießt er den Helm eines Predators. Der Köder funktioniert. Wenig später wird er von einem Predator angegriffen und schwer verletzt. Wolverine flüchtet zwar vor dem versierten Jäger, doch diese Flucht gehört zu Wolverines Strategie. Er will den Yautia töten. Endgültig.

Auf einem Vorsprung einer gewaltigen Klippe verharrend und von seinen Verwundungen genesend, erinnert sich Wolverine an die zahlreichen Begegnungen mit dem perfekten Jäger. Alles begann 1900 in Alaska, als der junge Wolverine von einem Mann gebeten wird, dessen entführten Sohn zu befreien. Während Wolverine auf die harte Tour lernen muss, dass es nicht gut ist, anderen Menschen zu vertrauen, landet ein Predator in dem Landstrich und arbeitet sich durch die Tierwelt zu der vermeintlich perfekten Beute hin – dem quasi unverwundbaren Wolverine.

Als Wolverine Jahrzehnte später Mitglied der Truppe Waffe X ist, begegnet er dem Predator gleich zwei Mal. Wieder entspinnen sich epische Konfrontationen, die keine endgültigen Sieger sehen. In Japan setzt sich die Rivalität fort, bis der Außerirdische irgendwann den Fehler macht, Wolverines einzige echte Schwachstelle anzugreifen.

Wolverines Geschichte mal anders

„Predator versus Wolverine: Ewige Jagd“ ist wie eine klassische Anthologie aufgebaut. Den Rahmen bildet die finale Konfrontation zwischen Wolverine und dem Yautia im verschneiten Kanada. Während die Rahmenhandlung allmählich voranschreitet, folgen verschiedene Rückblicke zu bereits geschehenen Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten in verschiedenen zeitlichen Epochen und an verschiedenen Schauplätzen. Vom ewigen Eis über dichtbewachsene Dschungelregionen bis ins All reichen dabei die Settings.

Beiden Figuren kann man im Laufe der Handlung beim Reifen zuschauen. So erleben wir zunächst einen blutjungen Wolverine, der sich in Alaska von der Menschheit zurückgezogen hat, um nicht als Freak behandelt zu werden. Der zu der Zeit in Alaska landende Predator ist ebenfalls sichtlich jung. Seine Waffen etwa findet er bei einem im ewigen Eis eingeschlossenen Vertreter seiner Art. Hirsche und ähnliches Getier wähnt er als Krone der Schöpfung. Auch das Aufeinandertreffen der beiden jungen Antipoden ist geprägt von jugendlichem Furor.

In der nächsten Episode ist Wolverine schon deutlich kerniger unterwegs. Er ist eine Art Söldner, der mit Waffe X die ganz finsteren Aufträge durchführt. Der Predator wirkt ebenfalls deutlich gereifter. Er ist Predator-typisch bewaffnet, sein Helm zeugt vom Aufstieg in seiner „Gesellschaft“. Und er hat ebenfalls ein Team dabei. Entsprechend gibt es in dieser Episode auch eine Menge Action zu bewundern.

Was immer du bist, ich säbel dir deine Hässlichkeit weg! (Wolverine zum Predator)

Die folgende Episode präsentiert Wolverine erneut als Mitglied von Waffe X. Die löschen seine Erinnerungen regelmäßig derart konsequent, dass er gar nicht mitbekommt, dass der Predator, der ihn da aus der Waffe-X-Festung befreit, ebenjener ist, der ihn schon mehrfach töten wollte. Und der bekommt nun nur noch mehr mit, was für eine Beute dieser Wolverine wirklich ist, denn der wurde inzwischen mit Adamantium quasi unbesiegbar gemacht.

Die Episode in Japan zeigt dann, wie sich beide Kontrahenten auch psychisch verändert haben. Also beispielsweise lernten, dass planvoller Rückzug nichts mit Feigheit zu tun hat. Und dass man seine Triebe auch unter Kontrolle halten, sie sinnvoll kanalisieren kann. Dadurch, dass wir all das überwiegend aus Wolverines Sicht erleben, wirkt das Erzählte immer wie eine reizvolle Variation der Origins-Story des Charakters. Das sorgt für zusätzliches Interesse und hat auch diverse Spannungsschübe zur Folge.

Der Predator ist dabei eher eine Randfigur, wird aber ebenfalls vollumfänglich abgefeiert. Von Bäumen hängende, ihres Schädels beraubte Menschen, grünes Blut, die Predator-Waffen, die typische „Rüstung“, die Raumschiffe, die „Drei-Punkt-Laser“, die Predator-Vision, alles findet Eingang in die Story. Dazu gesellt sich eine 1:1-Kopie der Dschungelrodung mittels Minigun aus „Predator“ mit Arnold Schwarzenegger.

Interessant ist, dass Wolverine mehrfach erwähnt, dass sich die Predators in der eigentlich urtümlichen Jagd zu sehr auf ihre Technologie verlassen würden. Dazu zählt er sogar ihre eher archaischen Waffen wie den Speer. Was bei einem Raufbold wie Wolverine freilich kaum verwundert. Witzig ist, dass er einfach so aus dem Blauen heraus weiß, dass Schlamm die Sichtfunktionen der Predators zu überlisten weiß. Hat vermutlich den Film mit Arnie gesehen.

Cool ist, dass der Anthologie-Charakter von „Predator versus Wolverine“ auch im Artwork Berücksichtigung fand. Entsprechend sind die einzelnen Episoden von verschiedenen Zeichnern und Koloristen umgesetzt wurden. Und die treffen die Tonalität der einzelnen Abschnitte rundweg hervorragend. Die Alaska-Panels lassen einen dank kalter Farben förmlich frösteln, das Dschungelsetting birst vor Farben und Details und die Bilder aus Japan transportieren viele optische Einsprengsel, die man mit dem Fernen Osten verbindet.

Man erkennt am Charakterdesign und am Pinselstrich die verschiedenen Künstler, trotzdem geht das Ganze richtig gut zusammen. Es sorgt zudem für Abwechslung und hilft bei der Orientierung, wo in der Story man sich gerade befindet. Klasse! Und wer auf ordentliche Action in Comics steht, der bekommt hier einiges geboten. Die Konfrontationen zwischen Wolverine (sowie Superheldenpartner) und Predator sind teils sehr derb ausgefallen. Riesige Wunden, abgetrennte Köpfe, aufgeschlitzte Körper, die Zeichner wussten um die von beiden Charakteren ausgehende Brutalität.

„Predator versus Wolverine: Ewige Jagd“ macht richtig Laune

Der Anthologie-Charakter von „Predator versus Wolverine“ lässt direkt an den Animationsfilm „Predator: Killer of Killers“ denken. Hier wie dort ist das Ergebnis für „Predator“-Fans wirklich begeisternd. Der Jäger wird mal richtig von der Kette gelassen und er darf wunderbar brutal wüten. Zudem wartet der Comic-Band mit amtlich Fanservice auf und geht mit den Insignien des „Predator“-Franchises alles andere als zurückhaltend zu Werke.

Das Schöne: Auch Wolverine-Fans bekommen hier einiges geboten. Zum einen liefert der beliebte Comic-Charakter den meisten Story-Vortrieb, zum anderen wird seine Geschichte um bislang so nie gelesene Elemente erweitert. Und einen perfekten Jäger mit einer quasi unbesiegbaren Beute zu konfrontieren, ist freilich auch ein echter Knaller.

Das Ergebnis ist spannend, vielseitig, interessant, fies komisch, brutal und sieht obendrein richtig toll aus. Man darf sicher gespannt sein, wie sich im Vergleich das demnächst erscheinende Crossover „Predator versus Black Panther“ schlagen wird.

08 von 10

Informationen zu der Veröffentlichung von „Predator versus Wolverine: Ewige Jagd“

Panini Comics hat die vier Original-Comics der Miniserie in einem Band zusammengefasst. Der wartet mit Informationen zu den Charakteren, zu den Künstlern und mit einer Galerie cooler Alternativ-Cover auf. Am 26. August 2025 wird der Band neu aufgelegt!

Predator versus Wolverine: Ewige Jagd
Originaltitel: Predator vs. Wolverine
Von Benjamin Percy (Autor), Greg Land + Andrea Di Vito + Ken Lashley + Jay Leisten + Hayden Sherman + Kei Zama + Gavin Guidry (Zeichnungen)
Taschenbuch: 132 Seiten, Deutsch
Verlag: Panini Verlags GmbH
Auflage: 1. Edition (30. Mai 2024)
ISBN-13: 978-3741643491

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In diesem Sinne:
freeman

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