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All the Devil’s Men

Originaltitel: All the Devil’s Men__Herstellungsland: Großbritannien, USA__Erscheinungsjahr: 2018__Regie: Matthew Hope__Darsteller: Milo Gibson, Sylvia Hoeks, Gbenga Akinnagbe, William Fichtner, Elliot Cowan, Joseph Millson, Steven Blades, Yavor Baharov, Ben Loyd-Holmes, Perry Fitzpatrick u.a.
All the Devil's Men DVD Cover

Mel Gibsons Sohn Milo wütet durch “All The Devil’s Men”

Milo Gibson wurde am 16. November 1990 in Australien geboren. Er ist eines von sieben Kindern, die aus der Verbindung von Mel Gibson und seiner damaligen Ehefrau Robyn hervorgingen. Aufgewachsen ist Milo in Malibu, wohin seine Familie mit dem Einsetzen des großen Erfolges des Vaters zog. Heute sieht er seinem Vater nicht nur wegen der stechend blauen Augen extrem ähnlich und versucht sich, nachdem er zunächst als Elektriker sein Geld verdiente, als Schauspieler. Sein Filmdebüt gab er in Mel Gibsons „Hacksaw Ridge“. Mit „All the Devil’s Men“ tritt er nun in einer Hauptrolle in die Actionhelden-Fußstapfen seines Vaters.

Collins wird sogar von seinen Freunden als Kriegsjunkie bezeichnet. Dem jungen Mann liegt das Töten im Blut. Rastlos jettet er von Krisenherd zu Krisenherd und macht hier, was er am besten kann: Töten. Als wir Collins das erste Mal begegnen, ist er im Auftrag der CIA in Marokko unterwegs und schaltet einen hochrangigen Verbrecher aus. Kurz darauf wird Collins erneut von der CIA kontaktiert. In London warte ein neuer Auftrag auf ihn.

McKnight, ein vom IS umgedrehter CIA-Agent, will hier eine thermonukleare Waffe erwerben. Zu seinem Beschützerteam gehört ein Mann namens Deighton. Ein ehemaliger Kamerad von Collins. Über ihn will Collins an McKnight herankommen. Doch Deighton riecht den Braten und dreht den Spieß um. Fortan wird Collins mehr und mehr selbst zum Gejagten.

Schaut in “All the Devil’s Men” mit Milo Gibson hinein

Die Story von „All the Devil’s Men“ ist in keinster Weise neu. Alle Versatzstücke des Filmes hat man bereits zigfach gesehen. Doch der Actioner von Matthew Hope („The Veteran“) hat seine Qualitäten. Auch in Sachen Drehbuch. Denn was in der Inhaltsangabe nach einem typischen B-Actioner klingt, bemüht sich vor allem bei seinen Figuren um Tiefe. Versucht, seinen vornehmlich als Killermaschinen eingeführten Charakteren menschliche Züge, Schwächen und nachvollziehbare Motivationen mitzugeben.

Des Weiteren verfällt Matthew Hope niemals in Hektik. Er erzählt seinen Film ruhig und mit Bedacht. Lange Einstellungen dominieren seinen Film. Selbst in der Action versucht er mit One-Shot-Sequenzen Schnittgewusel vorzubeugen. Mit Erfolg. Sein Film wirkt durchweg sehr gediegen, sehr überlegt in Szene gesetzt. Darüber vergisst Hope allerdings ab und an die Spannung. Hier und da bekommt der Film gar eine zu getragene Note, wirkt ein wenig zu langsam.

All the Devil's Men mit Milo Gibson

Sieht seinem Vater definitiv sehr ähnlich: Milo Gibson in “All the Devil’s Men”.

Trotzdem bleibt man durchgehend im Film drin. Die Figuren funktionieren hinreichend, die Entwicklungen in der Story überzeugen und die gelungene Zuspitzung der Ereignisse in Richtung Showdown stopft auch so manches kleine Tempoloch aus dem Vorfeld. Apropos Showdown: In dem brennt die Luft ordentlich. Auch im Vorfeld überzeugt „All the Devil’s Men“ mit präzise gesetzten, mal eruptiven, mal angenehm lang ausgewalzten Actionszenen.

Diese werden durch die Bank von einem extremen Willen für Realismus geprägt. Das Waffenhandling, das Vorgehen / die Bewegungsabläufe der Kombattanten, die kurzen und knackigen Fights, das atmet schon eine sehr realistische Note. Zudem hat man in keinem Film vorher so viele Hülsen durch die Gegend fliegen sehen. Und wenn hier in Deckung gegangen wird, heißt das noch lange nicht, dass man sicher ist. Kugeln durchschlagen Autos und Wände, als seien diese aus Papier. Die Folgen sind immer blutig und immer harsch. Eine Vorliebe für suppende Kopfschüsse kann man dem Regisseur definitiv nicht absprechen. Die Action reicht dabei von Messerduellen und Shootouts über Car-Crashes bis hin zu größeren Explosionen und hat im langen Showdown ihre besten Momente.

All the Devil's Men mit Sylvia Hoeks

Sylvia Hoeks gibt ein echtes Tough Cookie!

In der Action macht Milo Gibson eine überzeugende Figur. Er wirkt physisch ungemein präsent, kommt wuchtig rüber und kann auch den Realismusansatz des Regisseurs gut transportieren. Abseits der Action wird er sehr einsilbig und beherrscht gezeichnet. So manches Rätsel um seine Figur wird auch nicht aufgelöst. Hier und da wirkt Milos Collins in der Folge zu verschlossen und unnahbar. Darum lässt einen ausgerechnet der Held ziemlich kalt. Nicht immer ist klar, ob das eventuell an dem limitiert wirkenden Schauspielvermögen Gibsons liegt oder komplett aus der Drehbuchvorlage und dessen Zeichnung des Helden resultiert.

Der zumeist bis unters Kinn bewaffnete Testosteron-Cast um Gibson macht derweil einen ordentlichen Job. Vor allem Joseph Millson („James Bond 007 – Casino Royale“) und Elliot Cowan („Howl“) machen als Bösewichter Laune, wenngleich „All the Devil’s Men“ sie gerne noch fieser hätte zeichnen dürfen. Wobei gerade um Deighton eben auch klar wird, dass das, was er macht, ein Job ist. Ein Job, um die eigene Familie durchzubringen. Und wenn der Auftraggeber ein Fieswicht ist, dann ist er es auch. Doch es ginge auch ganz anders.

William Fichtner mit Nebenrolle in Milo Gibsons Actionfilm

William Fichtner hat eine eher kleine Nebenrolle inne.

William Fichtner („Operation: 12 Strong“) hat als Freund von Collins eine Nebenrolle inne, die er überzeugend mit Leben füllt. Interessanter ist allerdings die weibliche Hauptrolle im Cast, die von Sylvia Hoeks („Renegades – Mission of Honor“) sehr taff gespielt wird. Ihre CIA-Agentin mit Eiern aus Stahl sorgt für viel Bewegung, sowohl in der Handlung als auch in der Dynamik der Figuren untereinander.

In technischer Hinsicht weiß „All the Devil’s Men“ durchweg zu gefallen. Matthew Hope startet lichtdurchflutet in Marokko und schaltet in London in einen ebenso gritty wie stylischen Düsterlook, der topp zum Ton des Filmes passt. Kamerakranfahrten und Drohnenkameraflüge zeugen von einigem Aufwand. Die Action ist immer handmade und – bis auf eine misslungen getrickste Explosion – frei von CGI-Mätzchen. Und auch die Musik verrichtet einen ordentlichen Job, hätte hier und da aber durchaus treibender ausfallen dürfen.

Coole Action mit hohem Realismuseinschlag

Was am Ende bleibt, ist ein gelungener Actionthriller, der oberflächlich betrachtet vielleicht typische Actionware darstellen mag, sich dieser Kategorisierung aber immer mal wieder mit Erfolg entzieht. „All the Devil’s Men“ bemüht sich zumindest um glaubwürdige Figuren und so manche Entwicklung in dem Film und daraus resultierende Allianzen heben die Story vom 0815 Einheitsbrei ab. Auch die geerdete, ruhige Inszenierung zielt nicht auf die gewohnten Oberflächenreize ab. Die Darsteller mühen sich obendrein, ihre Figuren nicht vollständig zu Genre-Stereotypen verkommen zu lassen. Dieser erhöhte „Anspruch“ bringt aber auch die eine oder andere Länge mit sich und ausgerechnet die Heldenfigur wirkt deutlich unterentwickelt.

Rollt dann die Action an, dominiert der Realismus. Das beginnt schon bei den geknackten Autos im Film. Hier werden nicht wie gewohnt Kabel aneinander gerieben, bis die Karre startet. Stattdessen wird die Bordsoftware mit einem Programm überschrieben. In der eigentlichen Action fliegen die blauen Bohnen dem Zuschauer nur so um die Ohren, der Bodycount ist ordentlich, der Blutgehalt ansehnlich und die Choreografie der Actionszenen überzeugt voll und ganz. Die Action steht zudem dem Hauptdarsteller, Milo Gibson, ganz hervorragend. Er sollte sich weiter in dieser Richtung umtun.

06

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erschien am 27. Juni 2019 von Eurovideo und ist mit einer wohlverdienten FSK 18 Freigabe ungeschnitten. Extras zum Film sucht man leider vergebens.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Eurovideo__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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