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Monster Island – Kampf der Giganten

Originaltitel: Monster Island__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2019__Regie: Mark Atkins__Darsteller: Eric Roberts, Toshi Toda, Adrian Bouchet, Natalie Robbie, Donna Cormack Thomson, Chris Fisher, Jonathan Pienaar, Margot Wood, Andrew Dennison, Meghan Oberholzer u.a.
Monster Island DVD Cover

Das Cover von “Monster Island” ist ja ganz ok…

Als The Asylum Wind davon bekam, dass Warner und Legendary es wagen würden, ihren Hit „Godzilla“ mit „Godzilla 2 – King of the Monsters“ fortzusetzen, beschloss die Produktionsschmiede, von dem Kuchen etwas abhaben zu wollen. „Monster Island“ heißt der daraus folgende, monströs misslungene Mockbuster.

Billy Ford macht groß in Unterwasser-Bergbau. Mit seiner Dreimann-Firma scheffelt er Millionen vom Meeresboden. Eines Tages wird eine der Maschinen für den Unterwasser-Bergbau von etwas Großem platt gemacht. Natürlich entwickeln Ford und seine zwei Angestellten sofort den Drang, nach dem Rechten sehen zu wollen. Eine Dame, die seismische Aktivitäten über Mythen und Sagen erklärt, schließt sich dem Tross an. Warum auch immer. Denn seismische Aktivitäten gab es gar nicht. Egal, es ist ein The-Asylum-Drehbuch.

Auf hoher See angekommen, schaltet die The-Asylum-Universalwaffe Mark Atkins („Android Cop“) in den typischen Studiomodus. Fortan sehen wir die immer gleichen Fressen, die in einem Raum hocken, gemeinsam angestrengt in Richtung Kamera gucken und gaaaanz viel Müll labern. Natürlich sehen wir Zuschauer dabei nie, was die Hässletten sehen. Denn das würde The Asylum ja Geld kosten. Der Entertainmentfaktor, ihr ahnt es, „steigt“ dabei ins „Unermessliche“.

Schaut in “Monster Island” mit Eric Roberts hinein

Irgendwann landen unsere Helden dann mit einem U-Boot mitten auf einem riesigen Seestern. Den bezeichnet man fortan fleißig als Kaiju, immerhin kocht man hier ja Godzilla und seine Freunde ab, und labert weiterhin ganz viel Müll. Sekundenkurze, peinlich schlechte CGI-Shots erlauben zumindest kurze Blicke auf das Monster. Das blutet Magma, vermoscht U-Boote und Zerstörer und bewegt sich laut den besorgt in Richtung Kamera starrenden „Schauspielern“ auf die Küste der USA zu. Nein, wie spannend.

Irgendwann wird auch Eric Roberts („The Expendables“) zwischengeschnitten. Der erntet bei seinem ersten Auftritt als Kapitän eines Zweimann-Zerstörers einhelliges Gelächter. Dabei sagt man doch immer, Uniformen würden Männer sexy machen. Roberts wirre Frisur unter der Kapitänsmütze macht den Anblick nicht besser. Auch er darf ganz viel Dünnes labern, dabei an der Kamera vorbei starren und etwas Gefährliches sehen. So was sitzt Eric Roberts freilich auf einer Arschbacke ab und macht dementsprechend auch nicht den Eindruck, als würde ihn „Monster Island“ irgendwie tangieren.

Der Zuschauer merkt derweil, dass wenn Atkins mal nicht angestrengt in Richtung Kamera guckende Menschen präsentiert, „Monster Island“ ein paar hübsche Drehorte hatte. Die zudem mit farbsatter Optik auf einen digitalen Datenträger gebannt wurden. Leider sind die Momente immer von recht kurzer Dauer. Beinahe so kurz wie die CGI-Shots.

Dann legt der Seestern Eier, werden die Mitstreiter von Ford immer weniger, tauchen auf einmal magmakotzende Flugdinosaurier mit um 45 Grad gedrehten Köpfen auf und wird von einem Kaiju-Killer gelabert. Doch da ist „Monster Island“ längst zu einem Spulfilm mutiert. Was ein Spulfilm ist? Nun, der Finger ruht auf der Vorspultaste und hüpft immer nur dann in Richtung Play, wenn scheinbar irgendetwas Spannendes passiert. Bei dem Spulfilm „Monster Island“ ist das immer dann der Fall, wenn mal nicht irgendwelche Gesichter in Richtung Kamera starren.

Und das passiert höchst selten. Eigentlich nur, wenn der Kaiju-Killer gegen Ende endlich loslegt. Den sieht man genau zwei Mal für jeweils fünf Sekunden. Womit ihr euch ausmalen könnt, wie spektakulär der große Clash der Monster auf „Monster Island“ ausschaut.

Monströs schlechter Monster-Clash ohne Monster

Was am Ende bleibt, ist ein trauriges Stück Filmmüll, das nicht für eine Sekunde zu unterhalten weiß. Dazu gesellen sich die üblichen The-Asylum-Kennwerte wie miese Schauspieler, ewig dummes, pseudowissenschaftliches Gelaber, keine Story und garantiert nichts von dem, was der Filmtitel, sein Artwork und etwaige Trailer versprochen haben. Nichts an „Monster Island“ macht irgendwie Spaß. Der Film funktioniert nicht mal als Trashgranate, weil er dazu nicht genug überdreht. Man fragt sich irgendwann wirklich, warum Regisseur Atkins und die Produzenten von SyFy und The Asylum ihre Zuschauer so verachten. Ich für meinen Teil beispielsweise habe ihnen nie irgendwas getan. Also außer jetzt, denn für das „Monster Island“ ohne sichtbare Monster und sowieso ganz wenig Island kann es nur eine Bewertung geben:

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Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film kommt von The Asylum, White Pearl Movies und Daredo und ist mit einer FSK 12 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: The Asylum / White Pearl Movies / Daredo__Freigabe: FSK 12__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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Categorised in: Creature Feature, Reviews

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