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Avengers Grimm

Originaltitel: Avengers Grimm__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2015__Regie: Jeremy M. Inman__Darsteller: Casper Van Dien, Lauren Parkinson, Lou Ferrigno, Milynn Sarley, Marah Fairclough, Rileah Vanderbilt, Elizabeth Peterson, Kimo Leopoldo, Andrew E. Tilles, Justine Herron u.a.
Avengers Grimm

Casper van Dien treibt als Rumpelstilzchen sein Unwesen in der The Asylum Produktion “Avengers Grimm”.

„Avengers Grimm“ also. Welches international erfolgreiche Superhelden Mash-Up und welche Serie werden wohl für diesen Filmtitel Pate gestanden haben? Echt schwer zu sagen… Doch so unpassend ist dieser Filmtitel gar nicht. Anstelle von Superhelden wie Iron Man, Thor oder Captain America arbeiten hier die Powerfrauen weltberühmter Märchen Hand in Hand, um die Welt, wie wir sie kennen, zu retten. Dabei stolpern sie, und damit hätten wir den „Grimm“-Bezug, auch auf dämonisch angehauchte Wesen und Wolfsmenschen. Letzten Endes hätte allerdings ein Bezug auf die Serie „Once upon a time…“ noch besser funktioniert. Denn an der Serie ist man deutlich näher dran als an „Grimm“. Schlauerweise baut man auch den Bezug auf, indem man den Film einleitet mit… genau… „Once upon a time“…

Es war einmal… eine andere Welt, in der Magie alltäglich war. Doch dieser Welt drohte Ungemach von einem Kerl namens Rumpelstilzchen. Dieser eroberte mit seinen Knechten Königreich um Königreich und wollte die Macht an sich reißen. Sein finales Ziel: Mittels des Zauberspiegels von Schneewittchens böser Stiefmutter in andere Welten gelangen und auch diese erobern. Doch das funktioniert nicht so ganz, denn Schneewittchen stellt sich dem Lump entgegen. Mit ihm wird sie durch den Spiegel in unsere Welt gezogen.

Ihre Freundinnen Aschenputtel, Rapunzel, Rotkäppchen und Dornröschen folgen Schneewittchen nach und wollen verhindern, dass Rumpelstilzchen seinen Eroberungszug fortsetzen kann. Bei dem Wechsel in unsere Welt wird der Spiegel allerdings bis auf eine große Scherbe zerstört. Diese Scherbe bringen die jungen Damen mit in unsere Welt und um ebenjene entbrennt eine ausufernde Jagd, denn schon diese Scherbe reicht, um Tore zu weiteren Welten zu öffnen…

Die Idee hinter „Avengers Grimm“ ist wirklich charmant. Eine Art Superheldinnen-Liga aus den bekanntesten weiblichen Märchenfiguren zu kreieren, hat Potential und lässt den Machern einiges an Möglichkeiten, um die Fantasie spielen zu lassen. So hat jede der Damen ihre individuelle Superkraft. Dornröschen kann natürlich Feinde einschlafen lassen, Rapunzel nutzt ihren langen Zopf als eine Art Morgenstern, Schneewittchen kann alles vereisen und Rotkäppchen ist eine engagierte Jägerin. Nur Aschenputtels Macht wird nie so wirklich klar. Sie kann irgendwie zaubern. Ihr größter Antipode ist (eine offensichtliche Parallele zu den frühen Staffeln von „Once upon a time…“) Rumpelstilzchen, der die Menschen nach seinem Gutdünken lenken und beeinflussen kann und sofort nach seiner Ankunft zum Bürgermeister einer Stadt wird. An seiner Seite agiert der große böse Wolf – ein Brocken von einem Mann – und er schart eine Armee an Soldaten um sich, die einen irgendwie an Zombies erinnern…

Soviel Hirnschmalz ist bisher wohl eher selten in ein „The Asylum“-Drehbuch geflossen. Blöderweise sind diese wirklich amüsanten Ansätze dann auch das einzige, was dem Drehbuch eingefallen ist. Der Rest ist leider der typische „The Asylum“-Schlock, in dem irgendwann einfach viel zu viel über irgendwelche Nichtigkeiten gelabert wird, wodurch die letzten Endes arg dünne Story jedwedes Tempo verliert und mit zunehmender Laufzeit einiges an Geduld vom Zuschauer einfordert. Was noch dadurch verschärft wird, dass die Action reichlich unspektakulär und lahmarschig rüberkommt. Die Girls, eigentlich sind es eher Milfs, sehen zwar ziemlich gut aus, aber in ihren Actionmomenten wirken sie reichlich unbedarft und unbeweglich.

Was an „Asylum Grimm“ gefällt, ist, dass die Macher nicht in das typische „The Asylum“-Schema abrutschen und mit viel zu vielen schlechten Effekten für Bewegung sorgen wollen. Ganz im Gegenteil: „Avengers Grimm“ wirkt mal richtiggehend harmonisch in seiner Optik. Die Effekte werden wirklich nur eingebunden, wenn sie notwendig sind, und sie funktionieren bis auf kleinere Ausreißer (CGI-Mündungsfeuer und -Trefferwirkungen) erstaunlich gut! Und auch die restliche Inszenierung überzeugt mit ihrem Komplementärfarben-Look, in dem kräftige Rot-, Blau-, Gelb- und Grüntöne für ein hübsches Comicfeeling sorgen, das gut aufs Thema passt. Der Score ist insgesamt gut, die eine oder andere Songauswahl sogar richtiggehend klasse!

Die darstellerischen Leistungen schwanken in ihrer Qualität stark. Die Darstellerinnen der weiblichen Märchenfiguren sind allesamt eher unbekannt und teilweise arg steif in ihren Performances. Zumindest stimmt der Augenfutterwert durchaus, zumal der Regisseur sie augenscheinlich gerne in Lack und Latex steckte. Als großer böser Wolf ist UFC Fighter Kimo Leopoldo („Bullet“) am Start, der in seiner Rolle allerdings nicht spielen muss, sondern nur zu kämpfen hat. Als Iron John, der in Deutschland erstaunlicherweise zum Eisenhans umsynchronisiert wird, agiert Lou Ferrigno („The Scorpion King 4“), der wie in seiner bekanntesten Rolle des Hulks irgendwann in Ganzkörpermaske einen eisernen Widersacher unserer Damenriege gibt. Highlight von „Avengers Grimm“ ist allerdings der megaentspannt und herrlich ironisch aufspielende Casper Van Dien („Shark Attack“), der sichtlichen Spaß an seiner Figur des Rumpelstilzchens hat und mühelos zum Showstealer des Streifens mutiert.

Klar, großes Kino ist der in 14 Tagen für billig Geld runtergekurbelte „Avengers Grimm“ nicht. Aber seine grundlegende Story-Prämisse ist gar nicht mal so blöd. Zum Ende des Streifens deutet sich auch an, dass „Avengers Grimm“ zu einer Reihe ausgebaut werden könnte. Und das wäre gar nicht mal so uninteressant. Leider ist der Film von seiner Prämisse abgesehen ein ziemlicher Langweiler geworden, in dem viel zu viel Nichtiges gelabert wird und die Action einfach nie richtig zünden will. Was erstaunt, ist die in technischer Hinsicht an den Tag gelegte Sorgfalt. Die Effekte etwa sind nicht so mies wie gewohnt und werden obendrein auch nicht überstrapaziert. Die Leistung von Casper Van Dien ist ein weiterer großer Pluspunkt des Streifens. Er kann definitiv über die eine oder andere Länge hinwegtrösten. So richtig empfehlen kann man den Film aber dennoch leider nicht…

Die deutsche DVD/Blu-ray zum Film kommt von dem Label White Pearl Movies und ist mit einer FSK 16 ungeschnitten. Ein „The Asylum“-typisches, arg kurzes Making Of und ein ebenso kurzes Gag Reel bilden die Extras zum Film.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: White Pearl Movies__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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