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Bulletproof 2

Originaltitel: Bulletproof 2__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2020__Regie: Don Michael Paul__Darsteller: Faizon Love, Kirk Fox, Tony Todd, Cassie Clare, Jenna Saras, Jenny Umbhau, Jade Hubner, Tuks Tad Lungu, Noa Milan, Mark Ryder u.a.
Bulletproof 2 von Don Michael Paul DVD Cover

“Bulletproof 2” führt einen Film mit Adam Sandler und Damon Wayans weiter.

Der aktuell fleißigste Sequel-Regisseur Hollywoods hat wieder zugeschlagen! Diesmal nahm sich Don Michael Paul die Adam Sandler / Damon Wayans Kollaboration „Bulletproof“ vor. Ein unterhaltsames, wenngleich alles andere als irgendwie hervorragendes Buddy Movie aus dem Jahre 1996!

Jack Carter hat einen Undercover-Job in Südafrika angenommen. Hier gibt er sich ironischerweise als Verbrecher Archie Moses aus – ebenjener Archie Moses, der ihm vor einigen Jahren in den Kopf geschossen hat. Bei Jacks Auftrag dreht sich alles um Geldwäsche mittels Blanko-Geschenkkarten.

Irgendwann gerät Jack in einen gewaltig schief laufenden Deal zwischen südafrikanischen und mexikanischen Gangstern. Letztere ziehen bei der Konfrontation vor allem wegen Jack in seiner Rolle als Archie den Kürzeren und setzen nun alles daran, Archie in die Finger zu bekommen. Freilich ohne zu wissen, dass der echte Archie für die ganze Misere ja gar nichts kann.

Jack beschließt zumindest, Archie zu warnen. Zufälligerweise hält der sich gerade in Südafrika auf und hat einen Job als Säuberungskraft in einem Stripschuppen. Archie fällt natürlich aus allen Wolken, als Jack ihn ins rechte Licht setzt. Wenig später fliegen auch schon die blauen Bohnen an Archies Arbeitsstelle. Er ahnt: Ohne Jack wird er nicht heil aus der Angelegenheit herauskommen. Also will er Jack helfen, die Vorgänge um die Blanko-Geschenkkarten aufzuklären und den Hintermännern hinter dem schief gelaufenen Deal das Handwerk zu legen.

Schaut in die Actionkomödie von Don Michael Paul hinein

Don Michael Paul („Tremors 7: Shrieker Island“) hat für seinen „Bulletproof 2“ auch das Drehbuch geschrieben. Als Drehbuchautor hat er einen intelligenten Kniff gefunden, um die Abwesenheit von Damon Wayans und Adam Sandler zu erklären. Er behauptet einfach, dass der Vorgängerfilm genau das war: Ein Film. Ein Film, der Ereignisse aus dem früheren Leben der „echten“ Charaktere Jack Carter und Archie Moses in Szene setzte. Dementsprechend beschweren sich beide mal über die Anlage ihrer Figuren im Film und dass die genutzten Darsteller ja eigentlich kaum Gemeinsamkeiten mit ihnen gehabt hätten.

Das erledigt Don Michael Paul beinahe nebenbei. Und er thematisiert es nur ein einziges Mal, um sich hernach vollkommen seinen Figuren und deren neuen Abenteuern widmen zu können. Dabei haben Faizon Love („Friday“) als Jack Carter und Kirk Fox („The Patriot“) als Archie Moses zwar eine unbestreitbar gute Chemie miteinander, die Story, durch die sich kalauern, lockt aber niemanden mehr hinter dem Ofen hervor.

Bulletproof 2 mit Kirk Fox und Faizon Love

Wo Archie und Jack sind, ist das Chaos nicht weit.

Es setzt sattsam bekannte Klischees, Überraschungen sind Fehlanzeige, es mangelt an Spannung und in seinem langen, actionfreien Mittelteil tritt „Bulletproof 2“ gewaltig auf der Stelle. Mehr und mehr gehen einem auch die immer gleichen Gags aller Akteure gewaltig auf die Nerven. Zudem sind die installierten Bösewichter einfach nur absolute Langweiler.

Um zumindest dem Tempo immer mal wieder kleine Schubser zu geben, feuert Don Michael Paul drei größere Actionszenen ab. Die erste leitet er mit der genial blutigen Durchlöcherung eines Lumpen ein. Gewaltige Blutfontänen spritzen in Richtung Kamera und geben den Startschuss für eine hübsche Ballerei, in der der rote Lebenssaft noch einige Male derb spritzen darf.

Die zweite Ballerei in einem Stripschuppen wartet mit ähnlichen Qualitäten auf: Immer wieder platzen Bloodpacks, Lumpen bekommen Schrotladungen auf den Pelz gebrannt und es darf auch mal härter zugeschlagen werden. Ein brennender und durch den Stripschuppen latschender Fieswicht sorgt neben diversen blanken Hupen für Schauwerte. Leider folgen die beiden ersten Knallereien sehr eng aufeinander und werden nicht von weiteren Action-Eskalationen gefolgt. Dementsprechend dominiert actiontechnisch extremer Leerlauf bis zum Showdown.

Faizon Love lässt es krachen

Jack lässt es krachen!

Der Showdown gerät dann wieder hübsch knallig und wird erneut mit saftig spritzenden Ein- und Durchschüssen bei einem Lump eingeleitet. Darauf folgt eine kleine Verfolgungsjagd mit Strandbuggys, bei der sich manche Gefährte explodierend um die eigene Achse drehen dürfen. Noch zwei oder drei ähnliche Actionszenen mehr und der Film hätte sicherlich weitaus temporeicher gewirkt.

Technisch setzte Don Michael Paul seinen Film sauber um. Die Action bleibt immer schön übersichtlich und Paul ist um Dynamik in den Bildern bemüht. Sehr häufig filmt er aus reichlich schrägen Perspektiven und abseits der Action versucht er, die teils zu langen und unwitzigen Dialoge mit Splitscreens aufzupeppen. Seine Hauptcharaktere führt er mittels grafisch aufgebrezelter Standbilder ein. Und in dem Stripschuppen setzt er auf eine steile Komplementärfarbenoptik – und tatsächlich auf richtig nackte Frauen. Diese werden in Filmstrippschuppen irgendwie immer seltener.

Ein Knaller ist die aggressive Soundabmischung von „Bulletproof 2“: Die Ballereien drücken richtig den Staub aus den Boxen und auch die dominanten Soundtracksongs lassen das heimische Sofa erzittern. Witzig ist ein gegen Ende häufiger aufkommendes Hauptthema, das sich hörbar bei den „Bad Boys“ bedient.

„Bulletproof 2“ hat so seine Probleme…

Ich muss zugeben, dass ich mit den beiden Hauptdarstellern Faizon Love und Kirk Fox so gar nichts anfangen konnte. Die beiden mühen sich und aus ihren Interaktionen ergibt sich durchaus auch mal ein brauchbarer Gag, aber über weite Strecken wirken sie schon sehr resterampig. Wie auch diverse Nebendarsteller von „Bulletproof 2“. Eine Ausnahme bildet nur Tony Todd („Sky Sharks“) in viel zu kurzen Miniszenen als Vorgesetzter von Jack Carter.

Die Geschichte von „Bulletproof 2“ hat weder Spannung noch interessante Momente zu bieten. Infolgedessen und aufgrund diverser improvisiert wirkender, versandender, sich beständig zu lang anfühlender Dialoge gerät der Film immer zäher, der große Fall von Jack Carter fühlt sich einfach nur egal an und manche Handlungsfäden enden komplett im Nichts. Genannt seien beispielsweise die für Archie ach so gefährlichen Mexikaner.

Zumindest ist der Film technisch kompetent in Szene gesetzt und die Actionszenen kann man sich schon einmal anschauen, aber der Rest läuft definitiv unter dem Label “Fortsetzungen, die die Welt nicht braucht”.

03 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray kommt von Universal / WVG Medien, ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten und hat keinerlei Extras zum Film zu bieten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Universal / WVG Medien__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu-ray/DVD: Ja/Ja

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