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C.I.A. Codename: Viper

Originaltitel: CIA II: Target Alexa__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Lorenzo Lamas__Darsteller: Lorenzo Lamas, Kathleen Kinmont, John Savage, John Ryan, Lori Fetrick, Pamela Dixon, Alex Statler, Sandee Van Dyke, Michael Chong, Daryl Keith Roach u.a.
Codename Viper

“The Bitch is back” heißt es in dem Actionstreifen “C.I.A. Codename: Viper” mit Lorenzo Lamas und seiner Ex-Frau Kathleen Kinmont.

Ein paar Jährchen nach den Ereignissen in „C.I.A. Codename: Alexa“ lebt die ehemalige Söldnerin ein idyllisches Farmleben mit ihrer Tochter Tanja. Dem schmierigen CIA-Agenten Graver hat sie längst den Laufpass gegeben. Doch der steht eines Tages wieder vor ihr. Denn aufgrund eines haarsträubend konstruierten Vorfalles steht Alexa kurz vor der Abschiebung aus den USA und der Trennung von ihrer Tochter. Sie habe laut Graver nur eine Möglichkeit, all das zu verhindern: Sie müsse sich an Kurt Kluge ranmachen.

Ein finsterer Finsterling, der einen Teil einer nuklearen Ziel- und Steuerungseinheit geklaut habe. Alexa solle dessen Organisation infiltrieren und herausfinden, wo er das Bauteil versteckt halte. Währenddessen versuche die CIA, den unrechtmäßigen und ebenfalls böswilligen Besitzer eines zweiten Bauteils dieser Vorrichtung ausfindig zu machen… Alexa stimmt dieser Mission widerwillig zu und ist mir nichts, dir nichts Teil der Organisation von Kluge. Was niemand ahnen kann: Alexas Tochter Tanja wurde einst von Kluge gezeugt. Zudem nähert sich der Besitzer des anderen Bauteiles mit riesigen Schritten dem Ort des Geschehens…

In Actionfankreisen genießt „C.I.A. Codename: Alexa“ einen weitaus besseren Ruf als sein Nachfolger „C.I.A. Codename: Viper“. So richtig nachvollziehen kann ich diese Präferenz nicht. Denn „C.I.A. Codename: Viper“ aka „C.I.A. II: Target Alexa“ sieht deutlich besser aus als der neonblaue, weichgezeichnete und langweilig bebilderte Vorgänger, was auch an den vielfältigeren Handlungsorten und den sonnendurchfluteten Sets liegt, in denen vor allem Kluge agiert. Zudem ist der Streifen deutlich actionreicher als sein Vorgänger und obendrein sind die Actionszenen deutlich harmonischer über die Laufzeit verteilt, so dass kaum Langeweile aufzukommen vermag.

Und man versuchte die Action durchaus etwas vielfältiger wirken zu lassen. So wird gleich zu Beginn eine Forschungseinrichtung der USA von ein paar Terroristen gestürmt, die für ordentlich blaue Bohnen sorgen und von Graver und Co. nur mühsam abgewehrt werden können. Dass Graver dabei Goons sogar mit einem Gabelstapler aufspießt, sei nur mal am Rande erwähnt. Gleich darauf ist Alexa wieder im Einsatz und darf „City Cobra“- und „Stone Cold“-mäßig ein paar Ladendiebe umnieten. Direkt danach kickt und schlägt sie sich durch Kluges Männer und Lorenzo Lamas haut an ein paar Nebenschauplätzen die Lumpen um. Diesmal darf er auch ein wenig mehr von seinen Martial-Arts-Fähigkeiten zeigen. Direkt danach setzt es dicke Explosionen diverser Stoffzelte (sicher Nitroleinen verwendet) und mit einer Minigun, installiert an einem Hubschrauber, werden diverse finstere Henchmen umgepustet. Irgendwann wird auch eine Killerbitch installiert, die noch muskulöser und durchtrainierter als Alexa ist, und schon ist es auch an der Zeit für den Showdown, bei dem alle Unklarheiten beseitigt werden.

Dieses Actionvollversorgung wird von Lorenzo Lamas, der diesmal die Regie übernahm, sauber in Szene gesetzt. Es platzen beständig Bloodpacks und hier und da darf sogar eine fette Blutwolke umher wabern. Die Explosionen werden bildschirmfüllend zelebriert und die Stuntleute dürfen von Türmen fallen und an Helikopter-Kufen herum hangeln. Was leider nicht ganz so funktioniert, sind die Martial-Arts-Einlagen. Diese wurden von Stuntlegende Art Camacho ein wenig zu drucklos umgesetzt. Vor allem Kathleen Kinmont nimmt man diesmal nicht ab, dass sie genug Power hätte, um umzuhauen, wen sie hier alles umhaut.

Deutlich besser als sein Vorgänger ist „C.I.A. Codename: Viper“ allerdings auch nicht geworden. Daran ist vor allem das wirklich üble Drehbuch schuld, an dem Kathleen Kinmont mit herumdokterte. Zwar ist die Story des Filmes an sich etwas schlüssiger und weniger tranig als jene von „C.I.A. Codename: Alexa“, aber wer hier warum mit wem Allianzen bildet oder vollkommen unmotiviert die Seiten wechselt, das erschließt sich zu weiten Teilen überhaupt nicht und sorgt für einiges an Stirnrunzeln beim halbwegs wachen Zuschauer. Auch die Entscheidung, zwei Bösewichter zu installieren, um dann einen den ganzen Film lang abtauchen zu lassen, mutet sehr zweifelhaft an. Die Dialoge lassen einem teilweise die Haare zu Berge stehen. Was durch eine unbeholfene deutsche Synchronisation noch verstärkt wird. Den absoluten Abschuss stellen aber diverse unfassbar mies konstruierte „Story-Highlights“ dar. Der Grund für Alexas Wiederverpflichtung für die CIA sei genannt. Oder die ganze Story um Kluge und Alexa. Erstaunlich ist auch, dass Kluge mit seinem Bauteil der nuklearen Steuerungseinrichtung so gar nichts anzufangen zu können scheint…

Derartige Momente vergällen einem den Spaß an „C.I.A. Codename: Viper“ aka „C.I.A. II: Target Alexa“ kräftig. Hinzu kommt, dass Lorenzo Lamas („Snake Eater“) von seiner Doppelfunktion als Regisseur und Hauptdarsteller arg überfordert wirkt. Während er als Regisseur seinen Film straight vorantreibt, geraten all seine Schauspielmomente unfreiwillig komisch und machen seinen Graver mehr und mehr zu einer Witzfigur, die obendrein für den eigentlichen Film gar keine Rolle mehr spielen mag. Kathleen Kinmont („Snake Eater’s Revenge“) wirkt hingegen deutlich entspannter und lockerer als im ersten Teil und sieht nach wie vor sehr nett aus. Für die Bösewichter konnte man gleich zwei Charakterfressen gewinnen: Zum einen den ein DDR-Pionier-Halsband tragenden John Savage („Bereavement“), dem man mehr als einmal anmerkt, dass er vollkommen neben sich steht und auf diesen Film keinen Bock hatte, und zum anderen John Ryan („American Cyborg“), der mit Spaß bei der Sache ist und dem man mehr Screentime gewünscht hätte.

Am Ende bleibt ein Streifen, der seinen Vorgänger in meinen Augen knapp zu schlagen versteht. Wirkliches „PM Entertainment Group“-Feeling will aber auch bei dieser Fortsetzung nicht aufkommen. Wenngleich „C.I.A. Codename: Viper“ wertiger wirkt als sein Vorgänger und ein deutlich besseres Gespür für Action hat, ist der Film von den Glanzstücken des Studios noch immer meilenweit entfernt.

Die deutsche DVD/Blu-ray zu „C.I.A. Codename: Viper“ erschien nach langer Wartezeit auf einmal sehr plötzlich von Digidreams Studios in der Platinum Cult Uncut Reihe. Wie „C.I.A. Codename: Alexa“, der dem Bundle beiliegt, wurde auch Teil zwei vorzeitig vom Index für jugendgefährdende Schriften genommen und liegt uncut vor. Die Bildqualität des Filmes ist für einen B-Streifen saustark, der Sound geht in Ordnung. Wermutstropfen ist das erneute Beschneiden des 4:3 Originalformates für ein 16:9 Format. Wobei es diesmal nicht gar so störend auffällt. Die Extras sind in Sachen Anzahl und Umfang sehr gering (Bildergalerie, Artworkgalerie, Trailer zu Teil I und II und der originale deutsche VHS/TV-Vorspann) und leider wurde beim Cover-Artwork geschludert, denn da passen die Stabangaben nicht zusammen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Digidreams Studios__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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