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Clown in a Cornfield

Originaltitel: Clown in a Cornfield__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Eli Craig__Darsteller: Kevin Durand, Katie Douglas, Will Sasso, Daina Leitold, Aaron Abrams, Verity Marks, Cassandra Potenza, Carson MacCormac, Dylan McEwan, Vincent Muller, Ayo Solanke u.a.
Clown in a Cornfield Poster

Neuer Killerclown: „Clown in a Cornfield“

Nach dem Tod ihrer Mutter ist Quinns Vater so traumatisiert, dass es ihm unmöglich ist, weiterhin seinen hektischen und bluttriefenden Dienst in einer Notaufnahme in Philadelphia zu verrichten. Die kleine Familie packt ihre Siebensachen und zieht ins beschauliche Kettle Springs. Hier will der Vater von Quinn als Hausarzt eine ruhige Kugel schieben.

Die Wahrscheinlichkeit, dass dieses Vorhaben gelingt, ist hoch. Denn das Städtchen hat seine beste Zeit längst hinter sich. Als die heimische Fabrik für Maissirup abbrannte, verbrannten sämtliche vorwärts gerichteten Zukunftsaussichten der Stadt gleich mit. Trotzdem findet Quinn erstaunlich schnell Anschluss und neue Freunde.

Diese verbringen ihre Zeit damit, Clown Frendo, das Markengesicht der Produkte der ehemaligen Maissirupfabrik, in fiesen kleinen Youtube-Videos als Horrorgestalt zu dämonisieren. Das ist allerdings nur so lange witzig, bis plötzlich ein echter Frendo auftaucht und die Teens der Stadt meuchelt.

Schaut in den Film hinein

Clowneskes vom Macher von „Tucker and Dale vs Evil“

„Clown in a Cornfield“ basiert auf einem 2020 von Adam Cesare veröffentlichten, gleichnamigen Roman. Gemeinsam mit Carter Blanchard nahm sich Eli Craig, Drehbuchautor und Regisseur des grandiosen „Tucker and Dale vs Evil“ der Vorlage an und goss sie in ein Drehbuch. Das Ergebnis müht sich um eine interessante Story und schafft es, Figuren zu kreieren, die einem endlich mal wieder nicht vollkommen egal sind.

Zu der Story sei nicht mehr verraten, als dass sie wie ein gewöhnlicher Slasher beginnt, dann aber eigene Drehs findet, um von zu ausgetretenen Story-Pfaden abzuweichen. Leider ist Eli Craig in seinen gewitzten Dialogen ein wenig zu freigiebig mit den Informationen. Infolgedessen beginnt man schnell zu ahnen, wer hier wohl hinter der Clownsmaske steckt. Entsprechend ist dann auch nicht das Whodunit interessant, sondern das Motiv für das mörderische Treiben.

Katie Douglas in "Clown in a Cornfield"

Quinn (Katie Douglas) findet schnell Anschluss in der neuen Umgebung.

Selbiges wird ironisch witzig aufbereitet, hat sehr aktuelle Bezüge und führt zu erstaunlich konsequenten Handlungen. Freilich schwingt bei dem Macher immer mal wieder auch Meta-Humor mit – und auch der funktioniert prächtig. Dazu gesellen sich offensiv humorige Szenen, etwa wenn unsere Helden glauben, sie würden für ein Youtube-Video geprankt werden, nur um alsbald mit der deftigen Wahrheit konfrontiert zu werden.

Das wichtigste aber ist, dass „Clown in a Cornfield“ Bock auf seine eigenen Figuren hat. Vor allem die Teenager wirken wundervoll lebendig gezeichnet. Dabei gibt sich das Drehbuch große Mühe, sie nicht in Klischees erstarren zu lassen. Entsprechend interessante Entwicklungen gibt es dann bei einzelnen Charakteren zu entdecken. Infolgedessen ist einem auch nicht vollends egal, wer hier den Löffel abgibt.

Frendo in dem neuen Horrorfilm von Eli Craig

Frendo gibt alles, um die Anschlüsse von Quinn zu kappen. © Temple Hill Entertainment / Shauna Townley

Was noch dadurch verstärkt wird, dass die jungen Darsteller um Katie Douglas („Level 16“) als Quinn stark aufspielen. Einzig die Darsteller der älteren Charaktere haben ein paar derbe, allerdings auch genauso intendierte Overacting-Momente – genannt sei etwa Kevin Durand („Abigail“).

Wo der Film ebenfalls rockt, ist sein Abzählreim. „Clown in a Cornfield“ ist kein ausgewalzt brutaler Horrorfilm im „Terrifier“-Fahrwasser, aber er ist auch kein Kind von Traurigkeit. Abgeschlagene Köpfe rollen durch die Kulissen, diverse Gegenstände bohren sich in und durch Körper, Schädel werden zermatscht, Menschen zerplatzen auf Windschutzscheiben und ein Kettensägenkill darf amtlich schmoddern. Die Effekte schauen klasse aus und wirken weitgehend handgemacht.

„Clown in a Cornfield“ macht Spaß

Der technisch sauber in Szene gesetzte „Clown in a Cornfield“ ist leider nicht so gelungen wie „Tucker and Dale vs Evil“. Letzterer war frischer, frecher und mit einem deutlich besseren Meta-Humor gesegnet. Zudem hat „Clown in a Cornfield“ das Problem, dass er ein wenig schwerfällig in Gang kommt. Zumindest nutzt er den etwas behäbigen Anlauf, um endlich mal wieder glaubwürdige und sympathische Figuren aufzubauen.

Die schrauben sich durch einen zunehmend besser werdenden, unterhaltsamen und witzigen Horrorfilm, der dank seiner ebenfalls immer besser werdenden Geschichte in seine Welt hineinzieht. Große Spannungs- oder Gruselexzesse darf man sich aufgrund der humorigen Ausrichtung des Treibens nicht erwarten. Dafür aber einen coolen neuen Killerclown.

Starke:
06 von 10

Der Film startete am 29. Mai 2025 in den deutschen Kinos. Hier läuft er mit einer Freigabe ab 16. Als Verleih fungiert Constantin Film.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label Constantin Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, aktuell im Kino

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