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Death Ring

Originaltitel: Death Ring__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1992__ Regie: R.J. Kizer__Darsteller: Mike Norris, Billy Drago, Chad McQueen, Don Swayze, Elizabeth Sung, Isabel Glasser, Branscombe Richmond, Kelly Bennett, Víctor Quintero, George Cheung u.a.
Death Ring

Müde Menschenjäger sind in “Death Ring” hinter Chuck Norris’ Sohn Mike her.

Matt Collins sitzt an einer langen Tafel. Er ist an Händen und Füßen gefesselt. Und er kann nicht glauben, was er da hören muss! Sein Kidnapper Danton Vachs, ein offensichtlich durchgedrehter Milliardär, hat ein paar Männer eingeladen, die Matt jagen und erlegen sollen. Als Jagdrevier dient eine kleine Privatinsel des Milliardärs. Auf dieser wird auch Matts Silikonhupen-Freundin festgehalten. Eine kleine Motivationsspritze wie Danton meint.

Wenig später beginnt schon die Jagd. Matt hat wenige Stunden Vorsprung. Seine Verfolger haben im Gegensatz zu ihm Waffen. Doch Matt macht sich um seine Jäger keine großen Gedanken. Zum einen ist der Ex-Soldat ausgebildet im Abmurksen von Menschen und zum anderen will er seine Flamme aus den Händen von Vachs befreien.

„Die Söhne von Patrick Swayze, Chuck Norris und Steve McQueen lassen keinen Stein auf dem anderen. Action! Spannung! Thrill!“

So tönt das Cover zu “Death Ring”. Woher die Verfasser desselbigen ihre Informationen haben, entzieht sich meiner Kenntnis, ein wenig mehr Recherche würde aber in Zukunft sicherlich nicht schaden. Denn der gute Don Swayze mag alles mögliche sein, nur nicht der Sohn vom guten Patrick. Aber hey: Sohn, Bruder… ist doch fast dasselbe. Problematisch ist allerdings, dass in dieser Werbezeile noch mehr Fehler stecken. Denn Action!, Spannung! und Thrill! findet man in diesem billigen B-Actioner auch nicht wirklich.

Der macht stattdessen lieber ganz viele Kardinalfehler des Genres: So murksen sich die Jäger viel lieber untereinander ab, als sich mit Matt Collins anzulegen. Dann sind viel zu wenige Jäger hinter Matt her (4). Zudem spannt der Film mit seinem Subplot um Matts besten Kumpel einen blöden Nebenschauplatz auf, der weder dem Tempo noch der Spannung zuträglich ist. Ist die Menschenjagd dann eröffnet, startet sie gefühlt nie durch. Weder gibt es richtige Jagdszenen noch flotte Verfolgungsjagden. Irgendwann steht Matt halt einem Jäger gegenüber, es wird kurz gerangelt und einer stirbt. Und als ob so wenige Jäger nicht schon dämlich genug wären, erhält Matt auch noch Unterstützung, was das Kräfteverhältnis nur noch lachhafter wirken lässt.

Hinzu kommt, dass Billy Drago („Delta Force 2“) als exzentrischer Milliardär gar nicht erst an der Jagd teilnimmt, sondern immer nur dämliche Kommentare durch ein Funkgerät in die Umgebung bläst. So richtig bedrohlich will sein Bäddie niemals wirken, was vor allem der gurkige Schlusskampf zu spüren bekommt, in dem Drago mit Katana in der Hand durch die Kulissen stolpert und von Mike Norris in einer Tour durch die Gegend geschmissen wird.

Apropos: Mike Norris („Born American“) hat das mimische Talent seines Vaters eins zu eins geerbt, macht in der Action aber nicht einmal eine halb so gute Figur wie unser aller Liebling Chuck. Die beiden anderen „Söhne“ Don Swayze („Driving Force“) und Chad McQueen („New York Cop“) sind für “Death Ring” vollkommen unerheblich und eher Ärgernis denn Zugewinn.

Inszeniert ist der Film ganz ordentlich. “Death Ring” wirkt zwar ab und an arg behäbig, macht aber nichts grob falsch. Die Action ist gut in Szene gesetzt, blöderweise fehlt es ihr aber an Wucht, Impact, Choreografie und Menge. Sie besteht überwiegend aus Mano-a-Mano-Fights, erst gegen Ende wird ein wenig herumgeballert, wobei man – vollkommen Gangsta – die AKs seitlich hält… und dementsprechend auch nix trifft. Zumindest sind ein paar Finisher hübsch derb geraten. Wenngleich man niemals so recht verstehen kann, warum der Film anno dazumal geschnitten werden musste, um in Deutschland überhaupt eine FSK 18 Freigabe zu bekommen.

“Death Ring” hat auf dem Papier alles, um ordentlich zu rocken: Kernige Kerle, nackte Girls und blutige Kills eingebettet in eine Menschenjagd-Story. Leider ist keine der Zutaten richtig dosiert worden. Die kernigen Kerle bekommen kaum etwas zu tun, die nackten Girls haben Plastetitten und die blutigen Kills kann man an einer Hand abzählen. Tja, und die Menschenjagd-Story ist so uninspiriert und tempoarm umgesetzt, dass niemals Spaß beim Zuschauer aufkommt. Im Vergleich zu der damaligen VHS, bei der einige Charaktere einfach so aus der Handlung verschwanden, bekommt man dank der DVD von ShamrockMedia endlich mal mit, wo diese abgeblieben sind. Doch nicht einmal das macht den Film irgendwie besser…

Die deutsche ungeprüfte DVD von ShamrockMedia liefert den Film in Deutschland erstmals ungeschnitten. Im März 2018 flog er dann endlich auch vom Index. Anscheinend wurde er mal genauer angeschaut…

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: ShamrockMedia__Freigabe: ungeprüft__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Ja

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