| Originaltitel: Don’t go in that House, Bitch!__ Herstellungsland: USA__ Erscheinungsjahr: 2025__ Regie: Eli Roth__ Darsteller: Jenna Warren, Charlie Storey, Karen Cliche, Jordan Poole, Torianna Lee, Dorian Giordano, Gabriel Davenport, … |

Den Trailer kann man sich (in der Originalfassung) hier anschauen!
Man kennt’s: Sich beim Ansehen eines Horror-Films über irrationale oder schlichtweg dumme Protagonisten-Entscheidungen zu ärgern. Zu eben solchen klassischen Klischees gehören u.a. das Aufsplitten einer Gruppe in bestimmten Situationen und Umgebungen, eine Flucht oder ein Verstecken im Keller oder in einer höheren Gebäude-Etage sowie das Nachgehen eines unbekannten, seltsamen Geräuschs (meist im Dunkeln). In Wes Craven’s „Scream“ schaut sich Jamie Kennedy’s Figur Randy zum Ende von Stu’s Party hin (angetrunken auf ’ner Couch liegend) John Carpenter’s „Halloween“ an – die von Jamie Lee Curtis gemimte Laurie Strode auf der Mattscheibe dabei vor Michael Myers‘ Gegenwart zu warnen versuchend: „Look behind you, Jamie!“
Eine Zuschauer-Reaktion dieser Sorte machte Genre-Guru Eli Roth („Cabin Fever“, „Hostel“, „the Green Inferno“ etc.) 2025 sozusagen zu dem zentralen erzählerischen Prinzip eines 100-sekündigen Fake Trailers – welcher zusammen mit einem weiteren von ihm („the Piano Killer“) vor Joe Begos‘ „Jimmy and Stiggs“ in den US-Kinos lief (plus zudem auch offiziell im Internet veröffentlicht wurde) sowie exakt nach dem betreffenden Gedanken bzw. Ausruf benannt wurde: „Don’t go in that House, Bitch!“ Entsprechende Erfahrungen mit einem Werk in diesem Movie-Preview-Stil hatte Roth zuvor ja bereits in Gestalt seines kultig-geschätzten „Thanksgiving“-Beitrags zum 2007er Tribute-to-Exploitation-Cinema-Projekt „Grindhouse“ gesammelt…
Im Mittelpunkt dieses Shorts steht ein älteres, unheimlich anmutendes Einfamilienhaus (komplett mit kaputtem Tor, überwuchertem Vorgarten und knarzenden Veranda-Dielen) in einer ansonsten gepflegten Nachbarschaft, in das im Rahmen insgesamt vier verschiedener Sequenzen unterschiedliche Personen reingehen sowie im Zuge dessen nicht gerade schöne Schicksale erleiden. Den Anfang bildet eine besorgte junge Frau (Jenna Warren), die nach dem Vernehmen von Schreien ihres Freundes kurzerhand eintritt – sowie nach dem Überschreiten der Türschwelle ebenfalls prompt ein lautes Kreischen ausstößt. Was mit beiden geschehen ist, erhält man nicht geboten – doch erfährt nun der Titel seine erste Einblendung; vorgelesen von Snoop Dogg…
Letzteres wiederholt sich nach jedem Segment: Eine Kombination aus mahnendem Appell und Ihr hättet’s besser wissen müssen! Darlegung. Ein Teil des Gags ist natürlich simultan, dass man auf Anhieb die markante Stimme Snoops erkennt – welcher obendrein einen Post-Trailer-Singalong-Song beigesteuert hat. An sich mag das nicht unbedingt originell sein – einfach weil inzwischen durchaus irgendwie typisch für ihn – ein Schmunzeln ringt es einem aber dennoch ab. Er und Roth hatten übrigens in 2012 schonmal zusammengearbeitet – als der Rapper unter dem Namen Snoop Lion plötzlich Reggae-Musik rauszubringen begann und Roth bei dem farbenfroh-skurrilen Videoclip für dessen Debüt-Single-Auskopplung „La La La“ Regie führte…
Im nächsten Verlaufsabschnitt begleiten wir eine unsicher dort anklopfende kleine Girlscout-Keks-Verkäuferin (Charlie Storey), deren Mutter (Karen Cliche) nicht sonderlich aufmerksam auf sie aufpasst – was (mit gutem Hinsehen nötig, um das zu registrieren) einen Moment später in ihrer Enthauptung resultiert – während außerdem eine bleiche alte Dame zu erspähen ist, bevor die Tür erneut zuknallt. Don’t go in that House, Bitch! Im Folgenden wird einem ein Blick ins geräumige Innere gewährt: Auf der Suche nach seinen Kumpels durch die Flure schreitend, begegnet ein Teen (Jordan Poole) in einem der Räume unverhofft einem nice tätowierten, mit Glitter bestäubten sexy Mädel (Torianna Lee) in einem goldenen Bikini an einer Stripper-/Dance-Pole…
Sie winkt ihn zu sich herüber, lässt ihn platznehmen und fängt sich vor ihm auszuziehen an – doch wird aus erregter Freude rasch Abscheu und Bestürzung, als sie sich auf einmal auch bestimmte Hautpartien ihres Körpers abstreift und ihm zuwirft. In der verbreitet kursierenden Fassung sind ihre Brüste und Schamlippen dabei verpixelt – allerdings ist vielen gar nicht bekannt, dass Roth ebenso die unzensierte Version veröffentlicht hat… denn hey, es ist schließlich Eli Roth – und da das Werk via seiner eigenen „The Horror Section“-Schmiede entstand, brauchte er sich keine Gedanken darum zu machen, dass jemand ihn dahingehend zurückhält (wie es bspw. bei seiner auf PG-13-Level heruntergekürzten „Borderlands“-Game-Adaption der Fall war)…
Ein amüsanter Wortwechsel zweier Buddys (Dorian Giordano und Gabriel Davenport) draußen an der Straße, von denen einer einem anderen zu Hilfe eilen will – „We gotta help him!“ – „Are you fucking stupid?!“ – „I’m gonna do it!“ – „Don’t go in…“ – befindet sich dann im Zentrum des finalen Szenarios – mit dem erwähnten Singalong und dem Schriftzug Coming soon from Eli and Snoop unmittelbar danach. Jene Ankündigung war eigentlich bloß rein Teil des Fake-Trailer-Schemas – könnte (so wie „Thanksgiving“ in 2023) aber tatsächlich mal Realität werden, wenn man gewissen aktuellen Absichts-Bekundungen Glauben schenkt. Ich selbst halte das für keine allzu prickelnde Idee – doch mit ordentlich injizierter schräger Kreativität und so: Wer weiß?
Unweigerlich erinnert „Don’t go in that House, Bitch!“ an Edgar Wright’s „Grindhouse“-Beitrag „Don’t“ – kann allerdings weder mit dessen Ideen-Fülle, Aufwand und Tempo aufwarten noch dessen Unterhaltungsgrad und Qualität erreichen. Auch „the Piano Killer“ mochte ich persönlich lieber – was nun aber nicht heißen soll, dass Roth mit diesem hier einen „kompletten Fehlschlag“ abgeliefert hat: Parodie und Hommage zugleich – u.a. in Bezug auf traditionelle Haunted-House-Streifen und Genre-Klischees – ergänzt um einen Hauch Blaxploitation sowie einer Portion Fan-Service – ist das Ergebnis nur halt nunmal nicht so gut wie die drei bislang genannten (oder auch Jason Eisener’s „Hobo with a Shotgun“ sowie Rob Zombie’s „Werewolf Women of the SS“)…
– ohne Wertung –
Stefan Seidl

(© The Horror Section)
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| Copyright des „Don’t go in that House, Bitch!“ Promomotivs und der Screenhots: Eli Roth / The Horror Section__ Freigabe: Not Rated__ DVD/BluRay: nein/nein |





