Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Fighting Beat 3

Originaltitel: This Girl is badass aka Jukkalan__Herstellungsland: Thailand__Erscheinungsjahr: 2011__Regie: Petchtai Wongkamlao__Darsteller: Petchtai Wongkamlao, JiJa Yanin, Akom Preedakul, Bawriboon Chanreuang, Chalerm Yamchamang, Anek Intajan, Udom Songsaeng, Chookiat Iamsook, Siriporn Eiamsuk u.a.
JeeJa Yanin tritt wieder Kauleisten ein in "Fighting Beat 3".

JeeJa Yanin tritt wieder Kauleisten ein in “Fighting Beat 3”.

Die Vorzeichen standen gar nicht mal so schlecht: Prachya Pinkaew (Regisseur von „Ong Bak“ und „Revenge of the Warrior“) produziert, Panna Rittikrai (die Stunt-Koryphäe hinter „Ong Bak 1 und 2“ sowie „Revenge of the Warrior“) besorgt die Action und die coole JeeJa Yanin („Chocolate“, „Raging Phoenix“) spielt die Hauptrolle. Was sollte da noch schiefgehen für den daraus resultierenden Streifen „Fighting Beat 3“ aka „Jukkalan“ aka „This Girl is Badass“? Nun, schaut man sich den Regisseur an, so einiges…

Dieser hört auf den Namen Petchtai Wongkamlao und ist als Darsteller in fast allen Tony Jaa Filmen dabei gewesen und hat sich selbst bereits zum Beispiel in den Filmen „The Bodyguard“ oder „TJ – The Next Generation“ in Szene gesetzt. In allen fiel er als allenthalben halbwegs komischer Kauz auf. In „Fighting Beat 3“ treibt er nun vor allem sein „Humorverständnis“ auf die Spitze und kann westliche Zuschauer eigentlich nur befremden. Mit fatalen Folgen für den gesamten Film…

Worin es in ebenjenen geht, ist schwer zu sagen. Prinzipiell scheint sich alles um Jukkalan zu drehen. Eine aparte junge Dame, die für einen Fahrradkurierdienst arbeitet und auch die ganz heiklen Fälle, etwa für Thailands Unterwelt, übernimmt. Dabei zweigt die junge Dame immer wieder auch etwas für sich selbst ab. Das fliegt irgendwann auf und einer ihrer Auftraggeber beginnt, unerbittlich Jagd auf sie zu machen.

Dann könnte es auch um Jukkalans Onkel gehen. Der ist in irgendeine Nachbarin verschossen, kann sich darauf aber nicht vollends konzentrieren, da ihm eben seine Nichte großes Kopfzerbrechen bereitet. Zumal Jukkalan ganz nebenbei noch auf einen Nachbarsjungen abfährt, während ihr ein trotteliger Freund ihres Onkels immer wieder neue Liebesbekundungen zukommen lässt… Wer will, findet sicherlich noch andere Handlungen, die „Fighting Beat 3“ irgendwann anreißt, aber nie zu Ende führt.

Fighting Beat 3

Die erste Fightszene überrascht mit einem cool integrierten Rennrad.

Was allen Storylines gemein ist, sind die vollkommen überzeichneten Figuren, die dummen Dialoge, das Nichts an Handlung, katastrophal miese Schauspieler, ein unerbittlich auf den Zuschauer einstürmender Soundtrack, der aus den immer gleichen drei Takten besteht, und Humor, der einen immer und immer wieder mit dem Kopf schütteln lässt. Irgendwann schlägt dem seltsamen Treiben auf der Leinwand von Seiten des Zuschauers nur noch Unverständnis entgegen und er wundert sich einfach nur über die Travestie voller schräger Vögel, die irgendwer aus irgendeinem Grund witzig genug gefunden hat, um sie auf Film zu bannen.

Leider lässt einen „Fighting Beat 3“ immer wieder ausreichend Gelegenheit, um über ihn nachzudenken, denn die echten Highlights, sprich die Actionszenen, sind verdammt rar gesät. Vier Szenen haben sich in den Film verirrt und jede ist für sich betrachtet durchaus nett geraten. Allerdings vermögen sie es selbst in ihrer Gesamtheit nicht, alle anderen Probleme aufzuwiegen.

In Szene eins bindet Jukkalan im Kampf gegen ein paar Goons auf wirklich innovative Art und Weise ihren Drahtesel in den Fight ein. Die Choreographie, die daraus entsteht, ist zwar neu, zündet aber noch nicht vollends. Da Jukkalan Darstellerin JeeJa Yanin hier auf ihre Akrobatik reduziert wird und kaum ordentliche Fighting Skills präsentieren darf. Szene zwei ist dahingehend schon besser aufgestellt. Hier faltet Jeeja Yanin in der Zentrale ihres Kurierdienstes diverse Bäddies mit Fahrradersatzteilen. Da fliegen Ritzel als Wurfgeschosse durch die Gegend und dienen Fahrradschläuche als Schlag- und Fesselinstrumente. Eine nette Stuntshow um einen Fight auf einer Vielzahl an angeschlossenen, hinter einem Auto hergezogenen Drahteseln bildet den Abschluss dieser ordentlichen Szene. Highlight ist allerdings Szene drei. Leider ist ebenjene sehr kurz, bietet aber genau das, was man von JeeJa Yanin sehen will: Knochentrockenes, effektives, rabiates Muay Thai! Präsentiert in stilvollen Zeitlupen bei strömendem Regen. Da bekommt man direkt einen versonnen Blick.

Fighting Beat 3

JeeJa Yanin gibt ihr Bestes, der Film ist dennoch Murks.

Actionszene vier ist zugleich der Showdown und geht prinzipiell gut nach vorne. Auch von der Laufzeit her. Leider unterbricht der Regisseur die anständigen und durchaus auch harten Actionmomente immer wieder mit „lustigen“ Eskapaden, die auch vom Ton her gar nicht mit dem Rest zusammenpassen wollen. Da werden beispielsweise in einer Szene ein paar Goons unter dem Einsatz platzender Blutbeutel eiskalt abgeknallt und in der nächsten Szene tänzelt ein anderer um zig Kugeln spielend leicht herum und krönt das Ganze mit dummen Grimassen.

Inszeniert wurde „Fighting Beat 3“ in knalligen, überstrahlenden Farben, die zur humorigen Grundsituation durchaus gut passen. Auch die Montage, vor allem in den Kampfszenen, weiß zu gefallen. Die Action selber ist ein Mix aus Hui und Pfui. Und JeeJa Yanin ist wirklich eine der süßesten Fighterinnen schlechthin und wirkt in manch improvisiert wirkendem Schauspiel-Moment richtig niedlich. Viel mehr darf man von „Fighting Beat 3“ nicht erwarten. Dann könnte er durchaus für den Zuschauer funktionieren. Vor allem, wenn man diverse Humor-Momente einfach wegspult, die „Story“ ignoriert und die unfassbar vielen Knallchargen auszublenden versteht. Doch das ist echt hart, denn leider fließt der Film förmlich über vor grotesken Charakteren, die grotesken Kram veranstalten und dabei noch groteskeren Mist labern. Am Ende ist man froh, wenn der Film endlich ausgestanden ist. Und man wünscht JeeJa in Zukunft ein glücklicheres Händchen bei der Auswahl ihrer Produktionen.

Äußerst knappe:

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt am 4. November 2014 von Sunfilm/Tiberius Film und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Sunfilm/Tiberius Film__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

Tagged as: , , , , , , , , ,

Wie Viele Actionnerds gibt es?

  • Keine Sorge, du bist mit deiner Vorliebe nicht allein! Uns besuchten bereits 4945209 andere Actionnerds