| Originaltitel: Lie Hu Xing Dong__Herstellungsland: China__Erscheinungsjahr: 2021__Regie: Leo Zhang__Darsteller: Tony Leung Chiu-Wai, Duan Yihong, Erica Xia-Hou, Zhang Aoyue, Olga Kurylenko, Olivier Rabourdin, José Garcia, Shen Qi, Temur Mamisashvili u.a. |
Du magst es kurz und knackig? Genieße unsere Video-Kurzkritik zu „Fox Hunt“

Olga Kurylenko deckt Tony Leungs fiese Taten in „Fox Hunt“.
Dai Yichen ist ein Wirtschaftskrimineller, der mittels globalen Finanzbetruges ein Milliardenvermögen aufgebaut hat. Cop Yejun ist mit seinem Team seit Jahren hinter dem Verbrecher her. Sie wollen ihn festnehmen, der chinesischen Justiz zuführen und seinen Opfern ihr Geld wieder beschaffen. Eine aktuelle Spur führt nach Paris, wo Dai Yichen tatsächlich erneut die Strippen zieht.
Yejun kommt ihm erstaunlich schnell auf die Schliche, doch der gewiefte Gauner scheint ihm immer einen Schritt voraus zu sein. Aber der Cop und sein Team denken gar nicht daran, sich erneut verladen zu lassen. Gemeinsam mit der französischen Polizei ziehen sie die Schlinge um Dai Yichens Hals immer enger.
Thriller nach Tatsachen mit Olga Kurylenko und Tony Leung
„Fox Hunt: Gnadenlose Jagd“ erzählt eine Geschichte, die auf die reale „Operation Fox Hunt“ referenziert. Dabei handelte es sich um eine von Generalsekretär Xi Jinping 2014 ausgerufene chinesische Regierungskampagne zur Rückführung korrupter Beamter oder Regime-Gegner, die ins Ausland geflohen waren. Entsprechend salbungsvoll geraten in dem Film zu Beginn einige Kommentare zur Allmacht des chinesischen Staates und auch gegen Ende schlägt der Patriotismus richtig Purzelbaum. Etwa wenn Tränen auf eine chinesische Flagge purzeln oder selbige im Wind flattert, kurz bevor der Abspann einsetzt.
Im eigentlichen Verlauf bleibt man von derartigen Momenten weitgehend verschont, wundert sich aber schon, wie wirkmächtig die chinesischen Cops auf europäischem Boden unterwegs sind. Und ohne sie ist Frankreich freilich vollkommen unfähig, einen Gauner vom Format eines Dai Yichens zu fassen. Auch scheinen unsere Nachbarn sehr korrumpierbar und die Gerichtsbarkeit sehr naiv zu sein. Nunja.
Schlimmer als das wiegt, dass Wirtschaftskriminalität für einen Film meist zu abstrakt erscheint. Entsprechende Drehbücher sind dann meist herausgefordert, interessante Tricks und Kniffe zu finden, um das Thema spannender zu gestalten, oder Wege zu gehen, die meist auf handfesteres Territorium ausweichen. Sprich, die Macher versuchen, mit Action oder Tempo von der eigentlichen Story abzulenken.
„Fox Hunt“ gelingt keiner der beiden Wege. Mehr noch: Was Dai Yichen da nun genau macht, bleibt reichlich nebulös. Die Ermittlungen der Cops geraten arg beliebig sowie zufallsgetrieben und zeitigen so gut wie keine Spannung. Und vielversprechende Szenen, in denen etwa Dai Yichen seine Häscher zu sich zum Essen einlädt, verpuffen wirkungslos. „Fox Hunt“ braucht infolgedessen lange, um Drive zu entwickeln. Diverse Nebenfiguren verkomplizieren den Plot sinnlos.
Trotzdem wird „Fox Hunt: Gnadenlose Jagd“ nicht langweilig. Der Film funktioniert aufgrund seiner starken Darsteller ordentlich. Der zunächst zu normal rüberkommende Yihong Duan („Extraordinary Mission“) als „Jedermann“-Cop Yejun spielt sich mehr und mehr ins Herz des Zuschauers. Auch weil er ganz ordentlich damit klar kommt, dass das Drehbuch nichts über seine Figur herausrücken mag. Das gelingt den Darstellern seiner Cop-Kollegen eher weniger. Die kommen über den Status langweiliger Anhängsel kaum hinaus.
In Paris kommt mit Olga Kurylenko („Afterburn“) ein vertrautes Gesicht hinzu. Sie macht ihren Job als Anwältin von Dai Yichen ordentlich, wenngleich sie aber eher im Standgas unterwegs zu sein scheint. Beinahe den plastischsten Charakter hat Olivier Rabourdin („96 Hours“) als französischer Cop abbekommen. Der schmuddelige, zunächst korrupt erscheinende Charakter wird zu einem engen Freund von Yejun, der das französische Polizeisystem im Alleingang nicht so dumm aussehen lassen darf.
Sie alle kommen aber gegen den eigentlichen Star des Filmes nicht an. Tony Leung („Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings“) gibt als Dai Yichen eine Galavorstellung. Er legt seinen Charakter übersouverän, extrem cool und beherrscht an. Sein Lump ist allen weit voraus, hat immer einen Plan B, C und D und ist immer auch bereit, sich die Hände schmutzig zu machen. Leung spielt das mit einem süffisanten Lächeln im Gesicht. Hier sitzt jede Geste, jeder Blick. Leider fällt dem Drehbuch auch zu seiner Figur nicht wirklich viel Interessantes ein. Vor allem in seiner Figur war viel mehr drin.
In Richtung Finale dann setzt „Fox Hunt“ vermehrt auf den erwähnten zweiten Weg. Hier ballt sich die Action des Filmes. Im Vorfeld gab es eine kurze Ballerei in den Straßen von Paris. Nun wird gleich an mehreren Schauplätzen gefightet und geballert. Wird geballert, gerät das durchaus blutig, die Fights hingegen geraten knochentrocken und effektiv, lassen aber echte Schmankerl missen.
Schmuckstück der Action von „Fox Hunt“ ist definitiv eine lange Autoverfolgungsjagd durch Paris, bei der Regisseur Leo Zhang („Bleeding Steel“) sein französisches Stuntteam ordentlich Blechschäden fabrizieren lässt. Hier rummst es diverse Male amtlich. Szenen, die in Erinnerung bleiben, vermag aber auch diese Actioneinlage nicht zu fabrizieren.
Die Action wurde souverän in Szene gesetzt. Auch abseits der tafferen Momente sieht „Fox Hunt“ stark aus. Bietet tolle Bilder von Paris und ist stetig um einen wertigen Blockbusterlook bemüht. CGI-Probleme zeitigt nur eine seltsam überflüssig wirkende Einlage rund um ein Auto, das auf einen Lastkahn knallt.
Die „Fox Hunt“ gerät sehr durchschnittlich
Kann man das selbstverliebte Geplänkel des patriotisch straff auf Linie gebürsteten chinesischen Actionthrillers ausblenden, bietet „Fox Hunt: Gnadenlose Jagd“ durchaus solide Unterhaltung. Zwar kommt die Story nie so recht ins Rollen, bleiben viele Charaktere leblose Hüllen und schlägt vor allem die Spannung nicht eben Purzelbaum, aber die beiden hervorragenden Hauptdarsteller Yihong Duan und vor allem Tony Leung geben dem Streifen einiges an Gravitas mit. Ihr Duell hätte man sich gerne deutlich intensiver und durchdachter gewünscht. Ebenfalls gelungen ist der Showdown des Filmes, der definitiv Spannung und nette Action ins Spiel bringt. Trotzdem geht man eher weniger begeistert aus dem Film heraus.
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Der Film erscheint am 03. September 2026 von Tiberius Film auf DVD und Blu-ray. Der Film hat eine gute Synchronisation abbekommen und ist mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten. Bereits am 06. August 2026 startete die digitale Auswertung von „Fox Hunt“.
In diesem Sinne:
freeman
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