| Originaltitel: The Devil Wears Prada 2__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: David Frankel__Darsteller: Meryl Streep, Anne Hathaway, Stanley Tucci, Emily Blunt, Kenneth Branagh, Justin Theroux, Lucy Liu, B.J. Novak, Tibor Feldman, Patrick Brammall, Simone Ashley, Tracie Thoms, Caleb Hearn, Rachel Bloom, Lady Gaga u.a. |

Meryl Streep, Anne Hathaway, Stanley Tucci und Emily Blunt kehren für „Der Teufel trägt Prada 2“ zurück, Lucy Liu hat eine Nebenrolle
Hatten sich späte Sequels zu Actionfilmen („Top Gun: Maverick“), Geisterjägerabenteuern („Ghostbusters: Legacy“) und Slashern („Scream 5“) aus den 1980ern und 1990ern schon als sehr einträglich erwiesen, so scheinen nun Komödienhits der 2000er als nächste Fundgrube dran zu sein: Nachdem „Freakier Friday“ 2025 nicht spektakulär lief, aber in die Gewinnzone kam, sahnte „Der Teufel trägt Prada 2“ 2026 an der Kasse ordentlich ab.
Auch intradiegetisch sind 20 Jahre seit dem Erstling vergangen. Miranda Pristley (Meryl Streep) führt immer noch das Runway Magazine, mit Nigel Kipling (Stanley Tucci) als ihre rechte Hand. Ihre frühere Assistentin Andrea ‘Andy‘ Sachs (Anne Hathaway) ist mittlerweile erfolgreiche Reporterin, die für ihre Arbeit sogar Preise erhält. Am Ende der getrennten Wege stehen zwei einschneidende Ereignisse. Ausgerechnet während der Preisverleihung erhält Andy die Nachricht, dass sie und ihr ganzes Team bei ihrer Zeitung wegrationiert werden, was zu einer enthemmten Rede ihrerseits führt. Miranda und das Runway-Team müssen dagegen mit der Enthüllung umgehen, dass sie einen wohlwollenden Bericht über ein Unternehmen geschrieben, das auf Kinderarbeit setzt. Im Gegensatz zu Andy kann Miranda ihre Coolness nach Außen wahren, aber auch bei der Mode-Bibel ist Krisenstimmung angesagt.
Die beiden Ereignisse führen die Hauptfiguren auch wieder zusammen. Die Magazin-Eigner Irv Ravitz (Tibor Feldman) und sein Sohn Jay (B.J. Novak) bekommen beides spitz und haben einen Plan: Die preisgekrönte Journalistin Andy soll den Ruf des Magazins aufpolieren und das entsprechende Reportage-Ressort bekommen. Derartige Eingriffe sind Miranda natürlich zuwider, was sie Andy auch spüren lässt. An die gemeinsame Vergangenheit kann sie sich angeblich kaum erinnern, was tatsächlich eine einigermaßen glaubwürdige Wiederherstellung der Prämisse des Erstlings ist, die doch unter anderen Vorzeichen stattfindet, denn Andy kann mittlerweile souveräner mit der Teufelin in Prada umgehen.
Leicht wird es allerdings nicht: Andys Reportagen sind zwar gut recherchiert und toll geschrieben, bringen aber keine Reichweite, während Werbekunden wie Dior, wo Andys Ex-Assistentinnen-Kollegin Emily Charlton (Emily Blunt) mittlerweile arbeitet, den Reputationsverlust von Runway für eigene Vorteile in Sachen Advertorials und Schmeicheltexte nutzen möchten…
Schaut euch den Trailer zu „Der Teufel trägt Prada 2“ an
Meryl Streep („Die Geldwäscherei“) darf natürlich mit gewohnter Biestigkeit als Chefin im Mittelpunkt stehen und ist erwartungsgemäß das Glanzlicht des Films. Trotz aller Versuche der Human-Resources-Abteilung die grantige Boss-Lady einzuhegen ist sie immer noch ihr altes Selbst. Dass „Der Teufel trägt Prada 2“ ihr mehr Risse in der Rüstung zugesteht, ist durchaus folgerichtig, nachdem man gegen Ende des Erstlings schon ihre menschliche Seite sah. Anne Hathaway („The End of Oak Street“) spielt die gereifte Andy, die schlagfertiger und tougher geworden ist, aber immerhin noch an Miranda zu knabbern hat. Stanley Tucci („Jolt“) als süffisanter Right-Hand-Man ist erneut eines der Highlights. Außerdem kehrt auch Emily Blunt („The Smashing Machine“), die nach ihrer Nebenrolle im Erstling wohl den größten Sprung in Sachen Starstatus machte, zurück und gibt Emily noch exzentrischer, aber wieder mit einer durchscheinenden menschlichen Seite. Für gelungenen Support sorgen Kenneth Branagh („A Haunting in Venice“) als neuer, verständnisvoller Mann an Mirandas Seite, Justin Theroux („Girl on the Train“) als Jetset-Millionär und Lebensgefährte Emilys, Patrick Brammall („Operation: Overlord“) als Love Interest für Andy, B.J. Novak („The Amazing Spider-Man 2“) als übereifriger Eignersohn und Lucy Liu („Old Guy“) als reiche, zurückgezogene Scheidungsfrau, mit der jeder gern ein Interview hätte. Hinzu kommen Cameos von Promis als fiktive Versionen ihrer selbst, darunter Lady Gaga, Heidi Klum, Naomi Campbell und Donatella Versace.

Miranda Priestley (Meryl Streep) und Andrea ‚Andy‘ Sachs (Anne Hathaway) müssen erneut zusammenarbeiten
In einem Punkt übertrifft „Der Teufel trägt Prada 2“ seinen Vorgänger sogar, denn er trifft den tagesaktuellen Mediendiskurs. Setzte der Erstling noch auf relativ altbekannte Klischees zu den Themen Mode, Journalismus und Modejournalismus, so geht das Sequel auf die Umwälzungen in diesen Welten ein. Früher ging es um lesenswerte, gut recherchierte Reportagen, heute mache man Content, den die Leute schnell beim Klogang auf dem Smartphone lese, wie Nigel es einmal ausdrückt. Klicks sind die neue Währung in der Aufmerksamkeitsökonomie und Anzeigenkunden wissen ihre Macht zu nutzen. Zwar erreicht das nie eine allzu große Tiefe, ist aber stets präsent. Dass ein wohlhabender Mäzen im Hintergrund den Journalismus bewahren, aber auch beeinflussen kann, ist ein Fazit aus „Der Teufel trägt Prada 2“, das man wahlweise als realistisch oder resigniert betrachten kann – Realweltbeispiele wie Jeff Bezos und die Washington Post gibt es genug dafür.
Ansonsten ist das Sequel trotz der im Titel angepriesenen Bosheit wieder eine nette Komödie mit schlussendlichem Wohlfühlfaktor, die sich auf reichlich Callbacks zum Original verlässt, gerade wenn Andy auf die neuen Assistenten und Assistentinnen in der Redaktion trifft. Auch das Team aus Regisseur David Frankel („Verborgene Schönheit“) und Drehbuchautorin Aline Brosh McKenna („Cruella“) ist zurück, dieses Mal ohne Buchvorlage (auch der Vorlagenroman wurde von Autorin Lauren Weisberger fortgesetzt, jedoch mit einer anderen Storyline). Mit knapp zwei Stunden Laufzeit ist „Der Teufel trägt Prada 2“ vielleicht auch etwas zu lang für das, was er zu erzählen hat. Gerade der Subplot um Single-Frau Andy und den adretten Peter (Patrick Brammall) wirkt eher wie ein Zugeständnis an die Romantic-Comedy-Zielgruppe als wirklich organischer Bestandteil des Films. Dafür gibt es mal wieder reichlich Schauwerte in Sachen Modewelt, mit Fotoshootings, Promi-Events und dem großen Gala-Finale im Mailand, inklusiver bildgewaltiger Lady-Gaga-Performance.
Die Trefferquote der Gags ist ordentlich, vor allem Mirandas gezielte Bosheiten und Nigels lakonische Kommentare sitzen meistens ziemlich gut. An anderen Stellen wird es dagegen etwas zu überzeichnet und albern, gerade das Promipärchen aus Emily und ihrem reichen Lover Benji Barnes (Justin Theroux) wirkt etwas zu klamaukig angelegt. Manche Gags zur Promiwelt sind dann eher altbekannt, das übliche Die-Reichen-und-Schönen-sind-exzentrisch-Gedöns, das schon im Erstling nicht gerade revolutionär war. Mehr Spaß zieht „Der Teufel trägt Prada 2“ dann aus dem Konflikt, der sich ergibt, als sich der unerfahrene Jay mehr in das einspielte Redaktionsteam einbringen will. Und natürlich gibt es auch hier die bekannten Power-Moves, wobei eine Enthüllung im Finale eine nicht revolutionäre, aber doch gelungene Überraschung ist, die eine bestimmte Figur noch einmal aufwertet.
„Der Teufel trägt Prada 2“ ist eine nette Auf-Nummer-sicher-Komödie, die zwar der vergangenen Zeit seit dem Erstling Tribut zollt, aber doch dessen beliebteste Aspekte nochmal wiederholt oder offen referenziert. In seiner Darstellung der aktuellen Medienwelt ist er sogar noch mehr auf den Punkt, sonst ist das eine nette, etwas überlange Komödie mit okayer Gag-Trefferquote und gut aufgelegten Hauptdarstellern. Der Vorgänger war dennoch ein bisschen frischer und besser.
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„Der Teufel trägt Prada 2“ erscheint in Deutschland bei Leonine auf Blu-Ray und DVD, ungekürzt ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf DVD gibt es keine Extras, auf der Blu-Ray Featurettes, einen Audiokommentar, ein Musikvideo und Outtakes.
© Nils Bothmann (McClane)
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