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Whistle

Originaltitel: Whistle__Herstellungsland: Kanada, Irland__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Corin Hardy__Darsteller: Dafne Keen, Nick Frost, Sophie Nélisse, Sky Yang, Jhaleil Swaby, Ali Skovbye, Percy Hynes White, Mika Amonsen, Janaya Stephens, Lanette Ware, Troy James, Julia Dyan u.a.
Whistle DVD Cover

Wenn die „Whistle“ ertönt, tritt der Tod auf den Plan.

Chrys Willet hat mit ihrer Drogensucht ihre Familie an den Abgrund geführt. Nach einem langwierigen Entzug in Chicago kehrt sie nun in ihre Heimat zurück. An ihrer neuen alten Schule wird ihr ein Spind zugewiesen, der einem beliebten Basketballspieler des Schulteams gehörte, bis er unter der Dusche bei lebendigem Leib verbrannte. In dem Spind findet Chrys ein seltsames Behältnis, in dem sich eine noch viel seltsamere Pfeife befindet.

Mit einigen Mitschülern, mit denen Chrys schon vor ihrer Sucht befreundet war, versucht sie, zu ergründen, was es mit der Pfeife auf sich hat. Als eine ihrer Freundinnen die Pfeife benutzt, entfährt dieser ein gar eigentümlicher Laut. Schlimmer noch: Fortan werden alle, die den Ton hörten, auf brutalste Art und Weise aus ihrem Leben gerissen. Chrys und ihre verbliebenen Freunde geben nun alles, um ihrem schrecklichen Schicksal zu entkommen.

Schaut in den Film hinein

Wenn der Tod dir nachpfeift

Spätestens wenn der herrlich creepy designten Preife ihre wesentlichsten Geheimnisse entrissen werden, ist klar, welche Filme „Whistle“ zum Vorbild hatte. Wie in der „Final Destination“-Reihe entpuppt sich nämlich auch hier der Tod höchstpersönlich für eine Schar junger Leute als hartnäckigster aller Gegner. Doch „Whistle“ ergeht sich nicht in ausschließlicher Wiederholung. Er findet dank der Pfeife einen eigenen Dreh, der für perfide und kreativ-derbe Todesfälle sorgt. Dabei schlägt Gevatter Tod in „Whistle“ konsequenter zu. Überlässt nichts dem Zufall oder irgendwelchen Kettenreaktionen. Wenn du dran bist, bist du dran.

Und die Todesfälle atmen coole Ideen. Viel davon muss mittels CGI inszeniert werden. Bis auf einen Feuertod sieht das alles aber richtig gut aus und wird vor allem in Richtung Finale frappierend blutig. Wenn hier beispielsweise ein Charakter während eines Autounfalles stirbt, ohne in einem Auto zu sitzen (tja, da müsst ihr schon selbst schauen!), meint man, man schaue zu, wie der Charakter durch einen Fleischwolf gedreht werde.

Dafne Keen in "Whistle"

Dafne Keen hätte als Chrys mal lieber die Finger von der Pfeife gelassen.

In diesen Szenen hat „Whistle“ fraglos seine Höhepunkte und gerät für Gorebauern erquicklich unterhaltsam. Zudem sind einem die Figuren, die es hier erwischt, nicht vollends egal. Die jungen Darsteller um Dafne Keen („Logan: The Wolverine“) und Sophie Nélisse („47 Meters Down: Uncaged“) mühen sich nämlich sichtlich und fühlen sich in ihren Rollen wohl. All zuviel erfährt man über die jungen Charaktere zwar nicht, sie sind einem aber trotzdem ausreichend sympathisch. In einer kleinen Nebenrollen darf zudem Nick Frost („Fighting With My Family“) als Lehrer mitmischen. Er ist für erste Hinweise in Richtung des Mysteriums der Pfeife zuständig.

Dieses trägt den Film auch ausreichend, ist aber kein Selbstläufer in Sachen Spannung. An selbiger hapert es in „Whistle“ leider. Ist der Modus Operandi des Filmes durchschaut, kommt da nicht mehr viel an spannungsbringenden Elementen hinzu. Einzig ein paar unberechenbar handelnde Charaktere können so noch für kleinere Spannungsspitzen sorgen. Ansonsten ist es eben nur interessant, wie es die Charaktere erwischt, nicht ob. Hier leuchtet „Final Destination“ dann auch wieder überdeutlich durch. Genau wie bei dem Plotpoint, den Tod überlisten zu wollen. Allerdings kann „Final Destination“ hier für sich beanspruchen, diese Elemente im Genre eher und auch innovativer bedient zu haben. „Whistle“ bleibt da nur die (perfid-spaßige) Wiederholung.

Nick Frost im Horrorfilm rund um eine Pfeife

Nick Frost (zweiter von rechts) entzaubert die Pfeife. Copyright: LEONINE Studios / Foto: Michael Gibson.

Zumindest gelingt es Regisseur Corin Hardy („The Hallow“) in Richtung Finale noch einmal, seine Handlung deutlich zu verdichten und das bislang ordentliche Tempo noch einmal anzuziehen. So geht man angenehm flott unterhalten aus dem mit finsteren Bildern und harten Kontrasten arbeitenden Streifen und bekommt sogar noch einen nett fiesen Schlusstwist im Abspann serviert. So macht Teenie-Horror Spaß.

Außerdem macht „Whistle“ einen angenehm wertigen Eindruck, präsentiert zahlreiche Schauplätze und hat mit einem Setpiece rund um ein Erntedankfest ein reich ausgestattetes Setting zu bieten, das gerne noch ausführlicher hätte bespielt werden dürfen. Die atmosphärisch stimmige Musik kommt weitgehend elektronisch daher und setzt in einer Szene auf die bewährten Sounds von „The Prodigy“.

„Whistle“ ist unterhaltsamer Horror mit derben Effekten

Auch wenn die Grundidee bei „Final Destination“ geklau… äh geborgt sein mag, ist die Idee hinter der Todesmechanik von „Whistle“ einfach klasse und mündet in extrem kreative und derbe Todesszenen, die ordentlich nachhallen und in Erinnerung bleiben. Der hohe CGI-Anteil in diesen Szenen nervt, kann sie aber nicht nachhaltig schädigen. Leider bleiben die eigentliche Story und ihre Charaktere insgesamt dünn und austauschbar. Zumindest bemühen sich die Schauspieler sichtlich, das Konstrukt mit Leben zu füllen – was auch ganz gut gelingt.

Der in seiner technischen Umsetzung wertig aussehende Horrorfilm mag kein Ausbund an Spannung sein, das gute Erzähltempo lässt aber trotzdem nie Langeweile aufkommen und hält bis zum starken Showdown bei der Stange. Kurzum: Wer auf blutige Abzählreime steht, der wird hier definitiv fündig.

07 von 10

Die deutsche DVD / Blu-ray zum Film erscheint am 21. August 2026 von LEONINE Studios. Der ungeschnittene Film hat eine vergleichsweise milde FSK 16 abbekommen. In der Extrasektion erwarten euch ein Making-of und Trailer. Ihr könnt den Film auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: LEONINE Studios__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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