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Gladiator Cop – The Swordsman 2

Originaltitel: Gladiator Cop__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1994__Regie: Nick Rotundo__Darsteller: Lorenzo Lamas, Claire Stansfield, Frank Anderson, Dan Carter, Eugene Clark, Christopher Lee Clements, Heather Gillan, James Hong, Steve Kendry, Peter Kerenyi, Joe Lalogga u.a.
Gladiator Cop - The Swordsman 2 DVD Cover

Lorenzo Lamas schwingt erneut das Schwert in “Gladiator Cop – The Swordsman 2”

Es gibt Filme, da wünscht man sich sehnlichst eine Fortsetzung herbei. Einfach weil an dem Vorgänger alles stimmte und Potential für mehr spannende Geschichten da war. Und dann gibt es „The Swordsman – Das magische Schwert“. Ein behäbiger, langweiliger B-Film mit Lorenzo Lamas und ganz viel sinnlosem Fantasy-Schwachsinn. Nick Rotundo, der Cutter von „The Swordsman“, glaubte aus Gründen, dass die Geschichte von Cop Andrew noch nicht zu Ende erzählt sei. Also setzte er sich an ein Drehbuch und inszenierte dieses direkt selbst als „Gladiator Cop – The Swordsman 2“. Das hätte er mal lieber gelassen.

Andrew wird noch immer von allabendlichen Träumen um das Schwert von Alexander dem Großen geplagt. Und noch immer hat er Visionen vom Tod eines Opfers, wenn er mit seinen Fingern in dessen Wunden herumbohrt. Wenn das die Leute vom CSI wüssten! Dank dieser Fähigkeit erkennt er mal wieder, dass in seiner Heimatstadt diverse Leute von Lumpen mit Schwertern abgestochen werden.

Gleichzeitig wird offenbar, dass der bereits in Teil I reichlich halbseiden rüberkommende Kurator des städtischen Museums eine seltsame Vorliebe für Underground-Schwertkämpfe hegt, die er dank des Schwertes von Alexander dem Großen zu seinen Gunsten zu manipulieren gedenkt. Immerhin ist der Mann, der das Schwert führt, unbesiegbar.

Natürlich werden sich die Wege von Andrew und dem Kurator kreuzen. Natürlich wird Andrew wieder die Wissenschaftlerin aus Teil I bürsten. Und natürlich taucht wieder irgendein Depp auf, der meint, eine Reinkarnation von irgendeiner Person zu sein, die dem in Andrew reinkarnierten Alexander dem Großen ans Leben will.

Schaut in den B-Actioner mit Lorenzo Lamas hinein

Bringen wir es direkt zu Beginn des Reviews auf den Punkt: Die Story von „Gladiator Cop“ ist der letzte Mumpitz. Hilflos konstruiert. Null durchdacht. Kein Stück plausibel und in keinster Weise irgendwie realistisch. Natürlich kann man letzteres damit egalisieren, dass man Fantasy-Action als Label auf den fertigen Film packt. Aber wenn selbst die filminhärente Logik kein Stück funktioniert, dann liegt meist etwas ganz Grundsätzliches im Argen. Und „Gladiator Cop“ ist ein Idealbeispiel für einen solchen Fall.

Hat man Teil I nicht gesehen, versteht man überhaupt gar nicht, was in diesem Film vorgeht. Alles in „The Swordsman“ Postulierte wird in „Gladiator Cop“ als gegeben vorausgesetzt. Das ist umso übler, da man schon bei Teil I kaum kapiert hat, auf was der Reinkarnations-Mumbojumbo eigentlich abzielte. Das was dann als eigentliche Story präsentiert wird, wird so wirr gereicht, dass die einzelnen Teile kaum zusammenfinden. Das hat man wohl auch im Schneideraum bemerkt und einige Lücken sichtlich mit Schnittresten aus Teil I gestopft! Das Ergebnis wirkt dadurch nur noch zerfahrener.

Dazu kommt, dass ausschließlich die Bösewichter die Storymotoren im Film sind. So verschwindet Lorenzo Lamas („Cybertech P.D.“) als Andrew teilweise für 15-20 Minuten aus seinem eigenen Film, nur um nach einer Sexszene mit der erneut unterforderten Claire Stansfield („The Sweeper“) wieder aus dem Film zu fliegen. Bar jedes erzählerischen Zentrums findet man dann gleich gar nicht mehr in den Film und seine wirre Handlung hinein.

“Gladiator Cop” lässt das Blut ordentlich spritzen

Wenigstens hat Regisseur Rotundo eines erkannt: Wenn meine Story schon scheiße ist und ich keine Ahnung habe, wie ich diese zu einem runden Ende bringen soll, dann mache ich wenigstens ordentlich Action! So verschiebt er „Gladiator Cop“ deutlich in Richtung Turnier-Prügler und lässt im Minutentakt irgendwelche Kämpfer mit Wushu-Waffen aufeinander einhacken. Dabei pegelt er den Brutalitätsgrad deutlich nach oben. Abgehackte Köpfe, aufgeschlitzte Kehlen, saftig sprudelnde Hieb- und Stichwunden – „Gladiator Cop“ lässt seinen Vorgänger richtig alt aussehen. An die Brutalo-Schlitzer-Genre-Referenzen wie „Shootfighter 2“ oder „American Samurai“ kommt er zwar nicht ganz heran, aber der Blutzoll ist wahrlich beachtlich.

Zudem lässt Rotundo die Martial-Arts-Fähigkeiten seiner Fighter nicht versauern. Die Wushu-Waffen sind infolgedessen eher Beiwerk, während die Fighter vornehmlich mit harten Kicks aufeinander losgehen. Vor allem die Fights von Lorenzo Lamas gewinnen so deutlich an Dynamik, zumal der Mime hier beeindruckende High- und Drehkicks präsentieren darf.

Die Fights sind dynamisch in Szene gesetzt. Besonders coole Treffer werden aus verschiedenen Perspektiven präsentiert und flott montiert. Da die Kämpfe einen Undergound-Feel haben sollen, finden sie nicht in einer festen Arena statt, sondern an wechselnden Schauplätzen. Diese werden teilweise auch in die Fights eingebunden. Zwar sind immer nur wenige Zuschauer vor Ort, die generieren aber eine beeindruckende Soundkulisse.

Lorenzo Lamas im Fetisch-Outfit

Problematisch sind eigentlich nur die üblen Kostümierungen der Kämpfer. Während „The Swordsman“ für seine Kämpfer recht coole, sehr gleich aussehende Outfits bereithielt, wurde sich diesmal ausgiebig an der Mülltonne des Sexshops von nebenan bedient. In der Folge tragen die Fighter peinliche und absolut lächerlich rüberkommende BDSM-Outfits. Eine wirklich absolut beknackte Idee des Leiters vom Kostümfundus. Der sogar Lamas so entstellt, dass man teilweise gar nicht erahnen kann, ob da wirklich Lamas kickt.

In Sachen Darstellern konnte man für „Gladiator Cop“ alle Schauspieler, die Teil I überlebt haben, wieder reaktivieren. Neu hinzugekommen als Fieswichte sind James Hong („Eine perfekte Waffe“) mit Gruselbart und der sehr agile Christopher Lee Clements („Balance of Power“), der leider vorm großen Showdownkick wieder aus dem Film verschwindet.

Rotzenhohle Story trifft brutale Action: “Gladiator Cop – The Swordsman 2”

Der mit soliden DtV-Bildern aufwartende „Gladiator Cop – The Swordsman 2“ sollte in keinem Fall irgendwie an seiner Story gemessen werden, denn dann wird es für den Film zappenduster. Einen solch unzusammenhängenden Käse hat man lange nicht gesehen. Zudem zieht sich der Film zäher als seit Wochen unter der Schuhsohle klebender Kaugummi. Da fühlen sich 85 Nettominuten mal eben wie drei Stunden an.

Legt man dann den Fokus auf die Action, hellt sich der finstere Horizont ein wenig auf. Denn im Vergleich zum Vorgänger weiß Regisseur Rotundo, dass er eine miese Handlung mit einem Overload an derb-brutaler Action zumindest für eine actionaffine Zielgruppe erträglicher machen kann. Und so entfesselt er zunehmend zynischer werdende Duelle, in denen der rote Lebenssaft amtlich fließen und auch der eine oder andere sehr geile Martial-Arts-Move durchblitzen darf. Für einen guten Film reicht das aber noch lange nicht aus.

04

Eine deutsche DVD erschien von dem Label Phoenix Distribution. Selbiges versuchte sich gar nicht erst an einer FSK-Freigabe. Dafür ist der Film auf der ungeprüften Scheibe uncut. Bild- und Tonqualität entsprechen einer gut gealterten VHS-Kassette. Aktuell werden dafür deftige Preise aufgerufen.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Monarch Home Video / Phoenix Distribution__Freigabe: ungeprüft__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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