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Hawaii Connection

Originaltitel: Picasso Trigger__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1988__Regie: Andy Sidaris__Darsteller: Steve Bond, Dona Speir, Hope Marie Carlton, Harold Diamond, John Aprea, Roberta Vasquez, Guich Koock, Rodrigo Obregón, Bruce Penhall, Cynthia Brimhall, Richard LePore, Wolf Larson, Keith Cooke, Dennis Alexio u.a.
Hawaii Connection

“Hawaii Connection” ist der dritte Sidaris-Film über L.E.T.H.A.L.-Agency

Nur ein Jahr nach „Hard Ticket to Hawaii“ setzte Andy Sidaris seine Triple-B-Reihe (Bullets, Bombs and Babes) mit „Picasso Trigger“ alias „Hawaii Connection“ fort, mit dem sich die Filme mehr zu einer Einheit verdichteten.

Dieses Mal war sogar genug Geld da, um den in Paris spielenden Auftakt auch dort zu drehen, auch wenn das eigentlich kaum Bewandtnis für die Handlung hat und ein Vorbeifahren am Eifelturm wohl nur in Sidaris‘ Welt als großer Schauwert durchgeht. Dort jedenfalls stellt der Doppelagent Alejandro Felipe Salazar (John Aprea) alias Picasso Trigger erst ein wertvolles Gemälde seines Namensgebers, des Picasso-Drückerfischs, vor, ehe er vor dem Museum abgeknallt wird, was die L.E.T.H.A.L.-Agency auf den Plan ruft, die schon in den Vorgängerfilmen der Auftraggeber der Helden und vor allem Heldinnen war, von diesem Film aber mehr und mehr das Zentrum der Reihe bildete.

Deren Agenten werden gerade von den Schergen des Oberbösewichts Miguel Ortiz (Rodrigo Obregon) über den Jordan geschickt, denn der will Rache für einen in „Hard Ticket to Hawaii“ gekillten Bruder. Aus diesem Film sind auch die Agentinnen Donna (Dona Speir) und Tracy (Hope Marie Carlton) an Bord, die glücklicherweise gerade auf Tauchgang sind, als die Schurken ihr Boot in die Luft jagen. Natürlich ist auch wieder ein Mitglied der Abilene-Familie dabei: Nach Cody in „Malibu Express“ (die entsprechend betitelte Yacht hat natürlich auch ihren Auftritt) und Darby in „Hard Ticket to Hawaii“ ist nun Travis Abilene (Steve Bond) am Start, der mit L.E.T.H.A.L. auf Verbrecherjagd geht.

Schnell werden die aus dem Vorgänger bekannten Agentinnen Donna, Taryn und Edy (Cynthia Brimhall) sowie eine ganze Handvoll neuer Gesichter, darunter die extra aus Frankreich angereiste Pantera (Roberta Vasquez) über den Gegner informiert, den man nun gemeinsam das Handwerk legen will…

Hawaii Connection

Guck mal da, Schurken: Donna (Dona Speir) und Tracy (Hope Marie Carlton) auf der Jagd nach Fieslingen

Dieses Meeting, das eigentlich eine grobe Marschrichtung vorgeben soll, findet allerdings erst in der Filmmitte statt, viele Operationen gegen Ortiz laufen zu diesem Zeitpunkt schon und einen kohärenten Plot kann man in „Hawaii Connection“ eh nur mit viel Fantasie ausmachen. Jede Aktion gegen den Oberschurken endet eigentlich damit, dass seine Handlanger erschossen, aus dem Fenster geworfen oder sonstwie gemeuchelt werden, da unsere Geheimagenten im Punkt „geheim“ so schlecht sind, dass noch nicht einmal die (zweifach versuchte) Anbringung einer Wanze in einem Telefon ohne Auffliegen klappt. Außerdem erhält man jede Menge Infos über den Oberbösewicht und seine Schergen, die aber letztendlich keine Rolle spielen, z.B. dass einer davon ein Faible für das Drehen von Snuff-Filmen hat. Am Ende gibt es noch zwei, drei Plottwists, die aber in Ermangelung eines echten Plots nicht wirklich twisten.

Außerdem soll „Hawaii Connection“ auch deutlich mehr in Richtung Bond- bzw. Agentenfilm gehen. Also gibt es dieses Mal auch Szenen und Location abseits von Hawaii, wobei es letzten Endes für den Film herzlich egal ist, ob ein Bar mit Tanzbühne nun in Las Vegas, auf Hawaii oder in Wanne-Eickel ist. Zumal die Intermezzi außerhalb des US-Inselstaats eh meist nur kurz und kaum erwähnenswert sind. Die hier nun stärker betonte L.E.T.H.A.L.-Geheimorganisation hat auch ihr eigenes Pendant zu Bonds Waffenbastler Q, wobei sich dessen Kreativität in erster Linie darauf beschränkt Sprengstoff an Harpunen, Bumerangs oder ferngesteuerte Autos zu kleben. Einzig und allein eine Krücke mit eingebautem Geschütz ist da noch etwas ausgefallener.

Hawaii Connection

Sogar für ein paar aufwändigere Verfolgungsjagden war Geld da

Ansonsten ist das ein typischer Sidaris-Film, in dem knackige Boys und vor allem Girls ihre Beach Bodys präsentieren und man letzteren in dramaturgisch absolut zwingenden Szenen beim Trainieren, Duschen und Baden zusehen darf – und gelegentlich beim (meist nur kurz angedeuteten) Liebemachen mit ihren Boy Toys. Mit Hope Marie Carlton („Slaughterhouse“), Cynthia Brimhall („Fit to Kill“) und vor allem Dona Speir („Schlappe Bullen beißen nicht“) ist bekanntes, mit Roberta Vasquez („Out for Blood“) zukünftiges Sidaris-Inventar an Bord, Wolf Larson („Expect No Mercy“) sowie Kloppe-Spezi Keith Cooke („National Security“) gibt es in ein frühen Nebenrollen zu sehen, aber schauspielerisch ist hier eh nicht viel wert. „Hawaii Connection“ ist Trash mit hübschen Locations und hübschen Menschen, dem leider der selbstironische Gestus und der galoppierende Wahnsinn von „Malibu Express“ und vor allem „Hard Ticket to Hawaii“ abgeht. Will heißen: Keine verseuchten, Touris meuchelnden Riesenschlangen, keine Straßenrennen gegen Hillbillys, keine Angriffe gummipuppenbewehrter Skater. Noch nicht einmal allzu kreative Todesszenen bei der Feindentsorgung. Eine Harpune durch die Brust ist da fast noch das höchste der Gefühle.

Dafür ist die Action tatsächlich mal etwas wertiger. Gerade zwei Verfolgungsjagden inklusive Geballer, einmal zwischen mehreren Booten und einmal zwischen einem Luftkissenboot und einem Jetski, machen tatsächlich ganz gut was her. Obendrauf gibt es einige Explosionen, ein paar halbwegs blutige, ganz solide Schusswechsel und ein paar Kloppereien, deren Choreographie nicht schlecht, aber auch nicht überragend ist und deren Inszenierung nicht immer verhehlen kann, dass die Darsteller aneinander vorbeihauen. Das haut alles nicht vom Hocker, ist aber schon ganz nett anzusehen und in den beiden Bootjagden sogar relativ wertig – und das kann man nicht von jedem Sidaris-Film sagen.

So macht „Hawaii Connection“ actionseitig zwar etwas mehr her als seine Vorgänger, aber dreht den Kuriositätenfaktor leider runter, wodurch diverse Schwächen von einem kaum existenten Plot über nur wegen der Optik gecasteter Darsteller und Darstellerinnen bis hin zu eher semigelungenen Bond-Imitationen stärker herausstechen. „Hawaii Connection“ ist dabei immer noch ziemlicher Trash, aber mit weniger Spaßfaktor.

Auf VHS wurde „Hawaii Connection“ in Deutschland von Ascot veröffentlicht und war trotz FSK-18-Freigabe gekürzt. Auf DVD ist hierzulande nur in der ungeprüften Sidaris-Sammelbox erschienen und dort ungekürzt.

© Nils Bothmann (McClane)

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