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Hijacked – Entführt

Originaltitel: Hijacked__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Brandon Nutt__Darsteller: Dominic Purcell, Vinnie Jones, Gina Philips, Randy Couture, Craig Fairbrass, Tiffany Dupont, Holt McCallany, Will Beinbrink, Ashley Cusato, Jay Huguley u.a.
Hijacked

Randy Couture beweist kein glückliches Händchen bei seiner Rollenwahl: “Hijacked”

CIA Agent Paul Ross ist seit Jahren hinter der Terrororganisation „The Tribe“ her. Bei einem Einsatz in Frankreich, bei dem er hofft, hohe Tiere der Organisation festsetzen zu können, geht schief, was schief gehen kann. Sogar sein bester Freund wird umgenietet. Als Konsequenz dieser verheerenden Aktion wird Paul von den Ermittlungen gegen „The Tribe“ abgezogen und soll fortan in einem Büro Däumchen drehen. Da erfährt Paul, dass auf einem bei dem Einsatz beschlagnahmten USB Stick Informationen enthalten waren, die andeuten, dass die Terroristen einen Anschlag auf den Großindustriellen und Multimilliardär Bruce Leib planen.

Paul ist mit dessen Sicherheitschef Otto gut befreundet und will diesen über die drohende Gefahr in Kenntnis setzen. Er erreicht ihn, kurz bevor dieser mit Leib gen USA fliegen will, weil dieser dort vor einem Wirtschaftsgremium über seine Unternehmungen aussagen muss. Leib nimmt die Hinweise Pauls sehr ernst und bittet ihn gar, ihn auf dem Flug zu begleiten. Paul will sich aber keinen weiteren Ärger mit seinen Vorgesetzten einhandeln und lehnt lieber ab, bis er feststellen muss, dass sich seine Ex-Verlobte auch an Bord des Fliegers befindet, arbeitet sie doch inzwischen als Leibs Pressedame. Nun bleibt Paul selbstverständlich an Bord und selbstverständlich wird das Flugzeug von einigen Terroristen übernommen…

Hijacked

Dominic Purcell empfiehlt sich für schlechte Pornofilme.

Wie „Hijacked – Entführt“ weitergeht, wissen hier sicherlich alle nur zu gut: Paul nimmt sich die Terrorlumpen einen nach dem anderen vor und am Ende wird schon alles irgendwie wieder gut. Falls nun jemand gehofft hat, ich würde schreiben, dass es bei diesem Film einmal ausnahmsweise doch nicht so einfach ist, den muss ich leider enttäuschen. Im Grunde seines Herzens ist „Hijacked“ nämlich stumpfe, geradlinige Actionkost. Eigentlich? Ja, weil so richtig scheint sich „Hijacked“ dessen nicht bewusst zu sein und braucht geschlagene 15 Minuten bis zu seiner Eröffnungsactionsequenz, die wenig nachhaltig verhallt.

Ganze 30 Minuten später haben die Terroristen dann erst den Flug gekapert. Bis dahin wurde unfassbar viel belangloses Zeug gelabert, das den Film kein Stück voranbrachte. Weder erfährt man viel über die Helden der Chose noch über die Bäddies. Also staunt man über das Setting: Ein Flugzeug, das Leib von einem Scheich beim Kartenspielen gewonnen hat. Von innen erinnert es eher an einen osteuropäischen Puff oder an ein fliegendes Billighotel. Und man wird den Eindruck auch nicht los, dass hier tatsächlich eher in einem Haus denn in einem Flugzeug gedreht wurde. Nach knapp 45 Minuten darf dann Randy Couture („The Expendables“) alias Paul endlich das erste Mal hinlangen und legt das nächste Problem des Filmes offen: Eine Terroristenschar, die aus drei Leuten besteht, kann definitiv nicht für Daueraction sorgen.

Hijacked

Randy und Vinnie machen “Peng, Peng”

Und so kommt es dann auch. Paul darf keinen der Lumpen killen, egal wie oft sie wieder aufstehen und ihm das Leben schwer machen. Und obwohl Paul recht behutsam durch die viel zu braven Lumpen pflügt, sind sie 15 Minuten später alle aufgebraucht. Also wird schnell eine neue Bedrohung installiert. Diese taugt aber auch nur für 10 Minuten, weshalb man noch flott einen „schlauen“ Storytwist hinten dranhängt, um noch halbwegs auf 90 Minuten Laufzeit zu kommen. Sind diese durchgestanden, stellt man fest, dass man eigentlich keine einzige brauchbare Actionszene zu sehen bekommen hat. Dafür viele Anschlussfehler, logische Ungereimtheiten und natürlich Lumpen, die in einem Flugzeug wild um sich ballern. Sehr schlau… Dazu kommt, dass etwas zu häufig auf mieses CGI Blut zurückgegriffen wurde, während die wirklich saftigen Handmade-Effekte erst zum Ende hin zum Einsatz kamen. Spannend war das Gesehene irgendwie auch nicht und das Adjektiv flott kommt einem nach dem Filmgenuss auch nicht wirklich in den Sinn…

Zumindest aber macht Randy Couture seine Sache als Held gar nicht mal so schlecht. Der Brocken hat durchaus so etwas wie Charisma und wenn er wuchtig werden darf, machen diese Szenen auch Spaß. Als sein bester Kumpel schaut zu Beginn Vinnie Jones („Locked Down“) vorbei, der doch tatsächlich seit Ewigkeiten mal wieder einen durchweg sympathischen Charakter geben darf. Ansonsten wundert man sich eigentlich nur, wie die Karriere von „Jeepers Creepers“ Schnuckel Gina Philips so vor den Baum gehen konnte, dass sie nun in Schund wie „Hijacked“ mitspielen muss. Das dachte sich wohl auch Dominic Purcell („Assault on Wall Street“), ließ sich eine fiese Gesichtsfotze ankleben und dachte wohl, keiner erkennt ihn. Fortan lässt er sich in gewohnter Manier zusammenschießen und –stechen und man fragt sich wieder, wie ein solcher Kleiderschrank immer derartige Pussyrollen abbekommen kann. Und genau das ist „Hijacked“ dann auch: Action für Pussys.

Die deutsche DVD kommt von dem Label Pecom und ist mit einer FSK 16 Freigabe uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Pecom__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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