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Holy Night: Demon Hunters

Originaltitel: Georokhan: Demun heonteoseu__Herstellungsland: Südkorea__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Lim Dae-hee__Darsteller: Ma Dong-seok aka Don Lee, Seohyun, Mitch Craig, Lee Da-il, Lee Da-wit, Jung Ji-so, Gyeong Su Jin, Cha Woo-jin u.a.
Holy Night: Demon Hunters Artwork

Don Lee lässt in „Holy Night: Demon Hunters“ die Fäuste kreisen.

Als wir Ba-Woo und seinen Kollegen Sharon und Kim Goon das erste Mal begegnen, werden die von einem verzweifelten Vater gebeten, dessen verschwundene Tochter wieder zu finden. Was nach einem simplen Entführungsfall klingt, nimmt schnell komplexe Züge an. Denn Ba-Woo und seine Kollegen sind auch als „Holy Night“ bekannt. Ein Team, das auf die Austreibung von Dämonen spezialisiert ist.

Und tatsächlich wurde das entführte Mädchen von einer Gruppe Fieswichten als Gefäß für einen Dämon vorgesehen. Am Ort des Geschehens eingetroffen, zeigen unsere Helden auf, was in ihnen steckt. Zahlreiche Fieswichte werden von dem wuchtigen Ba-Woo brutal umgeboxt, während Sharon und Kim Goon einen Exorzismus durchführen und das Mädchen von einem Dämon befreien.

Hernach erfahren wir, dass aktuell eine ganze Reihe ähnlicher Verbrechen Seoul erschüttert. Demnach machen Kultisten immer mehr Menschen zu Besessenen. Doch ein ganz besonderer Fall bindet die Aufmerksamkeit von „Holy Night“ komplett. Die Schwester der Doktorin Han scheint von einem besonders mächtigen Dämon besessen zu sein. Zunächst will Ba-Woo den Fall ablehnen. Schnell muss er jedoch bemerken, dass die dämonische Besessenheit von Hans Schwester auch in seiner Vergangenheit gründet. Entsprechend stürzt er sich nur noch nachdrücklicher in den Fall.

Schaut in den Film hinein

Holy Punch! Don Lee haut dem Belzebub auf die Schnauze

„Holy Night: Demon Hunters“ dürfte einer der actionreichsten Exorzismus-/Okkultfilme überhaupt sein. Was auch nicht verwundert, wurde er doch von Regie und Drehbuch komplett auf den wuchtigen koreanischen Star Don Lee („The Roundup: Punishment“), der im Übrigen auch die Story ersann, abgestellt. Der darf direkt in der ersten Actionszene derart wuchtig zuschlagen, dass den fiesen Kultisten direkt die fiese Seele aus dem Körper fährt. Und in diesem Duktus wuchtet sich der Darsteller durch den gesamten Film.

Der setzt in seiner Art der Erzählung ebenfalls wenig auf Feingefühl oder eine gruselige Atmosphäre. „Holy Night: Demon Hunters“ drängt unentwegt vorwärts. Reicht wichtige Story-Details in Nebensätzen, hält sich nicht mit tiefgehenden Charakterentwicklungen auf und drückt einfach nur aufs Tempo. Langweilig wird es so nie. Allerdings bekommt man so aber auch keine sonderlich eindrucksvolle Spannungskurve etabliert.

Don Lee in Holy Night: Demon Hunters

Don Lee treibt als Ba-Woo den Teufel auf seine Weise aus.

Vielmehr nimmt es Wunder, wie viele Themen angerissen, aber nie zu Ende gedacht werden. Highlight ist ganz klar, wie unwichtig die Verquickung von Ba-Woo mit der Besessenheit von Hans Schwester bleibt, obschon es ja genau die war, die ihn den Fall überhaupt annehmen ließ. Auch fragt man sich, wieso das Fass aufgemacht wird, dass im Grunde ganz Korea von Besessenen geflutet wird, wenn es im weiteren Film niemanden mehr juckt.

Auch das flotte Tempo bekommt derartige Ungereimtheiten nicht vollends ausgeräumt. Vielmehr steht das hohe Tempo dem Film selbst immer mal wieder im Weg. Das wird spätestens bei dem finalen, lang ausgewalzten Action-Exorzismus spürbar. Hier bekommen die Zuschauer wichtige Informationen zu dem gereichten Ritual via Texteinblendungen(!!!) serviert. In den insgesamt etwas straffen 92 Minuten Laufzeit gab es offensichtlich keinen Raum, diese in Dialoge oder Erklärbär-Momente zu verpacken. Krass.

Don Lee und sein Team in Holy Night: Demon Hunters

Ba-Woo und sein Exorzismusteam.

Dafür hat man aber auch wirklich selten einen actionpralleren Exorzismus zu sehen bekommen. Wände wackeln, Menschen schweben, Interieur fliegt durch die Gegend und wird zerstört, das Setting eines Hauses wird immer mal wieder durch 3D-animierte Welten ersetzt, fremde Stimmen kreischen, Besessene verbiegen sich und mittendrin Don Lee, der Wände und Türen zertrümmert, als wären sie aus Pappe. Und einen epischeren „In die Fresse“-Momente als Lees finalen „Finish Him“-Move habe ich noch nie gesehen.

Die Effekte im Chaos passen. Einzig ein Dämon aus Ba-Woos Vergangenheit wirkt ein wenig billig umgesetzt. Davon abgesehen mutet „Holy Night: Demon Hunters“ allgemein sehr wertig umgesetzt an und als sei ein ordentliches Budget vorhanden gewesen. Die durchgehend gereichten Düsterbilder und ein drückender Score gefallen.

Besessene

Also mit ihr stimmt irgendwas definitiv nicht… Ba-Woo wird ihr bald eine scheppern.

Immer wieder werden Zeitlupen eingesetzt, die in Fast-Forward-Momente übergehen, was durchaus stylisch anmutet, gleichzeitig aber auch die Kurzatmigkeit des Filmes unterstreicht. Der will gefühlt keine Sekunde zu lang sein und gönnt sich ergo nicht einmal längere Zeitlupen. Sehr ansprechend ist eine kurze Animationssequenz vor dem Abspann, die andeutet, dass es noch mehr Geschichten um das „Holy Night“-Trio geben könnte.

Don Lee ist schon eine echte Wuchtbrumme und er hat auch wirklich eine ordentliche Ausstrahlung. Im Großen und Ganzen wirkte er in „Holy Night: Demon Hunters“ aber diverse Male etwas verloren. Irgendwie passt dieser Typ nicht in eine solche Story. Entsprechend wirkten manche Keilereien von ihm auch etwas arg aufgesetzt und nicht wirklich stimmig in der jeweiligen Situation. Im Zusammenspiel mit seinen jungen Kollegen wirkt er dafür aber sehr souverän und wie ein glaubwürdiger Anführer. Licht und Schatten also.

Ordentliche Supporter, die durch die Bank solide aufspielen, flankieren Lee. Einzig Sharon-Darstellerin Seohyun fand ich in Teilen seltsam steif. Erst im großen Exorzismusfinale drehte sie wirklich auf und gefiel mir da deutlich besser.

„Holy Night: Demon Hunters“ bremst für niemanden

Inszeniert hat „Holy Night: Demon Hunters“ Lim Dae-hee. Der gab mit dem wirklich extrem schnell getakteten Mix aus Horror und Action sein Regie-Debüt und lässt direkt fragen, wie wohl ein reinrassiger Actioner von ihm aussehen würde? Vermutlich würde dieser keine Sekunde still stehen und einen nur so in den Sessel drücken. Entsprechend sollten wir die Daumen drücken, dass Lim mal in unserem Lieblingsgenre arbeiten darf.

Bei „Holy Night: Demon Hunters“ sorgt sein Inszenierungsstil für einen Film, der förmlich am Zuschauer vorbeirast. Das gerät alles so kurzatmig, dass selbst als Jump Scares geplante Momente komplett untergehen, weil sie kein Stück aufgebaut und erst recht nicht ausgekostet werden. Lim gönnt dem Zuschauer keine einzige ruhige Sekunde. Das versagt als Horrorfilm im Grunde völlig, macht in seiner kurzweiligen, actionreichen und verdammt oberflächlichen Herangehensweise aber trotzdem erstaunlich viel Spaß. Wenn Don Lee hier den dämonisch Besessenen amtlich und auch schön dynamisch choreographiert eine auf die Schnauze haut, macht das viele, aber bei Weitem nicht alle Problemherde vergessen.

Interessant an dem Film ist zudem, dass er einer der ersten war, bei dem Product Placements via Künstlicher Intelligenz nachträglich eingefügt wurden. Was es unnötig machte, sich während der Dreharbeiten Gedanken über die Einbindung zu machen. Mehr Werbung für alle – Yeah!

06 von 10

Capelight Pictures hat sich des Filmes angenommen und veröffentlicht ihn am 20. November 2025 ausschließlich digital. Hier ist er mit einer Freigabe ab 16 ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Capelight Pictures__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, ausschließlich digital

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Categorised in: Reviews, the Horror Pit

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