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Jurassic Attack

Originaltitel: Jurassic Attack__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2013__Regie: Anthony Fankhauser__Produktion: Mark L. Lester__Darsteller: Corin Nemec, Vernon Wells, Gary Stretch, Rachel Riley, Alicia Ziegler, Michael Worth, Natascha Berg, Jordan Lawson, Jeff Leroy, Philip Coc, Israel Sáez de Miguel u.a.
Jurassic Attack

Mark L. Lester plündert “Lost World” für “Jurassic Attack”.

Ein kleines Platoon US-Soldaten wird in den Dschungel von Panama entsendet, um eine entführte Biochemikerin zu befreien. Man befürchtet nämlich, dass der örtliche Rebellenchef deren Fähigkeiten nutzen könnte, um einen gefährlichen Kampfstoff produzieren zu lassen. Sollte ihm das bereits gelungen sein, haben die Soldaten den Befehl, die Waffe zu zerstören und den Rebellenchef festzusetzen oder umzunieten. Der Einsatz geht weitestgehend gut. Die Wissenschaftlerin wird befreit, die Bombe zerstört und der Rebellenchef wird gefangen genommen. Blöd nur, dass dessen Anhänger den Fluchthelikopter mitsamt Platoon vom Himmel holen. Man kann sich mit dem angeschlagenen Fluggerät zwar noch aus der Gefahrenzone befördern, kracht aber irgendwann doch auf den harten Dschungelboden.

Und hier erwarten unsere Soldaten keine Rebellen oder knapp geschürzte Dschungelschönheiten. Mitnichten. Auf diesem Fleckchen Erde lauern einige urzeitliche Wesen auf unsere Helden. Dinosaurier…

Ab sofort stellt der von Mark L. Lester („The Base“) produzierte und in Belize gedrehte Film jedwedes Erzählen ein und meint, es reiche, immer mal die Begriffe „Lost World“ und „Arthur Conan Doyle“ in die Runde zu werfen, um zu erklären, was sich hier vor dem Auge des Zuschauers abspielt: Urzeitliche Pflanzen, ebensolche Tiere, ein in sich geschlossenes Ökosystem, bla bla bla. Natürlich stolpert man auch über einen verrückten Wissenschaftler, der irgendwann in diesem Gebiet gestrandet ist und in den Jahren seines Aufenthaltes den Verstand verloren zu haben scheint. Wie eben auch die Drehbuchautoren. Die scheinen auf fünf Seiten festgehalten zu haben, dass die Soldaten nun irgendwie zu überleben versuchen und einer nach dem anderen getötet wird. Mehr fiel den Schreiberlingen nicht ein. Wobei, natürlich gibt es auch noch einen Parallelschauplatz. Natürlich vom US-Militär und natürlich mit Kommisköppen gepflastert, die alles dem Erdboden gleich machen wollen. Warum? Nun, weil sie befürchten, der chemische Kampfstoff könne doch noch aus dem Gefahrengebiet gelangen. Ahja…

Das ist so hirnrissig wie dumm, aber eben liebgewonnener Genre-Standard. Genau wie die katastrophal mies gezeichneten Figuren und ihre nicht vorhandene Motivation. Da sie aber eben eh nur T-Rex-Futter sein sollen, müssen sie ja auch nicht weiter interessant erscheinen. Die Saurier schlagen immer dann zu, wenn sich zu viele Dialoge aufeinander zu häufen beginnen. Also etwa alle fünf Minuten. Was für einen netten Bodycount sorgt, aber auch einen weiteren Problemherd des Filmes befeuert: Seine miesen Special Effects. Zugegeben, die Saurier selbst sehen gar nicht mal so übel aus. Aber sobald sie mit der Umgebung interagieren oder ihnen die CGI-Blutstropfen aus dem Maul tropfen, wird es richtig peinlich. Bodenkontakt haben sie zwar, aber weder knicken sie Grashalme um noch wirbeln sie Staub auf. Und vor Hintergründen platziert, fallen die Saurier förmlich aus dem Rahmen und heben sich in Farbsättigung und Oberflächenstruktur eklatant vom Hintergrund ab. Grandios mies sind auch die Mündungsfeuer-Effekte ausgefallen. Und wer mal wieder richtig übel getrickste Hubschrauber- und Flugzeugabstürze sehen will, der muss „Jurassic Attack“ unbedingt im Hinterkopf behalten. Schlimmer als hier geht’s wohl kaum.

Jurassic Attack

Hmmm, Frischfleisch! Die Dinos haben die Sabberlätzchen schon umgebunden!

Das ist alles im billigen DTV-Look inszeniert, bei dem nicht einmal die Vegetation von Belize irgendwie zum Tragen kommt. Durch die unbeholfene und uninspirierte Inszenierung wandeln ein paar miese Knallchargen, die die meiste Zeit overacten und wirklich radebrechend dumme Dialoge absondern müssen. Die Damen im Cast sehen zwar ordentlich aus, dürfen sich aber nicht nackt machen. Und Vernon Wells („Mad Max 2“) und Corin Nemec (Jau, der Parker Lewis), die wohl bekanntesten Namen im Cast, befeuern die dämlichen Szenen in der Armeebasis. Der einzige, der wirkt, als hätte er den Film tatsächlich verstanden, ist ein total überziehender Michael Worth („Karate Tiger 7“) als verschrobener Wissenschaftler und Saurierfreund.

Am Ende bleibt ein billiges, mies getrickstes und holprig in Szene gesetztes Creature Feature, das vor dummen Dialogen und ebensolchen Figuren nur so überläuft und trotz beständiger Saurierattacken immer ein wenig lahmarschig wirkt. Die Folge ist die Abwesenheit jeglicher Form von Spannung und eine beständige Grundlangeweile. Und aus irgendeinem Grund haben die Macher auch etwas Ironie oder befreienden Humor komplett vergessen. Das größte Problem allerdings ist, dass „Jurassic Attack“ schlicht und ergreifend wirklich gar nichts zu erzählen hat und sich dafür 80 Minuten Zeit nimmt. Daran sind schon ganz andere Filme gescheitert…

Die deutsche DVD / Blu-ray kommt von Splendid Film und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
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Copyright aller Filmbilder/Label: Splendid Film__Freigabe: ab 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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