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Misdirection – Rache sitzt tief

Originaltitel: Misdirection__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2025__Regie: Kevin Lewis__Darsteller: Olga Kurylenko, Frank Grillo, Oliver Trevena, Landa, Vladislav Lapidus, Lacy McClory u.a.
Misdirection mit Frank Grillo und Olga Kurylenko DVD Cover

In „Misdirection – Rache sitzt tief“ geraten Frank Grillo und Olga Kurylenko aneinander.

Sara und Jason haben ihren Bruch lange Zeit sorgfältig vorbereitet. Dass ihr Opfer David ein Smart Home sein Eigen nennt, machte es ihnen leichter. Mittels gehackten Systems konnten sie sein gesamtes Leben durchleuchten. Auch war es ihnen möglich, alle notwendigen Passwörter zu erhaschen. Eines Tages wohnt David einer Spendengala bei, was den beiden Dieben ein Zeitfenster offeriert, das sie auszunutzen gedenken.

Vollkommen leicht kommen sie in das Anwesen von Anwalt David. Die Moneten sind schnell eingesackt. Auch die wertvolle Uhrensammlung findet sich flott in den Taschen von Sara und Jason wieder. Da steht plötzlich David vor dem Haus. Er hat die Gala vorzeitig verlassen und merkt schnell, dass mit seinem Haus etwas nicht stimmt.

Schnell stößt er mit den Dieben aneinander. Da zieht David eine Waffe und schießt Jason an. Die Diebe können den Anwalt zwar überwältigen, doch der beginnt nun, die Psychotricks aufzufahren. Geduldig und gewieft beschwört er Verunsicherung bei den beiden Dieben herauf. Und schnell wird klar, dass einer der Räuber nicht nur auf Geld aus war.

Schaut in den Film hinein

Thriller mit Frank Grillo und Olga Kurylenko

Aus dieser Grundsituation macht der Regisseur des unterhaltsamen Nicolas Cage Streifens „Willy’s Wonderland“ nach einem Drehbuch von Lacy McClory ein arg dialoglastiges Kammerspiel. Dieses zieht durchaus Spannung aus den unklaren und allmählich offen gelegten Motivationen der Figuren und auch Davids manipulatives Spiel hat etwas. Aber final bleiben die ganz großen Überraschungen und spektakulären Enthüllungen durchweg aus. „Misdirection“ ist nicht wirklich sonderlich clever oder ausgebufft und wirkt stattdessen deutlich zu geradlinig erzählt, um wirklich zu packen.

Olga Kurylenko in Misdirection.

Olga Kurylenko als Diebin Sara in „Misdirection“.

Zudem wird etwas zu schnell offenkundig, dass nur einer der beiden Diebe ein Geheimnis mit sich herumträgt. Weshalb das Manipulieren von David immer mal wieder ins Leere läuft. Das Drehbuch müht sich aber trotzdem um Abwechslung. Allerdings auf eine nicht sonderlich gelungene Art und Weise. Denn anstelle fies zu twisten, wirft es immer mal wieder arg unmotiviert wirkend Figuren in den Ring, die plötzlich am Schauplatz auftauchen. Damit stressen sie vor allem Sara und Jason arg, letzten Endes sind jedoch auch diese „Probleme“ meist sehr schnell ausgeräumt.

Die kurze Laufzeit verhindert, dass dieses Gebräu zu langweilig werden kann. Eine echte Spannungsbombe sieht allerdings anders aus. Den Darstellern kann man dabei kaum Vorhaltungen machen. Olga Kurylenko spielt ihre Sara sauber runter. Zudem hat sie eine ordentliche Chemie mit Jason-Darsteller Oliver Trevena. Beide kennen sich von den Dreharbeiten zu „Paradox Effect“ und harmonierten da bereits gut miteinander. Und Frank Grillo („Boss Level“), der „Misdirection“ auch produzierte, findet sichtlichen Gefallen daran, ans Bett gefesselt seine „Opfer“ zu manipulieren.

Frank Grillo im Thriller von Kevin Lewis

Frank Grillo gibt den gerissenen Anwalt David.

Ein echter Pluspunkt des Streifens ist seine Optik. Der Schauplatz des Hauses von David macht richtig was her. Das Design der Immobilie ist klasse und lässt den Film direkt richtig teuer aussehen. Regisseur Kevin Lewis lässt hier kaum erhellendes Licht zu. Was ja auch Sinn macht, immerhin soll das Haus ja nicht wie ein Weihnachtsbaum leuchten, wenn „keiner da ist“. Er setzt überwiegend auf kaltes blaues Licht und kontrastiert dies durchgehend mit pastellnen, in Richtung Erdfarben tendierenden Lichtquellen. Trotzdem bleibt sein Film sehr düster und setzt auf eine gediegene, sehr ruhige Bebilderung. Ganz nett ist der atmosphärische, elektronische Score zum Film.

„Misdirection – Rache sitzt tief“ bietet nur wenig Thrill

Der unaufgeregte Start rund um den Diebeszug in Davids Haus ging mir noch gut runter – auch wenn im Grunde nicht wirklich viel passiert. Mit dem Auftauchen von David legt „Misdirection – Rache sitzt tief“ deutlich zu. Auch und vor allem, weil der Anwalt von Anbeginn an seine beiden Geiselnehmer manipuliert. Schnell wird klar, dass hier im Hintergrund einiges am Köcheln ist.

Leider wird zu schnell offenkundig, auf wen David mit seinem manipulativen Spiel vornehmlich fokussiert. Und das Drehbuch findet keine Wege, da clevere Abbiegungen oder Twists nachfolgen zu lassen. Ist man der Story auf die Schliche gekommen, was zu easy funktioniert, sitzt man eigentlich nur noch vorm Screen und schaut zunehmend desinteressierter dem niemals richtig eskalierenden Treiben zu. Was auch mit absoluter Actionarmut einhergeht. Die Schauspieler mühen sich, die technische Umsetzung gefällt, aber die Story selbst lässt leider viel zu kalt.

04 von 10

Der Film erschien am 20. Februar 2026 auf DVD und Blu-ray von dem Label Meteor Film. Hier ist er uncut und hat eine Freigabe ab 16. Extras zum Film gibt es keine. Ihr könnt „Misdirection“ auch streamen.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Meteor Film__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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