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Ninja Cheerleaders

Originaltitel: Ninja Cheerleaders__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: David Presley__Darsteller: Trishelle Cannatella, Ginny Weirick, Maitland McConnell, George Takei, Michael Paré, Michael FitzGibbon, Larry Poindexter, Natasha Chang, Omar J. Dorsey u.a.
Ninja Cheerleaders

Michael Pare wuchtet sich mit fieser Frise durch diesen Trash.

Heidewitzka, was hätte dieser Film rocken können. Es ist einfach alles da: Stripperinnen, Ninjas, Fieswichte und Cheerleaderinnen. Zusammengehalten wird all das von einer beknackten Story: In dieser geht es um die drei holden jungen Damen Monica, April und Courtney. Die heißesten Babes am örtlichen College, die nebenbei eine Ninja-Ausbildung stemmen, sich um einen Platz an einer Elite-Uni bemühen und ihre Ausbildung mittels Striptease-Auftritten selbst finanzieren.

Als eines Tages die örtliche Mafia ihren Freund, Förderer, Sensei und Striptease-Schuppenbetreiber(!!!) Hiroshi kidnappt und alles Ersparte der drei Grazien mitgehen lässt, beschließen die, geballt zurückzuschlagen… und nebenher die Abschlussprüfungen zu bestehen und das örtliche Basketballteam anzuheizen. Alle Hände voll zu tun also!

Blöderweise hat niemand den Machern, Darstellern und Produzenten von „Ninja Cheerleaders“ verraten, dass all dieser Wirrsinn abstrus witzig hätte sein können. Und es passiert das Schlimmste, was passieren konnte: „Ninja Cheerleaders“ nimmt sich selbst und seine nichtige, immer fragmentarischer werdende Story ernst! Und wie! Das ist gerade deshalb so schade, weil die drei Hauptdarstellerinnen Trishelle Cannatella (bester Auftritt erfolgte im Playboy), Maitland McConnell („Curse of Chucky“) und vor allem Ginny Weirick („The Hit List“) megasympathisch rüberkommen und sowohl in den Cheerleading- und den Gogo-Choreografien als auch in den Kampfszenen eine überaus gute Figur machen.

Statt also richtig vom Leder zu ziehen und mit Klischees zu spielen, müssen die jungen Damen nun ganz viel pseudointelligenten Müll labern. Was nicht nur extrem bemüht, sondern auch extra steif wirkt. Ein paar dramatischere Einschübe geraten direkt hochnotpeinlich. Hinzu kommt, dass Regisseur David Presley alle drei Damen nicht nackig machen will (so ein Loser, zur Strafe durfte er nie wieder bei einem Film Regie führen!). Last but not least sind die von ihm in Szene gesetzten Kampfsporteinlagen höchst unspektakulär geraten.

Man vermisst eine flüssige Choreografie und vor allem Druck. Härten hat es auch keine. Nur der eine oder andere Kick der Damen macht einen eleganten Eindruck. Dass hier etwas im Argen liegt, stellt man spätestens dann fest, wenn die Produktion Lateef Crowder („Falcon Rising“) am Set hat und ihn dann von einem Girlie umschubsen lässt! Ein einziger Graus sind die unglaubwürdigen Schwertkampfeinlagen. Diese sind unfassbar langsam und hakelig in ihrem Ablauf und wollen ebenfalls kein Blut zu Tage fördern.

Dagegen sind die Gogo-Choreos der Damen richtig flott umgesetzt. Hier stimmt die Montage, die Dynamik der Bilder und die musikalische Untermalung auf den Punkt. Allgemein ist der Soundtrack der „Ninja Cheerleaders“ teilweise richtig gut und geht hübsch rockig ab. Hätte man den Verve mal in die Kampfszenen und den ganzen Rest rüber gerettet…

Auch die sonstige Inszenierung des Streifens will nicht wirklich rocken. Zunächst einmal wirkt er unangenehm billig und abgeranzt. Die meisten Schauplätze sind eher öder Natur. Zumindest der Schnitt-Maestro des Filmes bemühte sich um etwas Trashfeeling und bastelte ein paar rührend miese Szenenübergänge an seinem Atari. Immerhin hat es in denen endlich mal nackte Hupen!

Kurzum: Wie auch immer man diese schräge Chose verkacken konnte, die Macher von „Ninja Cheerleaders“ haben es geschafft. Es fehlt einfach an Witz, an Schlitzohrigkeit und an dem Mut, einfach mal komplett über die Stränge zu schlagen. „Ninja Cheerleaders“ mutet wie einer jener Filme an, die mit coolen Schlagworten bei einem Drehbuch-Pitch verkauft werden, woraufhin sich alle sicher sind, dass das Ergebnis nur geil werden kann. Tja, und dann stellt man beim Dreh fest, dass keine einzige Abteilung in der Lage ist, aus den coolen Anlagen irgendetwas auch nur annähernd Unterhaltsames zu zimmern. Das billig anmutende Ergebnis dieses Erkenntnisprozesses nimmt sich selbst viel zu ernst, generiert aus sich heraus keinerlei Form von Humor und ist öde, langweilig und absolut belanglos. Da kann ein grausam frisierter Michael Pare („SWAT – Tödliches Spiel“) als Fieswicht letzten Endes genauso wenig etwas reißen wie George Takei, der sich sicher auch nicht hätte träumen lassen, dass sein Karriereweg mal von der Enterprise in einen Stripschuppen führen würde…

3 von 10

Die deutsche DVD/Blu-ray kommt von dem Label Infopictures, ist in Nebenrollen gruselig synchronisiert (achtet mal auf die Kinderstimmen!!!) und mit einer lächerlichen FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

Was meint ihr zu dem Film?
Zur Filmdiskussion bei Liquid-Love

Copyright aller Filmbilder/Label: Infopictures__Freigabe: FSK 16__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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