| Originaltitel: Hunting Jessica Brok__ Herstellungsland: Südafrika__ Erscheinungsjahr: 2025__ Regie: Alastair Orr__ Darsteller: Danica De La Rey Jones, Richard Lukunku, Clyde Berning, Tamer Burjaq, Katherine Neethling, Anthony Oseyemi, Hlubi Mboya, Jandre le Roux, … |

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Don’t wound what you can’t kill
„Hunting Jessica Brok“ (2025) – mancherorts auch unter dem Titel „Outgunned“ erschienen – ist ein südafrikanischer Action-Thriller von Regisseur und Co-Autor Alastair Orr („From a House on Willow Street“), der in Gestalt einer nächtlichen Black-Ops-Mission in Angola eröffnet, bei dem in 2013 eine kleine militärische Einheit in jenes Land vorgestoßen war, um Lazar Ipacs (Richard Lukunku) – den Leader eines internationalen Wilderer-Rings – dingfest zu machen. Als sie das anvisierte Haus stürmten, entdeckten sie jedoch etwas Schreckliches: Lazar und seine Schergen waren inzwischen dazu übergegangen, Kinder zu entführen, um via Erpressung an zusätzliches Geld zu gelangen. Wie es schien, hatten sie die Verschleppten im Hof lebendig in mit Kameras bestückten Kisten vergraben – die Luft zum Atmen zunehmend schwindend sowie die Cam-Feeds als „Proof of Life“ und Druckmittel zugleich dienend…
Im Zuge des Bestrebens, die Kids zu retten, entpuppte sich das Ganze allerdings als eine Falle: Das Team wurde von Lazar’s Leuten attackiert und nahezu ausgelöscht. Der Soldatin Jessica Brok (Danica De La Rey Jones) war es zwar möglich, mehrere Angreifer zu töten – darunter einen der beiden Brüder Lazars – doch musste sie u.a. mit ansehen, wie ihr Kamerad und Freund Daniel Connor (Clyde Berning) brutal gequält wurde, bevor sie letzten Endes nur knapp (angeschossen und zahlenmäßig unterlegen) zu entkommen vermochte. Infolge dessen ließ sie ihren Dienst hinter sich, änderte ihren Namen und zog in eine rurale Region – wo sie nun (in der zwölf Jahre späteren Story-Gegenwart) für eine Artenschutz-Organisation tätig ist sowie ihre Pre-Teen-Tochter Nikki (Katherine Neethling) fürsorglich-behütend allein aufzieht. Ihre physischen Wunden mögen verheilt sein – ihre psychischen dagegen nicht vollständig…
Eines Tages holt sie ihre Vergangenheit jedoch jäh wieder ein: Tatsächlich gelingt es Lazar, sie nach all der Zeit aufzuspüren, zu überwältigen sowie auf ein Gelände „mitten im Nirgendwo“ zu bringen – und das mit Hilfe Daniels, welchen er damals (von Jessica ungewusst) verschonte und der während seiner Gefangenschaft schließlich zu ihm „übergelaufen“ war, da er annahm, sie hätte ihn dort einfach „zum Sterben zurückgelassen“. Lazar’s starken Rache-Drang treiben zwei Motive an: Der Tod seines Angehörigen sowie hohe finanzielle Verluste, da jener der Leiter seiner Business-Operationen gewesen war. Einige andere Herrschaften, die sich (wie er) diese Chance auf Heimzahlung herbeiersehnt hatten, begleiten ihn dabei. An einen Holzbalken gefesselt, muss Jessica zuerst kräftig einstecken – bis sich ihr unverhofft eine Gelegenheit präsentiert, sich zu befreien sowie in die umliegende Wildnis zu fliehen…
Inhaltlich handelt es sich bei „Hunting Jessica Brok“ um schlicht gestrickte, generische Genre-Kost – mit unnuanciert verfassten Charakteren und einer altkannten, gradlinig-simplen, im Prinzip komplett vorhersehbaren Geschichte; Variationen derer man bereits häufig geboten bekommen hat (egal ob nun mit einem männlichen oder weiblichen Haupt-Protagonisten). Ich muss zugeben, nicht damit gerechnet zu haben, dass Daniel noch am Leben ist – mit seiner (vermeintlichen) Exekution „off Screen“ im Kontext der betreffenden Szene durchaus glaubwürdig, da sich in dem Moment auf Jessica’s Reaktion konzentriert wurde – worauf nach diesem überzeugend arrangierten, stracks einen „gritty Ton“ etablierenden Prolog die „obligatorische Phase“ anbricht, in der ihr seither verwirklichter, so allerdings nicht von Dauer sein werdender Neubeginn (Job, Kind, Umgebung und Seelenzustand) veranschaulicht wird…
In seinem in der Gegend eingerichteten Basis-Lager hat Lazar diverse Henchmen sowie ein paar „VIPs“ seiner Geschäfts-Connections (u.a. Neels Clasen und Jandre le Roux) versammelt – ergänzt um seine toughe Ehefrau Sherri (Hlubi Mboya), seinen eher zurückhaltenden Bruder Sergei (Anthony Oseyemi) und Daniel. Wer möchte, dem erlaubt er es, Jessica zu prügeln und zu treten – wobei „Sexuelles“ jedoch tabu sei, stellt er heraus. Angesichts dessen fängt Daniel schon bald ein schlechtes Gewissen zu plagen an – genau so, wie’s zu erwarten war – mit ihm ihr dann indirekt, aber gezielt zur Flucht verhelfend. Auch vorher nicht völlig ohne Misstrauen ihm gegenüber, lässt Lazar ihn prompt an eine Wand ketten und gibt seinen Gästen Jessica „zum Abschuss frei“ – welche postwendend „freudig“ in die Nacht hinein aufbrechen; ihnen dafür Quads, Motorräder, Pickups und allerlei Waffen zur Verfügung stehend…
Ab dem Punkt wird der Film zu einem Menschenjagd-Survival-Streifen in der Tradition von „Surviving the Game“ und Konsorten. Zu den wohlgemut-siegessicheren Männern gehören typische Figuren wie ein erfahrener, Armbrust-nutzender Wilderer sowie ein großspurig-reicher, konkret in solchen Dingen allerdings ziemlich unbewanderter Kerl – mit der Gruppe ihre ins Auge gefasste „Beute“ eingangs sträflich unterschätzend sowie fortan einer nach dem nächsten von eben jener ausgeschaltet werdend. Hätten sie sie mal bloß gleich getötet. Jessica selbst ist „outgunned“ und hat zudem mit den Gegebenheiten des Bushvelds zu ringen: Unwegsam sowie Tiere á la Schlangen aufweisend, tritt sie bspw. kurzerhand in einige Dornen, da man ihr im Rahmen ihrer Entführung ihre Schuhe abgenommen hatte. Dazu noch die Temperaturen, der Mangel an Trinkwasser sowie die Entfernung bis hin zur „Zivilisation“…
„Hunting Jessica Brok“ profitiert eine Menge von der kernig-engagierten Performance Danica De La Rey Jones‘ („Good Luck, have Fun, don’t die“) als Lead: Mit vollem Körpereinsatz bei der Sache, nimmt man ihr den Part ergiebig ab – und das im Bereich der sie vorwärts pushenden Emotionalität wie auch in dem der ihr abverlangten Action, bei der sie die Kombination aus Wut, Schmerzen, wachsender Ausgelaugtheit, Adrenalin und Kampfgeist (nicht nur auf der Grundlage ihres Trainings damals) glaubwürdig vermittelt. Als Nikki und Daniel gehen Katherine Neethling („Boy kills World“) und Clyde Berning („Bloodshot“) beidesamt in Ordnung – mit keinen echten Überraschungen bei den Verlaufs-Bahnen ihrer Rollen zu verzeichnen: „Natürlich“ wird Nikki irgendwann zu einer Geisel der Baddies – und ja, er ihr Vater (eine Erkenntnis, auf die er eigentlich viel schneller hätte kommen müssen)…
Als Lazar ist Richard Lukunku („the Siege of Jadotville“) ein wahrhaft bedrohlicher Antagonist: Einschüchternd und verwerflich – so wie man sich „unsubtil“ einen afrikanischen Warlord oder jemanden ausmalt, der Rhinozerosse und Elefanten erlegt, um deren Hörner und Stoßzähne auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Als sein Bruder Sergei – welchen er als „zu weich“ erachtet – agiert Anthony Oseyemi („Seal Team Eight: Behind Enemy Lines“) passabel – während Hlubi Mboya („Death Race: Inferno“) als unerbittliche Sherri auch über ihren Look hinaus Eindruck heraufbeschwört. Mimisch durchweg kaum gefordert, werden die übrigen Brok-Gegner von regelmäßig in dort im Lande produzierten Werken erspähbaren Akteuren wie Tamer Burjaq („G20“), Neels Clasen („Bulletproof 2“), Jandre le Roux („Tomb Raider“, 2018) und Llewellyn Cordier („Lost Horizon“) jeweils „zweckdienlich“ zum Besten gegeben…
Das Drehbuch Orrs, David Jones‘ („Triggered“) und Garth McCarthys („the Groom“) folgt dem „klassischen Muster“ ohne nennenswerte Abweichungen. Die Wehrhaftigkeit Jessicas fällt weder in die „Empowerment-Sparte“ noch ist Rache bei ihr (etwa für das in Angola Geschehene) von primärer Bedeutung – anders als (nehmen wir spontan jetzt einfach mal) bei der von Matilda Lutz gespielten Jen in Coralie Fargeat’s „Revenge“. Eine Gemeinsamkeit mit letzterer existiert (in nicht ganz so arger Ausprägung) allerdings schon: Überlebte jene den Sturz von einer Klippe sowie das damit verknüpfte Aufgespießtwerden an einem Baum, schafft es Jessica indes, u.a. zwei Explosionen in ihrer unmittelbaren Nähe relativ schadarm zu überstehen sowie sich seitens eines ihr Bein durchschlagenden Pfeils anschließend förmlich nicht weiter als von einem Kratzer beim Rennen, Fighten (und so) beeinträchtigen zu lassen…
Gar noch stärker als Jessica’s „sehr robuste Sterbe-Resistenz“ ist die Daniels – was zusammen mit bestimmten weiteren Sequenzen und Faktoren dazu beiträgt, dass sich „raue Grittiness“ regelmäßig mit tendenziell „Cartoonishem“ (wie in Streifen á la „Rambo II“ oder III) abwechselt. All die gestandenen Jäger und schwer bewaffneten Handlanger erweisen sich als nicht gerade kompetent darin, taktisch clever vorzugehen oder treffsicher zu sein – selbst wenn jemand mit einem auf einem Wagen montierten Gatling-MG „aus vollen Rohren“ auf sein nur rund zehn Meter vor ihm auf der Straße laufendes Ziel ballert. Exploitation-Flick-esk bekommt ein Mann an einer Stelle ein Rhinozeros-Horn in den Torso gerammt und zerplatzt nicht bloß einmal ein Schädel – und dennoch nimmt sich der Film erstaunlich ernst. Dies resultiert in einer „tonalen Unebenheit“ – welche für Freunde des Genres jedoch zu verkraften sein sollte…
Die Gewalt ist keineswegs zimperlich, CGIs wurden sparsam eingesetzt und der „Vibe“ der Locations sowie des Scores Sean Ou Tims („Sniper: No Nation“) besitzen klare Anteile an der beschworenen Atmosphäre. Leider erstreckt sich die Entfaltung ein Stück weit über die 120-Minuten-Marke hinaus: Eine Dauer, welche der oberflächliche, spannungsmaue, unvertrackte Inhalt nicht rechtfertigt – unabhängig dessen, dass das Tempo nie ungünstig stagniert und einem ständig was geboten wird. Von den Stunts und Kämpfen über die Verwendung einer Palette verschiedener Klingen, Kaliber und Kill-Methoden bis hin zur Bebilderung Brendan Barnes‘ („Rogue“) und der soliden Regie-Arbeit Orrs – sowie für unter zwei Millionen Dollar ansprechend ansehnlich realisiert – gebührt „Hunting Jessica Brok“ alles in allem Anerkennung dafür, die Masse vergleichbarer aktueller US-B-Movies durchaus hinter sich zu lassen…
Kurzum: Wer auf Kost dieser Richtung steht, wird ordentlich unterhalten.
gute![]()
Während „Hunting Jessica Brok“ u.a. in England (dort als „Outgunned“) sowie in den Staaten als Video-on-Demand verfügbar ist, sind mir bis heute (07/2026) indes noch keine Veröffentlichungspläne für Deutschland bekannt…
Stefan Seidl

(© Quiver Distribution & Signature Entertainment)
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| Copyright des „Hunting Jessica Brok“ Postermotivs und der Pics: A-Game Prod. / Known Associates Ent. / Quiver Distribution (US) / Signature Entertainment (GB)__ Freigabe der amerikanischen VÖ: Not Rated__ DVD/BluRay/VOD: nein/nein/ja |





