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Death Race: Inferno

Originaltitel: Death Race: Inferno__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2012__Regie: Roel Reiné__Produktion: Paul W.S. Anderson u.a.__Darsteller: Luke Goss, Ving Rhames, Danny Trejo, Dougray Scott, Tanit Phoenix, Robin Shou, Sean Cameron Michael, Fred Koehler, Tanya van Graan, Langley Kirkwood, Brandon Livanos, Jeremy Crutchley u.a.
Death Race: Inferno

In Roel Reinés „Death Race: Inferno“ fährt Luke Goss dieses Mal in Südafrika um sein Leben

Nachdem Roel Reinés Sequel „Death Race 2“ den entsprechenden Erfolg auf dem Action-DVD-Markt hatte, der für Hauptdarsteller Luke Goss zur Haupteinnahmequelle wurde, drehte man rund zwei Jahre später noch einen weiteren Teil: „Death Race 3: Inferno“.

Über die Tatsache, dass das Ende von Teil 2 fast schon punktgenau in Paul W.S. Andersons Erstling „Death Race“ hinüber leitete, bügelt „Death Race 3“ relativ nonchalant drüber. Carl Lucas (Luke Goss), der Medienwelt besser bekannt als Frankenstein und Champion des Death Race, ist zwar an sich nur noch einen Sieg von der Freiheit entfernt, doch dann ändert sich die Situation: Medienmogul Niles York (Dougray Scott) kauft dem in finanzielle Nöte geratenen Weyland (Ving Rhames) das Format für einen Ableger in Südafrika ab. Wo die Geldsorgen urplötzlich herkommen, nachdem Weyland im Vorgänger ordentlich Kohle machte, das fragt man lieber nicht, denn dann knarzt es nur noch weiter im Kontinuitätsgebälk von „Death Race 3“.

Die bekannten Fahrer, darunter auch Frankenstein, müssen nun also an dem Südafrika-Derby teilnehmen, während die Siege nicht für ihre Statistik zählen. Dazu kommen natürlich diverse alte Bekannte mit, neben Konkurrenzfahrer 14K (Robin Shou) sind das Navigatorin Katrina (Tanit Phoenix), Mechaniker Goldberg (Danny Trejo) und Gehilfe Lists (Fred Koehler). Neue Konkurrenten mit markigen Namen, mal mehr, mal weniger charismatischen Gesichtern und austauschbaren Hintergrundgeschichten kommen auch dazu, bleiben aber selbst für direct-to-video-Verhältnisse relativ austauschbar.

So macht sich Frankenstein daran auch diese Rennen zu gewinnen, die ihn unter anderem durch das Rebellengebiet eines Warlords führen. Doch gleichzeitig manipuliert die Rennleitung hinter den Kulissen, weshalb der Wettbewerb für den tapferen Helden und seine Crew noch gefährlicher wird…

Death Race: Inferno

Carl Lucas (Luke Goss) alias Frankenstein bespricht das weitere Vorgehen mit Goldberg (Danny Trejo)

Hauptsache Action, soweit die Devise von „Death Race 3“, der die eh schon wenig komplexe Geschichte seiner Vorgänger noch weiter reduziert und dabei wenig auf Anschlussfähigkeit gibt; neben den genannten Problemen innerhalb der Kontinuität wiegt es dann fast schon nicht mehr so schwer, dass Lucas seine Verbrennungen aus dem Vorgänger doch irgendwie doch nicht so deformiert überlebt hat, denn einen Helden mit verbranntem Gesicht, das will man ja nicht. Stattdessen legt der Film mehr Wert auf seinen neuen Schauplatz, denn Roel Reiné („Im Fadenkreuz: Seal Team 8“) formschön ins Bild setzt, mit weiten Panoramaaufnahmen der Wüste und Parcours durch ein Township, in dem die Rebellen eines Warlords gerne mal die Kalaschnikows rattern lassen und den Fahrern das Leben noch eine Nummer schwerer machen.

Dabei setzt der Film auf drei große Rennen, in denen die Anzahl der Fahrer wie gewohnt dezimiert wird, wenn sich Autos überschlagen, Raketen in Fahrzeuge einschlagen oder ausgestiegene Fahrer brutal über den Haufen gefahren werden. Neben den reichlich splattrigen Effekten gehört auch wieder die stylische Präsentation der Zwischenstände im Stil moderner Sportsendungen zum Geschehen, während sich Roel Reiné mal wieder als einer der versiertesten Hochglanzregisseure des B-Films erweist: Lange Takes, kreisende Kameras und edle Optik versprechen hier erfreulich übersichtliche und knackige Action, die deutlich besser als manches Konkurrenzprodukt aussieht, auch wenn der insgesamt etwas ausgebleichte Look des Films vielleicht nicht die beste Designerentscheidung war, da es den Zuschauer doch eher vom Geschehen distanziert.

Death Race: Inferno

Vervollständigen das Team: Navigatorin Katrina (Tanit Phoenix) und Mechanikergehilfe Lists (Fred Koehler)

Während „Death Race 3“ in seinen Rennszenen also relativ souverän ist, da hapert es beim Drumherum ein wenig. Die einzige weitere Actionsequenz, ein ausgesprochener brutaler Nahkampf zwischen den Navigatorinnen ist dann weniger schnittig als die Rennen inszeniert und soll wohl (wie so manche andere Szene) in erster Linie die Schaulust des männlichen Zuschauers befriedigen, während Lucas‘ Pläne sich gegen die betrügerischen Übelwichte durchzusetzen, nur bedingt inszenieren. Ein Twistfinale, das an die Last-Minute-Überraschungen der „Saw“-Reihe und ähnlicher aktueller Produktionen erinnert, bietet immerhin eine nette Brücke zum ersten „Death Race“, versieht Lucas‘ Geschichte mit einem positiveren Touch als der Vorgänger und macht das Geschehen etwas interessanter, aller Konstruiertheit zum Trotz. Wäre nur schön gewesen, hätte der Film vorher mehr darauf hingearbeitet und dadurch Spannung erzeugt, nicht bloß auf den Überraschungseffekt gesetzt.

Immerhin schlägt sich Luke Goss („7 Below“) fast ähnlich gut wie im ersten Teil, während Robin Shou („Street Fighter: The Legend of Chun Li“) guten Support liefert, allerdings wenig zum Zuge kommt. Danny Trejo („Dead in Tombstone“), Tanit Phoenix („Gallowwalkers“) und Fred Koehler („Pearl Harbor“) liefern brauchbare, wenn auch nicht herausragende Performances ab, Ving Rhames („Force of Execution“) ist ganz okay, aber unterbeschäftigt, während Dougray Scotts („Last Passenger“) Performance pure Routine ist – da würde man von einem neuen Oberschurken doch eine charismatischere Vorstellung erwarten.

Insofern ist „Death Race 3“ ein wenig schwächer als seine Vorgänger, die zwar auch in erster Linie durch bildgewaltige Action der eher simplen Schule bestachen, aber das Drumherum etwas zackiger und interessanter zu präsentieren wussten. Dank Roel Reinés erneut starker Inszenierung und des hohen Tempos bietet zwar auch „Death Race 3“ noch grundsolide B-Action, auch wenn der Storymotor etwas Sand im Getriebe hat.

Die deutsche DVD und Blu-Ray von Universal sind ungekürzt und entsprechen der amerikanischen Unrated-Fassung. Während die DVD kein Bonusmaterial besitzt, befinden sich auf der Blu-Ray ein Audiokommentar, unveröffentlichte Szenen und Making Ofs.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Universal__FSK Freigabe: ab 18__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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