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No Bad Days

Originaltitel: No Bad Days__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2008__Regie: David Murphy__Darsteller: Keith David, Declan Joyce, Dionne Lea, Daniel Ledesma, Michael Madsen, Moksha McPherrin, Daniel Edward Mora, Kelly Noonan, Protasio, Andrea Rosso, David Schultz, Heather Storm u.a.
No Bad Days

Michael Madsen macht Urlaub auf Yucatan und sucht ein seltenes Artefakt.

Die größte Stärke des als Abenteuer- und Actionfilmes gelabelten Streifens „No Bad Days“ sind seine fantastischen, Fernweh weckenden Bilder, die die weißen Strände und das azurblaue Meer rund um die mexikanische Halbinsel Yucatan in ein fantastisches Licht rücken. Das zweite große Pfund an „No Bad Days“ ist sein Hauptdarsteller-Duo. Protasio als fauler und dem Alkohol zugetaner Privatdetektiv Nicolas und Heather Storm als Alexis kabbeln sich wie zu besten Screwball-Comedy Zeiten, was in der deutschen Fassung leider durch eine sehr leblose Synchronisation arg konterkariert wird. Dennoch macht es Spaß, beiden zuzuschauen, denn die Chemie zwischen den beiden Darstellern stimmt auf den Punkt.

Blöderweise war auch Regisseur, Produzent und Drehbuchautor David Murphy von diesen beiden positiven Punkten derart angetan, dass er wohl irgendwie die eigentliche Story seines Filmes vollkommen vergessen hat. Diese dreht sich nämlich eigentlich um ein Maya-Artefakt, das ein amerikanischer Kunstsammler und Hurenbock so gerne will, dass er sogar eine Handvoll Forscher, die nach dem Artefakt suchen, entführt und zwingt, für ihn zu arbeiten. Unter den Forschern befindet sich auch Alexis’ Schwester. Und da diese nicht mehr auf die Anrufe von Alexis reagieren kann, bricht Alexis auf, um ihre Schwester zu suchen. Alexis’ einzige Hilfe wird ein versoffener Ex Navy Seal und jetziger Privatdetektiv, der sich ihrer widerwillig annimmt und sie auf ihrer Suche begleitet…

Zugegeben, die Story klingt so oder so wenig spannend und innovativ, dass man aber trotzdem jedwede Möglichkeit auslässt, um einen Spannungsbogen zu generieren, das hat der Film eigentlich nicht verdient. Glücklicherweise hat man dank der famosen Landschaftsaufnahmen von Kameramann Eric Felland extrem viel Ablenkung von dem storytechnischen Leerlauf und auch seine Unterwasseraufnahmen wissen schwer zu begeistern. Zudem fängt Felland auch abseits der schönen Naturbilder sehr energetische Bilder ein. Da rast er mit seiner Kamera auf die Figuren zu, umkreist sie und ist allgemein immer enorm auf Dynamik bedacht. Zudem gelingt es ihm, mit knallig übersteuerten Farben gegen den gewohnt gelackten Look der HD-Bilder anzukämpfen. Ansonsten schafft es „No Bad Days“ kaum, Ablenkungen zu generieren. Der Actionanteil verpufft in dilettantisch arrangierten und durchgezogenen Actionszenen, die die Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben. Wenn etwa Nicolas, der Navy Seal, gegen Ende loslegt, wirkt das einfach nur erbärmlich. Und auch der Abenteueranteil kommt irgendwie nie im Film an, egal, wie oft man irgendwelche angemalten Mayas ins Bild schiebt.

Ein schlechter Witz sind auch die Auftritte der größeren Namen im Cast. Keith David („The 5th Commandment“) hat die wohl sinnloseste Szene der jüngeren Filmgeschichte abbekommen, wenn er mit einem Schiff voller heißer Chicas durchs Bild tuckert und Schwachsinn labert. Richard Tyson („Kindergarten Cop“) torkelt wie besoffen durch die Szenerie und Michael Madsen („Piranhaconda“) ließ sich durch die Dreharbeiten offensichtlich nicht großartig von seinem Urlaub abhalten. Er rotzt dem Zuschauer die Dialogzeilen vor die Füße, verzieht keine Miene und wirkt teilweise, als wisse er gar nicht, dass gerade gedreht wird! Zumindest wirkt er sehr relaxt und tiefenentspannt. Ist doch auch was…

Kurzum: „No Bad Days“ hat außer einem knuffigen Heldengespann und wirklich schönen Bildern rein gar nichts zu bieten! Glücklicherweise dominieren die beiden Helden das Geschehen und agieren dabei in der großartigen Kulisse Yucatans, so dass über lange Zeit tatsächlich gar nicht auffällt, dass der Film weder eine vernünftig durchgezogene Handlung noch eine ordentliche Spannungskurve oder irgendwelche coolen Actionszenen anzubieten hat. Doch im Nachhinein bleibt beim Zuschauer nur das dumpfe Gefühl, einem überlangen Touristik-Werbespot beigewohnt zu haben.

Die deutsche DVD / Blu-ray / 3D Blu-ray kommt von dem Label Lighthouse und ist mit einer FSK 16 Freigabe ungeschnitten.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Lighthouse__FSK Freigabe: ab 16__Geschnitten:Nein__Blu Ray/DVD: Ja/Ja

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