| Originaltitel: Star Wars: The Mandalorian and Grogu__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Jon Favreau__Darsteller: Pedro Pascal, Brendan Wayne, Lateef Crowder, Sigourney Weaver, Jonny Coyne, Matthew Willig, Hemky Madera, Lee Isaac Chung u.a.__Sprecher: Jeremy Allen White, Martin Scorsese u.a. |

Mit „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ schickt Jon Favreau das titelgebende Duo auf deren erstes Kinoabenteuer
Nach der kontrovers aufgenommenen Skywalker-Sequel-Trilogie und dem gefloppten „Solo: A Star Wars Story“ war für sieben Kinopause in Sachen „Star Wars“. In der Folgezeit waren im Universum der Sternenkrieger zahlreiche Streamingserien auf Disney+ angesagt, angefangen mit dem allseits beliebten „The Mandalorian“. Dessen Filmauskopplung „The Mandalorian and Grogu“ bietet nun den Wiedereinstieg von „Star Wars“ ins Kino.
Anstelle einer vierten Staffel kommt also dieser Film, der ziemlich direkt ans Ende der dritten Season anschließt. Din Djarin (Pedro Pascal), der titelgebende Kopfgeldjäger vom Volk der Mandalorianer, und sein Adoptivsohn Grogu, im extradiegetischen Volksmund gern Baby-Yoda genannt, verdingen sich nun im Dienste der Neuen Republik, um ehemalige Schergen des Imperiums zu stellen. Mit einem solchen fetzigen Auftrag beginnt „The Mandalorian and Grogu“, der dabei auch gleich zeigt, dass Grogu die Macht nun wesentlich besser beherrscht. Bei der Action auf einem Eisplaneten mischen auch AT-AT Walker mit, als Hommage an „Das Imperium schlägt zurück“, den Fieswicht hat man kurz in der dritten Staffel der Serie gesehen, aber seine Herkunft ist unwichtig. Was zählt, dass ist die schicke Action, mit welcher der Film kraftvoll einsteigt.
Von Colonel Ward (Sigourney Weaver) erhält der Mandalorian einen neuen, besonders lukrativen Auftrag: Er soll Commander Coin, einen verschwundenen Offizier des Imperiums, aufspüren, dessen Gesicht jedoch niemand kennt. Informationen hierzu besitzen Bruder und Schwester des verstorbenen Jabba the Hutt, die im Gegenzug eine weitere Mission für Din Djarin haben: Er soll ihren entführten Neffen Rotta befreien. Der große Story Arc der dritten Staffel der Serie, die Rückeroberung des Planeten Mandalor durch seine ursprünglichen Bewohner, spielt keine Rolle. Allgemein ist „The Mandalorian and Grogu“ so aufgebaut, dass er vollkommen autark und ohne Kenntnis der Serie funktioniert, deren Kenner nur kleine Aha-Momente haben. Natürlich soll auch der Film von der Popularität der Serie profitieren und gleichzeitig auf diese aufmerksam machen, aber er ist eben nicht nur für Disney+-Abonnenten designt.
Din Djarin nimmt den Auftrag an und spürt den Gesuchten schnell auf dem Planeten Shakari auf, wo dieser sich als Arenakämpfer im Auftrag eines Gangsterbosses verdingt. Obwohl Rotta gar nicht mitkommen will, will Din Djarin seinen Auftrag erfüllen, muss aber feststellen, dass auch andere Dinge nicht so sind, wie sie anfangs erscheinen…
Schaut euch den Trailer zu „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ an
Obwohl „The Mandalorian and Grogu“ auf einer Serie basiert, ist er der vielleicht autarkeste aller „Star Wars“-Filme. Keine Anbindung eine Skywalker-Familiensaga, kein Ergänzungsprodukt zur Originaltrilogie wie der gelungene, aber manchmal etwas überbewertete „Rogue One“. Er ist einfach ein Abenteuer im „Star Wars“-Kosmos, in sich abgeschlossen, ohne Fortsetzungszwang. Damit kommt er der ersten Staffel der zugrundeliegenden Serie nahe, deren einzelne Missionen in der zweiten Season immer mehr verzahnt wurden. In einem Punkt kommt „The Mandalorian and Grogu“ der Serie fast zu nahe: In der Mitte gibt es einen Bruch, als fange ein neues Abenteuer an, obwohl beide Geschichten doch miteinander verwoben sind – es wirkt zwar nicht direkt wie eine Doppelfolge der Serie, aber eben auch nicht ganz aus einem Guss. Damit verbunden tritt ein anderes Problem auf: Die Antagonisten, sowohl in der ersten als auch in der zweiten Hälfte, sind nicht unbedingt die stärksten; die skrupellosen Säcke der zweiten Halbzeit immerhin mehr als der generische Schurkenboss der ersten.
Für ein kleines Tempoproblem sorgt allerdings weniger die kurze Auszeit in der Mitte des Films, sondern eine längere Genesungsphase vor dem Showdown, welche jenen etwas zu sehr hinauszögert. Doch auch wenn diese Passage vielleicht etwas zu lang geraten ist, gibt sie der Beziehung des Kopfgeldjägers und seines mit der Macht gesegneten Adoptivsohns mehr Raum. Deren Interaktion gibt dem intergalaktischen Abenteuer die emotionale Grundierung, denn die Mischung aus Buddy-Duo und Vater-Sohn-Gespann funktioniert sehr organisch und ohne große Worte. Grogu ist, wie schon in der Serie, halb Comedic Sidekick, halb Kind, das gerade noch dabei ist seine Kräfte einschätzen zu lernen, und dadurch immer wieder für Auflockerung in diesem augenzwinkernden Space-Abenteuer.
Der Plot des Ganzen ist relativ klassisch strukturiert, übersichtlich, aber auch nicht simpel. Die Enthüllung der Antagonisten der zweiten Hälfte ist absehbar, doch in den Subplots gewinnt „The Mandalorian and Grogu“ dafür an Profil. Gerade Rotta, der in mehrerlei Hinsicht im Schatten seines Vaters Jabba steht, erweist sich als erfreulich mehrdimensionale Figur. Dass man ausgerechnet diese beinlose Kreatur überzeugend als muskulösen Profikämpfer irgendwo zwischen Gladiator und UFC-Fighter in Szene setzt, nachdem sein Vater in „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ kaum von Thron aufstehen konnte, ist eine weitere Stärke des Films. Dass man noch dazu den Hollywood-Beau Jeremy Allen White („The Iron Claw“) als Synchronsprecher für diese Rolle heranholte, ist dann ein weiteres nettes Augenzwinkern des Films.
Vor allem toben sich Regisseur, Co-Autor und Serienschöpfer Jon Favreau („Iron Man“), seine Co-Autoren Dave Filoni („Ahsoka“) und Noah Kloor („The Book of Boba Fett“) und ihre Kreativteams aus den Bereichen Szenenbild und VFX – darunter auch Effektguru Phil Tippett („Mad God“) – ordentlich aus. Neben dem aus der Serie bekannten Wüstenplaneten Nevarro gibt es hier unter anderem den Großstadtmond Shakari und den Waldplaneten Nal Hutta zu sehen, außerdem ein ganzes Bestiarium verschiedener Kreaturen und Wesen. Viele kommen in den Set Pieces zum Einsatz, manche als schräge Nebencharaktere in ruhigeren Momenten, darunter ein vierarmiger Imbissbudenkoch, dem im Original niemand geringeres als Regielegende und George-Lucas-Kumpel Martin Scorsese („The Audition“) seine Stimme leiht. Einige alte Bekannte wie die kleinen Ingenieure der Anzelians sind dabei, vor allem aber gibt es viele neue Wesen zu bestaunen.
Was an „The Mandalorian and Grogu“ jedoch vor allem in Erinnerung bleibt, das ist die kreative Ausgestaltung der Actionszenen, die sich – entgegen vieler Unkenrufe der Kritik – nicht bloß auf den Auftakt beschränkt. Viele weitere Set Pieces sind von tollen Ideen getragen. Eine Actionszene in einem Lokal auf Shakari ist eine Hommage an die Teehausschießerei in „Hard-Boiled“. Bei einem Arenakampf müssen Din Djarin und Rotta gegen eine ganze Menagerie kreativ designter Biester antreten, von den einige später noch durch die Straßen marodieren wie weiland die Geister in „Ghostbusters“. An wieder einer anderen Stelle kämpft der Held gegen eine drachenartige Wasserschlange, in einer weiteren Passage gegen zwei Roboter, die zwar CGI-animiert sind, deren Bewegungen sich jedoch klar an die Stop-Motion-Technik von Ray Harryhausen und Co. anlehnen. Sowieso: Dass „The Mandalorian and Grogu“ oft auf praktische Effekte zurückgreift, etwa die Puppen-Animatronics von Grogu, steht dem Film gut zu Gesicht und lässt ihn physischer als viele andere Blockbuster wirken, die zu viel in die CGI-Trickkiste greifen. Das sieht man auch dann, wenn der Mandalorian in Nahkampfeinlagen von Stunt- und Martial-Arts-Experte Lateef Crowder („Falcon Rising“) verkörpert wird. Nicht jede Spektakeleinlage hat ein Alleinstellungsmerkmal wie die genannten, doch die Nahkämpfe, Laserschießereien und Raumgleiterschlachten sind stets erfreulich nachvollziehbar inszeniert und weitestgehend übersichtlich.
Eigentlicher Schauspieler und Originalstimme von Din Djarin ist wie in der Serie Pedro Pascal („The Fantastic Four: First Steps“), der auch hier (wie in einigen Folgen der Serie) eine helmfreie Passage hat und die Figur auch dann einnehmend und charismatisch spielen kann, wenn sein Gesicht verborgen ist. Das ist auch gut so, denn schließlich muss er den Film über weite Strecken tragen, gemeinsam mit seinem dialogfrei agierenden Ziehsohn. Als prominenter Gaststar wirkt Sigourney Weaver („Avatar: Fire and Ash“) mit, die zwar nur wenige Szenen hat, aber nicht nur als Auftraggeberin fungiert, sondern sich in einer Sequenz auch mal ins Cockpit begibt.
„The Mandalorian and Grogu“ ist einer jener Filme, die sich nicht dem Seriencharakter vieler moderner Blockbuster verpflichten, um gleich jede Menge Sequelmöglichkeiten und Querverbindungen aufzubauen – obwohl er ja sogar auf einer Serie basiert. Das Ganze funktioniert jedoch als klassisches, geradliniges Stand-Alone-Abenteuer mit kleinen Temposchwierigkeiten und eher mauen Antagonisten, aber einer erfreulichen Fabulierlust, tollen Effekten, kreativen Set Pieces und einnehmenden Titelfigurenduo, welches dem Spektakel die nötige emotionale Grundierung gibt. Einer der besseren, vielleicht sogar der beste der neuen „Star Wars“-Filme, gerade auch deshalb, weil er eben nicht groß an die Skywalker-Saga angebunden sein möchte.
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Walt Disney hat „Star Wars: The Mandalorian and Grogu“ am 20. Mai 2026 in die deutschen Kinos gebracht, ungekürzt ab 12 Jahren freigegeben.
© Nils Bothmann (McClane)
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| Copyright aller Filmbilder/Label: Walt Disney / Lucasfilm__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, seit 20.5.2026 in den deutschen Kinos |








