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Supergirl (2026)

Als zweiter Film im neu gestarteten DC-Universum legt „Supergirl“ den Fokus auf die titelgebende Cousine von Superman. Die will eigentlich nur in Ruhe Party machen, muss aber aktiv werden, als mörderische Briganten ihren Hund Krypto vergiften. Milly Alcock als Titelfigur wird von Jason Momoa als Lobo und Eve Ridley als Mädchen auf Rachefeldzug bei der Jagd auf Oberschurke Matthias Schoenaerts unterstützt.

Originaltitel: Supergirl__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 2026__Regie: Craig Gillespie__Darsteller: Milly Alcock, Eve Ridley, Matthias Schoenaerts, Jason Momoa, David Corenswet, David Krumholtz, Emily Beecham, Diarmaid Murtagh, Ferdinand Kingsley, Emily Piggford, Bruce Lennox u.a.__Sprecher: Seth Rogen u.a.
Supergirl

In „Supergirl“ von Craig Gillespie gibt Milly Alcock die Titelfigur, unterstützt von Jason Momoa als Lobo

Der Reboot des DC-Universums bleibt der Superfamilie treu: Nachdem James Gunn mit „Superman“ den Grundstein legte, kramte der Folgefilm nicht etwa populäre Fan-Favorites wie Batman oder Wonder Woman hervor, sondern Supergirl, die dem Film den Titel gibt.

Die ersten Szenen bestätigen das, was ihr Cameo in Gunns „Superman“ andeutete: Kara Zor-El (Milly Alcock) ist ein Partygirl, das ein intergalaktisches Van Life lebt, mit ihrem Hund Krypto und exzessivem Alkoholkonsum als einzige konstante Begleiter. Das Supergirl ist gerade 23 Jahre alt geworden und macht zur Feier des Tages auf verschiedenen Planeten ordentlich einen drauf, wobei Regisseur Craig Gillespie („Fright Night“) und Drehbuchautorin Ana Nogueira kleine Hintergrundinfos in die entsprechende Montage einstreuen: Wie ihr Cousin Kal-El (David Corenswet) bezieht sie ihre Kräfte von gelber Sonnenstrahlung, während rote Sonne sie zu einem Normalo ohne Superpower macht.

Derweil metzelt eine Horde von Briganten unter dem Anführer Krem von den gelben Hügeln (Matthias Schoenaerts) einen Waffenschmied nebst Familie dahin, um an dessen Schwerter zu kommen. Einzige Überlebende ist die Tochter Ruthye Marye Knoll (Eve Ridley), die sich ein verbliebenes Schwert schnappt und eher unbeholfen nach Rache und Verbündeten sucht, wobei sich ihre Wege mit den von Kara kreuzen. Supergirl hat allerdings kein Interesse an heroischen Taten – bis die Schurken ihr Schiff stehlen und dabei Krypto vergiften, dem nur noch drei Tage bleiben, wenn er nicht das Gegengift bekommt. An dieser Stelle weist Noguerias „Supergirl“-Script starke Parallelen zu „Guardians of the Galaxy 3“ vom neuen DC-Mastermind James Gunn auf, in dem es ja um einen ähnlichen Wettlauf gegen die Zeit zur Rettung eines tierischen Verbündeten ging.

Kara begibt sich also auf Rettungsmission, um den Briganten das Gegengift abzujagen, und kann auch die Klette Ruthye trotz aller Versuche nicht abschütteln. Notgedrungen suchen sie also als Duo nach den intergalaktischen Raubmördern, die gerade auf der Suche nach unfreiwilligen Bräuten sind…

Schaut euch den Trailer zu „Supergirl“ an

Supergirl war schon als Comiccharakter nicht die populärste Figur, auf der Leinwand war die Verfilmung von 1984 ein fast schon legendärer Flop, kommerziell wie qualitativ. Insofern zeugt „Supergirl“ als zweiter Kinofilm des neuen DCU von Mut, dem man dafür allerdings vielleicht ein anderes Personal an die Hand hätte geben sollen. Autorin Nogueira kommt eigentlich vom Schauspiel und verfasste bisher nur einen Kurzfilm, Regisseur Gillespie hat zwar den starken „I, Tonya“ im Portfolio, tat sich bisher aber nicht als Comicfan hervor und kann über seine Projekte hinweg auch nicht unbedingt mit einer starken Handschrift glänzen. Und tatsächlich ist die Adaption der Comic-Miniserie „Supergirl: Woman of Tomorrow“ dann einer jener generischen Superheldenfilme geworden, die zwar nichts so richtig verkehrt machen, aber auch an keiner Front so wirklich begeistern können. Mit 170 Millionen Dollar ist Unterfangen natürlich immer noch ein Film im Blockbusterformat, aber immer noch 55 Millionen Dollar günstiger als „Superman“ aus dem Vorjahr.

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Kara Zor-El (Milly Alcock) alias Supergirl und ihr bester Freund Krypto

Die Rettungs- und Racheplot erweitert sich natürlich, denn Kara und Rutyhe sind und waren nicht die einzigen, die unter den Briganten leiden müssen. Die Töchter der Bevölkerung eines verwüsteten Planeten sollen als Zwangsbräute dienen und der Vermehrung der Horde dienen, was überraschend düster in der Anlage ist, auch wenn der Film eher die Prämisse erklärt und das weitere Ausmalen dem Publikum überlässt. Auch sonst unterscheidet sich Supergirl von ihrem Goodie-Two-Shoes-Cousin: Sie hat gar kein Interesse an Heldentaten, sie betäubt innere Schmerzen mit Hochprozentigem, hat es im Einsatz nicht so mit den Niemanden-töten-Idealen von Superman und ist merklich fehlerhaft – sie kann in diesem Film nicht jeden retten. Passend zum etwas düstereren Ton schaut auch Bad-Ass und Kopfgeldjäger Lobo (Jason Momoa) vorbei, mit Zigarre im Mund, Space-Motorrad unterm Hintern und wenig zimperlichen Methoden. Der Film bindet ihn recht organisch ein, auch wenn er bisweilen zum Scene-Stealer wird. Doch fast wirken das rotäugige Raubein und der herzensgute Superman wie zwei konträre Einflusspole, die eher indirekt, aber merklich auf Kara einwirken.

Auf einer zweiten Ebene ist „Supergirl“ auch deren Origin Story. Sie kennt ihre Kräfte bereits zu Beginn, aber wächst an der Aufgabe und lernt mehr Verantwortung – ihr Cousin Superman alias Kal-El alias Clark Kent animiert sie auch bei jedem Videocall doch dauerhaft auf der Erde zu leben und an seiner Seite zu wirken. In Rückblenden bekommt man ihre Hintergrundgeschichte nachgereicht: Warum sie trotz der Zerstörung von Krypton rund zehn Jahre jünger als ihr Cousin ist, der als Baby fortgesandt wurde, was hinter der Fassade des Partygirls steckt, warum ihr Hund so eine Bedeutung für sie hat. Das ist löblich, bremst den Film bisweilen aus. Man kann verstehen, dass die Filmschaffenden zügig in den Mainplot einsteigen und sich nicht zu lange mit Exposition aufhalten wollten, so allerdings zu Beginn des letzten Drittels etwas zu viel Tempo rausnehmen, wenn sie all die Infos nachliefern. Figurentechnisch stimmt das Ganze schon, dramaturgisch wäre es aber besser gegangen.

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Der Brigant Krem von den gelben Hügeln (Matthias Schoenaerts) ist ein gefürchteter Schlächter

Ebenfalls memorabler gegangen wäre auch die Action. Wenn sich Supergirl mit Weltraumpiratinnen, Alien-Kneipenbesuchern und den Briganten kloppt, dann ist solide Hausmannskost, der aber meist die richtig erinnerungswürdigen Momente abgehen. Eine Wemmserei in einem Space-Bus wird durch ein Beaming-Tool etwas aufgelockert, die sich abseilenden Briganten bringen ein ganz nettes Element in manche Szene und im Finale räumt Supergirl dann zu einer Coverversion von Jimmy Eat Worlds „The Middle“ zumindest akustisch etwas ausgefallen ab. Meist ist die Superwesenkloppe allerdings eher generisch, mal mehr, mal weniger übersichtlich, auch in Sachen Choreographie vollbringen Stunt Coordinator Florian Robin („The Marvels“) und Fight Coordinator Trayan Milenov-Troy („Dungeons & Dragons – Ehre unter Dieben“) keine Wundertaten unter dem genrefremden Regisseur. Auch Lobo ist zwar eine coole Socke, donnert aber oft nur auf seinem Motorrad rum und lässt dabei Granaten fallen.

Das CGI ist für einen Film dieser Preisklasse in Ordnung und leistet sich nur wenige Schnitzer, ist in der Bebilderung aber nur begrenzt kreativ. Gerade zu Beginn schafft „Supergirl“ immerhin eine ganz nette Space-Drifter-Ästhetik mit Spelunken für alle Spezies, intergalaktischen Bushaltestellen und einem recht originellen Busfahrerduo – einer davon im Original von Seth Rogen („Good Fortune“) gesprochen. Mit weiterer Laufzeit werden die Endzeit- und Einöde-Planeten deutlich generisch, ebenso das Design verschiedener Kreaturen – meist werden eh nur die Mad-Max-Azubi-Briganten verhauen. Es gibt ein paar nette Gags, etwa ein Gespräch darüber, warum Kal-El der Superman ist und Kara das Supergirl anstelle der Superwoman, oder ein paar nette Oneliner. So bewahrt sich „Supergirl“ ein gewisses Augenzwinkern, ohne seine dominierenden Themen von Verlust und Verantwortung damit ins Lächerliche zu ziehen.

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Der Bad Ass und intergalaktische Kopfgeldjäger Lobo (Jason Momoa) mischt ebenfalls mit

Milly Alcock in der Hauptrolle erweist sich als gelungene Besetzung. Bisher höchstens für ihre Rhaenyra-Targaryen-Rolle aus „House of the Dragon“ bekannt, ist sie ein eher unbeschriebenes Blatt und geht im Supergirl-Part gut auf: Vorlaut, aber auch verletzlich, gezeichnet, wütend unter einer toughen Fassade. Ebenfalls starke Akzente setzt Jungdarstellerin Eve Ridley („The Witcher“) als naive Tochter auf Rachefeldzug, welche eher gestelzt spricht und sich in der Welt außerhalb des Elternhauses noch zurechtfinden muss, aber mit starkem Willen fortschreitet. Jason Momoa („The Wrecking Crew“) hat sichtlich Spaß an seinem Bad-Ass-Grobian-Part und die flotten Momente auf seiner Seite; als Titelfigur in „Aquaman“ war er im alten DCU noch besser, aber auch hier kann er punkten. Matthias Schoenaerts („The Old Guard 2“) in der Bösewichtrolle ist okay, weder besonders gut noch besonders schlecht. Da sein Gesicht mit lauter Piercing-Punkten zugeklebt ist, hätte man vielleicht keinen Schauspieler seines Kalibers gebraucht, allerdings ist der Part auch ziemlicher Standard. David Corenswet („Twisters“) hat ein paar gelungene Superman-Auftritte, während David Krumholtz („Hail, Caesar!“) und Emily Beecham („Guy Ritchie’s The Covenant“) in Rückblenden Edelsupport leisten.

Es ist schön, dass „Supergirl“ mal eine Figur in den Mittelpunkt rückt, die medial noch nicht so abgenutzt ist wie viele Kollegen. Weniger schön dagegen ist, dass das Ergebnis so generisch ausfällt: Standardplot ohne allzu große Längen, aber auch ohne große Strahlkraft, solide Set Pieces von der Stange, etwas Humor, ein paar ernstere Themen, die mundgerecht aufbereitet werden. Während Hauptdarstellerin und Hauptfigur ebenso punkten wie ihr Sidekick, mit dem sie einige Buddy-Momente hat, ist die Schurkenseite eine eher langweilige Angelegenheit. Das ist zwar merklich besser als die Version von 1984, aber eher Routinearbeit.

Warner bringt „Supergirl“ am 25. Juni 2026 in die deutschen Kinos, ungekürzt ab 12 Jahren freigegeben.

© Nils Bothmann (McClane)

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Copyright aller Filmbilder/Label: Warner__FSK Freigabe: ab 12__Geschnitten: Nein__Blu Ray/DVD: Nein/Nein, ab 25.6.2026 in den deutschen Kinos

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