Wir zelebrieren Actionfilme, die rocken!

Omega Cop

Originaltitel: Omega Cop__Herstellungsland: USA__Erscheinungsjahr: 1990__Regie: Paul Kyriazi__Darsteller: Ronald L. Marchini, Adam West, Holly Aardal, Thomas L. Amo, Denise H. Balanza, David Beasley, Michael E. Bristow, Mike Bristow, Bert Brown Jr., Alfred Burt u.a.
Omega Cop mit Ron Marchini DVD Cover

Ron Marchini schaut als “Omega Cop” in der Endzeit nach dem Rechten.

Eingestiegen in die „Omega Cop“-Welt bin ich unbewusst. Mit dem Film „Karate Cop“. Dass der auch den Alternativtitel „Omega Cop 2“ trägt, fiel mir dann erst bei den Recherchen zum Film auf. Was freilich auch erklärte, warum der „Karate Cop“ gar nicht erst versuchte, seine Welt zu erklären. Das war ja ein Jahr vorher bereits passiert. Und da „Karate Cop“ alias „Omega Cop 2“ extrem unterhaltsam ausgefallen war, freute ich mich direkt auf den Vorgänger. Immerhin wird Teil 2 ja nicht entstanden sein, weil Teil 1 so scheiße war. So zumindest meine Denke. Dazu noch der Fakt, dass der Streifen 1991 indiziert wurde. Das musste doch rocken.

Wir befinden uns in einer mal wieder von Zerstörung gezeichneten Zukunft. Die de facto in ihre Bestandteile aufgelöste Ozonschicht sorgte für Tod und Chaos. Wer es sich leisten konnte, zog unter die Erdoberfläche in Bunkersysteme. Der Rest der Überlebenden vegetiert auf der Erdoberfläche vor sich hin. Hier regiert das Recht des Stärkeren. Nur der aufrechte Cop John Travis sorgt mit drei Kollegen für ein Stückchen Restgerechtigkeit.

Eines Tages soll er jedoch mit seinen Mannen einen Sklavenmarkt sprengen. Dabei kommt es zu einer ausufernden Ballerei, bei der Travis’ Kollegen brutal ins Gras beißen. Travis kann ein sogenanntes Sonnenfeuer nutzen und sich in Sicherheit bringen. Diese Sonnenfeuer sind unter den Überlebenden extrem gefürchtet, haben sie doch das Potential, die Menschen physisch und psychisch zu verändern und in blutrünstige Bestien zu verwandeln.

Auf sich allein gestellt will Travis nun in das Bunkersystem zurückkehren, von dem aus er eigentlich arbeitet. Nicht nur, um sich selbst in Sicherheit zu wissen, sondern auch, weil seinem Heimatbunker der Angriff einer marodierenden Bande droht.

Schaut in den Endzeit-Actioner mit Ron Marchini hinein

Leider ist Travis’ Weg gen heimatlichen Bunker nicht wirklich aufregend geraten. Immer wieder gerät Travis mit irgendwelchen Strolchen aneinander, kickt sie um und nimmt vom Schauplatz des Geschehens eine junge, beschützenswerte Dame mit. Irgendwann hat man echt das Gefühl, er sammelt sich die Belegschaft für seinen nächsten Gangbang zusammen, so konsequent zieht der Film dieses Muster durch.

Spannung kommt so keine auf. Auch das Tempo geht dabei immer mal wieder ordentlich in die Knie, denn jede der Damen will ja kurz eingeführt werden und muss mit Travis interagieren. Das bremst die Show schon gewaltig aus. Sammelt Travis keine Frauen ein, unterhält er sich mit Adam West, der ohne Batman-Kostüm in einem trostlosen Bunker herumhockt und via Funk ganz viel Kokolores labert.

Wie ziellos das Drehbuch zu „Omega Cop“ geraten ist, sieht man vor allem gegen Ende, wenn der Film es nicht einmal für nötig erachtet, Travis mit dem fiesen Oberlump aneinandergeraten zu lassen. Und dass, wo der Lump Travis zwischenzeitlich mal gefangen nehmen und beinahe foltern durfte. Somit eine überdeutliche Antipathie zwischen beiden Figuren installiert wurde. Allgemein ist der Showdown aber reichlich missraten und vermag es nicht ansatzweise, dass einzulösen, was der Aufbau desselben im Vorfeld versprochen hatte.

Technisch gesehen wirkt „Omega Cop“ ein wenig langweiliger als der Nachfolger. Vor allem die Musik ist doch deutlich öder als in „Omega Cop 2“, aber auch die Optik wirkt deutlich angegrauter. Dafür überzeugen die Settings. Einige werden sogar im Nachfolger noch einmal genutzt. Was auch nachvollziehbar ist, kreieren sie doch ein nettes Endzeit-Setting.

Die von Ron Marchini gefahrene Heldennummer ist glücklicherweise ähnlich ironisch ausgefallen wie im Nachfolger. Schon hier gibt es beispielsweise ein paar köstliche Gags in Bezug auf sein fortgeschrittenes Alter. Leider kickt Marchini hier aber deutlich weniger gelungen als im Nachfolger. Allgemein wirkt die Action im Vergleich zu „Omega Cop 2“ steifer und kommt viel seltener auf. Die Indizierung der bereits zensierten deutschen VHS-Fassung ist aus heutiger Sicht auch nicht mehr nachvollziehbar. Die aktuelle FSK 18 Freigabe ebenfalls nicht. Es werden zwar ein paar Genicke gebrochen und ein paar wenige Bloodpacks platzen punktuell (etwa beim Einsatz einer Superwaffe mit fünf bis sechs Läufen), richtig derb ist der Film aber nie.

„Omega Cop“ übte noch, um „Omega Cop 2“ zu werden

Die Überschrift mag kryptisch klingen, trifft es meiner Meinung nach aber auf den Kopf: Action, technische Umsetzung, Tempo, Story, nackte Hupen, steile Mucke… – alles, was am ein Jahr später entstandenen „Omega Cop 2“ aka „Karate Cop“ Spaß machte, will in „Omega Cop“ noch nicht funktionieren. Es wirkt im Nachhinein fast, als habe man bei Teil 1 noch geübt und mit Teil 2 dann das geliefert, was beim ersten Film eigentlich mal anvisiert war. Das macht „Omega Cop“ nicht zu einem Totalausfall, aber so unterhaltsam wie sein Nachfolger ist er zu keiner Minute.

03 von 10

„Omega Cop“ flog 2016 von der Liste der jugendgefährdenden Schriften. Dann dauerte es noch einmal vier Jahre, bis er am 31. Juli 2020 auf DVD erschien. Hier kommt er von dem Label Cargo Records, hatte eine gute VHS als Master und ist im Vergleich zur VHS mit einem FSK 18 Siegel uncut.

In diesem Sinne:
freeman

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Copyright aller Filmbilder/Label: Cargo Records__Freigabe: FSK 18__Geschnitten: Nein__ Blu-ray/DVD: Nein/Ja

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