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the Informers

Originaltitel: the Informers__ Herstellungsland: USA / Deutschland__ Erscheinungsjahr: 2008__ Regie: Gregor Jordan__ Darsteller: Jon Foster, Billy Bob Thornton, Kim Basinger, Amber Heard, Brad Renfro, Mickey Rourke, Austin Nichols, Lou Taylor Pucci, Mel Raido, Rhys Ifans, Winona Ryder, Cameron Goodman, Angela Sarafyan, Chris Isaak, Jessica Stroup, …
the Informers

Das deutsche Covermotiv von “the Informers”.

“You can´t really make it in this town… unless you´re really willing to do some awful things.”

Bei dem ebenso stilvollen wie “Massen-inkompatiblen” 2008er Drama “the Informers” handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Romans aus der Feder des US-Kult-Autors Bret Easton Ellis, der 1994 veröffentlicht sowie ganz bewusst innerhalb des stark von Geld, Macht, Sex, Drogen und Geltungssucht geprägten Showbusiness-Milieus der “Stadt der Engel” (Los Angeles) angesiedelt wurde – und das im Jahr 1983; also in einer Ära, in der die Reichen die Vorzüge der “Reaganomics” in vollen Zügen zu genießen vermochten, der zu wahrende “Schein” einen wesentlich ausgebildeteren Stellenwert innehielt als das tatsächliche “Sein” sowie sich eine Krankheit, deren Name den meisten damals noch gänzlich unbekannt war, zunehmend wie ein “wucherndes Geschwür” unter der Oberfläche dieser geradezu versessen auf ihr Äußeres bedachten Bevölkerungsgruppe ausbreitete: Aids. Eingebettet in diesem speziellen kultur-historischen Kontext sowie in Gestalt verschiedener Geschichten dargeboten, die allesamt bestimmte Verknüpfungen und Überschneidungen aufweisen bzw. auf unterschiedlichen Ebenen miteinander verwoben daherkommen, wird dem Zuschauer eine zeitlich begrenzte sowie nicht weiter hinterfragende oder analysierende “Momentaufnahme” des Lebens und Treibens einiger auserwählter Individuen präsentiert, die trotz all ihrer Möglichkeiten und Privilegien vorwiegend gelangweilt und/oder anderweitig unglücklich sind. Sowohl deren Suche nach etwas, das ihnen ein Gefühl von “Authentizität” verleiht, als auch ihre oftmals genau daraus resultierenden Bestrebungen, gewisse (im Prinzip jedoch unstillbare) “innere Verlangen” zu befriedigen, führt sie jeweils früher oder später an die persönliche “Selbstzerstörung” heran…

Rund drei Jahre verbrachten Ellis und sein Kollege Nicholas Jarecki (“Arbitrage”) im Vorfeld damit, das Projekt auf die Beine zu hieven sowie ihr gemeinsam verfasstes Skript zu vollenden: Eine weitestgehend werkgetreue, “kantige” Satire sollte es werden – bis die verantwortlichen Produzenten dann allerdings (unmittelbar vor Drehbeginn) doch noch “kalte Füße” bekamen und die ganze Angelegenheit in ihre eigenen Hände nahmen: Jarecki, der bis dato zugleich für den Posten des Regisseurs angedacht war, wurde kurzerhand durch den australischen Filmemacher Gregor Jordan (“Buffalo Soldiers”) ersetzt, der sich infolge dessen zudem daran begab, die Vorlage noch einmal ausgiebig zu überarbeiten. Um dem Werk eine vom Studio gewünschte “zugänglichere Beschaffenheit” zu verleihen, wurde der ursprüngliche Umfang um ein gutes Drittel gekürzt – vornehmlich per Zusammenfassen bestimmter Charaktere und Handlungsstränge. Ein besonders “abnormer” Sub-Plot, in dem es u.a. um einen Vampir namens Jamie sowie einige seiner “Artgenossen” ging, wurde sogar vollständig entfernt – unabhängig dessen, dass Brandon Routh für die Rolle des Hauptprotagonisten in diesem Segment eigentlich schon fest gecastet worden war. Obgleich schade und ärgerlich: Nichtsdestotrotz aber auch ein Stück weit nachvollziehbar. Das Ironische an der Sache ist bloß, dass der Streifen selbst in seiner fertigen Form und Fassung noch immer viel zu “mühsam und unergiebig” für den “Mainstream” geartet ist: Eine Gegebenheit, die sich in erster Linie auf seine lose Erzählstruktur sowie die generellen Inhalte des entsprechenden Ausgangsmaterials zurückführen lässt…

Im Zentrum dieses verzweigten Geflechts aus Freundschaften, Business-Verbindungen und Sexualpartnern steht Graham Sloan (Jon Foster) – ein mit blendendem Aussehen gesegneter Drogen-Dealer, Sohn eines kurz vor der Scheidung stehenden Society-Paares sowie Bettgefährte seiner zwei engsten Wegbegleiter: Des Musikvideo-Directors Martin (Austin Nichols aus “Glory Road”) und der sexy-bildhübschen Christie (Amber Heard), zu der er sich insgeheim eine “innigere Beziehung” herbeisehnt – wozu sie wahrscheinlich aber weder bereit noch fähig ist. Auch wenn man als Zuschauer nie eine echte “Connection” zu ihm aufzubauen vermag, agiert Foster (“Rampart”) dennoch rundum solide – während Nichols (von seiner ins Auge fallenden Frisur mal abgesehen) durchweg “blass” verbleibt. Miss Heard (“Aquaman“) zu beäugen ist indes eine wahre Freude – und das nicht nur, weil sie einen nicht unerheblichen Teil ihrer Screen-Time nackt verbringt, so als wäre es “das Natürlichste auf der Welt”, sondern da sie Christie (ein Mädchen, das ihr Dasein einfach nur frei jeglicher Reue genießen will) absolut perfekt verkörpert. In keinem Moment betrachtet man sie (etwa angesichts ihres leichtsinnigen wie promiskuitiven Verhaltens) abwertend: Es ist eher traurig mitzuerleben, wie sorglos sie mit allem umgeht – und am Ende schafft es ihr Schicksal gar tatsächlich, einen in gewisser Weise zu “berühren”…

Die Ehe der Eltern Grahams – ihres Zeichens der einflussreiche Produzent William (Billy Bob Thornton) und seine Gemahlin Laura (Kim Basinger) – liegt “in Scherben”, seit ersterer sich auf eine Affäre mit der jüngeren Nachrichten-Sprecherin Cheryl (Winona Ryder) einließ. “Offiziell” gehört diese inzwischen allerdings der Vergangenheit an – weshalb sich beide aktuell gerade darum bemühen, ihren vor Jahren geschlossenen Bund doch noch irgendwie zu retten. Ohne Pillen ist es Laura kaum mehr möglich, die Tage vernünftig zu überstehen – aber auch sie wahrt so einige Geheimnisse; wie dass sie sich bis vor kurzem noch regelmäßig sexuell mit Martin vergnügte, welcher das anscheinend (nebenbei) “für Geld praktiziert”. Einerseits versucht William, die entstandenen Probleme zu lösen – simultan sucht er aber noch immer Kontakt zu Cheryl. Die vorgebrachten Zweifel von Graham´s Schwester Susan (Cameron Goodman aus “Shuttle”) sind also durchaus berechtigt. Äußerlich gibt sich William ruhig – innerlich ist er jedoch “zerrissen”; will keine der zwei Verbindungen aufgeben. Laura dagegen ist seelisch zwar (von diversen Dingen) derart “betäubt”, dass ihr beinahe alles egal ist – allerdings hofft ein kleiner Teil von ihr noch immer, dass er seine Beteuerungen wirklich ernst meint. Eines Abends kommt es zwischen ihnen zu einer ungemein aussagekräftigen Situation bzw. Szene, in der er sie um etwas sehr Intimes bittet – und die kühle Beiläufigkeit, mit der sie seiner Anfrage (frei etwaiger Umschweife) nachkommt, ist ebenso bezeichnend wie verblüffend mit anzusehen. Überzeugend dargeboten von Thornton (“the Baytown Outlaws“) und Basinger (“the Nice Guys“), markieren ihre Performances die “Speerspitzen” des Werks in dieser Hinsicht, während sich Ryder (“Homefront“) anständig schlägt, innerhalb der Geschehnisse aber nur eine Randposition einnimmt…

Tim (Lou Taylor Pucci) ist der jüngste aus Graham´s Clique und zugleich – mit Ausnahme des weinerlichen, nicht aber wirklich zu dem “engeren Kreis” gehörenden Raymond (Aaron Himelstein aus “Fault Line”) – der einzige, der nicht aktiv an den Exzessen seiner Freunde teilnimmt, sondern diesen überwiegend nur (bisweilen annähernd angewidert) beiwohnt. In dem alleinigen Plot-Strang, der sich primär außerhalb von L.A. entfaltet, fliegt jener (nach langem Widerstand) mit seinem entfremdeten Vater Les (Chris Isaak) – einem charmanten, wohlhabenden, Frauen und Drinks nicht abgeneigten Herrn – für einige Tage nach Hawaii, da dieser seit neustem auf einmal den “Draht” zu seinem Sohn zu verbessern wünscht. Vor Ort entpuppt sich diese “Kluft” allerdings rasch als viel zu gravierend – zumal Les darauf aus zu sein scheint, herauszufinden, ob Tim denn nun eigentlich homo- oder heterosexuell ist. Die Versuche des Vaters, für sie beide an der Hotel-Bar Frauen aufzureißen, erntet zügig Tim´s Unmut – und doch lernt er am nächsten Tag selbst ein tolles Mädel (Jessica Stroup) am Strand kennen, welches er seinem Dad schließlich beim Abendessen vorstellt. Im Zuge der aufkommenden Konversation treten aber schon bald einige Meinungsverschiedenheiten (bspw. hinsichtlich des Rauchens) hervor: Statt zu ihm zu halten, tendiert Les zu ihrer Auffassung – beginnt sie sogar (anfangs beiläufig, später dann zunehmend ungenierter) anzubaggern und Tim u.a. wegen seiner unklaren sexuellen Gesinnung aufzuziehen, was natürlich zum Eklat bzw. endgültigen “Bruch” führt. Der treffend besetzte Pucci (“Evil Dead“) und der primär ja als Sänger bekannte Isaak (“Little Buddha”) liefern jeweils löbliche Leistungen ab – die hübsche Jessica Stroup (“Ted“) sehe ich ohnehin immerzu gern…

Parallel dazu kehrt der berühmte “New Wave Rock Star” Bryan Metro (Mel Raido) – welchen man sich in etwa als eine Kreuzung aus Bryan Ferry und dem “Sisters of Mercy”-Frontmann Andrew Eldritch vorstellen kann – in die “City of Angels” zurück, da ein großes Konzert ansteht sowie er erneut den Kontakt zu seiner Ex-Frau Nina (Simone Kessell aus “San Andreas“) zu suchen gedenkt, welche das Sorgerecht seines Sprosses innehält. Derweil bemüht sich sein Manager (Rhys Ifans aus “Snowden“) darum, ihm ein Film-Engagement zu sichern – was an sich aber kaum bis zu Bryan durchdringt, der aufgrund seines ausschweifenden Drogenkonsums ständig “weit neben sich steht”; also kaum mehr richtig etwas mitzukommen in der Lage ist. Am Morgen nach seiner Ankunft findet er sich beim Erwachen jedenfalls mit zwei nackten Adoleszenten (m/w) im Hotelbett wieder, welche er daraufhin von seinen Sicherheitsleuten rauswerfen lässt, bevor er sich mit einer Flasche Wodka in eine mit Eis gefüllte Badewanne legt, beim Aussteigen aus dieser allerdings ausrutscht, mit der Hand in die entstandenen Scherben greift sowie anschließend gebannt auf das aus der Wunde austretende Blut starrt. Der Mann ist “am Boden”. Als ihm Nina obendrein plötzlich das Telefonieren mit seinem Kind verweigert, nimmt ihn das so sehr mit, dass er das Konzert kurzerhand abbricht sowie nach seiner Rückkehr in seine Suite ein Groupie verprügelt, das sich ins Innere geschlichen hatte. Raido (“Broken”) nimmt man den Part des kaputten Stars in vollem Umfang ab – und es übt schon (noch mehr als bei den anderen Beteiligten) einen gewissen “perversen Reiz” aus, Zeuge seines hemmungslosen Lebensstils zu werden…

Und dann wäre da noch Jack (Brad Renfro), der seiner kleinen Heimatstadt entflohen ist, um sein Glück in L.A. zu suchen, wo er nun als Portier in einem der Gebäude arbeitet, in denen sich Graham, Martin und Christie regelmäßig aufhalten Schrägstrich vergnügen: Der Traum von einer Schauspiel-Karriere hat sich zwar noch nicht erfüllt – doch er ist bescheiden und kann sich weitestgehend mit dem zufrieden geben, was er mit Fleiß sowie auf legalem Wege erreicht hat. Leider holt ihn seine Vergangenheit eines Tages wieder ein, als sein Onkel Peter (Mickey Rourke) unverhofft bei ihm “auf der Matte steht”: Trotz vehement vorgebrachter Einwände, die aber nie eine wahre Chance auf Erfolg hatten, quartiert sich jener, der zudem von einem ständig zugedröhnten minderjährigen Mädel (Angela Sarafyan aus “On the Doll“) begleitet wird, stracks für eine Weile bei ihm ein, da er für die Dauer der Durchführung eines “Jobs” eine Bleibe benötigt – denn momentan ist er gerade dabei, einen zuvor von ihm entführten Jungen an eine Gruppe Pädophiler zu verkaufen. Als einer jener Männer (Diego Klattenhoff aus “Pacific Rim“) die “bestellte Ware” schließlich abholen will, Jack es (in Peter´s Abwesenheit) jedoch nicht fertig bringt, den Knaben herauszugeben, ist klar, dass die einzige Überlebenschance des Trios fortan nur noch in der Flucht liegt. Rourke (“Sin City“) agiert hervorragend als muskulöser, braungebrannter, Lollis lutschender sowie Hawaii-Hemden tragender Krimineller – und es ist seinem Talent zuzurechnen, dass er nicht nur Jake, sondern vor allem das Publikum (u.a. in Form eines einzigen Satzes) restlos und ohne Zweifel davon zu überzeugen vermag, dass diese Typen “Monster” sind, vor denen sogar er Angst hat. Jack selbst ist eigentlich redlich – im Ansatz zugleich aber auch ein wenig “armselig” – und Renfro (“Sleepers”), der ja nicht lange nach Drehschluss im Alter von nur 25 an einer Überdosis starb, verkörpert diesen einen der spärlichen in dieser “seelenlosen Stadt” noch über so etwas wie ein Gewissen Verfügenden ziemlich gut. Obwohl sie beileibe nicht reich sind, stellen Jack und Peter allerdings keine “Antithese” in Bezug auf die “Botschaft” des Streifens dar – denn ersterer muss sich ebenfalls an einem Punkt eingestehen, dass er für eine Karriere im Showbusiness so manch eine ursprünglich mal gezogene Grenze überschreiten würde…

Ganz bewusst in der kalifornischen High-Society und ersten Hälfte der ’80er angesiedelt – also in einer stark von Sex und Drogen geprägten “hedonistisch-exzessiven Zeit”, bevor so einige Veränderungen (wie Aids und die zugehörigen Folgen) so etlichen eine gehörige Portion ihres “Spaßes” ruinierten – zeichnet “the Informers” ein düster-fatalistisches Bild einer im Prinzip (auf der Basis von Reichtum und Macht) in sich geschlossenen Gesellschaftsschicht: Frei von Sitten, Werten und zu befürchtenden Konsequenzen, dekadent und gefühlskalt – sowie auf Dauer ohne Reiz und/oder Perspektive für all diejenigen, die sich in jenen “privilegierten Kreisen” bewegen. Rücksichtslos (sich selber und auch anderen gegenüber) wird nach immer neuen “Kicks” gesucht, um die “Trostlosigkeit des Alltags” zu bekämpfen – oder zumindest nach etwas, das einen “betäubt”, um genau diese (negativen, belastenden) Empfindungen nicht mehr spüren zu müssen. Der Film verlangt von seinen Zuschauern, diese Menschen beim ihrem Schreiten durch ein nicht gerade ereignisreiches Leben (ohne klarem Sinn, Antrieb oder Ziel) zu begleiten. Verständlich, dass vielen ein solcher Inhalt schlichtweg kein ausreichendes Maß an “Entertainment” bietet – zumal die absichtliche Oberflächlichkeit an sich bereits nicht jedermanns Sache ist. Es gilt nicht, diese verwöhnten, unsympathischen, verdorbenen, tragischen, unmoralischen, in gewisser Weise hilflosen Personen, die jeweils irgendeine Form von Schuld auf sich geladen haben, richtig kennenzulernen – stattdessen soll man ihnen (quasi ähnlich eines Voyeurs) dabei zusehen, wie sie sich (unabhängig voneinander) kontinuierlich auf einen individuell gearteten “Abgrund” zubewegen. Den ebenfalls nur schwer auseinanderzuhaltenden Yuppies in “Less than Zero” und “American Psycho” nicht unähnlich, verfügen die Figuren über annährend keine “Tiefe” – heben sich kaum voneinander ab – weshalb es adäquat passt, dass die Hauptrollen überwiegend mit vergleichsweise “unmarkanten Gesichtern” besetzt wurden. Sofern man es denn möchte, kann sich jeder selbst Gedanken zum Gebotenen machen – aktiv animiert wird man dazu jedenfalls nicht. Diesen Leuten bietet ja auch keiner klare “Richtungsangaben”…

Unterschiedliche mehr oder minder lose miteinander verwobene, meist “nebeneinander her” verlaufende, sich in bestimmten Situationen aber auch gegenseitig überkreuzende Schicksale und Handlungsstränge, vereint innerhalb eines gemeinsamen Kontexts: Werke mit einem konzeptionellen Aufbau dieser Art sind inzwischen ja beileibe keine Seltenheit mehr – siehe Veröffentlichungen á la “Crash”, “21 Grams” oder “the Air I breathe” – bloß steht im Vorliegenden weder die Plot-Entfaltung noch die konkrete Beschaffenheit der einzelnen Charaktere im Fokus des Präsentierten, sondern viel gewichtiger die transportierte Stimmung der verschiedenen “umgebenden Einflüsse” (Milieu, Zeitgeist etc.). Dieser Blick zurück auf die ’80er mutet “wie von einem dunklen Schatten umhüllt” an, der Gefühle wie Freude oder Glück förmlich zu “absorbieren” bzw. unentwegt im Keim zu ersticken scheint. Obgleich einige Momente durchaus zum Schmunzeln anregen – wie etwa der Besuch eines Videoclip-Sets oder die Musik-Auswahl auf einer Trauerfeier – habe ich persönlich den rechten “Biss” (seitens des Skripts) vermisst, mit dem z.B. Roger Avary´s 2002er Ellis-Adaption “the Rules of Attraction” aufzuwarten vermochte. Die gewählte Symbolik (wie eine tote Ratte im Abfluss eines noblen Pools, blaue Flecken auf makelloser weißer Haut oder eine Fliege auf der Innenseite eines weiblichen Schenkels) ordne ich da ähnlich ein: Per se fern von schlecht; “unterm Strich” aber leider irgendwie nicht “scharfkantig” genug – was mit Sicherheit aus der “Glättung und Ausdünnung” des Drehbuchs resultiert, die nicht unbemerkt verblieben ist und zudem zu so manch einer kleineren “Unebenheit” im Story-Fluss geführt hat. Immerhin stimmt das “Drumherum”: Akzentuiert vom Score Christopher Youngs (“Deliver us from Evil“) und einem erstklassigen “Eighties-Soundtrack”, auf welchem Künstler wie Pat Benatar, Devo und Wang Chung vertreten sind, hat Cinematographer Petra Korner (“My Soul to take”) die vielen schicken Kulissen (u.a. Dach-Terrassen, Strände, Villen, Hotels und Luxus-Apartments) in ansehnlich arrangierte Bilder gekleidet, die dem Film eine sich durchaus als eine Kombination aus einer “Hochglanz-Doku” und “Soap-Opera from Hell” umschreiben lassende Impression verleihen. Zwar wäre mir ein versierterer Regisseur mit umfangreicherer Erfahrung lieber gewesen, der vermutlich “mehr” aus der Materie hätte herausholen können, doch hat Jordan dennoch inszenatorisch solide Arbeit abgeliefert – einschließlich der (auf gleich mehreren Ebenen) grandiosen Schluss-Sequenz, mit welcher das Publikum in den Abspann entlassen wird…

Fazit:  In “the Informers” geht es um Themen und Dinge wie Sex, Drogen, Reichtum, Macht, Langeweile, Einsamkeit, “menschliche Leere” und Verzweiflung, den sprichwörtlichen “Pfad ins Verderben” sowie die Klänge, Ideologien und Mentalitäten der Achtziger: Eine “sachlich-steril-kühle Zeitreise” zurück in eine Ära, innerhalb derer sich eine Reihe moralisch korrupter Personen (ebenso halbherzig wie letzten Endes vergeblich) auf der Suche nach klaren Zielen und Perspektiven in ihrem Leben befinden. Viele Zuschauer werden es nicht unbedingt als unterhaltsam empfinden, ihnen dabei zuzusehen – einige von ihnen könnten dem Film sogar die gebotene Oberflächlichkeit an sich zum Vorwurf machen, statt genau darin den beabsichtigten Kritik-Ansatz zu erkennen: Aus Gründen wie diesen ist er auch definitiv nichts für den “Mainstream”, der üblicherweise ja “klassische Standards” (wie etwa einen dritten Akt, der alles bündig unter Dach und Fach bringt) benötigt, um zufrieden gestellt zu werden. Wen das nicht abschreckt, der sollte getrost mal einen Blick riskieren – Fans von Bret Easton Ellis sowieso…

Hierzulande ist “the Informers” seit April 2011 auf DVD und BluRay erhältlich...

Stefan Seidlthe Informers

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the Informers

Copyright des “the Informers” des Covermotivs und der Pics:  Senator Entertainment Company / Senator Film, Universum Film GmbH, UFA (D)__ Infos zur dt. VÖ:__ Freigabe: FSK-16__ DVD/BluRay: ja/ja__

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